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22.03.2017 | Stadtplanung | Im Fokus | Online-Artikel

Smarte Städte im Ranking

verfasst von: Christoph Berger

2:30 Min. Lesedauer
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Für den aktuellen Smart City Index wurden weltweit 87 Großstädte hinsichtlich ihrer Smart-City Strategie untersucht. Die drei vorderen Plätze belegen drei Städte von drei unterschiedlichen Kontinenten.

Wien, Chicago und Singapur belegen die Plätze eins bis drei in dem von der Unternehmensberatung Roland Berger herausgegebenen "Smart City Index". Dabei überzeugte Österreichs Hauptstadt mit ihrer breiten und sehr grundsätzlich angelegten Smart City-Strategie, die auf den Kriterien Lebensqualität, Ressourcenschonung und Innovation basiert.

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Digitales Entwicklungsmodell smarter Städte

In diesem Kapitel werden die strategischen Optionen für die Gestaltung und Entwicklung digitaler urbaner Räume aufgezeigt. Das digitale Entwicklungsmodell umfasst insgesamt sieben Dimensionen: Governance, Bürgertum (Smart Citizen), Ausbildung (Smart Education), Lebensgestaltung (Smart Living inkl. eHealth), Transport (Smart Mobility), Umwelt (Smart Environment) und urbane Ökonomie (Smart Economy). 


Die am Südwestufer des Michigansees gelegene US-Stadt Chicago punktete unter anderem durch ihren Bildungsansatz. So setzt die drittgrößte Stadt der Vereinigten Staaten auf die Vermittlung digitaler Kompetenz und unterhält ein Netzwerk von 250 kostenlosen Computerlaboren im gesamten Stadtgebiet. Die Folge: Rang 2.

Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien

Eine "Smart City" zu definieren, ist dabei laut den Autoren der Analyse nicht leicht, denn dazu würden viele Elemente, die digital miteinander verbunden sind und zu einem besseren Lebensraum beitragen, gehören.

Orientiert man sich am Kapitel "Digitales Entwicklungsmodell smarter Städte" im Springer-Fachbuch "Smart City", dann bezeichnet der Begriff Smart City oder Ubiquitous City "die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Städten und Agglomerationen, um den sozialen und ökologischen Lebensraum nachhaltig zu entwickeln".

Dazu zählen laut den Springer-Autoren Andreas Meier und Hans-Dieter Zimmermann beispielsweise Projekte zur Verbesserung der Mobilität, die Nutzung intelligenter Systeme für Wasser- und Energieversorgung, die Förderung sozialer Netzwerke, die Erweiterung politischer Partizipation, der Ausbau von Entrepreneurship, der Schutz der Umwelt sowie die Erhöhung von Sicherheit und Lebensqualität.

Eine integrierte und umfassende Strategie

Die Roland Berger-Analysten haben für ihren Index die wichtigsten Bausteine einer Smart City-Strategie in drei Hauptbereiche zusammengefasst: Anwendungsfelder, strategische Planung und IT-Infrastruktur. Hinzu kommt dann noch eine Vielzahl von Einzelaspekten. Eine besondere Bedeutung messen sie zudem den sechs ineinandergreifenden Anwendungsfeldern öffentliche Verwaltung, Gesundheit, Bildung, Energie und Umwelt, Gebäude sowie Mobilität zu.

Prinzipiell wurde festgestellt, dass die Zahl der Städte, die einen strategischen Ansatz in Richtung Smart City verfolgen, seit einigen Jahren deutlich zunimmt. Schwer würden sich die meisten Städte jedoch noch bei der Definition einer hinreichend integrierten und umfassenden Strategie tun, heißt es.

Auf die Wünsche der Bürger kommt es an

Dabei komme es darauf an, die tatsächlichen Wünsche der Bürger zu ermitteln und die in einer Stadt angebotenen Dienstleistungen grundsätzlich zu überdenken. Diese müssten zudem auf den Nutzen der Bürger und die Unternehmen ausgerichtet werden und in die Strategieentwicklung einbezogen werden, empfehlen die Berater.

Inhaltlich es wichtig, Ansätze an die Breite der öffentlichen Daseinsvorsorge zu adressieren und die entsprechenden Anwendungen untereinander zu verknüpfen statt in einzelnen, unverbundenen Lösungen stecken zu bleiben. Zudem werde eine offene Datenpolitik benötigt, gekoppelt an ein IT-Sicherheitskonzept. Und schließlich sei es noch wichtig, dass Städte ihre Strategie möglichst zentral und ressortübergreifend koordinieren und klare Umsetzungspläne aufsetzen.

Was den Markt für Smart City-Lösungen betrifft, so prognostiziert das Beratungshaus einen Anstieg von heute 13 Milliarden Dollar auf rund 28 Milliarden Dollar im Jahr 2023.

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