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19.05.2016 | Stadtplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Die Vorteile urbaner Ökosystemleistungen

Autor:
Christoph Berger

Die Etablierung einer nachhaltigen Stadtnatur hat vielfältige Vorteile. Dabei lohnt sich auch eine ökonomische Betrachtung.

"Die Ökonomie stellt Entscheidungsgrundlagen für den Umgang mit Knappheit bereit. Knappheit bedeutet im Umweltzusammenhang, dass die Umwelt und die damit verbundenen Leistungen der Umwelt (sogenannte „Ökosystemleistungen“) nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Auch saubere Luft, verfügbares Wasser in ausreichender Qualität und fruchtbare Böden können knapp werden. Auch ist die Aufnahmekapazität der Umwelt für Schadstoffe zunehmend begrenzt. Bei Entscheidungen, welche die Umwelt betreffen, gilt es daher abzuwägen, welche Veränderungen eines Umweltzustands mit einer Entscheidung verbunden sind und was durch diese Entscheidung gewonnen oder verloren werden kann." So ist es im Kapitel "Elemente von Umweltbewertungsmethoden" im Springer-Fachbuch "Umweltbewertung für Ingenieure" beschrieben.

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Genau solche Veränderungen und Einflüsse haben auch mehr als 130 Personen aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft als Autoren und Gutachter zusammengetragen, die im dritten TEEB DE-Bericht mit dem Titel "Ökosystemleistungen in der Stadt – Gesundheit schützen und Lebensqualität erhöhen" dargestellt werden. Der Bericht macht so unter anderem die Bandbreite städtischer Ökosystemleistungen sichtbar und hebt ihre gesellschaftliche Bedeutung hervor.

Stadtnatur und komplexe Gesellschaftsprobleme

Dies ist umso wichtiger, da – wie auch im Kapitel "Naturwissenschaftliche Grundlagen" im Buch "Landschaftsplanung" beschrieben – in Deutschland der integrative, inter- und transdisziplinäre Charakter sowie die Verbindung von Umwelt- und sozio-ökonomischen Ansätzen noch nicht in räumlichen Planungs- und Entscheidungsinstrumenten verankert ist.

Dabei kann die Stadtnatur ein entscheidender Baustein bei der Lösung komplexer Probleme sein. So fördern städtische Parks unter anderem den sozialen Zusammenhalt: Jung und alt, unterschiedliche Kulturen und Bewohner eines Viertels kommen in ihnen zusammen. Sie bieten Raum für Sport und Spiel, sind Orte der Naturerfahrung und tragen zum Wohlbefinden, der Lebensqualität und Gesundheit bei.

Die ökonomische Betrachtung führt zur gemeinsamen Basis

Der TEEB DE-Bericht unterstreicht darüber hinaus auch die wirtschaftliche Relevanz der Stadtnaturen. Demnach verbessert Stadtnatur das Stadtklima und reduziert somit einerseits hitzebedingte Erkrankungs- und Sterberaten, andererseits mindert er Stress, der als Mitursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates und psychische Erkrankungen gilt. Ähnliches gilt für den Faktor Lärm. Die Autoren schreiben, dass durch die Lärmminderung von bis zu drei Dezibel durch entsiegelte Flächen im Straßenraum oder begrünte Fassaden die gesellschaftlichen Kosten erheblich gesenkt werden können. Diese liegen pro Dezibel Lärmpegelanstieg zwischen zehn Euro (unter 70dB) und 16 Euro (über 70dB) pro betroffener Person und Jahr.

Mithilfe der ökonomischen Betrachtungsweise wird den Verantwortlichen aus verschiedenen Bereichen der Stadt eine Basis gegeben, sich auf gemeinsame Ziele zu verständigen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Zudem würde diese Herangehensweise Synergieeffekte aufzeigen, die durch Kooperationen in verschiedenen Handlungsfeldern entstehen können. Infrastruktur, Klimaanpassung, Gesundheit, Bildung, Integration, soziale Förderung sowie wirtschaftliche Entwicklung profitieren, so das Ergebnis, von der Erhaltung und Stärkung urbaner Ökosystemleistungen und der Biodiversität in der Stadt.

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2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Naturwissenschaftliche Grundlagen

Quelle:
Landschaftsplanung

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01.07.2013 | Fachaufsätze | Ausgabe 7-8/2013

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