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Stabilität auf schwankendem Boden - Reifer Umgang mit den Unsicherheiten unserer Zeit

  • 2024
  • Buch

Über dieses Buch

Die gegenwärtigen Krisen, Bedrohungen und Unsicherheiten verursachen einen Dauerstress, der die menschliche Lebensqualität, Gesundheit und personale Problemlösungs-Kompetenz immer mehr reduziert. In diesem Buch geht es darum zu diskutieren und aufzuzeigen, welche Sichtweisen/Ansätze hilfreich sein können, um Resilienz zu entwickeln, die erwachsene Problemlösungskompetenz zu erhöhen, (z.B. im Verständnis der Transaktionsanalyse) und gleichzeitig eine hohe Lebensqualität zu gewinnen - und dies auf den Ebenen von Person, Beziehung/Gruppe und Gesellschaft.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Stabilität auf schwankendem Boden – Eine Einführung

    Zur Einführung ein kurzer Exkurs zum Thema „Spaltung“ Ute Hagehülsmann
    Zusammenfassung
    Vielleicht ist es für manche*n Leser*in zunächst befremdlich, wenn wir ein Buch über Stabilität mit einem Exkurs zu dem Thema „Spaltung“ beginnen. Denn dies ist ja ein Begriff, der eher Instabilität assoziieren lässt. Die bewusste Auseinandersetzung mit diesem Phänomen erleichtert jedoch gleichzeitig dessen Überwindung und trägt damit zu Stabilität auf schwankendem Boden bei.
  3. Teil I

    1. Frontmatter

    2. Stabilität auf schwankendem Boden gemeinsam schaffen

      Ilonka Etzold
      Zusammenfassung
      In ihrer Tätigkeit verbindet sie das Wissen aus dem Studium der Betriebswirtschaft, Berufserfahrung in Marketing und Weiterbildung, langjährige politische Arbeit als Ratsfrau in einer Kommune mit der Transaktionsanalyse und ihrer therapeutischen Arbeit. Dabei ist ihr sowohl der Blick auf den Menschen und seinen Kontext wichtig als auch der gesellschaftliche Blickwinkel.
    3. Willkommen in der Herde!

      Wie Pferde durch ihr fluides Beziehungsgeflecht Stabilität gewinnen und was Menschen daraus lernen können Bettina Jellouschek-Otto
      Zusammenfassung
      Während ich dies schreibe, sitze ich auf meinem Lieblingsplatz, einer kleinen Holztreppe, von der aus ich den wichtigsten Bereich des Herdenlebens, die Heu-Raufen, überschauen kann. Es ist kalt. Die Tasse mit heißem Tee, die ich in Händen halte, wärmt kaum. Ich wünsche mir dieses flauschige, gut isolierte Winterfell der Pferde, auf dem noch der Raureif der Morgenstunden liegen geblieben ist. Wie ruhig sich die zehn Pferde um die Raufen versammelt haben und ihr Frühstück einnehmen. Und doch ist in der Ruhe auch Bewegung. Es gibt Pferde, die sich sehr frei und souverän von Raufe zu Raufe bewegen und kosten, wo die besten Kräuter, die energiereichsten Halme zu finden sind. Dies sind die ranghohen Herdenmitglieder. Entschlossen und gelassen zugleich nehmen sie Kurs auf die Raufe, während die Rangniederen ausweichen und sich einen anderen Platz suchen und dabei wieder andere verdrängen. Eine festgelegte Hackordnung? Nein, eine rangniedere Stute nähert sich, bleibt in zwei bis drei Metern Abstand stehen, senkt den Kopf ein wenig und wartet. Kurz darauf verlässt der Herdenchef die Raufe und macht ihr Platz. Ähnlich reagiert die Leitstute auf eine neu in die Herde Gekommene. Sie weicht ihr in großem Bogen aus, tänzelt dabei und spitzt die Ohren – schaut also durchaus freundlich drein und vermeidet offensichtlich den Kampf, den sie an anderer Stelle entschlossen und durchsetzungsfähig zu führen bereit ist. Und dann ist da noch der ranghohe Wallach, der sich dazwischenschiebt, als zwei Stuten Anstalten machen, in Streit zu geraten.
    4. Eine neue Schule muss her!

      Wolfgang Kausler
      Zusammenfassung
      Unser Bildungssystem in Deutschland, oder konkreter unser Schulsystem ist sehr auf kognitive Wissensvermittlung fokussiert. Gleichzeitig attestiert uns die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihren PISA-Studien (Programme for International Student Assessment) die zu deutliche Abhängigkeit von Bildungserfolgen von der Herkunft der Schüler*innen (Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung 2022, S. 18; Reiss et al. 2019, S. 129). Jedoch auch hier ist zu konstatieren: Definiert wird Bildungserfolgt als kognitives Wissen. Aus der durchaus richtigen Erkenntnis, dass mangelnde Kenntnisse in Sprache(n) und MINT-Fächern zu Nachteilen in der zukünftigen Arbeitswelt führen werden, wird immer wieder der Schluss gezogen: MEHR Zeit für ebendiese Fächer. Mehr Zeit für kognitives (Bulimie-)Lernen, für ein Lernen hin auf Test, Überprüfungen und Klausuren. Ist der Test, die Überprüfung, die Klausur geschafft, kann, darf und wird das Gelernte vergessen (werden).
    5. Glück im Quartier

      Franz-Ferdinand Kress
      Zusammenfassung
      Soziale Gemeinschaft ist ein wesentlicher Aspekt eines guten, glücklichen Lebens. Im Hinblick auf die notwendige gesellschaftliche und ökonomische Transformation werden sowohl im aktuellen Bericht an den Club of Rome „Earth for All“ sozialen Bewegungen (Dixson-Declève et al. 2022) als auch im aktuellen Zukunftsreport 2023 des Zukunftsinstituts lokalen Gemeinschaften (Zukunftsinstitut 2022) zukünftig eine wichtige Rolle beigemessen. Die private Initiative „Glück im Quartier Stuttgart-West“ übersetzt diese „Mega-Trends“ in das kleinräumige Umfeld eines Wohnquartiers. Dieser Artikel zeigt auf, wie eine Quartiersinitiative als physischer Ort der Begegnung mit seinen regelmäßigen Aktivitäten und Veranstaltungen für die Menschen in der unmittelbaren Umgebung zu einem lebendigen, sozialaktiven Quartier beiträgt, Mehrwert an Lebensqualität erzeugt, Geborgenheit bietet, Gemeinschaft und Vertrauen schafft. Faktoren, die, in den heutigen instabilen und unsicheren Zeiten, Menschen Orientierung geben, Perspektiven aufzeigen, Zuversicht erzeugen und gemeinsam an einer lebenswerten Zukunft bauen lassen. Kurz gesagt: Soziale Gemeinschaft im unmittelbaren Wohnumfeld trägt zur psychischen Stabilisierung von Menschen bei. Nachfolgend erläutere ich die Ursprünge dieser Initiative, zeige auf, wie soziale Nachbarschaftsgestaltung konkret aussehen kann, welche Effekte sich dabei ergeben und wie diese transaktionsanalytisch einzuordnen sind. Abschließend ordne ich die Initiative in den Kontext aktueller Mega-Trends ein und beleuchte Lessons Learned ebenso wie die noch offenen Gestaltungsräume. Starten wir also mit der Irritation, die zur initialen Idee einer Nachbarschaftsinitiative führte.
    6. Gesichter der Krise: Eine Begegnung

      English Version: Views of Crisis of the World: An Exchange About Diversity in a Common World – Aufgrund seiner internationalen Bedeutung stellen wir diesen Artikel im Englischen Original sowie in der deutschen Übersetzung zur Verfügung. Peter Rudolph
      Zusammenfassung
      The following summary shows a range of views on what different colleagues experience as crisis in their region, country, or culture. I invited colleagues from Australia, Brazil, Japan and India – Elana Leigh, Michelle Colla Thomé, Keiko Hoshino and Chitra Ravi – all experienced practitioners and teachers of TA.
  4. Teil II

    1. Frontmatter

    2. Das Narrativ der „Hilfreichen Hilflosigkeit“: Positive Transaktionsanalyse und der Feel-Think-Act-Zyklus

      Henning Schulze, Klaus Sejkora
      Zusammenfassung
      Belastungen, die uns überfordern, eine Krise nach der anderen: mehr und mehr kommen wir damit nicht zurecht. Unser gewohntes Repertoire an Fühlen, Denken und Handeln lässt uns keine zufriedenstellenden Lösungen mehr dafür finden können. Unsere innere Stabilität, unsere Selbstbestimmtheit, unsere Autonomie gerät ins Wanken. Dadurch erleben wir uns bewusst oder unbewusst mehr und mehr als hilflos. Dieses Empfinden ist für die meisten Menschen schwer erträglich, daher entwickeln wir bestimmte Reaktionen, um damit zurechtzukommen. Diese beruhen oft auf Entscheidungen, mit denen wir in unserer Kindheit das Skript, unseren unbewussten Lebensplan entwickelt haben.
    3. Selbstregulation als Grundlage für Autonomie – Ein traumasensibler Ansatz zum Umgang mit den Herausforderungen unserer Zeit

      Julia Breuer
      Zusammenfassung
      Die ganze Welt scheint aus dem Gleichgewicht geraten. Politisch, ökonomisch, ökologisch – wo immer wir hinschauen, erleben wir einen Eindruck von „mehr Krise war nie“. Es geht längst nicht mehr nur um eine Krise, sondern um mehrere Krisen zur gleichen Zeit: Corona, der Krieg in der Ukraine, die gestiegenen Kosten für Energie und Lebensmittel, die Inflation, Lieferengpässe, der Fachkräftemangel und natürlich der Klimawandel. Die Auflistung ließe sich noch weiter fortsetzen.
    4. Posttraumatisches Wachstum – oder: die Geschichte des vergoldeten Gefäßes

      Transaktionsanalytische Betrachtungen eines posttraumatischen Phänomens Sonja Holzner-Michna
      Zusammenfassung
      „Ein Teil in mir möchte schreien und wüten und kann in seiner Verzweiflung noch immer nicht glauben, was geschehen ist. Ein anderer Teil mahnt mich an, mich zusammenzunehmen, stark zu sein, weil das Leben doch irgendwie weitergehen muss. Ein dritter Teil aber sagt: Es ist das Beste, was mir geschehen konnte! Denn erst jetzt fange ich an, die Chance zu erkennen, was für mich wichtig und wesentlich ist und mein Leben wirklich zu leben!“ (Zitat einer Klientin aus einer Traumatherapie mit persönlicher Genehmigung, A. A.).
    5. Wenn die Welt in Trümmern liegt – Erste Hilfe für die Seele

      Kirsten Jetzkus
      Zusammenfassung
      Ein Samstagmorgen im Mai, die erste Tasse Kaffee, und der Blick nach draußen verspricht einen frühlingshaften Tag. Die Arbeitswoche liegt hinter mir und ich habe an diesem Wochenende Bereitschaft als ehrenamtliche Notfallseelsorgerin. Der Einsatzwagen parkt vor dem Haus, der Melder und das Diensthandy liegen auf dem Tisch, der Einsatzrucksack ist gepackt. Nun gilt es, die Zeit des Wochenendes zu planen.
    6. Ressource oder Realitätsflucht? Gaming unter Kindern und Jugendlichen in Zeiten von Unsicherheit und Krisen

      Jessica Kathmann
      Zusammenfassung
      Digitale Spiele nehmen – nicht nur, aber auch – bei vielen Kindern und Jugendlichen einen bedeutenden Raum in der Freizeitgestaltung ein. 94 % der Jugendlichen sowie 75 % der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren in Deutschland spielen mindestens ab und zu digitale Spiele (Feierabend et al. 2021) – das sind fast alle! Ein Großteil davon spielt regelmäßig, Jungen etwas häufiger als Mädchen. Für etwas, das einen solchen Stellenwert im Alltagsleben junger Menschen einnimmt, wird das Spielen digitaler Spiele in einigen Kontexten noch recht stiefmütterlich behandelt oder auch mit Sorge ob möglicher Gefahren bezüglich Sucht- oder Gewaltthematiken beäugt. Häufig wird dabei verkannt, dass digitale Spiele für viele junge Menschen eine wichtige selbstregulative Funktion erfüllen und in persönlichen und/oder gesellschaftlichen Krisen wichtigen Halt bieten und psychische Grundbedürfnisse erfüllen können.
    7. Wie der achtsame Umgang mit gegenwärtigem Geschehen die psychische Stabilität erhöht

      Martin Mirbizaval
      Zusammenfassung
      Je mehr Schwankungen im Außen, desto mehr braucht es Ausgleich im Inneren. Das wiederum erfordert die Fähigkeit, eigene Potenziale zu erkennen und sie auch zu nutzen, um sich immer wieder angemessen aufs Neue auszurichten. Dabei ist entscheidend, wie ein Geschehen wahrgenommen und dann damit umgegangen wird. Ein Weg zu mehr innerer Ausgeglichenheit und psychischer Stabilität ist das Praktizieren von Achtsamkeit. Es vergrößert die Ermessensfreiheit, fördert die Befriedung menschlicher Grundbedürfnisse und unterstützt selbstregulatorische Prozesse.
    8. Funktionen irrationaler Überzeugungen in instabil erlebter Welt oder Warum es so schwierig ist, mit rationalen Argumenten andere von ihrem Irrtum zu überzeugen

      Birgitt Wiarda
      Zusammenfassung
      Es geht in diesem Artikel um Überzeugungen – wie sie entstehen, welchen Sinn/welche Funktion sie haben – evolutionär, psychologisch, sozial – und welche Auswirkung im Zusammenleben, um ihren Nutzen und ihre Risiken und um die Frage, ob es ein konstruktives Umgehen mit destruktiven Überzeugungen gibt.
  5. Teil III

    1. Frontmatter

    2. Ich-Entwicklung und Umgang mit Unsicherheit – welchen Einfluss hat persönliche Reife?

      Thomas Binder, Luise Lohkamp
      Zusammenfassung
      In diesem Beitrag betrachten wir, wie Menschen mit Unsicherheit umgehen aus der Perspektive der Ich-Entwicklung: einem ganzheitlichen Modell der Persönlichkeitsentwicklung. Uns interessiert, in welcher Weise dieses hilfreich ist, Erklärungen für qualitative Unterschiede im Umgang mit „schwankendem Boden“ zu liefern. Somit fragen wir uns, wie das Entwicklungsniveau der Persönlichkeit Einfluss auf die Art und Weise hat, sich innerlich stabil zu halten und Gelassenheit im Verhalten zu mobilisieren, auch wenn äußere Stressoren und Bedrohungen zunehmen. Zudem möchten wir erste Impulse für die Arbeit mit Personen und Systemen geben.
    3. Führen in unsicheren Zeiten mit Wertschätzung zu mehr Stabilität

      Kyra Dohrin
      Zusammenfassung
      Warum ist ein wertschätzender Umgang in Unternehmen gerade in Krisenzeiten so wichtig? Wie wirkt er sich auf die Mitarbeitermotivation und den Unternehmenserfolg aus? Und wie kann es Führungskräften gelingen, ihren Mitarbeiter*innen auch in schwierigen Zeiten anerkennend und respektvoll zu begegnen? Entlang dieser Fragen erläutere ich Wertschätzung unter dem Scheinwerfer der Transaktionsanalyse und gebe konkrete Hinweise, wie wertschätzende Kommunikation gelingen kann.
    4. Stabiler Boden für Teamzusammenarbeit in Zeiten des ständigen Wandels

      Liliane Grandpierre
      Zusammenfassung
      Ich zeige in diesem Beitrag, welche Aspekte in der heutigen Arbeitssituation die Zusammenarbeit in Teams verändern und mit welchem Konzept der Transaktionsanalyse die Teams ihrer Zusammenarbeit einen stabilen Rahmen geben können.
    5. Resilienzstärkung durch Teams: von Implosionen zu befriedigender Arbeit angesichts widriger Umstände

      Christine Morgenroth
      Zusammenfassung
      Eine Gruppe junger Leute klebt sich auf der Straße fest, sie lassen sich beschimpfen und werden von wütenden Autofahrer*innen bedroht, bis der Klebstoff von Polizist*innen gelöst und sie davongetragen werden. Währenddessen klären sie ernsthaft und unverdrossen über die Folgen der Klimakrise auf und riskieren Gerichtsprozesse und Strafen. Über die Mittel, die sie einsetzen, wird zu Recht gestritten. Gleichwohl ist die Entschiedenheit in ihrem Einsatz beeindruckend. Woher nehmen sie die Kraft und die Ausdauer? Was trägt sie und was hält sie zusammen? Woher nehmen die jungen Leute der „Letzten Generation“ die Kraft zum Widerstand? Ihr Aufbegehren wächst aus einer Verzweiflung, die wir als Ältere zu verantworten haben. Nun stehen die Jungen vor einer Zukunft, der sie mit Grauen entgegensehen, um deren Verbesserung sie gleichwohl energisch ringen. Ihre Aktionen, die sie gemeinsam realisieren, geben ihnen die Kraft, gegen Ignoranz und Passivität anzugehen. Ihre Energie beziehen sie aus guter Erfahrung im Miteinander, sie sind sich einig in der Zielsetzung (Aufschrei, Wachrütteln). Sie gehen in Resonanz miteinander, der Austausch und die gemeinsame Erfahrung wirken verbindend und kräftestärkend. Es ist die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, die sie hält und stabilisiert, sie schöpfen Energie aus der Gemeinsamkeit und dem Widerstand.
  6. Teil IV

    1. Frontmatter

    2. Kontingenz Aushalten

      Heiko Konrad
      Zusammenfassung
      Das Angebot an Krisendeutungen in Deutschland ist überwältigend. Im Kompaktpaket sind Corona, Krieg in der Ukraine, Klimakatastrophe und Inflation die beherrschenden Themen der Medien. Die Wirkung dieser Nachrichten auf die Stimmung: Unsicherheit, Nervosität, Angst, Depression, Aggression … Die Rezepte zur Bewältigung der Misere sind ebenso vielfältig wie widersprüchlich. Lösungen sind nicht in Sicht. Der Fokus liegt eher auf immer weiterer Problemproduktion, sowie moralisch aufgeladener Empörung und Skandalisierung.
    3. Resilienz und Antifragilität – 10 Hypothesen zu neuen Paradigmen für Individuen, Organisationen und Gesellschaft

      Günther Mohr
      Zusammenfassung
      Der Beitrag stellt Hypothesen für die Lebens- und Überlebensfähigkeit von größeren Aggregaten wie Organisationen und Gesellschaften heraus. Er untersucht dazu den Paradigmenwechsel hin zu Resilienz und Antifragilität. Wie kommt es dazu? Welche Folgen hat dies? Welche Konsequenzen hat dies für die transaktionsanalytische Theorie? Das Thema ist sehr in Bewegung. Deshalb fasst der Artikel Kernpunkte in zehn Hypothesen zusammen.
    4. Nachhaltiges Glück: Lebensqualität und Stressbewältigung im Einklang mit ökologisch verantwortlichem Handeln

      Juliane Seeringer, Christian Seeringer
      Zusammenfassung
      Wir leben in einer Zeit, in der sowohl die individuellen psychischen Ressourcen der Menschen als auch die ökologischen Ressourcen der Erde dauerhaft überfordert sind. Klimaforscher*innen sprechen von Kipppunkten, an denen die (insbesondere negativen) Veränderungen von Ökosystemen nicht mehr umkehrbar sind (Rahmstorf 2022). Dabei stehen die individuelle Überforderung und die ökologische Überforderung in einem engen wechselseitigen Zusammenhang:Vor diesem Hintergrund soll im vorliegenden Beitrag der Fokus auf einer integrativen Betrachtung beider Perspektiven liegen, die auch die ökologischen Implikationen individueller Bewältigungsstrategien mit einbezieht.
  7. Teil V

    1. Frontmatter

    2. Stufen des psychischen Stabilisierens

      Rolf Balling
      Zusammenfassung
      Auf mittelalterlichen Häusern findet man den Spruch: „Weiß nicht, wohin ich gehe, weiß nicht woher ich bin, ’s wundert mich, dass ich so fröhlich bin“! Dieser Spruch beschreibt wunderbar eine existenzielle Unsicherheit im menschlichen Leben – und dass wir trotzdem fröhlich sein können. Wir sind Suchende, die gerne mehr sichere Erkenntnis über uns und über die Welt – und damit mehr Stabilität im Leben – hätten. Wobei es zum Mensch-Sein offensichtlich auch gehört, dass wir die verkündeten Gewissheits-Angebote, zweifelnd prüfen.
    3. Die verwaiste Gegenwart: Eine kleine Skizze der großen Weltverbesserungshaltung

      Alexander Poraj
      Zusammenfassung
      Auf der Suche nach Antworten auf die Frage nach unserer Stabilität wird gegenwärtig und mit wachsender Selbstverständlichkeit auf die Sichtweise der sogenannten Spiritualität zurückgegriffen. Damit bekommt Spiritualität einen Status, von dem sie noch vor wenigen Jahrzehnten Lichtjahre entfernt war. War Spiritualität bis vor kurzem eher ein Privatvergnügen einiger weniger Spinner*innen, Exzentriker*innen und Aussteiger*innen, so ist sie, vereint mit dem Begriff der Meditation und Achtsamkeit, zum langersehnten Allheilmittel gegen (fast) alle Zivilisationskrankheiten geworden. Das Angebot an unterschiedlichsten spirituell-meditativen Praktiken ist schier unüberschaubar geworden. Diese Praktiken werden ebenfalls von unterschiedlichen Weltanschauungstheorien begleiten und untermauert, deren Anzahl gleichfalls unüberschaubar gewachsen ist und weiterhin wächst. Was ist hier richtig, korrekt und seriös? Die Frage ist mehr als berechtigt, wogegen die Kriterien für eine befriedigende Antwort erhebliche Schwierigkeiten bereiten.
    4. Aufrechter Gang auf schwankendem Grund

      Grund und Gründe in haltloser Zeit – Gedanken über Stabilitäten im Instabilen Uto Meier, Christoph Seidenfus
      Zusammenfassung
      Ein solches Buch über Stabilität auf schwankendem Boden kann keinen Abschluss erfahren, wenn man sich nicht auch mit den Hintergründen auseinandersetzt, so wie die Philosophie in der Denkgeschichte sie beschreibt und mit welchen historischen wie systematischen Denkfiguren sie diese Thematik reflektiert. Daher zur Abrundung ein Artikel, in dem wir Sie zu einem Ausflug durch verschiedene philosophische Schulen und Denktraditionen einladen, um zu zeigen, was es dort an Hilfreichem zu entdecken gibt.
Titel
Stabilität auf schwankendem Boden - Reifer Umgang mit den Unsicherheiten unserer Zeit
Herausgegeben von
Christoph Seidenfus
Ute Hagehülsmann
Rolf Balling
Copyright-Jahr
2024
Electronic ISBN
978-3-658-43059-7
Print ISBN
978-3-658-43058-0
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-43059-7

Informationen zur Barrierefreiheit für dieses Buch folgen in Kürze. Wir arbeiten daran, sie so schnell wie möglich verfügbar zu machen. Vielen Dank für Ihre Geduld.

    Bildnachweise
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