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09.11.2017 | Stadtplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Die urbane Verkehrsinfrastruktur im Vergleich

Autor:
Christoph Berger

Arcadis hat für den Sustainable Cities Mobility Index 2017 die Verkehrsinfrastruktur von 100 Metropolen auf allen Kontinenten anhand von 23 Bewertungskategorien untersucht. Frankfurt rangiert demnach in den Top 10.

In seiner aktuellen Ausgabe des Serien-Reports "Sustainable Cities Index" konzentriert sich die Planungs- und Beratungsgesellschaft Arcadis auf die urbane Mobilität. Untersucht wurden 100 Metropolen in 23 Kategorien auf sämtlichen Kontinenten. Doch die Städte, die es auf die Top 10-Liste des Gesamtrankings geschafft haben, kommen allesamt aus Asien und Europa: Hongkong belegt Platz 1. Es folgen Zürich, Paris, Seoul, Prag, Wien, London, Singapur, Stockholm und Frankfurt.

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Auffällig ist, dass es große Unterschiede zwischen den einzelnen Metropolen gibt – selbst die sich in den Top 10 befindenden Städte haben verschiedenste Nachhaltigkeitskonzepte – entsprechend unterschiedlich fallen auch die Platzierungen der Städte in den drei Subindizes "People", "Planet" und "Profit" aus, die für das Gesamt-Ranking herangezogen wurden.

Jede Stadt ist einzigartig

"Weil jede Stadt einzigartig ist‚ vollzieht sich der Übergang zu integrierter Mobilität sehr unterschiedlich. Faktoren wie Bevölkerungsdichte‚ Haushaltseinkommen‚ staatliche Investitionen‚ Straßenzustand‚ Nahverkehrsinfrastruktur‚ Umweltverschmutzung‚ Verkehrsstaus und auch der Veränderungswillen der Lokalpolitik haben einen wesentlichen Einfluss auf Tempo und Ausmaß der Veränderungen", heißt es demnach auch im Fachartikel "Die Mobilität von morgen – Wie Städte profitieren können" der Springer-Fachzeitschrift "ATZextra", Ausgabe 6/2017.

Hong Kong belegt im Subindex "Planet" nur Platz 63, die Stadt hat Nachholbedarf bei konkreten Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung. Die etwa 400.000 Einwohner zählende Stadt Zürich fällt unter anderem mit hohen Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel und Lebenshaltung auf. Dies beschert ihr in der Unterkategorie "People" nur Rang 45.

Deutsche Städte mit vielen Fahrradverleihstationen

Der Subindex "Planet" wird von drei Städten aus Deutschland angeführt: Frankfurt, München und Berlin. In diesem Ranking wurden unter anderem Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen und CO2-Emissionen sowie die Förderung von Elektroautos und Fahrrädern verglichen. Die Analysten stellten fest, dass diese Städte vor allem beim Ausbau von Fahrradverleihstationen vorne liegen. Nur Amsterdam habe derzeit noch mehr Leihfahrräder.

Was die Konnektivität und lückenlosen Internetverbindungen in Bussen und Bahnen betrifft, sind Mailand und Dublin führend, London punktete mit seinem weit verzweigten Metrosystem mit zahlreichen Stationen, eng getaktetem Fahrplan und der guten Anbindung der Flughäfen an das öffentliche Verkehrssystem. Die Top 10-Städte dieses Subindexes sind: Frankfurt, München, Berlin, Stockholm, Amsterdam, Wien, Zürich, London, Kopenhagen und Antwerpen. Hamburg, als vierte deutsche Stadt im Ranking vertreten, belegt Platz 12 im "Planet"-Bereich.

Nur in Ansätzen ein Umsteuern

Auch hinsichtlich der Kriterien Verkehrssicherheit, dem Grad der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, dem Anteil öffentlicher Verkehrsmittel am Verkehrsaufkommen, der Anzahl der Metrostationen und Bushaltestellen, dem Grad der Modernisierung der Transportangebote und dem Ausbau digitaler Kapazitäten sowie dem Anteil der Fahrradfahrer bei den Pendlern – zusammengefasst im Subindex "People" – schneiden die deutschen Städte vergleichsweise gut ab: Frankfurt landet als bestplatzierte deutsche Stadt auf Rang 15, München auf Platz 32 und Berlin auf Platz 34.

Verbesserungspotenziale gibt es laut der Untersuchung für deutsche Städte jedoch im Bereich „Profit“. Verglichen wurden dafür die durchschnittliche Reisezeit der Pendler, Einkünfte aus dem Transportwesen, die Nutzung des öffentlichen Personenverkehrs, öffentliche Fördergelder für den Personentransport sowie die Höhe der Fahrtkosten. Hamburg wurde mit Rang 33 hierbei führend unter den deutschen Städten eingeordnet.

Im Kapitel "Aktuelle Herausforderungen der Stadtentwicklung – Was jetzt für die 'Europäische Stadt' auf der Tagesordnung steht. Eine Agenda für Politik und Gesetzgebung" des Springer-Fachbuchs "Die kompakte Stadt der Zukunft", schreibt Folkert Kiepe: "Das Leitbild der kompakten Stadt mit Nutzungsmischung, gut gestalteten öffentlichen Räumen und kurzen Wegen wird durch die Siedlungs- und Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte immer mehr infrage gestellt. Trotz erkennbarem Klimawandel und knapper werdender Energieressourcen gibt es nur in Ansätzen ein Umsteuern von der autogerechten Verkehrspolitik hin zu nachhaltigen und stadtverträglichen Mobilitätskonzepten, mit denen der sogenannte Umweltverbund (ÖPNV, Fahrrad, Fußgänger) massiv ausgebaut und alle Verkehrsträger mit ihren jeweiligen Stärken klimaschonend, lärmarm und flächensparend vernetzt werden soll."

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