Skip to main content
main-content

27.04.2018 | Steuerrecht | Im Fokus | Onlineartikel

Hilft die steuerliche Forschungsförderung dem Mittelstand?

Autor:
Sylvia Meier

Die Bundesregierung will die Innovationskraft im Land stärken. Wie sinnvoll sind steuerliche Fördermaßnahmen für kleinere und mittelständische Unternehmen? 

In vielen Ländern werden Unternehmen bei Forschungs- und Entwicklungskosten steuerlich gefördert. Donald Trump hat beispielsweise durch seine US-Steuerreform das Thema vorangetrieben. Auch in vielen anderen Ländern versucht man durch steuerliche Subventionen die Unternehmen zu unterstützen. Regierungen wollen damit die nationale Wirtschaft stärken und Unternehmen dazu animieren, innovativ zu sein und zu bleiben. 

Empfehlung der Redaktion

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung

Im nachfolgenden Kapitel erfolgt eine Betrachtung der Grundlagen und der möglichen Ausgestaltungsalternativen von steuerlichen FuE-Fördermodellen. Als Basis dienen die in diversen Ländern bereits implementierten Förderinstrumente.

Das Thema Forschung und Entwicklung war auch im Wahlkampf für die letzte Bundestagswahl ein großes Thema. Ob CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen oder die FDP: Viele Parteien haben damit geworben, sich für Forschung stark machen zu wollen. Und auch steuerliche Fördermaßnahmen wurden angekündigt. Im nun beschlossenen Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD ist Forschungsförderung ein prominentes Thema. Wie genau die Förderung aussehen soll, ist noch unklar. Wird tatsächlich, wie von einigen Wirtschaftsvertretern gefordert und erhofft, eine steuerliche Förderung umgesetzt? Und würde eine solche Förderung kleineren und mittelständischen Unternehmen überhaupt etwas nützen? 

Mittelstand setzt nicht alle innovativen Ideen um 

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat im Auftrag des Maschinenbauverbands VDMA die Studie "Zur Notwendigkeit einer steuerlichen FuE-Förderung auch für Midrange Companies" veröffentlicht. Dabei kommt das ZEW zu dem Ergebnis, dass Unternehmen mittlerer Größe in Deutschland, die vorgenannten Midrange Companies, von der Forschungsförderung des Bundes und von der EU bisher signifikant benachteiligt werden. Das sei auch der Grund, dass manche gute Idee für ein neues Produkt oder eine Prozessinnovation bei diesen Unternehmen in der Schublade bleibt und nicht zur Umsetzung kommt. Dies liegt laut ZEW einerseits am mangelnden Zugang zu entsprechender Forschungsförderung, zum anderen scheitere es an der Finanzierung. Die ZEW spricht sich deshalb für ein Umdenken aus und eine stärkere steuerliche Unterstützung. 

Es besteht jedoch die Gefahr, dass steuerliche Fördermaßnahmen in erster Linie solche Unternehmen erreichen, die eine bestimmte Größe haben. In dem Beitrag "Steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung in KMU — Irrweg für Deutschland?" zeigen die Autoren Heike Belitz, Carsten Dreher, Martina Kovač, Carsten Schwäbe und Oliver Som, dass kleinere oder mittlere Unternehmen (KMU) einige Besonderheiten aufweisen, wenn es um Innovationen geht (Seite 350): "Ein nicht unbeachtlicher Anteil der KMU verfolgt offensiv eine Innovationsstrategie, die nicht auf FuE aufbaut und würde somit von einer steuerlichen FuE-Förderung nicht erreicht."

Förderungsinstrument hat unterschiedliche Wirkungen 

Springer-Autorin Saskia Vanessa Bardens untersucht anhand eines fiktiven Forschungs- und Entwicklungsprojekts die finanziellen Vorteile einer steuerlichen Förderung. Dabei geht sie auch auf den internationalen Steuerwettbewerb ein. Die Ergebnisse stellt sie in dem Buch "Steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung" vor. Die Autorin zeigt, wie unterschiedlich die Förderwirkungen in den Unternehmen sein können. Wie soll man die richtigen Parameter finden? Wie könnte beispielsweise ein Fördersatz festgelegt werden? 

Das ZEW hat festgestellt, dass in den vergangenen zehn Jahren die Innovationsbeteiligung bei Unternehmen mittlerer Größe, besonders bei Firmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten, deutlich zurückgegangen ist. Der Anteil der Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung investieren, ist ebenfalls geschrumpft. Es ist deshalb sicher richtig, wenn die Bundesregierung hier versucht, Anreize zu setzen. Es bleibt jedoch spannend, ob man ein Förderungsinstrument findet, dass auch Unternehmen aller Größenordnungen erreicht.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

11.04.2017 | Steuerrecht | Im Fokus | Onlineartikel

Forschung und Entwicklung steuerlich fördern

07.03.2017 | Energie | Im Fokus | Onlineartikel

Innovationen die richtige Richtung geben

18.04.2017 | Controlling | Interview | Onlineartikel

"Eine gute Idee muss auch umsetzbar sein"

Premium Partner

micromStellmach & BröckersBBL | Bernsau BrockdorffMaturus Finance GmbHPlutahww hermann wienberg wilhelmAvaloq Evolution AG

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Blockchain-Effekte im Banking und im Wealth Management

Es steht fest, dass Blockchain-Technologie die Welt verändern wird. Weit weniger klar ist, wie genau dies passiert. Ein englischsprachiges Whitepaper des Fintech-Unternehmens Avaloq untersucht, welche Einsatzszenarien es im Banking und in der Vermögensverwaltung geben könnte – „Blockchain: Plausibility within Banking and Wealth Management“. Einige dieser plausiblen Einsatzszenarien haben sogar das Potenzial für eine massive Disruption. Ein bereits existierendes Beispiel liefert der Initial Coin Offering-Markt: ICO statt IPO.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise