Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Das Buch gibt einen souveränen Überblick über die Stadtbau- und Planungsgeschichte der europäischen Stadt von der Antike bis in die 1970er Jahre. Die Herausbildung der Stadt wird dabei in den jeweiligen gesellschaftspolitischen, ökonomischen und sozialen Kontext gestellt. Wieso entstanden bestimmte Formen des Stadtgrundrisses mit einer spezifischen Straßen-, Bau- und Parzellenstruktur? Wie verteilten sich die städtischen Funktionen des Wohnens, Arbeitens oder des öffentlichen Lebens? Wieso entstand ein bestimmtes Bild der Stadt? Die städtebauliche Struktur und die sie hervorbringenden Planungsprozesse werden in Verbindung gestellt zur Entwicklung des stadtplanerischen Instrumentariums wie Bebauungsplan, Bauordnung oder Enteignungsrecht. In der zweiten Auflage ist das Kapitel Städtebau und Wohnungsbau von 1960 bis 1980 neu hinzugekommen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Die Stadt ist der Ort der historischen Auseinandersetzung zwischen den „Mächten“ in der Stadt- nämlich denjenigen, die die städtischen Räume hervorbringen und prägen und die um ihren Anteil an den städtischen Nutzungen kämpfen. Die Form und die städtebauliche Ausprägung eines Stadtgrundrisses sind somit immer auch Ausdruck und Folge der Stadtfunktion. So beeinflusste z.B. die Kolonisation der Griechen und Römer die Stadtstruktur der neu geplanten Städte; im Mittelalter prägten die Monopolträger von Handel und Handwerk die Form der Stadt ebenso wie im Barock ihre Funktion als Residenz. Die Funktion einer Stadt wiederum ist Ausdruck und Folge der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen der jeweiligen Epoche.
Hildegard Schröteler-von Brandt

2. Stadt in der griechischen Antike

Zusammenfassung
Die Stadt in Griechenland zur Zeit der klassischen Antike kann zu Recht als die Wiege der europäischen Stadt bezeichnet werden. Ohne die hier im Jahrtausend vor Christi Geburt entstandenen Städte, ohne die ihnen innewohnenden Überlegungen zur räumlichen Struktur und Organisation des Gemeinwesens „Stadt“ wäre die europäische Stadt nicht denkbar. Hier liegen die Wurzeln, die bis heute das Alleinstellungsmerkmal der europäischen Städte begründen.
Hildegard Schröteler-von Brandt

3. Stadt in der römischen Antike

Zusammenfassung
Seit der Stadtwerdung durch etruskische Könige im 8. Jh. v. chr. dehnte sich das seit ca. 470 v. chr. von den Etruskern losgelöste Rom aus; um 300 v. chr. beherrschte Rom bereits weitgehend das Gebiet der italischen Halbinsel. In den drei Punischen Kriegen im 3. und 2. Jh. v. chr. gewannen die Römer die Kontrolle über Spanien und Nordafrika und im 1. Jh. v. chr. über die gesamte hellenistische Welt. Um 30 v. ehr. wurde die Phase der Republik abgelöst durch das Kaiserreich als eigentliche Hauptphase des Römischen Reichs, das bis 426 n. chr. bestand.
Hildegard Schröteler-von Brandt

4. Stadt im Mittelalter

Zusammenfassung
Die besondere, ja einmalige Stellung der mittelalterlichen Städte in Europa liegt in ihrer politischen, ökonomischen, sozialen und rechtlichen Sonderrolle begründet. In vielen europäischen Städten hat diese Phase deutliche bauliche und städtebauliche Spuren hinterlassen und prägt bis heute ihren unverwechselbaren Charakter.
Hildegard Schröteler-von Brandt

5. Planstädte der frühen Neuzeit

Zusammenfassung
Im 16. und 17. Jh. wurden in Europa kaum neue Städte gegründet; das Wachstum erfolgte im Wesentlichen durch den Ausbau der bestehenden Städte, der mit einer weiteren funktionalen Differenzierung verbunden war.
Hildegard Schröteler-von Brandt

6. Städtebauliche Planung seit 1800: Planungsbedingungen und -grenzen

Zusammenfassung
Mit der Französischen Revolution (1789) begann in der Neuzeit die „Moderne“. Die gesellschaftlichen Veränderungen hatten bereits Mitte bis Ende des 18. Jh.s zu einem Entwicklungsstand geführt, der die Befreiung von den alten Ketten der feudalen und absoluten Vorherrschaft heraufbeschwor.
Hildegard Schröteler-von Brandt

7. Städtebau im frühen 19. Jahrhundert

Zusammenfassung
Im 19. Jh. war der Städtebau zum Geschäft geworden und ein Werk von vielen, nicht selten sich widersprechenden Einzelinteressen. Es entstand dasjenige Spannungsfeld, in dem sich der Städtebau bis heute noch befindet: die Verfügbarkeit über den Boden.
Hildegard Schröteler-von Brandt

8. Stadtplanerische Reaktionen auf das Stadtwachstum: Stadterweiterung in Berlin und Barcelona

Zusammenfassung
In der Übergangsphase vom 18. zum 19. Jh. zeigten sich die neuen Grenzen der städtebaulichen Planung: Diese waren bedingt durch die Baufreiheit, die Privatisierung des Bodens, den freien Bodenhandel und das Zerfallen der städtebaulichen Planung in öffentliche Planung und private Umsetzung.
Hildegard Schröteler-von Brandt

9. Neuer Umgang mit der Altstadt: Stadtumbau in Paris und Wien

Zusammenfassung
Das durch die Industrialisierung ausgelöste Stadtwachstum bzw. der Bedeutungszuwachs der Städte als Handels- und Dienstleistungszentren führte zu einer großen Nachfrage nach Stadterweiterungsflächen: Der Eisenbahnbau beanspruchte Platz, die massenhaft in die Stadt strömende Bevölkerung benötigte Wohnraum und die Industrie neue Betriebsflächen. Der planerische Umgang mit der Stadterweiterung wurde an den Beispielen von Berlin und Barcelona aufgezeigt. Beide große Stadterweiterungspläne ließen die Altstädte bei ihren Planungseingriffen weitgehend außen vor.
Hildegard Schröteler-von Brandt

10. Städtebaureformen im 19. Jahrhundert

Zusammenfassung
Der dynamische Verlauf der Industrialisierung und das rasante Wirtschaftswachstum führte ab den 1850er Jahren zur Konzentration von Menschen und Produktionsanlagen. Die Landflucht „versorgte“ die Industrieund Großstädte, in denen sich die lebenssituation zunehmend verschlechterte, mit Arbeitskräften. In nur wenigen Jahrzehnten fand ein großer sozialer und kultureller Umformungsprozess statt, der zur Konsequenz hatte, dass die lebenswirklichkeit der vom Land in die Städte strömenden Menschen sich völlig veränderte.
Hildegard Schröteler-von Brandt

11. Dezentralisierung

Zusammenfassung
Die Probleme des nahezu ungebremsten Stadtwachstums mit entsprechender Verdichtung konnten durch die bereits genannten städtebaulichen Reformen und den veränderten Wohnungstypus allein nicht behoben werden. Erst durch die Möglichkeiten der räumlichen Entflechtung der Großstädte, durch die Dezentralisierung, ließ sich ein Teil der Probleme lösen.
Hildegard Schröteler-von Brandt

12. Citybildung und Stadtumbau in zentralen Lagen

Zusammenfassung
Mit der Ausdehnung der modemen Großstadt ab der zweiten Hälfte des 19. Jh.s lässt sich ein weiteres neues Phänomen der Stadtentwicklung feststellen: die Citybildung.
Hildegard Schröteler-von Brandt

13. Kontinuität und Brüche: Grundlagen der Stadtentwicklung zwischen 1918 und 1970

Zusammenfassung
Mit der Darstellung von Dezentralisierung und Citybildung als bedeutende neue städtebauliche Phänomene um die Jahrhundertwende haben wir den Schritt ins 20. Jh. vollzogen.
Hildegard Schröteler-von Brandt

14. Städtebau und Wohnungsbau in der Weimarer Republik

Zusammenfassung
Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Niedergang des Deutschen Kaiserreichs begann mit der Abschaffung des Dreiklassenwahlrechtes im Jahr 1918 eine große Umbruchphase: Damit war der Abbau der Standesunterschiede und der politischen Ungleich behandlung in Gang gesetzt. In den Städten war nun auch die Ära der „Hausbesitzerparlamente“ zu Ende.
Hildegard Schröteler-von Brandt

15. Städtebau und Wohnungsbau im Nationalsozialismus

Zusammenfassung
Die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Jahr 1933 stellte eine tiefgreifende Zäsur dar: An die Stelle der Weimarer Verfassung und der parlamentarischen Demokratie trat faktisch das Parteiprogramm der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und damit eine totalitäre Diktatur.
Hildegard Schröteler-von Brandt

16. Städtebau und Wohnungsbau der Nachkriegszeit (1945–1960)

Zusammenfassung
Der Nationalsozialismus hinterließ 1945 ein zerstörtes land und eine zerrüttete Gesellschaft. Die unmittelbare Nachkriegszeit stand ganz unter dem Zeichen der Überlebenssicherung und der Reorganisation der gesellschaftlichen Strukturen. Der Mangel an lebensmitteln, Kleidung und insbesondere an Wohnraum beherrschte den Alltag. Die Grundversorgung der Bevölkerung wurde in den vier Zonen der Alliierten nur mühsam durch ein streng regulierendes lebensmittelkarten- und Bezugsscheinsystem aufrecht erhalten.
Hildegard Schröteler-von Brandt

17. Städtebau und Wohnungsbau von 1960 bis 1980

Zusammenfassung
Die Phase zwischen 1960 und 1980 war in beiden Teilen Deutschlands von wirtschaftlichem Wachstum und der Überwindung der Nachkriegssituation geprägt. In dem folgenden Kapitel werden Stadterweiterung- und Stadtumbauplanungen in der Bundesrepublik Deutschland und in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik behandelt. Beim Stadtumbau wird ein besonderer Blick auf die Entwicklung der Stadtzentren und auf den Umgang mit den Wohnungsbaubeständen gerichtet. Hinsichtlich der Stadterweiterung werden insbesondere die groBen Siedlungseinheiten an der Peripherie der Städte betrachtet. Ein kurzer Ausblick in die heutige Zeit schließt sich den einzelnen Themenbereichen an.
Hildegard Schröteler-von Brandt

18. Ausblick

Zusammenfassung
In den 1990er Jahren erfolgte ein kurzzeitiges ökonomisches Wachstum mit einer großen Binnenwanderung von Ost- nach Westdeutsch land und erhöhte dort den Bedarf nach neuen Wohn- und Gewerbeflächen. Die Devise lautete wieder „Stadtteile statt Siedlungen“ zu bauen, die zudem die neuen ökologischen Planungsanforderungen erfüllen sollten und dem Leitbild der nachhaltigen Stadtentwicklung gerecht wurden. Hier entstanden beachtenswerte Beispiele wie in Freiburg (Rieselfeld), in Tübingen (Französisches Viertel) oder Hamburg (AllermöheWest), während sich in Ostdeutschland die Städte bedrohlich entleerten.
Hildegard Schröteler-von Brandt

Backmatter

Weitere Informationen