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2022 | OriginalPaper | Buchkapitel

14. Statt eines Schlusswortes: Zwischenschritte

Aus dem Netz in die reale Welt

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Zusammenfassung

Das Netz mit seinen unzähligen Verbindungsmöglichkeiten – so hat es den Anschein – macht das physische Zusammentreffen von Menschen zunehmend überflüssig. Allerdings ist auch ein Trend bemerkbar, der die Individuen, die sich über das Netz gefunden haben, aus diesem virtuellen Raum heraustreten und Events besuchen, Revolutionen anzetteln oder eigene Communities schaffen lässt. Wer sich über das Netz gefunden hat, der kann nun auch seine Bekanntschaften physisch treffen und vielleicht entstehen so auch nachhaltige Beziehungen. Kombiniert man die Möglichkeiten, über das Netz Peers und Gleichgesinnte zu finden, mit der Motivation, eine dauerhaftere, stärkere Beziehung aufzubauen, so zeigen sich Entwicklungslinien, die die Entstehung von Gruppen und Communities in der physischen Welt immer mehr als Ergebnis einer individuellen Präferenz erkennen lassen – und weniger dem Zufallsprinzip unterwerfen, so wie dies heute etwa durch den Geburtsort und die Staatsangehörigkeit geschieht. Die Community auf einer Plattform steht in diesem ‚reversen‘ Prozess also in einer Interaktionskette, die in der digitalen Welt beginnt und sich nun einen realen Ort suchen muss bzw. kann, um den Beziehungen ihrer Mitglieder eine zusätzliche, emotionale Dimension hinzuzufügen.
Fußnoten
1
“Thus, the individual capabilities, circumstances of birth, and even more importantly, the little twists and turns of fate at the individual level all combine to create a particular path for an agent through simulated life.” (Beinhocker 2007: 87)
 
2
Dies sind typische Probleme von Institutionen, die immer die Herausforderungen haben, direkte Motivation – die eigentlich nur in der Kleingruppen zu finden ist – auf große Gebilde überzuleiten. Dazu verwenden Institutionen in der Regel immer auch Verflechtungszusammenhänge, die aus dem engen Umfeld kommen und stülpen diese auf große Gebilde über: „Vater Staat“, „Gottvater“, „Mutter Kirche“ etc. (Claessens 1980: 289 ff.).
 
3
Die positive Rolle von Events beispielsweise bei der Stärkung der lokalen Community wird auch in der traditionellen Event-Forschung erkannt: “That human society is bound to place and landscape is evident […]. Few communities demonstrate placelessness; however, some communities pay little attention to celebrating their location and its influence on their lives.“ (Derrett 2003: 51)
 
4
„Seasteading is one of the few technological frontiers that has the promise to create a new space for human freedom.“ (Ingraham 2013)
 
Metadaten
Titel
Statt eines Schlusswortes: Zwischenschritte
verfasst von
Ayad Al-Ani
Copyright-Jahr
2022
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-37947-6_14

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