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16.03.2020 | Steuerrecht | Im Fokus | Onlineartikel

Steuerentlastung soll Unternehmen durch die Krise helfen

Autor:
Sylvia Meier
2:30 Min. Lesedauer

Die Ausbreitung des Coronavirus fordert Unternehmen auf allen Ebenen. Auch auf die Rechnungslegung hat die Krise bereits Auswirkungen. Der Staat will unter anderem mit steuerlichen Entlastungen für die nötige Liquidität sorgen.

Das Coronavirus stellt Gesellschaft und Wirtschaft auf eine harte Probe. Viele Mitarbeiter fallen derzeit aus, Lieferketten sind unterbrochen, die Produktion stockt, Veranstaltungen werden abgesagt und Meetings finden nicht statt. Das bringt viele Firmen wirtschaftlich an ihre Grenzen.

Staatliches Schutzschild für Unternehmen

Das Bundesfinanzministerium (BFM) gab am 13. März 2020 bekannt, dass der Bund für Unternehmen ein Schutzschild errichten wird. Dieser wird auf vier Säulen beruhen:

  • Kurzarbeitergeld flexibilisieren
  • Steuerliche Liquiditätshilfe für Unternehmen
  • Milliarden-Hilfsprogramme für Betriebe und Unternehmen
  • Stärkung des Europäischen Zusammenhalts

Unternehmen sollen leichtern Zugang zu günstigen Krediten erhalten.  Die Bundesregierung hat hierzu unbegrenzte Kreditprogramme zugesagt. Umfassend informiert hierzu auch die KfW. "Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen wird dies unverschuldete Finanznöte lindern," erklärt das Bundesfinanzministerium dazu. 

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Jede Krise ist eng verbunden mit einem Rückgang des wirtschaftlichen Erfolgs und der daraus resultierenden Realisierung handelsrechtlicher wie steuerlicher Verluste. Diese Verluste müssen finanziert werden entweder aus dem Unternehmen heraus oder von außen als Eigen- oder Fremdkapital.

Unternehmen durch Steuerentlastung helfen

Gerade steuerlich sollen Unternehmen stark entlastet werden. Bereits in der vergangenen Woche haben verschiedene Landesministerien auf mögliche Hilfsmaßnahmen aufmerksam gemacht. In Sachsen wurden beispielsweise folgende Erleichterungen formuliert:

  • Laufende Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer können auf Antrag herabgesetzt oder ausgesetzt werden.
  • Möglich ist außerdem, die fälligen Steuerzahlungen zu stunden.
  • Säumniszuschläge können erlassen werden.
  • Das Finanzamt kann auch vorübergehend auf Vollstreckungsmaßnahmen verzichten.

Vergleichbar äußerten sich weitere Ministerien. Nun wurde bundesweit ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, dass die oben genannten Erleichterungen umfasst. Auch die Zollverwaltung soll Unternehmen großzügig entgegenkommen, beispielsweise bei der Energie- oder Luftverkehrsteuer. Unternehmen sollten sich informieren und vor allem den Kontakt zum Finanzamt frühzeitig suchen.

Auswirkung der Krise auf die Rechnungslegung

Viele Unternehmen erstellen gerade den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019. Doch hier sollte auch geprüft werden, inwieweit die Ausbreitung des Virus sich auch bilanziell auswirkt. "Viele Unternehmer neigen dazu, gerade in der Krise ihre Rechnungslegung zu vernachlässigen oder ihre tatsächliche wirtschaftliche Situation im Rechnungswesen zu verschleiern," warnen die Springer-Autoren Christoph Niering und Christoph Hillebrand in dem Buchkapitel "Rechnungslegung in der Krise" (Seite 285).

Das Institut für Wirtschaftsprüfer empfiehlt in einer ausführlichen Äußerung Unternehmen, in der Rechnungslegung die aktuelle Krisensituation zu analysieren. So können zum 31. Dezember 2019 bereits Wertaufhellungen beziehungsweise Wertbegründungen zu berücksichtigen sein. 

Besonderheiten im Konzernabschluss

Weitere Auswirkungen können sich im Konzernabschluss ergeben bei der Einbeziehung von Tochterunternehmen. Das IDW weist in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit hin, dass ein Tochterunternehmen nicht im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen werden muss, wenn die für die Aufstellung des Konzernabschlusses erforderlichen Angaben nicht ohne unverhältnismäßig hohe Kosten oder unangemessene Verzögerungen zu erhalten sind. Dies könnte in manchen Fällen nach Auffassung des Verbandes aufgrund der Virusausbreitung gegeben sein. 

Auch Risikoberichte sollten sich mit dem Thema gegebenenfalls befassen. Nicht zuletzt kann die aktuelle Situation auch Folgen für den Prozess der Abschlussprüfung haben. Management und Abschlussprüfer sollten deshalb kurzfristig Rücksprache halten und mögliche Maßnahmen erörtern.

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