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06.01.2017 | Stadtplanung | Im Fokus | Online-Artikel

In den Städten wird es noch enger

verfasst von: Christoph Berger

2:30 Min. Lesedauer
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Bis 2035 werden die Großstädte in Deutschland weiter anwachsen, mit Prozentraten im zum Teil zweistelligen Bereich. Die Attraktivität der Städte hat dabei vielfältige Gründe - allerdings nicht für alle Altersgruppen.

Für Berlin prognostiziert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) bis zum Jahr 2035 einen Bevölkerungszuwachs von knapp 15 Prozent. Die Hauptstadt mit derzeit etwa 3,5 Millionen Einwohnern wird dann die Vier-Millionen-Grenze geknackt haben. Auch München soll laut dem Institut um 14 Prozent auf 1,66 Millionen Menschen anwachsen, Frankfurt am Main um elf Prozent. In der Mainmetropole würden dann 814.000 Menschen leben.

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Inländische Wanderungen in Deutschland – wer gewinnt und wer verliert?

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Als Gründe für diese Zuwächse in Deutschlands Großstädten nennt das IW unterschiedlichste Gründe: Junge Menschen und Ausländer kämen für ein Studium, die Ausbildung oder um ihren ersten Job anzunehmen. Ältere Menschen versprechen sich im Vergleich dazu eine bessere Versorgung, ein attraktives Freizeitangebot und soziale Kontakte. Hinzu komme, dass in Bürozentren viele neue Arbeitsplätze entstanden seien.

Vor allem junge Menschen zieht es in die Großstädte

Auch Roland Busch beschreibt in seinem Beitrag "Inländische Wanderungen in Deutschland – wer gewinnt und wer verliert?" in der Zeitschrift für Immobilienökonomie die Wanderungssaldi nach Altersklassen. Er erwähnt ebenfalls die Attraktivität der Großstädte für die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen und die der 25- bis 29-Jährigen, die eine Ausbildung beginnen und studieren wollen beziehungsweise die beruflichen Motive durch den Ausbildungsabschluss. Verlieren würden die Großstädte jedoch bei Einwohnern aus der Altersklasse der 30- bis 49-Jährigen, die aufgrund von Familiengründungen und der damit verbundenen Suche nach größeren, kindergerechteren Wohnflächen sowie wegen des Erwerbs von bezahlbarem Wohneigentum in die Kreise ziehen würden. Und: "Auch von den in ihrer Dimension deutlich überschaubareren Wanderungen der "50+"-Altersgruppen profitieren die ländlichen Räume leicht gegenüber den Großstädten und es ist – entgegen der landläufigen Meinung – auch kein Attraktivitätsgewinn der Großstädte für diese Altersklasse zu beobachten. Im Gegenteil: Die Wanderungsgewinner sind auch hier die ländlichen Räume."

Städte stehen vor großen Herausforderungen

Das IW weist darauf hin, dass sich der Zuzug vornehmlich jüngerer Menschen nach Berlin, Frankfurt und München auch auf das Durchschnittsalter der dortigen Bevölkerung auswirkt. So werde im Jahr 2035 der Durchschnittsdeutsche 46,7 Jahre alt sein, in Frankfurt hingegen 42,5 Jahre, in Berlin 42,2 Jahre und in München sogar nur 41,4 Jahre. Zugleich werde es in allen drei Städten mehr Kinder unter 15 Jahre und Senioren über 67 geben. Die Großstädte müssen vor diesem Hintergrund nicht nur für mehr Wohnraum sorgen, sondern auch an den Ausbau der Kindergartenplätze und den öffentlichen Personennahverkehr denken, so die IW-Empfehlung.

Bei der Entwicklung der Großstädte handelt es sich nicht um ein rein deutsches Phänomen. Die Springer-Autoren Stephan Pauleit, Martin Sauerwein, Jürgen Breuste und Dagmar Haase schreiben im Kapitel "Urbanisierung und ihre Herausforderungen für die ökologische Stadtentwicklung" im Springer-Fachbuch "Stadtökosysteme": "Die Tendenz zur Verstädterung der Erde wird sich über die kommenden Dekaden fortsetzen. Bereits zur Mitte dieses Jahrhunderts werden nach Prognosen der Vereinten Nationen 70 Prozent der auf etwa neun Milliarden Menschen anwachsenden Bevölkerung in Städten leben."

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