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30.11.2017 | Stadtplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Ein Master für die Städte der Zukunft

Autor:
Christoph Berger

Urbanisierung, Mobilität, Klimawandel und Digitalisierung: Entwicklungen, auf die Städte reagieren müssen, um zukunftsfähig zu bleiben. In einem einzigartigen Studiengang sollen für diese Herausforderungen nun Experten ausgebildet werden.

Durch die massive Urbanisierung werden die Städte einen besonderen Einfluss auf die Entwicklungen unseres Planeten haben – auf die Lebensqualität, die gesellschaftliche Struktur, soziale Interaktion, Ressourcenkonsum, Wirtschaft etc. So schreibt es Michael Jaeckel im Kapitel "Die Suche nach einer neuen Urbanität" des Springer-Fachbuchs "Smart City Realität". Die urbane Expansion stelle die gewaltigste Infrastrukturauf- und -umbauphase der Menschheit dar. Oder, wie es der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan im Jahr 2000 in Berlin anlässlich der Eröffnung der Weltkonferenz zur Zukunft der Städte, URBAN 21, sagte: "Die Zukunft der Menschheit liegt in den Städten."

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2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Die Suche nach einer neuen Urbanität

Wir schreiben das Jahr 2154: Auf der Erde herrschen Armut, Krankheit und Gewalt. Die Städte sind übervölkert, eine medizinische Versorgung existiert lediglich auf niedrigem Niveau und die Wirtschaft erlahmt. Dagegen kreist über der Erde eine Raumstat


Dabei, so Jaeckel, müsse sich prinzipiell jede Stadt darüber klar werden, wie sie ihre Anziehungskraft für Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Politik erhöhen könne. Er schreibt weiter: "Außerdem ist sie gefordert, ein starkes Innovationsmilieu zu erzeugen, in Verbindung mit einer Industrieexpertise. ... Der offensichtlichste Treiber für die Weiterentwicklung der Städte sind die Wirtschaftskrise und die Notwendigkeit, einen höheren Lebensstandard im urbanen Raum zu erzeugen. Denn Städte werden zu wichtigen Akteuren im globalen Wettbewerb und sie müssen ihre Ressourcen mobilisieren, um einen höheren Lebensstandard zu erzielen."

Komplexe und vielfältige Herausforderungen

Um dies zu erreichen, sind enorme Herausforderungen zu meistern. Im Kapitel "Smart Cities als Herausforderung" des Springer-Fachbuchs "Was ist eine Smart City?" werden in diesem Zusammenhang die demografische Entwicklung, der Klimawandel, die Mobilität, die Bedarfe nach innovativen Energiekonzepten und Innovationen im städtischen Bereich, beispielsweise die Implementierung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, genannt. Und auch Gebäude, wie die Autoren schreiben: "Hier schließt sich wiederum ein anderer Brennpunkt an: die Energieeffizienz von existierenden beziehungsweise neu zu bauenden Gebäuden. Nicht zuletzt ist die Frage der Nähe von Wohnen und Arbeiten und somit die Re-Industrialisierung des städtischen Raums weiterhin offen." Im Kapitel "Intelligente Häuser steigern Effizienz, Komfort und Sicherheit" des Springer-Fachbuchs "Smart-City: Digitalisierung in Stadt und Land" heißt es beispielsweise dazu: "Energieoptimierende Effizienztechnologien halten in Bürogebäuden, Hotels und Privathäusern Einzug, denn das 'intelligente Haus' stellt auch eine Chance dar, der Endlichkeit der Ressourcen und steigenden Energiepreisen wirksam zu begegnen."

Zusammenführung sich nahestehender Bereiche

Um Antworten auf diese Herausforderungen und die komplexen Zusammenhänge zu bekommen, startet am Studienbereich Architektur und Gestaltung der Hochschule für Technik Stuttgart zum Wintersemester 2018/19 der englischsprachige Master-Studiengang "Smart City Solutions". In ihm sollen Studierende in drei Semestern übergreifende Kompetenzen in den Bereichen smarte Stadtplanung und smarte Gebäude, intelligente Infrastruktur – betrachtet werden Energie, Mobilität, Ressourcenmanagement und Resilienz – und Smart City-Projektmanagement sowie Finanzierung und Digitalisierung erwerben. Denn: Die Städte in aller Welt würden neben den bereits erwähnten Herausforderungen zunehmend unter Verkehrsinfarkten, gesundheitsschädigender Luftverschmutzung und Lärm leiden. Daher seien enorme Investitionen in die technische und soziale Infrastruktur erforderlich für eine lebenswerte urbane Zukunft.

Das Studienkonzept verfolgt den Ansatz, die bislang eher dissoziierten fachspezifischen Kompetenzen in den Bereichen Verkehr, Energie, Städtebau, Verwaltung und Baurecht übergreifend zusammenzuführen. Einsatzmöglichkeiten für Absolventen sieht die Hochschule in öffentlichen Verwaltungen, IT-Unternehmen sowie in Beratungs- und Ingenieurfirmen.

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