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Über dieses Buch

Die vorliegende Publikation Stadtplanung in der Wissensgesellschaft basiert auf Ergebnissen der Lehr- und Forschungstätigkeit an den Universitäten Kaiserslautern und Bonn vor dem Hintergrund der sich konkretisierenden Konturen der Wissens­ und Informationsgesellschaft. Konzeption und inhaltliche Ausrichtung des Buches wurden nachhaltig beeinflußt durch Arbeiten und Forschungen auf Gebieten wie digitale Flächennutzungs- und Bebauungsplanung, Steuerung und Assistierung von Planungsprozessen durch digitale Netztechnologien, Auswirkungen der Wissens­ geseIlschaft auf die Raum- und Stadtplanung, experimentelles Planen und Entwer­ fen in Stadtplanung und Architektur, aber auch durch die Frage nach Machtaus­ übung im Zusammenhang mit digitalen Wissensspeichern. Ebenso flossen in diese Publikation die im Laufe der Zeit gewonnenen Erkenntnisse ein, wie Lehrinhalte der Stadtplanung im Zeitalter der Wissensgesellschaft zeitgemäß vermittelt werden können. Entstanden ist daraus die vorliegende Publikation unter Verwendung von sich gegenseitig ergänzenden Medien. Der Leser findet einen Textband vor, der im tradi­ tionellen Stil eines sequentiellen Aufbaus konzipiert ist; komplementär dazu wird in Form einer DVD ein digitaler Datenträger zur Verfügung gestellt, auf dem weiterfüh­ rende Informationen zu den einzelnen im Buch angesprochenen Bereichen zu fin­ den sind. Verlinkungen und Screenshots einschlägiger Internetseiten sowie Downloads von im Internet zur Verfügung stehenden Dokumenten sollen dem Leser als Angebot und Anreiz dienen, interessante Aspekte der Stadtplanung auf digita­ lem Wege zu vertiefen. Mit grundlegenden Erläuterungen liefert das Buch hierzu den entsprechenden Rahmen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Ganz allgemein können wir Stadtplanung als eine Handlungsdomäne bezeichnen, in der Aktivitäten von Menschen das Ziel haben, alle Arten von Geschehnissen in einer Stadt zu beeinflussen.
Bernd Streich

1. Begriffe und Systematik der Stadtplanung

Übersicht
Dieses Einführungskapitel liefert einen Überblick über die wichtigsten Begriffe der Stadtplanung, des Städtebaus und der räumlichen Planung. Darin eingeschlossen sind die verschiedenen Arten von Planung. Da Stadtplanung eine von Menschen unterschiedlicher Couleur ausgeübte Tätigkeit ist, die in bestimmte Zeitepochen mit verschiedenen gesellschaftlichen Voraussetzungen eingebettet ist, richtet sich der Blick erst einmal auf die Person des Planers bzw. der Planerin, um den Versuch einer Typisierung vorzunehmen und anschließend auch die in der Stadtplanung handelnden Akteure sowie die davon betroffenen Menschen und Personengruppen zu charakterisieren.
Die begrifflichen Grundlagen und die wesentlichen systematischen Zusammenhänge der Stadtplanung werden in sechs Teilen erläutert:
  • Planungsbegriffe im Kontext der Wissensgesellschaft
  • Planungsarten und Funktionen der Planung
  • Stadtplanung I Städtebau und räumliche Planung im engeren Sinne
  • Genealogie des planerischen Selbstverständnisses
  • Planertypen und Planungstheoretiker
  • Planungsakteure und Planungsbetroffene
  • Planungsskepsis und Planungskritik
Bernd Streich

2. Städtebauliche Planungstheorie

Übersicht
In diesem Kapitel werden die wichtigsten Teilbereiche einer städtebaulichen Planungstheorie dargestellt. Zwar mag es dem eher praktisch orientierten Stadtplaner vielleicht als Zumutung erscheinen, wenn er sich neben dem täglichen Geschäft von städtebaulicher Problemerfassung, Konzeptentwicklung und Planumsetzung auch noch mit theoretischen Grundlagen der Stadtplanung beschäftigen soll. Doch schon ein erster Blick auf die vielen sich durchdringenden Prozesse, die durch das Planungsrecht, die Arbeitsorganisation in Planungsinstitutionen oder die wechselseitige Verzahnung von Politik, Verwaltung und bürgerschaftlichen Interessen vorgegeben sind, dürfte auch den bodenständigsten Praktiker davon überzeugen, daß ein Mindestmaß an planungstheoretischen Kenntnissen unerläßlich ist.
Durch das Aufkommen der Wissensgesellschaft erhält die Planungstheorie noch eine besondere Akzentuierung. Wissen ist in geradezu prägender Weise von Theoriewissen durchdrungen. So wäre die Implementierung von Prozessen der Planung in Computersysteme beispielsweise ohne vorhergehende theoretische Durchdringung überhaupt nicht denkbar. Auf der anderen Seite sind, was die Wissensgesellschaft mit ihrem umfassenden Einsatz von Informationssystemen anbetrifft, auch theoretische Überlegungen darüber notwendig, welchen Stellenwert man der Verbreitung des (Planungs) Wissens einzuräumen bereit ist, zum Beispiel bei Bürgerbeteiligungsverfahren. Damit stecken wir nicht nur tief in der Diskussion über das Verhältnis von Fachwissen und Politik [Habermas 1968: 127], sondern sind jetzt gefordert, eine der Wissensgesellschaft adäquate Planungsethik nicht nur theoretisch zu begründen, sondern auch in die Planungspraxis umzusetzen.
Die städtebauliche Planungstheorie umfaßt also ein weites Spektrum an Einzelthemen. Viele der planungstheoretischen Ansätze sind derart stark mit anderen Themenbereichen dieses Buches verwoben — man denke nur an das große Feld der Planungsmethoden —, daß eine vollständige Darstellung aller Aspekte auch in einem Schwerpunktkapitel, wie dem vorliegenden, nicht möglich ist. So erfolgt nur ein allgemeiner Überblick mit einer Fokussierung auf die folgenden Teilaspekte:
  • Aufgaben und Zweck von Planungstheorien
  • Planungstheoretische Ansätze
  • Wohlstrukturierte und schlechtstrukturierte Planungsprobleme
  • lnformationstheoretische und semiotische Grundlagen der Planung
  • Prozesse der Stadtplanung
  • Modelle wissenschaftlicher Politikberatung in der Stadtplanung
  • Komplexitätshandhabung in der Stadtplanung
  • Theoretische Grundlagen in der Stadtforschung
  • Städtebauliche Leitbildtheorie
  • Planungsethik
Bernd Streich

3. Institutionelle Grundlagen der Stadtplanung

Übersicht
Die institutionellen Grundlagen der Stadtplanung umfassen im wesentlichen alle organisatorischen und rechtlichen Aspekte der Stadtplanung. Der begriffliche Rahmen orientiert sich an der in Kapitel 1 behandelten institutionellen Infrastruktur, die aus den Normen, Organisationen und Verfahrensweisen einer Gesellschaft bzw. Volkswirtschaft besteht. Es geht also um die Frage, wie Stadtplanung organisiert ist und welche rechtlichen Grundlagen dem Handeln auf den verschiedenen Maßstabsebenen der Planung zu Grunde liegen. Da diese Organisationsstrukturen in den letzten Jahren durch den Einsatz der Informationstechniken einer starken Veränderungsdynamik unterworfen waren, ist auch dieser Aspekt zu berücksichtigen. Ein zentraler Bereich der Planung in Deutschland in institutionalisierter Hinsicht ist, nach dem Baugesetzbuch, die Bauleitplanung. Wegen der besonderen Bedeutung für die Stadtplanung wird dieser Komplex später in einem eigenen Kapitel vertieft, das sich an die Darstellungen über städtebauliche Struktur- und städtebauliche Gestaltungsplanung anschließt. Beide finden im Rahmen der Bauleitplanung ihren Niederschlag: im Flächennutzungsplan, dem rechtlichen Instrument für die gesamtgemeindliche Strukturplanung, sowie im Bebauungsplan, dem rechtlichen Instrument zur Umsetzung von städtebaulicher Gestaltungsplanung und baulicher Nutzungszuweisung, mit den ergänzenden Gestaltungs- und Bauvorschriften. Die institutionellen Grundlagen der Stadtplanung werden in diesem Kapitel unter den folgenden acht Einzelgesichtspunkten dargelegt:
  • Domänen der Stadtplanung
  • Ebenen der öffentlichen und hoheitlichen Planung
  • Administrative und wissenschaftliche Institutionen
  • Rechtliche Grundlagen der Stadtplanung
  • Organisationsstrukturen der Stadtplanung
  • Verknüpfung der Stadtplanung mit anderen Bereichen der räumlichen Planung
  • Private Planungsträger
  • Formelle und informelle Planung
  • Partizipation
Bernd Streich

4. Methoden der Stadtplanung

Übersicht
Das Methodenrepertoire in der Stadtplanung, im Städtebau und in der räumlichen Planung insgesamt ist außerordentlich breit, facettenreich und heterogen. Der Grund dafür liegt im Querschnittscharakter dieser Disziplin. Diese schiere Grenzenlosigkeit des Methodenrepertoires zwingt deshalb zu einer Auswahl und Beschränkung. Schon die in Kapitel 1 gegebene Definition von Planung als eine mit „allem verfügbaren einschlägigen Wissen” operierende Disziplin, die dieses Wissen unter räumlich, zeitlich und sachlich sich ständig verändernden Umständen handzuhaben hat, deutet auf einen nicht begrenzbaren Methodenpluralismus hin.
Zudem ist das städtebauliche Methodenrepertoire nicht zu trennen von konkret anfallenden Aufgaben, deren Bearbeitung jeweils nach anderen, spezifischen Methoden verlangt. Die Darstellungen dieses Kapitels beschränken sich daher zunächst nur auf allgemeine methodische Grundlagen sowie auf einen eher ‘global’ angelegten Überblick, ergänzt jedoch mit deutlichen Bezügen zu den Möglichkeiten des Computereinsatzes.
Weitergehende und differenzierte Erläuterungen zu weiteren methodischen Ansätzen finden sich in den nachfolgenden Kapiteln, etwa was die Methoden der städtebaulichen Strukturplanung oder die der städtebaulichen Gestaltungsplanung anbetrifft.
In diesem Kapitel werden die Methoden der Stadtplanung in sechs Abschnitten erläutert:
  • Begriff und Charakteristik stadtplanerischer Methoden
  • Qualitative Methoden
  • Quantitative Methoden
  • Planungsmethoden im Prozeß des Planungsablaufs
  • Computereinsatz in der Anwendung von Planungsmethoden
  • Exkurs in die Methoden der Statistik und Parameterschätzung
Bernd Streich

5. Städtebauliche Strukturplanung

Übersicht
In diesem Kapitel wird mit der städtebaulichen Strukturplanung eines der zentralen Themen der Stadtplanung und des Städtebaus aufgegriffen. Im wesentlichen geht es um die Aufgabe, Städten und Orten ein sinnvoll geordnetes Gefüge zu verleihen. Dabei steht nun die Frage im Vordergrund, aus welchen Einzelelementen ein solches Strukturgefüge besteht, welche Größenausdehnung diese Elemente haben sollen und wie diese im Falle des Entwurfs von städtebaulichen Strukturkonzepten miteinander verknüpft werden können.
Sollen Siedlungsstrukturen neu geplant oder fortentwickelt werden, ist eine Vielzahl von Informationen erforderlich, die dazu dient, eine ausreichende Dimensionierung der städtebaulichen Strukturelemente vornehmen zu können. Geographische Informationssysteme (GIS) spielen dabei eine zentrale Rolle; sie sind das geeignete methodische Hilfsmittel bei der städtebaulichen Strukturplanung auf der Basis digitaler Technologien.
Die städtebauliche Strukturplanung wird unter folgenden Einzelgesichtspunkten behandelt:
  • Begriffe und Grundlagen der städtebaulichen Strukturplanung
  • Stadtstrukturtypologien
  • Einzelelemente der Stadtstruktur
  • Informationsgrundlagen für die Stadtstrukurplanung
  • Stadtstrukturelle Konzepte
  • Stadtstrukturelles Entwerfen
Bernd Streich

6. Städtebauliche Gestaltungsplanung

Übersicht
Gegenstand der städtebaulichen Gestaltungsplanung ist das baulich-räumliche Gefüge und die gestalterisch-ästhetische Ausprägung von Städten. Es geht dabei um die dreidimensionalen, räumlichen Formen von städtebaulichen Situationen mit den Wirkungen, die diese Gestaltungsmuster auf Wahrnehmungsorgane und subjektive Empfindungen des Menschen ausüben.
Da städtebauliche Raumwirkungen vorwiegend durch Hochbaumaßnahmen erzielt werden, steht die städtebauliche Gestaltungsplanung in engem Zusammenhang mit der Architektur von Gebäuden und deren Entwurf. Die städtebauliche Gestaltungsplanung geht aber über architektonische Einzelobjekte hinaus, indem sie sich mit der gesamträumlichen Ensemblewirkung unter Einbeziehung von landschaftsgestalterischen und landschaftsästhetischen Aspekten befaßt. Mit Hilfe von Computersystemen lassen sich die räumlichen und ästhetischen Wirkungen einer städtebaulichen Gestaltungsplanung sowie im Bereich des architektonischen Ent-werfens — etwa durch photorealistische Darstellungen — anschaulich simulieren. Computergestützte Methoden nehmen in der Praxis städtebaulicher Gestaltungsplanung breiten Raum ein; sie werden deshalb auch hier in angemessener Weise thematisiert.
Insgesamt wird städtebauliche Gestaltungsplanung unter den folgenden sieben Einzelaspekten erörtert:
  • Wahrnehmung von Raum und Gestalt
  • Methoden der Gestalterfassung und Gestaltbewertung
  • Städtebauliche Gestaltungselemente
  • Methoden der städtebaulichen Gestaltungsplanung
  • Computergestützte Entwurfsmethoden und Darstellungsverfahren
  • Konzepte, Leitbilder und Instrumente städtebaulicher Gestaltung
  • Stadtgestalterisches Entwerfen und städtebaulicher Entwurf
Bernd Streich

7. Bauleitplanung

Übersicht
Im vorliegenden Kapitel findet eine vertiefende Darstellung der bereits in Kapitel 3 kurz angesprochenen Bauleitplanung statt. Damit wird das wichtigste instrumentelle Repertoire thematisiert, das der Stadtplanung aus den institutionellen Vorgaben des deutschen Planungsrechts zur Verfügung steht. Angesichts der Tatsache, daß es gerade für diesen zentralen Bereich der städtebaulichen Planung eine schier unüberschaubare Menge an Publikationen gibt, mag die Frage berechtigt sein, in welcher Weise dem noch etwas hinzuzufügen wäre. Im Gegensatz aber zu den größtenteils aus dem Umfeld des Rechtswesens und der praktischen Anwendung des Planungsrechts kommenden Darlegungen wird in den nachfolgenden Erläuterungen der Einsatz von digitalen Informationsverarbeitungssystemen stärker akzentuiert. Dazu bedarf es zunächst einer kurzen Darstellung der Systematik der Bauleitplanung, an die sich dann die Frage anknüpfen kann, welche Möglichkeiten der Computereinsatz in der Bauleitplanung eröffnet. Anschließend werden, stets in Bezug gesetzt mit dem Computereinsatz, alle wichtigen Aspekte der Bauleitplanung behandelt.
Daraus ergibt sich eine Darstellung der Bauleitplanung unter folgenden acht Einzelaspekten:
  • Systematik der Bauleitplanung
  • Computereinsatz in der Bauleitplanung
  • Flächennutzungsplan
  • Bebauungsplan
  • Aufstellungsverfahren
  • Akteure der Bauleitplanung
  • Abwägung
  • Sicherung und Realisierung der Bauleitplanung
Bernd Streich

8. Stadterneuerung

Übersicht
Stadterneuerung ist eine der ganz wichtigen Planungsaufgaben der Zukunft. Aufgrund der Tatsache, daß in Nord- und Mitteleuropa die Städte des Jahres 2030 schon heute zu 85% gebaut sind [Sieverts 1998: 457], werden sich die Hauptanwendungsfelder und das wissenschaftliche Interesse der Stadtplanung verlagern. Die Neuplanung von Städten oder klassische Stadterweiterungsplanungen, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten im großen Stil praktiziert wurden, dürften immer mehr an Seltenheitswert gewinnen. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, der ökologischen Probleme in ausufernden urbanen Agglomerationen sowie der wachsenden Wertschätzung des baulich-kulturellen Erbes gilt das Interesse zunehmend der Aufgabe, Städte und Dörfer mit ihren Bauten und städtebaulichen Gestaltungsmustern nachhaltig zu bewahren, sie zugleich aber auch für die gegenwärtigen und zukünftigen Erfordernisse eines funktionierenden städtebaulichen Gefüges zu rüsten. Das zentrale Thema der praktischen Stadtplanung wird zweifelsohne die Stadterneuerung sein.
In diesem Kapitel wird ein Überblick über die wichtigsten Themenfelder der Stadterneuerung gegeben. Angesprochen werden rechtliche und instrumenteile Grundlagen der Stadterneuerung ebenso wie Grundsätze für eine erhaltende Erneuerung von Städten einschließlich des notwendigen Bezugs zu Denkmalschutz und Denkmalpflege. Die Methoden der Stadterneuerung werden in diesem Kapitel anhand der städtebaulichen Rahmenplanung und computergestützter Experimen-talstudien exemplarisch angesprochen, wobei in vielerlei Variation eine Anknüpfung an das bereits in den Kapiteln ‘Städtebauliche Struktur-’ und ‘Städtebauliche Gestaltungsplanung’ dargelegte Methodenrepertoire stattfinden wird.
Der Themenkomplex Stadterneuerung wird in folgenden Einzelaspekten erörtert:
  • Anlässe und Aufgaben der Stadterneuerung
  • Stadtsanierung nach dem Planungsrecht
  • Stadterneuerung und Denkmalpflege
  • Städtebauliche Rahmenplanung und Experimentalstudien zum Stadterneuerungsentwurf
  • Einzelthemen der Stadterneuerung
  • Exkurs: Dorferneuerung
  • Entwicklungstendenzen in der Stadterneuerung
Bernd Streich

9. Stadtentwicklung

Übersicht
Die Stadtentwicklung stellt eine weitere wichtige, herausragende Teildomäne der Stadtplanung dar. Es geht dabei um das System Stadt in seiner Gesamtkomplexität und Dynamik, wobei sich das Erkenntnisinteresse aus der Fragestellung ergibt, auf welche Weise sich die fortschreitende, prozessuale Entfaltung von bestimmten strukturellen, räumlichen, ökonomischen oder gesellschaftlich-sozialen Gegebenheiten in urbanen Systemen niederschlägt.
Das Kapitel beginnt mit einer kurzen Analyse des Begriffs ‘Stadtentwicklung’, welcher dann in seiner konkreten Anwendung und inhaltlichen Ausgestaltung in der Stadtplanung ausgebreitet wird. Ausgehend von einer historisch-genealogischen Betrachtung lassen sich die Determinanten der Stadtentwicklung herleiten. Als weiterer Schwerpunkt dieses Kapitels wird dann die ‘Stadtentwicklungsplanung’ angesprochen. Deren Aufgabe besteht darin, die Entwicklung von Städten dadurch voranzutreiben, indem Planungsvorstellungen über ein aktives Steuern von Geschehnissen und Prozessen vielerlei Art realisiert werden. Als eine spezielle Form der Stadtentwicklungsplanung wird in diesem Zusammenhang auch die ‘städtebauliche Entwicklungsmaßnahme’ nach den Regelungen des deutschen Städtebaurechts angesprochen. Gegen Ende des Kapitels folgt eine Darstellung der wichtigen gegenwärtig erkennbaren Entwicklungstendenzen zum Thema Stadtentwicklung.
Folgende Einzelaspekte zum Thema Stadtentwicklung werden erörtert:
  • Facetten des Begriffs ‘Stadtentwicklung’
  • Determinanten der Stadtentwicklung
  • Stadtentwicklungsplanung
  • Städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen nach dem Planungsrecht
  • Anknüpfungspunkte für gegenwärtige Stadtentwicklungskonzepte
  • Szenarien und Denkmodelle zukünftiger Stadtentwicklung.
Bernd Streich

10. Internationale Bezüge der Stadtplanung

Übersicht
Das Zusammenwachsen Europas und die vielfältigen internationalen Austauschbeziehungen in einer durch die Ökonomie der Wissensgesellschaft geprägten Welt verstärken das Interesse an städtebaulicher Planung jenseits der nationalen Grenzen.
Vor diesem Hintergrund greift das vorliegende Kapitel internationale Bezüge der Stadtplanung auf. Zu Beginn werden dazu die internationalen Beziehungsgeflechte allgemein dargelegt. Ein knapper Rückblick wird zeigen, daß sich die Akteure der Stadtplanung, vor allem ihre Theoretiker, immer schon mit Überlegungen, Modellen und exemplarischen Lösungskonzepten in anderen Ländern auseinandergesetzt haben — nicht zuletzt, um Rezepte für das eigene Tun zu erhalten.
Der Schwerpunkt des vorliegenden Kapitels liegt in der Darstellung von Planungssystemen einzelner, ausgewählter Länder. Aus naheliegenden Gründen werden wir zunächst auf einige wichtige Nachbarstaaten innerhalb der Europäischen Union eingehen und uns anschließend mit Ländern außerhalb des europäischen Kontinents befassen. Für die Auswahl sind Länder bzw. Staaten herangezogen worden, die besondere Beachtung deshalb verdienen, well sie entweder aufgrund ihrer Exponiertheit und ihres Modellcharakters für Planungssysteme anderer Länder von herausragender Bedeutung sind (insbesondere Großbritannien, USA), well sie sich in einem grundsätzlichen gesellschaftlichen Wandel befinden, der mit einer beachtlichen Umgestaltung des räumlichen Planungssystems einhergeht (Südafrika), oder well eine besondere ökonomische Dynamik hin zu einem hochentwickelten Industriestaat das Interesse auch auf die entsprechenden Organisationsstrukturen und Methoden der Stadt- und Raum Planung lenkt (Südkorea).
Dargestellt werden nach einem einführenden Abschnitt über internationale Beziehungsgeflechte die Stadtplanungssysteme folgender Länder:
  • Frankreich
  • Großbritannien
  • Niederlande
  • Shweden
  • USA
  • Südafrika
  • Südkorea
Bernd Streich

11. Utopisches Denken in der Stadtplanung

Übersicht
Utopische Vorstellungen waren seit jeher eine treibende Kraft bei der Realisierung von Städten. Zu allen Zeiten haben sich Stadtplaner an utopischen Konzepten orientiert oder sind selbst als Verfasser von utopischen Konzepten in Erscheinung getreten. Den meisten Autoren von Utopien ging es zwar in erster Linie um das Herbeiführen einer besseren Gesellschaftsform auf der Grundlage einer neuen politischen Idee oder einer Staatsutopie, doch spielten Städte und die baulichen bzw. städtebaulichen Formen zur Manifestation solcher Utopien eine zentrale Rolle.
Im vorliegenden Kapitel werden wir uns anhand eines stadtbaugeschichtlichen Abrisses einen Überblick über die wichtigsten Stadtbau-Utopien verschaffen und dabei sehen, welche Wirkung gesellschaftsutopische Vorstellungen auf das Phänomen Stadt insgesamt, auf städtebauliche Formen in Struktur und Gestalt sowie auf die Herleitung und Begründung städtebaulicher Konzeptionen in der Vergangenheit hatten.
Wir werden dabei der Frage nachgehen, inwieweit von Städten — schon allein aufgrund ihrer Existenz — eine utopische Ausstrahlung ausging mit der Folge, daß viele Menschen ihre Hoffnungen in das Urbane hineinprojizierten.
Aber auch andere Fragen sind interessant: Hat es etwa je eine Stadtplanung für Utopia gegeben? Oder: Inwieweit sind utopische Vorstellungen mit städtebaulichen Konzepten untermauert worden, und inwieweit hat sich Stadtplanung von utopischen Vorstellungen inspirieren lassen? Über einschlägige Begrifflichkeiten, einem typologischen Prisma von Utopien sowie anhand von Verfassern von Utopien wollen wir uns mit diesen Fragestellungen näher befassen.
Im Anschuß an diese Erörterungen folgt ein Epochenabriß wichtiger Stadtbau-Utopien, bei dem es im wesentlichen um die Darstellung von Stadtformen in verschiedenen Epochen der Geschichte des Städtebaus geht, die im Fokus utopischer Vorstellungen standen.
Am Ende dieses Kapitels stehen Überlegungen darüber, welche Auslöser in Zukunft zu neuen Utopien führen und ob diese sich auch in städtebaulichen Struktur- und Gestaltungskonzepten niederschlagen könnten. Die drei Hauptabschnitte des Kapitels befassen sich mit den Themenbereichen:
  • Stadt und Utopie — Stadtplanung für Utopia?
  • Epochenabriß wichtiger Stadtmodelle und Stadtbau-Utopien
  • Neue Kristallisationspunkte für städtebauliche Utopien?
Bernd Streich

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