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Erschienen in:

Open Access 2023 | OriginalPaper | Buchkapitel

24. Kosten des Klimawandels und Auswirkungen auf die Wirtschaft

verfasst von : Sven Schulze, Hubertus Bardt, Hendrik Biebeler, Gernot Klepper, Mahammad Mahammadzadeh, Daniel Osberghaus, Wilfried Rickels, Oliver Schenker, Reimund Schwarze

Erschienen in: Klimawandel in Deutschland

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Zusammenfassung

Klimawandelbedingte Kosten entstehen in einer Kaskade von Wirkungsmechanismen und -kreisläufen, die jeweils mit zahlreichen Unsicherheiten verbunden sind. Die Menge der Treibhausgasemissionen bestimmt, wie sich Atmosphäre und Klima auf der Erde verändern. Die Reaktion des Klimasystems mit seinen zahlreichen Rückkopplungseffekten führt zu regional unterschiedlichen – positiven oder negativen – Wirtschafts- und Wohlfahrtseffekten. Bei der Reaktion auf diese Effekte durch Einflussnahme auf die Emissionen oder Anpassung an den Klimawandel schließt sich der Kreis. Hieran anknüpfend werden in diesem Kapitel Möglichkeiten und Grenzen der gesamtwirtschaftlichen Bewertung dargestellt und verschiedene Schadensschätzungen diskutiert. Potenzielle Probleme, Herausforderungen und Implikationen werden exemplarisch für den Bereich Gesundheit und Küstenschutz diskutiert. Darüber hinaus bietet das Kapitel einen Überblick über die Einschätzung von Unternehmen zu den Auswirkungen des Klimawandels.
Die Bestimmung der Kosten und die Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels und möglicher Anpassungsmaßnahmen sind komplex. Klimawandelbedingte Kosten entstehen in einer Kaskade von Wirkungsmechanismen und -kreisläufen, die jeweils mit zahlreichen Unsicherheiten verbunden sind. Die Menge der emittierten Treibhausgasemissionen bestimmt, wie sich die Atmosphäre und damit das Klima auf der Erde verändert. Die Veränderung des Klimas – besonders bezogen auf einzelne Staaten – inklusive veränderter interner Variabilität von Extremereignissen hat Wirtschafts- und Wohlfahrtseffekte, die sowohl positiv als auch negativ ausfallen können. Die Reaktion auf diese Effekte durch Emissionskontrolle bzw. Anpassung hat wiederum einen direkten Einfluss auf den Wirkungskreislauf, weil durch sie die Menge der Treibhausgasemissionen bzw. das Ausmaß der Folgen des Klimawandels bestimmt werden.
Globale und regionale Klimaprojektionen für Deutschland wurden in Teil I diskutiert, und die vorangegangenen Kapitel in diesem Teil stellen regionale Besonderheiten sowie sektorale Auswirkungen des Klimawandels detailliert dar. In diesem Kapitel werden Möglichkeiten und Grenzen der gesamtwirtschaftlichen Bewertung beschrieben; potenzielle Probleme, Herausforderungen und Implikationen werden exemplarisch für die Bereiche Gesundheit sowie Hochwasser- bzw. Küstenschutz diskutiert. Darüber hinaus bietet das Kapitel einen Überblick über die Einschätzung von Unternehmen zu den Auswirkungen des Klimawandels und ihrer Betroffenheit.

24.1 Herausforderungen für die Quantifizierung der Kosten des Klimawandels

Klimawandel in seinen vielen regionalen Facetten verändert das komplexe Geflecht von Produktionsmöglichkeiten und Lebensqualität. Die Menschen können sich auf diese Veränderungen mittels regionaler Anpassungsoptionen einstellen. Dies schließt individuelle Anpassung von Konsumierenden und Unternehmen ein, aber es betrifft auch staatliche Maßnahmen, die eine Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels unterstützen. Diese Anpassungsprozesse werden auch durch Rückkopplungsprozesse vom Klimawandel in anderen Weltregionen beeinflusst. So können internationale Handelsströme und globale Wertschöpfungsketten verändert werden. Eine weitere Anpassungsreaktion, die auf eine Region wie Deutschland einwirken kann, ist die Migration aus Regionen, deren Lebensgrundlagen durch Klimawandel besonders beeinträchtigt werden, in Regionen, in denen der Klimawandel nicht so starke negative Auswirkungen hat oder sogar die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Migranten und Migrantinnen verbessern könnte (Kap. 27). Aus diesen globalen Wechselwirkungen ergeben sich neben den direkten Auswirkungen zusätzliche, vielfältige indirekte Auswirkungen des Klimawandels. Eine Abschätzung der Kosten des Klimawandels für Deutschland erfordert daher die Abschätzung dieser direkten und indirekten Effekte. Die Abschätzung der (wirtschaftlichen) Rückkopplungseffekte und damit der indirekten Kosten ist mit großen Unsicherheiten und Ungewissheiten verbunden, weshalb die Betrachtungen in den vorangegangenen Kapiteln in Teil III insbesondere auf die direkten Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland fokussieren.
Eine Abschätzung von Kosten des Klimawandels trifft auf eine Reihe weiterer Herausforderungen, die eine Quantifizierung erschweren und unter den folgenden Stichworten zusammengefasst werden können:
  • Wirtschaftliche Kosten und soziale Kosten
  • Kosten auf unterschiedlichen Zeitskalen
  • Systemische Wirkungen des Klimawandels
  • Unsicherheiten in Bezug auf Extremereignisse
  • Projektionen von Anpassungsreaktionen

24.1.1 Wirtschaftliche Kosten und soziale Kosten

Der Klimawandel beeinflusst Wirtschaftsprozesse direkt. Diese Veränderungen können mithilfe von Modellsimulationen quantifiziert werden. Gleichzeitig treten Veränderungen auf, die nicht direkt die Wirtschaftsaktivitäten beeinflussen, sondern das Wohlbefinden der Menschen. Diese (zusätzlichen) Wohlfahrtseinbußen lassen sich nur schwer quantifizieren und müssen indirekt bewertet werden. Dies betrifft z. B. die unten beschriebenen Effekte von Hitzewellen (Definition Abschn. 6.​2.​1), bei denen nur die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen, nicht aber die Verluste an Lebensqualität erfasst wurden. Noch größer wird die Herausforderung, wenn der Klimawandel zu Todesfällen führt, die als Teil der Kosten identifiziert werden sollen. Daraus ergeben sich nicht zuletzt ethische Kontroversen.

24.1.2 Kosten auf unterschiedlichen Zeitskalen

Die Kosten des Klimawandels werden in dem Maße steigen, in dem sich das Klima zunehmend stärker verändert. Konkret bedeutet dies, dass bis zur Mitte dieses Jahrhunderts die Auswirkungen weitaus geringer ausfallen werden als gegen Ende des Jahrhunderts (Kap. 4). Das hat zur Konsequenz, dass die Kosten des Klimawandels in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts vor dem Hintergrund der dann vorherrschenden wirtschaftlichen Situation, sowohl in Deutschland als auch weltweit, bestimmt werden müssten. Allerdings gibt es praktisch keine Vorstellung darüber, wie die deutsche Wirtschaft und die Weltwirtschaft sich in den nächsten 50 Jahren entwickeln werden. Ein wichtiger Faktor für die Bestimmung der Kosten des Klimawandels ist das Ausmaß der Emissionen bzw. deren Reduzierung, die das Ausmaß des Klimawandels beeinflussen.

24.1.3 Systemische Wirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel hat vielfältige Ausprägungen und betrifft alle Lebensbereiche, direkt oder zumindest indirekt alle Wirtschaftsaktivitäten und erfordert gesellschaftliche Anpassungsprozesse. Die Summe dieser Effekte und ihrer miteinander reagierenden Rückkopplungseffekte kann heute nicht in angemessener Weise in Simulationsmodellen für die nächsten Jahrzehnte oder gar bis zum Ende dieses Jahrhunderts abgebildet werden. Der Klimawandel selbst wird darüber hinaus gesellschaftliche Reaktionen in Bezug auf die Vermeidung von Treibhausgasemissionen hervorrufen, die wiederum die Kosten des Klimawandels verändern.
Übliche erste Schritte in der Quantifizierung der wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels bestehen deshalb darin, sich in der Forschung auf bestimmte Phänomene des Klimawandels wie Extremereignisse zu konzentrieren, bestimmte Wirtschaftssektoren auf ihre Anfälligkeit zu untersuchen, etwa die Landwirtschaft (Kap. 18) oder den Tourismus (Kap. 22), sowie bestimmte geografische Gebiete in den Blick zu nehmen, wie beispielsweise Küstenzonen. Die verschiedenen sektoral geschätzten Kosten können aber nicht unbedingt addiert werden, um zu den gesamtwirtschaftlichen Kosten zu kommen, denn dadurch würden positive wie auch negative Rückkopplungseffekte ignoriert.

24.1.4 Unsicherheiten in Bezug auf Extremereignisse

Für Deutschland wird vermutlich die Zunahme der Häufigkeit und des Ausmaßes von Extremereignissen eine wichtige Rolle spielen. Die Extremereignisse, wie Starkregen und Hitzewellen, sind vonseiten der naturwissenschaftlichen Modellierung bereits schwer zu quantifizieren. Noch schwieriger ist dies bei den wirtschaftlichen Folgen. Das Wissen um ihre Zunahme wird höchstwahrscheinlich zu Vorsorgemaßnahmen führen, die die Kosten der Extremereignisse verringern sollen. Darüber hinaus wird der Umfang dieser Vorsorgemaßnahmen entscheidend durch gesellschaftliche und rechtliche Prozesse determiniert. Nicht zuletzt beinhalten die Entscheidungen über die Vorsorge gegenüber Extremereignissen auch eine ethische Bewertung der Akzeptanz von Risiken.

24.1.5 Projektionen von Anpassungsreaktionen

Viele Treibhausgase verweilen lange in der Atmosphäre. Deshalb ist es erforderlich, dass die Emissionsvermeidung schnell einsetzt. Im Gegensatz zu diesen langfristigen Auswirkungen von Klimaschutzanstrengungen gibt es Anpassungsmaßnahmen, die zeitnah die Schäden größerer Klimawandelfolgen reduzieren können. Das hat zur Folge, dass Projektionen derartiger Maßnahmen sich auf die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts konzentrieren, wenn die Anpassungsmaßnahmen besonders wichtig werden. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für eine Anpassung für diesen entfernten Zeitraum sind allerdings heute kaum verlässlich in Projektionen abbildbar. Daneben gibt es eine Reihe von Vorsorgeinvestitionen, die schon frühzeitig in Angriff genommen werden sollten. Dies trifft beispielsweise für Infrastrukturen zu, die eine lange Lebensdauer besitzen.

24.2 Kosten des Klimawandels: Modellierungsansätze

Die wirtschaftliche Quantifizierung des Klimawandels erfordert eine integrierte Betrachtung von natürlichen Veränderungen des Erdsystems und damit einhergehenden wirtschaftlichen Wirkungszusammenhängen. Angesichts der komplexen Wirkungszusammenhänge konzentrieren sich die Modellierungsansätze auf bestimmte Aspekte von Wirkungskaskaden und Rückkopplungseffekten. Meist werden dazu sogenannte integrierte Bewertungsmodelle (integrated assessment models, IAMs) herangezogen. Vereinfacht lässt sich zwischen IAMs mit exogenen und endogenen Emissionspfaden unterscheiden:
  • Bei IAMs mit endogenen Emissionspfaden werden die „optimalen“ Emissionen als Reaktion auf den Klimawandel durch die Emissionskontrolle bestimmt (Optimierungsmodelle).
  • Bei IAMs mit exogenen Emissionspfaden werden unterschiedliche Emissions- und damit Klimawandelszenarien detailliert bewertet (Szenarienanalyse).
Die Optimierungsmodelle benutzen in der Regel hoch aggregierte Schadensfunktionen, die im Extremfall den volkswirtschaftlichen Schaden des Klimawandels als funktionalen Zusammenhang von Temperaturänderung und Sozialprodukt definieren, meist in einer nichtlinearen Beziehung (Pindyck 2013; Fisher-Vanden et al. 2013). Das bekannteste Modell dieser Art ist das DICE-Modell (Dynamic Integrated Climate-Economy: Nordhaus 1991, 2010, 2014, 2016), für das William D. Nordhaus mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften 2018 ausgezeichnet wurde und das in vielen Varianten weiterentwickelt worden ist. Durch ihren Fokus auf die lange zeitliche Dimension und die Lösung eines komplexen Optimierungsproblems sind diese Modelle in ihrer ökonomischen Struktur meist relativ einfach gehalten.
Das hohe Aggregationsniveau der Optimierungsmodelle begrenzt die Möglichkeit einer detaillierten Darstellung regionaler Anpassungsmöglichkeiten und hat dadurch möglicherweise einen beträchtlichen Einfluss auf die Abschätzung der Kosten des Klimawandels. In den meisten Studien ist Anpassung als Reaktion auf Klimafolgen nur implizit innerhalb der Schadensfunktion enthalten. Meist wird hierzu angenommen, dass sich die betroffenen Akteure autonom aus Eigeninteresse kosteneffizient an Klimafolgen anpassen würden. Auf dieser Annahme basiert auch die kleine Anzahl an Modellen, die Anpassung als Kontrollvariable explizit modellendogen beinhaltet. AD-DICE, ein Derivat des DICE-Modells, modelliert Anpassung als sogenannte „Stromgröße“ (de Bruin et al. 2009). Das heißt, Kosten und Nutzen von Anpassungsmaßnahmen fallen gleichzeitig an.
Bosello et al. (2010) wählen in ihren Arbeiten mit dem AD-WITCH-Modell (World Induced Technical Change Hybrid) einen anderen Ansatz und modellieren Anpassung als Bestandsgröße, in die investiert werden muss, damit sie sich später auszahlt. Beide Ansätze sind plausibel für bestimmte Anpassungsmaßnahmen, können aber nicht die gesamte Komplexität von Anpassung abbilden. Bachner et al. (2019) untersuchen die Kosten und Nutzen spezifischer Anpassungsmaßnahmen in den drei Bereichen Land- und Forstwirtschaft sowie Hochwasserschutz in einem ökonomischen Modell für Österreich und finden positive makroökonomische Effekte dieser Maßnahmen. In ihrer Analyse zeigt sich, dass sich für den Staat die Finanzierung solcher Maßnahmen lohnen kann, da dadurch dem Klimawandel-induzierten Verlust von Steuereinnahmen entgegengewirkt wird.
Globale Optimierungsmodelle haben meistens eine zu grobe räumliche Abbildung, um explizit Ergebnisse für Deutschland ablesen zu können; wohl aber lassen sich Ergebnisse für Nord- oder Westeuropa ablesen. Wie aber bereits erwähnt, bieten diese Optimierungsmodelle in Bezug auf die sektoralen Auswirkungen kein sehr detailliertes Bild.
Szenarienanalysen basieren auf vorgegebenen naturwissenschaftlichen Klimaszenarien und bewerten daher exogene Emissionspfade. Die derzeit untersuchten Emissionspfade sind aus den Repräsentativen Konzentrationspfaden (RCPs) abgeleitet, die im Zuge des Fünften Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC) die vorangegangene Generation von SRES-Emissionsszenarien abgelöst haben (van Vuuren et al. 2011; O’Neill et al. 2014, 2020). Bei den Szenarienanalysen werden unterschiedliche regionale und sektorale Fokussierungen vorgenommen sowie deren Interaktionen berücksichtigt. Rein sektorale Studien versuchen, die direkten Kosten des Klimawandels für bestimmte Wirtschaftssektoren oder Handlungsfelder zu bestimmen, ignorieren dabei aber gesamtwirtschaftliche Rückkopplungseffekte. Regional fokussierte Analysen integrieren häufig gesamtwirtschaftliche Rückkopplungseffekte, berücksichtigen aber nicht die indirekten Effekte des Klimawandels im Rest der Welt.
Rückkopplungseffekte zwischen den Kosten des Klimawandels einschließlich der Anpassungsmaßnahmen und den Kosten des Klimaschutzes sind Grundlage für „optimale“ Emissionspfade, deren Berechnung in Optimierungsmodellen allerdings stark vereinfachte Wirkungsketten und Auswirkungsbeschreibungen voraussetzt. Diese werden ihrerseits in abstrahierter Form aus Ergebnissen von wirtschaftlichen Szenarienanalysen abgeleitet.
Eine Quantifizierung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels sowie die Bestimmung des wirtschaftlich effizienten Klimaschutzes setzen daher die Verwendung und Entwicklung beider Modellgruppen voraus. Allerdings hat die Forschung sich bisher stärker auf die globalen integrated assessment models konzentriert als auf die sektoralen und regionalen Analysen, auf denen diese aufbauen. Für relativ kleine Wirtschaftsräume wie Deutschland, bei dem die Rückkopplung der Emissionsvermeidung auf den globalen Klimawandel vernachlässigbar ist, bieten sich dabei Szenarienanalysen an, die eine detaillierte Abbildung der wirtschaftlichen Auswirkungen untersuchen können.
Wirtschaftliche Szenarienanalysen ermöglichen außerdem eine genauere Untersuchung, inwieweit Anpassungsmaßnahmen die Auswirkungen des Klimawandels abschwächen können. Für die Betrachtung der Anpassungsmaßnahmen ist es hilfreich, zwischen verschiedenen Kostenkategorien zu unterscheiden:
  • Kosten des Klimawandels ohne Anpassungsmaßnahmen,
  • Kosten der Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und
  • Kosten des Klimawandels nach der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen (Residualschäden).
Abb. 24.1 stellt vereinfacht dar, wie anhand dieser Unterscheidung verschiedene Dimensionen der Kosten identifiziert werden können. Natürlich sind die zu betrachtenden Kostengrößen nicht, wie in der Abbildung vereinfacht dargestellt, linear und durch die globale Durchschnittstemperatur bestimmt, sondern durch unterschiedliche regionale und sektorale Klimaparameter wie Hitze- oder Niederschlagsextreme, die die Schäden sprunghaft nach oben treiben können.

24.3 Wirtschaftliche Auswirkungen des Klimawandels in Europa und Deutschland

Der Weltklimarat nimmt in seinem Fünften Sachstandsbericht (IPCC 2014) eine umfangreiche und detaillierte Klassifizierung der regionalen Risiken und Auswirkungen vor, inklusive der Bewertung, wie und in welchem Ausmaß diese Auswirkungen durch Vermeidung und Anpassung abgeschwächt werden können. Die Vermeidung (Mitigation) wird durch die oben angesprochenen RCP-Emissionsszenarien abgebildet; die Anpassungsmöglichkeiten werden durch eine Abschätzung der prozentualen Reduktion der Auswirkungen (für jedes Szenario) durch Anpassung dargestellt. Der IPCC-Bericht vermeidet allerdings eine monetäre Bewertung und präsentiert insofern nur eine qualitative Einschätzung der Auswirkungen, indem er für jede Region die wesentlichen Risiken darstellt. Abb. 25.​2 zeigt die Einschätzung der wesentlichen Risiken für Europa durch den Weltklimarat (IPCC). Der Sechste Sachstandsbericht (IPCC 2021) bestätigt in qualitativer Hinsicht diese Erkenntnisse, verdeutlicht aber einen wachsenden Handlungsbedarf infolge gravierender werdender Auswirkungen.
Als wesentliche Risiken identifiziert der IPCC-Bericht häufigere und stärkere Niederschläge und daraus folgend vermehrte Überschwemmungen, verschärfte Wasserknappheit in Form von Dürren (insbesondere in Südeuropa) und eine größere Häufigkeit von stärkeren Hitzewellen. Vor allem bei der Wasserknappheit und den Auswirkungen von Hitzewellen wird das Potenzial, deren (wirtschaftliche) Auswirkungen durch Anpassungsmaßnahmen abzuschwächen, als eher gering eingeschätzt. In einem Emissionsszenario, das den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 2 °C beschränkt, fallen die Risiken geringer aus.
Adelphi et al. (2015) analysieren auf der Grundlage dieser Überlegungen die Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel. Auch hier spielen die zuvor genannten Risiken eine besondere Rolle. Differenziert wird in der Studie sowohl regional als auch sektoral im Sinne der Handlungsfelder der deutschen Anpassungsstrategie. Dabei werden sowohl Szenarien des klimatischen als auch des sozioökonomischen Wandels berücksichtigt. Die resultierenden qualitativen Einschätzungen, ob die Bedeutung der Klimawirkungen für Deutschland gering, mittel oder hoch ausfallen, beziehen sich dabei auf die Gegenwart und die Zukunft mit schwachem oder starkem (sozioökonomischen) Wandel. Für die im weiteren Sinne wirtschaftlichen Handlungsfelder (Industrie und Gewerbe, Energiewirtschaft, Tourismuswirtschaft und Finanzwirtschaft) werden weit überwiegend für die nahe Zukunft geringe bis mittlere Betroffenheiten und Vulnerabilitäten ermittelt. Letzteres ist vor allem auf die überwiegend unterstellte hohe Anpassungskapazität in den Handlungsfeldern zurückzuführen, die Betroffenheit abfedern kann. Die Arbeit konstatiert zudem, dass Quantifizierungen infolge schwacher Datenlage und anspruchsvoller Modellierung schwierig erscheinen. Beides darf als Forschungsauftrag für weitere Arbeiten aufgefasst werden.
Wirtschaftliche Szenarioanalysen untersuchen detaillierter die sektoralen wirtschaftlichen Auswirkungen und regionalen Risiken. Gleichzeitig sind in den Szenarioanalysen die Kosten (der jetzt exogenen) Emissionskontrolle zu berücksichtigen. Aaheim et al. (2012) untersuchen unter Anwendung des multiregionalen und multisektoralen Wirtschaftsmodells GRACE (Global Responses to Anthropogenic Changes in the Environment), mit welchen wirtschaftlichen Auswirkungen die Veränderungen des Klimas in Europa einhergehen werden. Wie in der Darstellung des IPCC berücksichtigen sie Emissionsszenarien, die entweder zu einem Anstieg von 2 °C oder 4 °C der globalen Durchschnittstemperatur führen (inklusive der damit verbundenen Vermeidungskosten). Das GRACE-Modell beinhaltet elf Sektoren, die von den regional unterschiedlichen Veränderungen in Temperatur und Niederschlag beeinflusst werden. Dabei werden auch Aspekte wie die Auswirkungen auf die Arbeitsproduktivität berücksichtigt. Die Autorinnen und Autoren schätzen, dass es bei einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 2 °C vergleichsweise moderate Veränderungen im regionalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) geben wird und dass einige Regionen sogar leicht profitieren könnten. Bei einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 4 °C ist zu erwarten, dass alle Regionen in Europa negative wirtschaftliche Auswirkungen verzeichnen könnten, insbesondere der Süden Europas. Laut der Schätzung von Aaheim et al. (2012) würde es in Deutschland zu Einbußen beim BIP zwischen 0,2 und 0,3 % kommen, wenn der Temperaturanstieg im Jahr 2004 stattgefunden hätte. Solche eher niedrigen aggregierten Auswirkungen sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sowohl über die Zeit kumuliert als auch insbesondere in einzelnen Sektoren sehr wohl zu deutlich stärkeren Auswirkungen kommen kann. So wird z. B. geschätzt, dass der Forstsektor deutlich stärker beeinträchtigt wird. Außerdem unterschätzt die Studie langfristige Auswirkungen, aber auch den Effekt von langfristigen (geplanten) Anpassungsmaßnahmen.
Die Analyse von Aaheim et al. (2012) ist nur ein Beispiel für Studien, die einen breiteren geografischen Fokus haben und in denen Deutschland nur eine Teilregion darstellt. Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts PESETA wurden Bottom-up-Schadensmodelle für verschiedene Handlungsfelder entwickelt – Küsteninfrastruktur, Überschwemmungen größerer europäischer Flüsse, Landwirtschaft, Tourismus – und mit einem berechenbaren allgemeinen Gleichgewichtsmodell der europäischen Volkswirtschaft verknüpft. Dabei wird geschlussfolgert, dass sich die Kosten des Klimawandels in Europa in einem Szenario mit einer durchschnittlichen Erwärmung in Europa von 2,5 °C auf etwa 20 Mrd. EUR im Jahr 2080 belaufen werden (Ciscar et al. 2011), wobei gewisse Regionen wie Skandinavien vom Klimawandel profitieren könnten. Würde ein Szenario mit 5,4 °C Erwärmung und einem unterstellten Anstieg des Meeresspiegels von 88 cm eintreten, wäre mit jährlichen Kosten in Höhe von 65 Mrd. EUR zu rechnen. Für die Region nördliches Zentraleuropa, die neben Deutschland auch Belgien, die Niederlande und Polen umfasst, wäre im Szenario mit einer Erwärmung um 2,5 °C mit Kosten von ungefähr 15 Mrd. EUR zu rechnen, die sich im Falle des Szenarios mit starker Erwärmung und hohem Anstieg des Meeresspiegels auf 26 Mrd. EUR erhöhen würden. In einer neueren Auflage des Projektes (PESETA III, s. dazu Ciscar et al. 2019) wurden unter anderem auch globale Rückkopplungseffekte durch internationalen Handel mitberücksichtigt sowie neuere Klimaszenarien verwendet. Es zeigt sich wiederum ein starker regionaler Unterschied: Während südeuropäische Regionen mit substanziellen Kosten durch den Klimawandel konfrontiert sind, sind die Auswirkungen in Nord- und Zentraleuropa moderat. Dies wird durch die Ergebnisse in Ciscar 2020, basierend auf dem Projekt PESETA IV, weiter untermauert. Dort werden die Wohlfahrtseinbußen in der Summe aller Regionen vor allem durch Hitzewellen ausgelöst. In der Region des nördlichen Zentraleuropas spielen allerdings vor allem Hochwasserereignisse die entscheidende Rolle; erst in einem Szenario mit einer Erwärmung von 3 °C kommen auch die Auswirkungen von Trockenheit zum Tragen, werden aber trotzdem von Wohlfahrtsgewinnen im landwirtschaftlichen Sektor mehr als ausgeglichen (Kap. 18).
Insgesamt gibt es nur wenige (begutachtete) Studien, die versuchen, die Auswirkungen der komplexen Wirkungsmechanismen des Klimawandels explizit für Deutschland monetär zu bewerten. Knittel et al. 2020 haben speziell die Auswirkungen des globalen Klimawandels (insbesondere Effekte höherer Temperaturen auf die Arbeitsproduktivität) über veränderte internationale Handelsströme auf die deutsche Volkswirtschaft untersucht. Sie ermitteln in ihrer Studie, dass das BIP 2050 in Deutschland unter Berücksichtigung dieser Handelseffekte, abhängig vom unterstellten Klimaszenario, zwischen −0,41 und −0,46 % sinkt, verglichen mit einem Szenario ohne Klimawandel.
Einige gesamtwirtschaftliche Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland werden in Tab. 24.1 zusammengefasst.
Tab. 24.1
Überblick über gesamtwirtschaftliche Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland
Studie
Methodischer Ansatz
Klimawandelszenario
Betrachteter Zeitraum
Betrachtete Handlungsfelder
Annahmen zum Stand der Volkswirtschaft
Auswirkungen des Klimawandels
Bräuer et al. (2009) [nicht begutachtet]
Aufsummierte sektorale Effekte
 + 1,5 °C [1,0–1,6]
2 °C [1,5–3,5]
2050
2100
Küsteninfrastruktur, Bauwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Energie, Wasserwirtschaft, Tourismus, Verkehr, Versicherungen, Gesundheit
2011–2050: 1 %,
2051–2100: 0,5 %
jährliches BIP-Wachstum
Zwischen + 0,05 und −0,3 % des BIP zwischen + 0,6 und 2,5 % des BIP als Nettoeffekt auf die öffentlichen Finanzen
Ciscar et al. (2011)
[begutachtet]
Mittels eines gesamtwirtschaftlichen Modells sektorale Bottom-up-Modelle verbunden
2,5 °C
5,4 °C
2080
Küsteninfrastruktur, Überschwemmungen größerer europäischer Flüsse, Landwirtschaft, Tourismus
Stand 2010
15 Mrd. EUR BIP
bis 26 Mrd. EUR BIP für Modellregion nördliches Zentraleuropa (Deutschland, Niederlande, Belgien, Polen)
Ciscar et al. (2019)
[begutachtet]
Mittels eines gesamtwirtschaftlichen Modells sektorale Bottom-up-Modelle verbunden
2 °C
3,7 °C
2100
Arbeitsproduktivität, Überschwemmungen größerer europäischer Flüsse Küsteninfrastruktur, Landwirtschaft, Mortalität, Energiebedarf für heizen/kühlen, Internationaler Handel
1981–2010
 + 0,3 % des BIP für die Region Nordeuropa (unter RCP8.5)
Knittel el al. (2020)
[begutachtet]
Mittels eines globalen gesamtwirtschaftlichen Modells und Modellierung von temperatur-induzierten Effekten auf Arbeitsproduktivität
Fünf verschiedene globale Klimamodelle unter den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5
2050
Arbeitsproduktivität, internationaler Handel
 
−0,41 % bis −0,46 % des BIP
Allen Studien ist gemeinsam, dass sie einzelne Aspekte des Klimawandels herausgreifen und diese in unterschiedlicher Weise zu gesamtwirtschaftlichen Kosten aggregieren. Während in Bräuer et al. (2009) nur die Kosten aus den verschiedenen sektoralen Analysen zu einem gesamtwirtschaftlichen Kostenfaktor summiert werden, verknüpfen Ciscar et al. (2011, 2018) vergleichsweise detaillierte sektorale Ergebnisse mit einem numerischen allgemeinen Gleichgewichtsmodell, in dem auf einer hohen Aggregationsstufe die Interaktionseffekte zwischen den Sektoren simuliert werden.
In einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen haben Bräuer et al. (2009) die Belastungen infolge des Klimawandels für die öffentlichen Finanzen untersucht. Dabei wurden zehn Handlungsbereiche mittels Fallstudien genauer betrachtet. Die Fallstudien umfassen u. a. Auswirkungen des Klimawandels auf Gebäude, Land- und Forstwirtschaft sowie Energie- und Wasserversorgung. Bräuer et al. (2009) führen keine eigenen Untersuchungen zu Klimafolgen durch, sondern greifen auf bestehende Ergebnisse aus der Literatur zurück und übertragen – sofern nötig – die Ergebnisse auf Deutschland. Dabei werden auf Basis der regionalen Klimamodelle WETTREG und REMO Klimaszenarien für 2050 und 2100 verwendet, die beispielhaft für das Jahr 2050 eine Temperaturänderung von durchschnittlich 1,5 °C [1,0–1,6 °C], vermehrte Niederschläge im Winter (+7 bis +14 %) und geringere Niederschläge im Sommer (-12 bis -16 %) beschreiben. Die Schätzungen von Bräuer et al. (2009) zeigen, dass 2050 der Klimawandel nur geringe Wirkungen auf die Finanzen der öffentlichen Hand haben könnte. Gemäß der Studie beträgt die zusätzliche Be- oder Entlastung des öffentlichen Haushalts zwischen + 0,1 und -0,7 % (relativ zum BIP entspricht das zwischen + 0,05 und -0,3 % des BIP). Ab 2100 sind diese Effekte größer – Mehrausgaben und rückläufige Steuereinnahmen könnten zu einer zusätzlichen Belastung zwischen -1,3 und -5,7 % des Haushalts (-0,6 und -2,5 % des BIP) führen. Diese Studie wurde jedoch nicht in einer begutachteten Zeitschrift veröffentlicht.
Die Studie von Bräuer et al. (2009) bestätigt die weiter oben zitierten Studien mit Fokus auf Europa insofern, als auch sie eher mit geringen wirtschaftlichen Auswirkungen für Deutschland rechnet. Grundsätzlich ist aber zu berücksichtigen, dass sich die Arbeiten in fundamentalen Annahmen bezüglich der Struktur der betrachteten Volkswirtschaften, der berücksichtigten Sektoren sowie der Wirkungsketten und -mechanismen der Klimafolgen auf die Ökonomie unterscheiden. So bleibt es z. B. schwierig zu bewerten, inwieweit die globalen Rückkopplungseffekte, die sich durch veränderte Migrations- und Handelsströme ergeben, angemessen beachtet wurden (Schenker 2013). Umgekehrt muss aber auch berücksichtigt werden, dass Anpassungsverhalten nicht explizit modelliert wird, sondern meist implizit in den Schadensfunktionen enthalten ist oder als autonome Anpassung durch die Preisreaktionen von Unternehmen und Haushalten berücksichtigt wird. Insofern ist es schwer zu beurteilen, ob diese Studien die Auswirkungen des Klimawandels unter- oder etwa sogar überschätzen.
Jüngere Projekte und Veröffentlichungen beschäftigen sich vermehrt mit der Rolle von internationalem Handel und Feedbackschleifen aus dem Ausland. Die Ergebnisse von Knittel et al. (2020) basierend auf Peter et al. (2020) wurden hierzu bereits oben ausführlich besprochen. Darüber hinaus zeigt Osberghaus (2019) in einem Überblicksartikel (zu den Effekten von Wettervariationen und Naturkatastrophen) zunächst, dass bis dato eine große Vielfalt an Herangehensweisen an die Fragestellung besteht, was darauf schließen lässt, dass noch kein Konsens über die angemessenen Methoden und Modelle besteht. In Bezug auf die Ergebnisse der betrachteten Studien haben steigende Durchschnittstemperaturen tendenziell einen nachteiligen Effekt auf die Exportwerte, vor allem in den Bereichen Landwirtschaft und Fertigwaren. Der nachteilige Effekt ist für Importe weniger ausgeprägt.
In einigen empirischen Untersuchungen wird versucht, aus der Analyse des Zusammenhangs zwischen Klimazustand und Wirtschaftswachstum des bestehenden Klimas Regelmäßigkeiten für das Wirtschaftswachstum unter zukünftiger Klimaentwicklung abzuleiten. Diese Studien (Dell et al. 2012 oder Burke et al. 2015), welche die Abhängigkeit des Wirtschaftswachstums von Temperatur und Niederschlag in Querschnitts-, Zeitreihen- und Panelschätzungen untersuchen, anstatt die wirtschaftlichen Abläufe explizit zu modellieren, kommen zu dem Schluss, dass Deutschland zu den Profiteuren des Klimawandels gehört. So schätzen z. B. Burke et al. (2015), dass es nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 9 % zu einer Verringerung des BIP in Deutschland als Folge des Klimawandels kommen werde und eine deutliche Erhöhung des Pro-Kopf-BIP-Wachstums wahrscheinlich sei. Dies adressiert jedoch erstens keine Aspekte jenseits des Maßes BIP (und seines Wachstums), abstrahiert zweitens von den zuvor erörterten internationalen Verflechtungen und trifft drittens keine Aussage zu den möglichen Effekten starker Klimaveränderungen.
Auf diesen empirisch identifizierten Zusammenhängen zwischen Temperatur, Niederschlag und ökonomischer Aktivität aufbauend, berechnen Ricke et al. (2018) länderspezifisch erwartete zukünftige Schäden einer zusätzlich ausgestoßenen Tonne CO2, eine in den Wirtschaftswissenschaften als social costs of carbon (SCC) verbreitet genutzte Metrik. Wichtig ist dabei anzumerken, dass damit die in der Zukunft eintretenden Schäden mittels verschiedener Annahmen diskontiert werden. Ricke et al. (2018) verknüpfen für die Berechnung dieser länderspezifischen social costs of carbon die Schadensmodelle von Burke et al. (2015) und Dell et al. (2012) mit Klimaprojektionen, die wiederum auf einer größeren Zahl von Szenarien zu sozioökonomischen Entwicklungen basieren. Abb. 24.2 zeigt Schätzungen der social costs of carbon (SCC) für Deutschland, also die abgezinsten Schäden in US-Dollar einer zusätzlich ausgestoßenen Tonne CO2. Dabei zeigt sich, dass die Unsicherheit über die zukünftigen Schäden zwar auch von den unterstellten Klimaszenarien abhängt, die Unterschiede zwischen den benutzten Schadensmodellen jedoch deutlich ausgeprägter sind.
Solche empirischen Untersuchungen liefern grundsätzlich nützliche Hinweise. Bei der Abschätzung der regionalen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen, die auf empirischen Untersuchungen auf der Makroebene basieren, muss aber kritisch hinterfragt werden, inwieweit die Zusammenhänge zwischen Klima und Wirtschaftswachstum in einem insgesamt wärmeren Klima mit veränderten Waren- und Handelsströmen noch gültig sind. Mit anderen Worten: Die systemischen Änderungen, die in der Weltwirtschaft mit dem Klimawandel einhergehen können, sind hier nicht berücksichtigt. Darüber hinaus bilden aggregierte Veränderungen gemessen in Sozialproduktzahlen nicht die zahlreichen sektoralen und regionalen Herausforderungen und Veränderungen ab, die mit dem Klimawandel einhergehen und zu beträchtlichen Verteilungskonflikten führen können.

24.4 Abschätzung sektoraler Kosten des Klimawandels

24.4.1 Hochwasser- und Küstenschutz

Die wissenschaftliche Untersuchung von Hochwasser- und Küstenschutz ist bereits seit Jahrzehnten Gegenstand theoretischer Analysen und seit Jahrhunderten gelebte Praxis. Allerdings ergeben sich aus der Dynamik des Klimawandels für die Wissenschaft und die Praxis neue Herausforderungen.
Das Untersuchungsdesign basiert in der Regel auf einer Flut- bzw. Überflutungsmodellierung, um die betroffenen Gebiete zu identifizieren. Dann werden mittels verschiedener Schadensfunktionen, beispielsweise in Abhängigkeit von der Landnutzung oder dem vorhandenen Gebäudebestand, die direkten materiellen Schäden ermittelt. Gegebenenfalls werden ergänzend indirekte Schäden abgeleitet, die sich aus Wertschöpfungsverlusten und der Unterbrechung von Lieferketten ergeben. Darüber hinaus werden im Bereich der immateriellen Schäden Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit oder gefährdete Personen bzw. verlorene Menschenleben berücksichtigt. Allerdings werden diese immateriellen Schäden häufig separat betrachtet und nicht in der integrierten Analyse berücksichtigt. Schadensereignisse werden zudem sowohl ohne als auch mit Anpassungsmaßnahmen betrachtet, um den Nutzen von Maßnahmen anhand vermiedener Schäden ableiten zu können. Unsicherheiten in Bezug auf die Ergebnisse resultieren hier vornehmlich aus der Wahl der räumlichen Skala: Je größer diese ist, desto gröbere Annahmen müssen getroffen werden. Je kleiner diese ist, desto detaillierter fallen zwar die Analysen aus, jedoch laufen sie Gefahr, sektorale oder regionale Rückkopplungseffekte und Anpassungsmaßnahmen jenseits des Untersuchungsgebietes außer Acht zu lassen. Unter diesen Vorbehalten sind die Ergebnisse der im Folgenden aufgeführten Studien zu betrachten.
Die PESETA-Studie von Ciscar (2009) unterscheidet fünf Regionen innerhalb der Europäischen Union, wobei Deutschland der Region nördliches Zentraleuropa zugeordnet ist. Die Bereiche Fluss- und Küstenhochwasser werden separat betrachtet. Bei Flusshochwässern werden für Temperaturanstiege von 2,5, 3,9, 4,1 und 5,4 °C im Zeitraum von 2071 bis 2100 deutlich höhere erwartete jährliche Schäden im Vergleich zum simulierten Basiszeitraum von 1961 bis 1990 ermittelt (Kap. 10). Sie liegen je nach Szenario zwischen 1,5 Mrd. und 5,3 Mrd. EUR und spiegeln direkte Schäden in Abhängigkeit von der Landnutzung und dem Wasserstand bei Hochwasser wider. Um die Schäden für verschiedene Meeresspiegelanstiege im Bereich „Küstenhochwasser“ (Kap. 9) zu untersuchen, werden Szenarien mit und ohne Anpassung generiert. Die Landnutzung an den Küsten wird als konstant angenommen. Als Auswirkungen des Klimawandels werden Landverluste und die Zahl der betroffenen Personen betrachtet. In einem beispielhaften Szenario mit starkem Meeresspiegelanstieg (58,5 cm) ergäbe sich für das nördliche Zentraleuropa ein Verlust von rund 900 Mio. EUR, der den Verlust an produktiver Landfläche widerspiegelt. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der Verlust jedoch sehr klein, denn er liegt bei gut 0,01 %. Er lässt sich zwar durch Anpassung in Form von Küstenschutzinvestitionen noch weiter reduzieren, jedoch aufgrund der indirekten ökonomischen Effekte nicht eliminieren.
Die Folgearbeiten im Projekt PESETA III (Alfieri et al. 2015, 2017, 2018a, b; Ciscar et al. 2019; Vousdoukas et al. 2018) adressieren aufbauend auf den vorhergehenden Arbeiten, welchen Einfluss der Klimawandel und die sozioökonomische Entwicklung auf die Zahl der gefährdeten Personen und die zu erwartenden jährlichen Schäden (expected annual damage, EAD) hat. Es werden dabei sozioökonomische Pfade genutzt, um deren Rolle im Vergleich zum Status quo zu identifizieren und sowohl für Flusshochwasser als auch für Küstenhochwasser werden Resultate für die EU und für die einzelnen Länder generiert. Die Ergebnisse sowohl für die EU als Ganzes als auch für die meisten Nationen deuten darauf hin, dass der Klimawandel für sich genommen die erwarteten Schäden (und betroffenen Personen) im Vergleich zum Referenzzeitraum erhöht und dieser Effekt umso ausgeprägter ist, je stärker die Erwärmung ausfällt. Ferner wird gezeigt, dass Wirtschaftswachstum zwar insgesamt die Risiken und damit die erwarteten Schäden erhöht, jedoch vergrößere eine höhere Wirtschaftskraft auch die Anpassungskapazitäten, was einen abschwächenden Effekt mit sich bringe. Allgemein zeigt sich außerdem, dass die Bandbreite der Resultate gravierend ausfallen kann und mit stärkerem Temperaturanstieg zunimmt.
Für den Fall von Flusshochwasser werden drei Klimaszenarien (+1,5 °C, + 2 °C und +3 °C) in der nahen (2021–2050) sowie der fernen (2071–2100) Zukunft unterstellt und es erfolgt ein Vergleich zum Referenzzeitraum von 1976 bis 2005. Konkret für Deutschland werden die erwarteten jährlichen Schäden aus Flusshochwassern bei statischer Wirtschaft im Mittel mit etwa 1,5 Mrd. EUR (+1,5 und +2 °C) und etwa 1,8 Mrd. EUR (+3 °C) beziffert, verglichen mit einem Wert von etwa 0,7 Mrd. EUR im Referenzzeitraum. Die Bandbreiten der Schätzungen liegen dabei zwischen 0,6 und 2,5 Mrd. EUR (+1,5 °C) und zwischen 1,2 und 3,9 Mrd. EUR (+3 °C).
Im Hinblick auf Küstenhochwasser kommen Szenarien zum Einsatz, die RCP4.5 und RCP8.5 isoliert oder in Kombination mit sozioökonomischen Szenarien (SSP1, 3 und 5) betrachten und mit dem Basisjahr 2000 vergleichen. Exemplarisch werden für Deutschland im Referenzjahr zu erwartende jährliche Schäden von 40 Mio. EUR ermittelt. Im RCP4.5-Szenario bei statischer Wirtschaft steigt der Wert auf 260 (im Jahr 2050) bzw. 960 Mio. EUR (im Jahr 2100), im RCP8.5-Szenario sogar auf 290 (im Jahr 2050) bzw. 2,68 Mrd. EUR. Bei einer Begrenzung der Erwärmung auf 2 °C fallen die Resultate deutlich niedriger aus. Folglich sind auch hier die Konsequenzen des Klimawandels signifikant, erweisen sich aber als kleiner im Vergleich zu denjenigen der Flusshochwässer. Anzumerken ist, dass sich sämtliche genannten Ergebnisse nur auf direkte Schäden beziehen.
Die anschließenden Untersuchungen im Projekt PESETA IV (Dottori et al. 2020; Vousdoukas et al. 2020) entwickeln die verwendeten Methoden vor allem durch eine stärkere regionale Auflösung weiter und modifizieren dabei auch die Forschungsfrage. So werden zwar erneut die expected annual damages (und die betroffenen Personen) in einem Referenzfall berechnet, es wird aber zudem untersucht, inwiefern Anpassungsmaßnahmen diese Schäden reduzieren könnten. Die unterstellten Klimaszenarien sind RCP4.5 und RCP8.5, wodurch die Temperaturanstiege von +1,5 °C, + 2 °C und +3 °C in verschiedenen Jahren realisiert werden, womit zugleich unterschiedliche Anstrengungen im Klimaschutz einhergehen. Erneut werden zusätzlich sozioökonomische Entwicklungspfade berücksichtigt. Für Deutschland ergeben sich für die Wirtschaft im Status quo jährliche erwartete Schäden (EAD) in Höhe von 922 Mio. EUR (Referenz), 1,7 Mrd. EUR (+1,5 °C), 2,4 Mrd. EUR (+2 °C) und 3,7 Mrd. EUR (+3 °C). Die EAD steigen bei künftigen sozioökonomischen Bedingungen im Jahre 2100 auf 2,8 Mrd. EUR (+1,5 °C), fast 4 Mrd. EUR (+2 °C) und fast 6 Mrd. EUR (+3 °C). Folglich fallen die EAD hier durchgängig höher aus als im Vorgängerprojekt. Es wird ferner gezeigt, dass Anpassungsmaßnahmen, wie Deichbau, Schaffung oder Erweiterung von Retentionsflächen, verbesserter Schutz von Gebäuden oder auch Umsiedelungen sinnvoll sind, da der Nutzen im Sinne vermiedener Schäden, zum Teil um ein Vielfaches, höher ausfällt als die Kosten der Maßnahmen.
Ähnlich verhalten sich die Ergebnisse in Bezug auf Küstenhochwasser: Im Referenzfall sind die EAD etwa 100 Mio. EUR, bei moderatem Klimaschutz 800 Mio. (2050) bzw. 2,7 Mrd. EUR (2100) und bei schwachem Klimaschutz 1,1 Mrd. (2050) bzw. 18,1 Mrd. EUR (2100). Anpassungsmaßnahmen im Sinne rechtzeitiger Investitionen in Deicherhöhungen haben stets Nutzen-Kosten-Raten von deutlich über Eins.
Rojas et al. (2013) fokussieren auf den Bereich der Flusshochwasser in Europa. Sie differenzieren ihre Ergebnisse dabei nach Ländern. Genutzt wird ein hydrologisches Modell, das zur Schätzung Schadensfunktionen in Abhängigkeit von der Fluthöhe mit Informationen zur Landnutzung und der Bevölkerungsdichte kombiniert. Betrachtet wird ein Emissionsszenario (SRES A1B), das mit konsistenten Annahmen zum BIP- und Bevölkerungswachstum verbunden wird. Zudem werden Szenarien mit und ohne Anpassung betrachtet. Ermittelt werden nur die direkten Schäden für bestimmte Wiederkehrintervalle. Dabei werden beispielsweise für das Wiederkehrintervall von 100 Jahren im Zeitablauf steigende Schäden erwartet. Sie liegen bei jährlich 540 Mio. EUR (2000er-Jahre), 1,14 Mrd. EUR (2020er-Jahre), 1,38 Mrd. EUR (2050er-Jahre) und 2,92 Mrd. EUR (2080er-Jahre). Auch hier wird Anpassung als lohnende Investition eingeschätzt. Würde in Deutschland eine Anpassung an ein künftiges 100-jähriges Ereignis erfolgen, so würde dies laut Rojas et al. (2013) Kosten von 170 Mio. EUR verursachen und den erwarteten Schaden deutlich reduzieren.
Für den Bereich der Flusshochwasser in Europa liegt mittlerweile eine ganze Reihe weiterer Publikationen vor (Kap. 10). Dies ist der Erwartung geschuldet, dass die Schadenspotenziale von wasserbedingten Ereignissen für Flusshochwasser übereinstimmend als besonders hoch eingeschätzt werden. Koks et al. (2019a) zeigen dies beispielhaft für die EAD von Verkehrsinfrastrukturen infolge verschiedener Schadensereignisse (Oberflächen- und Flusshochwasser, Küstenhochwasser, Erdbeben, tropische Stürme). Neuere Veröffentlichungen, wie zum Beispiel Koks et al. (2019b), erweitern die Betrachtung, indem auch indirekte Effekte der Hochwasserereignisse einbezogen werden. Zunächst werden direkte Schäden anhand der EAD für insgesamt 270 Regionen Europas mithilfe eines hydrologischen Modells geschätzt. Zusätzlich werden Verluste durch vorübergehende Produktionsstopps infolge verlorener Kapazitäten in den drei ökonomischen Sektoren Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe geschätzt, bevor indirekte Effekte mithilfe des MRIA Modells (Multiregional Impact Assessment, Koks und Thissen 2016) ermittelt werden. Hierbei ergeben sich die indirekten Schäden durch die Veränderung der interregionalen Güterströme. Im Ergebnis zeigt sich, dass die indirekten Schäden einen bedeutenden Teil der gesamten Schäden ausmachen können und im Mittel schon im Basisszenario bei etwa 20 % der EAD liegen. Dabei steigen die indirekten Schäden mit einem stärkeren Temperaturanstieg an, und zwar auch relativ zu den direkten Schäden. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass indirekte Effekte in Zukunft immer weniger durch Umleitung der Lieferketten abgeschwächt werden können, wenn die direkten Schäden ansteigen. Dies ist ferner ein Hinweis darauf, dass die Beachtung der indirekten Effekte künftig nicht nur analytisch, sondern auch in der Praxis von größerer Bedeutung sein wird. Die genauen quantitativen Ergebnisse für Deutschland lassen sich der Veröffentlichung allerdings nicht entnehmen.
Zu den wenigen referierten Veröffentlichungen mit Fokus auf Deutschland zählen Hattermann et al. (2014), (2016). Dort werden die klimawandelgetriebenen Schäden durch Flusshochwasser für die Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 betrachtet. Während in Hattermann et al. (2014) nur zwei Klimamodelle unterlegt werden (REMO, CCLM), erfolgt in Hattermann et al. (2016) zwecks Robustheitsanalyse eine Erweiterung um weitere Modelle (ENSEMBLES, CORDEX). Geschätzt werden die Schäden mit dem Modell SWIM (Soil and Water Integrated Model) unter aktuellen Bedingungen, d. h., es kommen keine sozioökonomischen Szenarien zum Einsatz und es wird auch keine Anpassung unterstellt. Die mittleren Schätzungen liegen in Hattermann et al. (2014) bei 468 Mio. EUR pro Jahr (Referenzperiode 1961–2000), 781 Mio. EUR (2011–2040), 908 Mio. EUR (2041–2070) und 942 Mio. EUR (2071–2100). Mithin verdoppelt langfristig alleinig der Klimawandel die zu erwartenden Schäden. Die weiteren Szenarien in Hattermann et al. (2016) liefern mit zunehmenden Zeithorizont sogar noch deutlich höhere Schätzungen mit Werten von bis zu 1,38 Mrd. EUR (2071–2100, ENSEMBLES) und 2,07 Mrd. EUR (2071–2100, CORDEX).
Bubeck et al. (2020) wählen eine andere Perspektive, indem sie Klimawirkungen für Deutschland in ausgewählten Bereichen untersuchen. So werden beispielsweise einerseits Schäden durch Starkregen an Wohngebäuden sowie andererseits durch Sturmfluten an Wohngebäuden, der Schieneninfrastruktur und in Industrie und Gewerbe betrachtet. Damit liegt der Fokus vor allem auf der Ermittlung von direkten Schadenspotenzialen, unter Berücksichtigung des Klimawandels und/oder sozioökonomischer Entwicklungen. Fallstudienartig werden dabei für Starkregenereignisse aktuelle Schadenspotenziale an Wohngebäuden von 13 Mrd. EUR für das Bundesland Nordrhein-Westfalen errechnet, indem auf gängigem Wege Gefahrenkarten mit Landnutzungsinformationen kombiniert werden. Infolge verstärkter Bodennutzung durch sozioökonomischen Wandel würde das Schadenspotenzial ferner um 6 % bis 2030 zunehmen. Anzumerken ist allerdings, dass sich diese Angabe auf das gesamte Bundesland bezieht und Starkregen meist nur als lokales oder regionales Ereignis auftritt. Die Schätzungen der Schadenspotenziale durch Sturmfluten unterliegen laut Bubeck et al. (2020) noch größeren Unsicherheiten. Insgesamt leistet diese Studie einen nützlichen Beitrag, indem sie Schadenspotenziale ebenso aufzeigt wie den Nutzen von Anpassungsmaßnahmen, der mittels Input-output-Analysen errechnet wird. Methodisch verzichtet sie allerdings auf die komplexen Modellierungsansätze der zuvor beschriebenen Untersuchungen, sodass weniger die quantitativen als vielmehr die qualitativen Aussagen praktischen Wert haben.
Es lässt sich festhalten, dass es für den Bereich des Küsten- und Hochwasserschutzes eine Vielzahl an Forschungsprojekten gibt, aus denen ein großer Fundus an begutachteter, aber auch grauer Literatur hervorgegangen ist und weiter hervorgeht. Es liegen Analysen auf allen Skalen vor. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Schadensschätzung als auch der Bewertung von Anpassungs- und Schutzmaßnahmen. Die zweckmäßige Analyseebene hängt dabei von der Fragestellung ab. So gehen makroskalige Untersuchungen zwar auf Kosten der Detailgenauigkeit, jedoch sind sie eher in der Lage, gesamtwirtschaftliche Effekte und Feedbackmechanismen über Marktprozesse abzubilden. Unzureichend berücksichtigt scheinen in den meisten Studien bisher noch Schäden zu sein, die durch indirekte Effekte hervorgerufen werden, sowie immaterielle Schäden. Indirekte Schäden sind im Status quo zwar im Prinzip modellierbar, hängen in Zukunft aber von sozioökonomischen Veränderungen ab. Die Messung immaterieller Schäden unterliegt methodischen Herausforderungen und erfordert in der Bewertung zahlreiche normative Annahmen. Darüber hinaus legen viele der Studien einen Fokus auf technische Anpassungsmaßnahmen und die damit verbundenen Kosten. So werden beispielsweise Alternativen wie Umsiedlung und Evakuierung anstelle von verstärktem Küstenschutz noch selten berücksichtigt und die sogenannten naturbasierten Lösungen finden erst allmählich Eingang in die Betrachtungen.

24.4.2 Gesundheitskosten und Hitzewellen

Der Klimawandel kann eine Reihe von teilweise komplexen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben (Kap. 14). Grundsätzlich ist die Bedeutung von (zunehmenden) Wetterextremen dabei seit längerem bekannt (Mücke und Straff 2019). Aus ökonomischer Perspektive sind dabei zwei Aspekte relevant, und zwar die Kosten infolge vermehrter Sterblichkeit oder Erkrankungen sowie mögliche Konsequenzen für die Arbeitsproduktivität und damit auf die wirtschaftliche Leistung.
Ein besonderes Augenmerk richten verschiedene Studien auf Hitzewellen. Eine weiter zunehmende Zahl an Studien untersucht deren Auswirkungen auf die Arbeitsproduktivität. Experimente und Laboruntersuchungen zeigen, dass ab einer Temperatur von 25 °C die Arbeitsproduktivität mit jedem Grad Temperaturanstieg in etwa um 2 % sinkt (Dell et al. 2014). Graff Zivin und Neidell (2014) finden für die USA, dass sehr heiße Tage insbesondere die Arbeitsproduktivität in der Land- und Fortwirtschaft, im Bau- und Erdbausektor und in der Energieversorgung beeinträchtigen. Für andere Industriezweige bestätigt sich dieser Einfluss nicht. Es zeigt sich vielmehr, dass Anpassungsmaßnahmen wie verbesserte Klimatisierung die Auswirkungen des Klimawandels für Arbeiten in geschlossenen Räumen begrenzen können. Im Gegensatz zu dieser Studie untersuchen Cachon et al. (2012) ausschließlich den Automobilsektor (wieder in den USA) und zeigen, dass es auch in diesem Sektor mit zahlreichen Arbeiten in klimatisierten Hallen zu Einbußen bei der Arbeitsproduktivität kommt: In Wochen mit extrem heißen Tagen (>32 °C) sinkt die Arbeitsproduktivität um etwa 8 %. Inwieweit dieser Effekt durch unzureichende Klimaanlagen, hitzebedingte Effekte außerhalb der Produktionshallen (z. B. verzögerte Anlieferung von Vorprodukten) oder geringere Anwesenheit von Arbeitern erklärt wird, ist unklar. Jones und Olken (2010) betrachten Exportdaten und zeigen, dass in armen Ländern (die überwiegend bereits eher hohe Durchschnittstemperaturen aufweisen) ein Anstieg der Temperatur um 1 °C im Durchschnitt mit einem Rückgang der Exporte um 2,4 % verbunden ist. Dieser Effekt tritt vor allem bei Agrargütern und Rohstoffen sowie für Produkte aus dem verarbeitenden Gewerbe auf.
Die Ergebnisse zur Arbeitsproduktivität, wie sie sich in der Literatur darstellen, lassen sich grundsätzlich auf Deutschland übertragen. Zusammenfassend ergibt sich eine umgekehrte U-Form für den Zusammenhang zwischen Temperatur und Produktivität bzw. Wachstum (beispielsweise Nordhaus 2006; Heal und Park 2013; Burke et al. 2015) und damit auch eine „optimale Temperatur“ für Produktivität und Wachstum. Dahinter steht die Beobachtung, dass die Produktivität zunächst mit steigender Temperatur zunimmt, nach dem Erreichen der optimalen Temperatur aber wieder sinkt. Da die langfristige mittlere Temperatur in Deutschland allerdings noch unter dieser optimalen Temperatur liegt, legen diese Studien den Schluss nahe, dass sich im Zuge des Klimawandels die Arbeitsproduktivität in Deutschland erhöht.
Potenzielle Produktivitätseinbußen an sehr heißen Tagen im Sommer würden durch Produktivitätszuwächse im restlichen Jahr überkompensiert. Ob steigende Temperaturen in Deutschland zu einer höheren physischen Arbeitsproduktivität und zu einer Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität führen, hängt auch davon ab, inwieweit Waren- und damit Vorleistungsströme durch den weltweiten Klimawandel beeinflusst werden. Insgesamt bleibt es fraglich, inwieweit solche globalen empirischen Schätzungen zur Prognose geeignet sind.
Knittel et al. (2020) machen deutlich, dass die hitzebedingten Veränderungen der Arbeitsproduktivität in Deutschland eher über internationale Handelsverflechtungen wirken dürften und damit über die Konsequenzen in anderen Ländern, als dass sie in Deutschland selbst ihren Ursprung haben werden. Veränderungen der Arbeitsproduktivität sind demnach vor allem in Südostasien, China, Indien, Afrika und den ölexportierenden Ländern zu erwarten. Dies trägt maßgeblich zu, wenn auch geringen, Wohlfahrtsverlusten und BIP-Einbußen in Deutschland bei (genauer s. Abschn. 24.3).
Hübler et al. (2008) bestimmen die volkswirtschaftlichen Kosten von zunehmendem Hitzestress, aber auch den gegenläufigen Effekt reduzierter Kältebelastung, anhand der Daten aus dem Hitzejahr 2003. Auf Basis des Emissionsszenarios A1B wurden mittels des regionalen Klimamodells REMO Temperaturverläufe für den Zeitraum von 2071 bis 2100 errechnet. Daraus wurde die Veränderung des Ausmaßes hitzebedingter Gesundheitsfolgen abgeleitet, also wie sich Hitze auf die Sterblichkeit, hitzebedingte Krankheiten und die Leistungsfähigkeit auswirkt. Da die zukünftige weltwirtschaftliche Entwicklung in den letzten Dekaden dieses Jahrhunderts, die Verfügbarkeit von Ressourcen und die Entwicklung des technischen Fortschritts nahezu unbekannt sind, bewerten Hübler et al. (2008) die Gesundheitskosten so, als ob der Klimawandel heute auftreten würde. Sie bestimmen also die Kosten relativ zum heutigen Bruttoinlandsprodukt und zum Stand der wirtschaftlichen Entwicklung. Da die Arbeit die Auswirkungen von Hitzeereignissen anhand der Daten der Hitzewelle 2003 untersucht, wird unterschätzt, wie stark sich Individuen und Gesellschaft an die größere Gefahr von Hitzewellen nach dem Ereignis im Jahr 2003 angepasst haben. Als Messgröße für die Gesundheitskosten wird die Veränderung hitzebedingter Krankenhauskosten herangezogen, da es über die Kosten ambulanter Behandlungen keine Informationen gab. Daraus resultieren schließlich zusätzliche Krankenhauskosten von 430 bis 500 Mio. EUR pro Jahr für den Prognosezeitraum von 2071 bis 2100.
Karlsson und Ziebarth (2018) nutzen für die Schätzung der Kosten eines zusätzlichen heißen Tages in Deutschland Informationen zu den durchschnittlichen täglichen Kosten eines Krankenhausaufenthaltes (von 500 EUR für das Jahr 2012), zur durchschnittlichen täglichen Bruttoentlohnung (von 150 EUR im Jahr 2012) und den Wert eines QALYs (quality-adjustedl life years) mit 100.000 EUR. Dieser Ansatz basiert auf ihrer empirischen Erkenntnis, dass Hitzeereignisse zu mehr Krankenhauseinweisungen und Verstorbenen führen. Die Bandbreite ihrer Ergebnisse liegt zwischen 6 und 43 Mio. EUR und hängt davon ab, ob einzig die Hitze als Auslöser für gesundheitliche Beeinträchtigungen unterstellt wird (oberer Wert des Intervalls) oder ob für weitere Gründe kontrolliert wird, wie beispielsweise Vorerkrankungen oder Begleiterscheinungen von Hitze wie Luftverschmutzungen oder erhöhte Ozonwerte (unterer Wert des Intervalls). Betrachtet man allerdings die Größenordnung selbst des höchsten ermittelten Ergebnisses, so ist dieses – in Relation zu Größen wie dem deutschen Bruttoinlandsprodukt oder Schäden durch andere klimainduzierte Ereignisse – gering.

Naturgefahrenversicherungen in Deutschland

Der Versicherungsmarkt kann eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von finanziellen Schäden durch Extremwetterereignisse in der Wirtschaft und in privaten Haushalten spielen, indem ansonsten existenzbedrohende Schäden auf eine größere Gruppe und auf einen längeren Zeitraum verteilt werden (risk pooling). Versicherungen sind somit eine wichtige Option der Anpassung an die Folgen des Klimawandels für private Unternehmen und Haushalte in Deutschland (Keskitalo et al. 2013; Linnerooth-Bayer und Hochrainer-Stigler 2015; Prettenthaler et al. 2017). Einerseits können Versicherungen neben der Verteilung der Schäden auch dazu beitragen, die Gesamtschäden zu reduzieren, indem risikoangepasstes Verhalten der Versicherungsnehmer, etwa bei der technischen Hochwasservorsorge im Haushalt, mit günstigen Prämien gefördert oder mittels vertraglicher Vereinbarungen gefordert wird (Hudson et al. 2016). Andererseits kann es zu moral hazards kommen, also dass sich Versicherte sorgloser verhalten, z. B. weniger technische Vorsorge betreiben, und somit die Schäden in der Summe steigen. Die bisherigen empirischen Untersuchungen zu diesem Thema zeigen jedoch, dass in Deutschland eher eine positive Korrelation zwischen Versicherungsbereitschaft und technischer Vorsorge vorherrscht, also die Gefahr des moral hazard begrenzt scheint (Andor et al. 2020; Hudson et al. 2017). Wenn Versicherungsprämien das örtliche Risiko widerspiegeln (wie es in Deutschland der Fall ist), dienen sie zugleich als Preissignal für Risiken durch Naturgefahren und können die Ansiedlung von Unternehmen oder Wohngebäuden in Hochrisikogebieten zumindest tendenziell unattraktiver machen (Craig 2019; Fan und Davlasheridze 2016).
Obwohl dem Versicherungsmarkt somit eine zentrale Rolle beim Risikomanagement von klimawandelbedingten Extremwetterereignissen zukommt, ist die Versicherungsdichte von Unwettergefahren in Deutschland im internationalen Vergleich bestenfalls moderat. Während die Abdeckung von Sturmschäden Teil der Standardleistungen der – üblicherweise vorhandenen – Wohngebäudeversicherung ist, sind Schäden durch Hochwasser und Starkregen nur optional als „erweiterte Elementarschäden“ versicherbar, wenn dies explizit gewünscht wird. Nach aktuellen Daten der deutschen Versicherungswirtschaft waren im Jahr 2019 ca. 44 % der Wohngebäude gegen Elementarschäden versichert, d. h., über die Hälfte der Haushalte bleibt im Falle einer Überschwemmung ohne Versicherungsschutz (GDV 2020). Einer der Gründe für die geringe Versicherungsdichte ist anscheinend die – in vielen Fällen falsche – Annahme, dass eine typische Wohngebäudeversicherung automatisch auch Schäden durch Hochwasser und Starkregen abdeckt (Osberghaus et al. 2020).
Die im Verhältnis zu anderen Naturgefahren geringe Versicherungsdichte für Hochwasserschäden kann im Falle eines schadensträchtigen Extremwetterereignisses wie zuletzt beim Juni-Hochwasser 2013 in vielen deutschen Bundesländern dazu führen, dass es starken öffentlichen und medialen Druck auf die Politik gibt, betroffene Haushalte mit staatlichen „Fluthilfen“ zu unterstützen. Tatsächlich erhielten nicht versicherte private Haushalte und Unternehmen im Juni 2013 mehrere Milliarden Euro aus einem steuerfinanzierten Fluthilfefonds des Bundes (Thieken et al. 2016). Dies kann wiederum die Anreize zur eigenen Vorsorge und Versicherung untergraben (Andor et al. 2020; Kousky et al. 2018). Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es in Deutschland aktuell keinerlei Rechtsanspruch auf eine staatliche Zahlung im Schadensfall gibt.
Zur weiteren Einordnung kann sich hier ein Blick ins europäische Ausland und in die USA lohnen: Ein freier Versicherungsmarkt wie in Deutschland, d. h. ohne Versicherungspflicht und ohne staatliche Beteiligung bei den Versicherungsunternehmen, dafür mit eventuellen Fluthilfezahlungen im Schadensfall, ist nur eine von vielen Optionen, wie der Versicherungsmarkt für Naturgefahren gestaltet sein kann (Hudson et al. 2019). In manchen Ländern herrscht eine Versicherungspflicht, oftmals gepaart mit staatlich subventionierten Einheitsprämien – dies betont den solidarischen Charakter der Naturgefahrenversicherung (z. B. in Frankreich oder Spanien). Im Vereinigten Königreich werden die Prämien in Risikogebieten durch eine staatlich finanzierte Rückversicherung (FloodRe) niedrig und bezahlbar gehalten – dies und eine Bündelung mit der Schadensregulierung für andere Naturgefahren führt dort zu einer hohen Versicherungsdichte. In den USA ist die Katastrophenschutzbehörde FEMA mit dem National Flood Insurance Program als staatlicher Versicherer auf dem Markt aktiv. Nicht zuletzt gibt es Systeme mit einem privaten Versicherungsmarkt, der durch steuerfinanzierte Katastrophenfonds mit vorab bekannten Auszahlungsregeln ergänzt wird (z. B. in Österreich). Angesichts der durch den Klimawandel vermutlich ansteigenden Schäden durch Hochwasser und Starkregen muss sich künftig zeigen, ob das deutsche System mit einem freien Versicherungsmarkt und gelegentlichen, aber unsicheren staatlichen Hilfszahlungen Bestand haben wird.

24.5 Betroffenheit von Unternehmen

Aus dem „Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ geht hervor, dass die Auswirkungen des Klimawandels so vielfältig sind, „dass kaum ein Bereich des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Lebens in den nächsten Jahren und Jahrzehnten unberührt bleiben wird“ (Umweltbundesamt 2015). Auch die deutschen Unternehmen sind in unterschiedlicher Art und Intensität von den Klimaveränderungen und Extremwetterereignissen betroffen, wobei sich die Betroffenheit als ein mehrdimensionales Phänomen mit zahlreichen Bestimmungsgrößen wie Art, Zeit, Ort, Intensität, Häufigkeit, Wirkungsrichtung oder Beurteilung/Wahrnehmung der Betroffenheit charakterisieren lässt (Mahammadzadeh et al. 2013).
Mit einer Reihe von regionalen und bundesweiten Befragungen zu den Wirkungen des Klimawandels auf Unternehmen in Deutschland wurde in den vergangenen Jahren eine empirische Grundlage für die weitere wissenschaftliche Arbeit gelegt (Auerswald und Lehmann 2011; Freimann und Mauritz 2010; Fichter und Stecher 2011; Fichter et al. 2013; Karczmarzyk und Pfriem 2011; Mahammadzadeh et al. 2013, 2014; Pechan et al. 2011; Stechemesser und Günther 2011). Hurrelmann et al. (2018) verweisen darauf, dass sich nach der empirischen Grundlagenarbeit der Untersuchungsfokus vermehrt in Richtung einer Unterstützung und Beratung einzelner Unternehmen und Branchen verschoben hat. Demzufolge gibt es keine neueren Untersuchungsergebnisse als die im Folgenden dokumentierten Analysen. Zugleich dürfte dies implizieren, dass sich die unternehmerische Wahrnehmung ihrer Betroffenheit im Durchschnitt wenig geändert hat.
Die Befragungen, die um das Jahr 2010 durchgeführt wurden, zeigen, dass dem Klimaschutz noch weitaus mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht wird als der Anpassung an den Klimawandel. Im Hinblick auf die organisatorische Verankerung kann festgestellt werden, dass in den Unternehmen vorwiegend die Einheiten mit dem Klimawandel betraut sind, die sich generell mit Umweltfragen befassen.
Nach einer repräsentativen Befragung aus dem Jahr 2011 erwarten Unternehmen, in wachsendem Maße von den Folgen des Klimawandels betroffen zu sein. Knapp jedes zweite Unternehmen rechnet damit, um das Jahr 2030 vom Klimawandel negativ betroffen zu sein, sei es im Inland oder im Ausland (Mahammadzadeh et al. 2013). Derzeit sind für Unternehmen die indirekten Folgen von größerem Gewicht als die direkten Folgen, doch werden die direkten Folgen perspektivisch an Bedeutung gewinnen. Auswertungen nach Unternehmens- und Funktionsbereichen ergeben, dass die größten Herausforderungen in den Bereichen Logistik sowie Investition und Finanzierung gesehen werden. Mit Blick auf die Risiken aus den direkten Klimafolgen wird insbesondere die betriebliche Logistikfunktion als kritisch empfunden. Diese Prozesse sind wettersensibel (Kap. 32). Auf solidem Fundament mit Blick auf den Klimawandel stehen die Bereiche Absatz und Vertrieb sowie Personal und Organisation (Mahammadzadeh et al. 2013). Im Branchenvergleich erwarten die Unternehmen der Branchen Maschinenbau und unternehmensnahe Dienstleistungen durch Klimaschutz und Klimaanpassung durchschnittlich mehr Chancen als Risiken und schätzen zudem ihre eigenen Kompetenzen entlang der betrieblichen Wertschöpfungskette eher hoch als gering ein. Auch die Unternehmen der Logistikbranche erhoffen sich durchschnittlich mehr Chancen als Risiken (Mahammadzadeh et al. 2013; Mahammadzadeh 2012).
Die Befragungen geben auch darüber Auskunft, was einer Anpassung an den Klimawandel seitens der Unternehmen entgegensteht. Als wichtigster Aspekt ist zu nennen, dass sich viele Unternehmen nicht oder noch nicht direkt vom Klimawandel betroffen sehen (Freimann und Mauritz 2010; Mahammadzadeh et al. 2013). Eine etwas geringere Rolle spielen indirekte Formen der Betroffenheit. Dabei haben fehlende Marktsignale wie die Nachfrage nach Produkten der Klimaanpassung eine größere Bedeutung als die regulatorische Dimension, bei der es derzeit vor allem Vorschriften zum Klimaschutz und nicht für die – weitgehend als privates Gut betrachtete – Anpassung an den Klimawandel gibt (Mahammadzadeh et al. 2013). Großes Gewicht kommt nach Angabe der Befragten auch den mit der Klimamodellierung verbundenen Unsicherheiten über den Klimawandel und die Klimafolgen zu.
Unternehmen reagieren bereits heute auf Klimaeinflüsse. Unter den Unternehmen, für die Klimaanpassung und Klimawandel von Bedeutung sind, sind Maßnahmen an Gebäuden mit 60 % am weitesten verbreitet. Maßnahmen an Gebäuden wie Isolierungen und Verschattungen dienen Klimaanpassung und Klimaschutz gleichermaßen und führen über Energieeinsparungen vergleichsweise schnell zu ökonomischen Gewinnen (Mahammadzadeh et al. 2013). Von geringerer Bedeutung, aber durchaus noch recht häufig anzutreffen, sind der Abschluss von Versicherungen und Maßnahmen im Logistikbereich. Der Befragung von Fichter und Stecher (2011) zufolge beziehen sich die Versicherungslösungen auf Ereignisse wie Stürme und Hagel, aber auch auf Lieferverzögerungen.
Auch wenn die Herausforderungen des sich wandelnden Klimas bei einigen Unternehmen und Branchen bereits Beachtung finden, spielt die Anpassung an den Klimawandel für die Breite der Unternehmen in Deutschland noch keine große Rolle. Konkrete Klimaschäden in der Vergangenheit sind oft ein wesentlicher Anstoß für eigene Initiativen (Osberghaus 2015). Dass die Herausforderungen des Klimawandels auch für das eigene Unternehmen in Zukunft an Relevanz gewinnen werden, sehen hingegen sehr viele der Befragten (Mahammadzadeh et al. 2013).
Anhand der theoretischen Überlegungen und empirischen Befunde kann resümiert werden, dass zu einer wirksamen Bewältigung des Klimawandels eine integrierte Doppelstrategie von Klimaschutz und Anpassung an die Klimafolgen erforderlich ist, die sowohl Aktionen als auch Reaktionen auf allen globalen, nationalen, regionalen, lokalen und unternehmerischen Ebenen vorsieht (Mahammadzadeh 2015). Klimaschutz und Klimaanpassung hängen ursächlich zusammen (Mahrenholz 2017), und für das Ausmaß des Klimawandels und damit auch für das Ausmaß und die Intensität der Anpassung an die Klimafolgen sind zeitverzögert die Klimaschutzmaßnahmen maßgebend (Hirschfeld und Messner 2017).
Vor diesem Hintergrund lässt sich vermuten, dass mit der zunehmenden direkten Betroffenheit – bedingt durch natürlich-physikalische Klimawandelphänomene und Extremwetterereignisse – und durch die regulatorisch und marktlich bedingte indirekte Betroffenheit auch die Vulnerabilität von Organisationen und Unternehmen wächst. Deshalb täten sie gut daran, ihre Anpassungskapazitäten und -fähigkeiten zu erhöhen, ihre vorhandene und künftige negative Betroffenheit durch eine wirksame Anpassung an die Klimafolgen durch konkrete und unternehmensspezifische Strategien und Maßnahmen zu vermindern und ihre Klimaschutzaktivitäten zu intensivieren (Mahammadzadeh 2018).
Falls diese Anforderungen durch adäquate Strategien, Konzepte und Maßnahmen erfüllt werden, kann auch die Klimaresilienz von Unternehmen erheblich erhöht werden. Dafür ist insbesondere ein „Klimamanagement“ unabdingbar, in dem die Fragen von Klimaschutz und Klimaanpassung systematisch in Managementprozesse zu integrieren sind (Mahammadzadeh und Kammerichs 2018).

24.6 Kurz gesagt

Die Abschätzung der Kosten, die durch den Klimawandel und die damit verbundenen komplexen Zusammenhänge entstehen, hängt vom zukünftigen Verhalten der Menschheit ab. Das wirtschaftliche Ausmaß des Klimawandels ist zum einen durch die zukünftigen Entscheidungen über die Emission von Treibhausgasen und zum anderen durch die Gestaltung von Anpassungsmaßnahmen bestimmt. Eine vollständige Erfassung und Modellierung dieser Veränderungsprozesse in der Natur und im Handeln von Staaten, Unternehmen und privaten Haushalten über die nächsten Jahrhunderte ist nicht möglich und wird auch in Zukunft nicht erreicht werden. Heute gibt es einerseits hoch aggregierte Abschätzungen von Klimaschäden, die auf Plausibilitätsüberlegungen beruhen und illustrativen Charakter haben. Andererseits gibt es detaillierte Untersuchungen über die Auswirkungen des Klimawandels auf bestimmte Sektoren oder Handlungsfelder in bestimmten Regionen, die versuchen, die Kosten des Klimawandels realitätsnäher abzuschätzen. Aber auch sie sind mit der Herausforderung konfrontiert, mit großen Unsicherheiten behaftete zukünftige Entwicklungen von Emissionen, Einkommen und Wirtschaftsleistung in ihre Szenarien integrieren zu müssen. Sie können bisher auch nur unvollständig die vielfältigen Rückkopplungsprozesse des Klimawandels auf einzelne Volkswirtschaften angemessen abbilden.
In den letzten Jahren hat sich eine Reihe von Studien mit dem Themenkomplex beschäftigt. Das Spektrum an verwendeten Modellen, geografischer Auflösung und sektoralem Fokus ist dabei groß. Es bietet sich demnach nicht an, an dieser Stelle einzelne Ergebnisse besonders hervorzuheben, zumal gerade für Deutschland und seine Regionen weiterhin nur wenige Arbeiten vorliegen. Ungeachtet aller Schwierigkeiten, gesamtwirtschaftliche Kosten des Klimawandels bis zum Ende des Jahrhunderts zu quantifizieren, liefern Szenarienanalysen, empirische Untersuchungen und sektorale Betrachtungen Einschätzungen in Bezug auf die möglichen Kosten. Die verschiedenen Studien lassen den Schluss zu, dass negative Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland vor allem durch internationale Rückkopplungseffekte getrieben werden, während ohne diese Effekte die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen nur schwach negativ oder sogar positiv sein könnten. Besondere Schadenspotenziale werden zudem im Bereich der Hochwasser ausgemacht. Die Studien bieten aber nur eine grobe Orientierung, weil viele Effekte und Wirkungskanäle noch nicht ausreichend untersucht sind, auch wenn zunehmend indirekte Effekte modelliert werden. Trotzdem untermauern die Studien durch den Vergleich verschiedener Emissionsszenarien die Bedeutung des Klimaschutzes sowie insgesamt die Bedeutung der Anpassung für die Begrenzung der Kosten des Klimawandels, denn es zeigt sich recht robust, dass heutige Vermeidungsanstrengungen das Ausmaß künftiger Schäden ebenso verringern können wie rechtzeitige Anpassungsmaßnahmen.
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Metadaten
Titel
Kosten des Klimawandels und Auswirkungen auf die Wirtschaft
verfasst von
Sven Schulze
Hubertus Bardt
Hendrik Biebeler
Gernot Klepper
Mahammad Mahammadzadeh
Daniel Osberghaus
Wilfried Rickels
Oliver Schenker
Reimund Schwarze
Copyright-Jahr
2023
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-66696-8_24