Skip to main content
main-content

10.10.2017 | Steuerrecht | Im Fokus | Onlineartikel

Anlegern geht es steuerlich an den Kragen

Autor:
Christian Kemper

Die Diskussion um eine mögliche Abschaffung der Abgeltungsteuer ist erneut entbrannt. Nicht nur für vermögende Investoren, auch für Sparer mit vergleichweise geringer Liquidität steht viel Geld auf dem Spiel.

Die am 1. Januar 2009 eingeführte Steuer schlägt derzeit mit 25 Prozent pauschal auf alle Kapitaleinkünfte zu Buche. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent und gegebenenfalls die Kirchensteuer. Die Abgaben fließen von den Banken direkt an den Fiskus. Bis zu den Wahlen war von den führenden Fraktionen im Deutschen Bundestag zu hören, dass die Abgeltungsteuer ungerecht sei, da Kapitaleinkünfte geringer besteuert werden als Arbeitseinkommen, das derzeit mit bis zu 47,5 Prozent angesetzt wird.

Empfehlung der Redaktion

2017 | Buch

Kapitalertragsteuer und Abgeltungsteuer verstehen

Besteuerung von Kapitalerträgen im Privatvermögen

Das Werk beantwortet alle wichtigen Fragestellungen zur Besteuerung von Kapitalerträgen im Privatvermögen. Es zeichnet sich durch seinen hohen Praxisbezug, viele Fallbeispiele sowie einen Frage-Antwort-Katalog zu jedem Kapitel aus.
Die 3. Auflage …

Laut dem gemeinsamen Wahlprogramm von CDU und CSU soll die pauschale Abgeltungsteuer durch eine individuelle Abgabe ersetzt werden. Voraussetzung ist aber ein weltweit funktionierender Informationsaustausch der Finanzbehörden, der eine Steuerflucht ins Ausland unmöglich machen würde. Die SPD plädiert dafür, Kapitalerträge genauso zu besteuern wie Löhne und Gehälter, nämlich mit dem individuellen Steuersatz. Das Wahlprogramm von Bündnis 90/Die Grünen und der Partei Die Linke will der ungleichen Besteuerung von Kapitalerträgen zu allen übrigen Einkünften ebenfalls ein Ende setzen. Lediglich FDP und AfD lassen die Abgeltungsteuer in ihren Programmen außen vor.

Steuerbelastung gerecht verteilen

Fraglich ist, ob es wirklich gerecht wäre, die Belastung bei Kapitalerträgen auf das Niveau des persönlichen Einkommensteuersatzes anzuheben. "Wer an die Abschaffung der Abgeltungsteuer denkt und damit wieder zum alten System zurückkehren will, ohne jedoch das Halbeinkünfteverfahren und die Spekulationsfrist wieder einzuführen, verkennt, dass Anleger in einer modernen Volkswirtschaft eine wichtige Funktion übernehmen", erläutert die Fachjournalistin Carmen Mausbach in der Anlage Praxis 10/2017. "Denn durch den Kauf von Aktien und Unternehmensanleihen versorgen Investoren nicht nur die jeweiligen Konzerne mit frischem Kapital. Auch der Staat erhält durch die Ausgabe von Bundesanleihen Liquidität, um neue Investitionen zu tätigen."

In den Parteiprogrammen zur Bundestagswahl 2017 war kein Hinweis zu finden, ob bei einer möglichen Abschaffung der Abgeltungsteuer das Halbeinkünfteverfahren und auch die Spekulationsfrist wieder eingeführt oder der Sparerpauschbetrag angehoben werden könnte. "Somit kann sich jeder Investor leicht ausrechnen, dass mit der Abschaffung der Abgeltungsteuer eine höhere Steuerbelastung bei seinen Kapitaleinkünften auf ihn zukommen kann", betont Mausbach. Vergünstigungen an anderer Stelle wären bei einer Abkehr von der Pauschalsteuer jedoch zwingend notwendig, um Aktien- beziehungsweise Anleiheinvestments und damit die Versorgung von Unternehmen und dem Staat mit Kapital auch weiterhin attraktiv zu halten.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.09.2017 | Thema des Monats | Ausgabe 10/2017

Thema des Monats

01.02.2016 | Analysen und Berichte | Ausgabe 2/2016

Hat die Einführung der Abgeltungsteuer Aktienkurse beeinflusst?

Das könnte Sie auch interessieren

04.01.2017 | Steuerarten | Nachricht | Onlineartikel

Abgeltungsteuer soll vor dem Aus stehen

Premium Partner

micromNeuer InhaltNeuer InhaltNeuer InhaltPluta LogoNeuer Inhalt

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Digital Banking braucht Strategie und Kundenorientierung

Das englischsprachige Whitepaper „Successful Digital Banking: Aligning business strategy with technology“ untersucht, wie der Digitalisierungseifer in der Bankenbranche und eine fehlende Strategie das Kundenerlebnis beeinträchtigen – und was die zentralen Erfolgsfaktoren beim Digital Banking sind. Die Studie macht deutlich, mit welchem Eifer die Bankenbranche die Digitalisierung vorantreibt. Allerdings fühlen sich einige Kunden dabei von der Vielfalt neuer Funktionalitäten einfach überfordert. Letztlich sind digitale Strategien immer dann erfolgreich, wenn sie ein positives Kundenerlebnis über alle Touchpoints hinweg im Blick haben.
Jetzt gratis downloaden!

Sonderveröffentlichung

- ANZEIGE -

Termine online vereinbaren: Turbo für den Bankvertrieb.

Bankkunden werden immer mobiler. Sie informieren sich online über Produkte, bevor sie Kontakt zu ihrem persönlichen Berater aufnehmen. Eine Brücke zwischen Online und der Beratung vor Ort vereinfacht den Prozess und steigert die Effizienz. Jetzt mehr erfahren!