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20.03.2020 | Staatsanleihe | Nachricht | Onlineartikel

Wirtschaftsforschung begrüßt EZB-Wertpapierkaufprogramm

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
1:30 Min. Lesedauer

Finanzmarktexperten gehen davon aus, dass die Corona-Krise das globale reale Bruttoinlandsprodukt erheblich belasten wird. Besonders hart trifft es deutsche Unternehmen, sagt eine Umfrage. Mit ihrem jüngsten Vorstoß will die EZB gegensteuern.

Laut des aktuellen ZEW-Finanzmarkttest, für den zwischen dem 9. und 16. März 170 Finanzmarktexperten befragt wurden, steht neben anderen Märkten vor allem die deutsche Wirtschaft vor schweren Zeiten – auch wenn nicht alle Branchen gleich stark betroffen sind. Um den Unternehmen zu helfen, hat der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ein neues umfangreiches Wertpapierkaufprogramm aufgelegt. Damit will die Zentralbank die Eurozone in der Corona-Krise stabilisieren.

Im Rahmen des sogenannten Pandemic Emergency Purchase Programme, kurz PEPP, will das Institut bis Ende 2020 Unternehmens-, Staats- und Bankanleihen in Höhe von insgesamt 750 Milliarden Euro ankaufen. Es umfasst alle Kategorien von Vermögenswerten, die im Rahmen des bereits bestehenden APP-Programms zugelassen sind. Dabei soll der EZB-Kapitalschlüssel nur noch als Orientierungsgröße für die Ankäufe dienen und die Bank behält sich vor, zeitweilig von diesem abzuweichen. Auch die Anforderungen an die Bonität der Emittenten werden aufgeweicht.

PEPP verschafft Politik Zeit zu handeln

Für Friedrich Heinemann, Professor und Leiter des Forschungsbereichs "Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft" am ZEW Mannheim, gewinne die europäischen Politik durch diesen Schritt vor allem Zeit. "In der Corona-Krise droht nun eine umfassende Finanz- und Schuldenkrise", kommentiert der Forscher die Lage. "Durch die Aufgabe des EZB-Kapitalschlüssels als verbindliche Steuerungsgröße ist dieses Programm auch einsetzbar, um gezielt Länder wie Italien oder Spanien liquide zu halten." Die Maßnahme liege im Interesse aller Euro-Staaten und sei ein weitreichender, aber verantwortungsvoller Schritt des europäischen Zentralinstituts.

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