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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung: Konzernverständnis und Praktische Relevanz einer Steuerung im Konzern

Zusammenfassung
Konzerne als reales Phänomen und Unternehmensform können in einem ersten Zugriff aus mindestens zwei bzw. drei eng miteinander verschachtelten und dennoch trennbaren Perspektiven analysiert werden. Zum Ersten stellen rechtliche Aspekte einen notwendigen Zugang dar. Hierbei stehen Fragen des Steuer- und Gesellschaftsrechts im Mittelpunkt.1 Die zentrale Aufgabe für ein Management liegt in diesem Fall darin, eine optimale Rechtsform und/ oder steuerrechtliche Ausrichtung zu verfolgen.2 Rechtliche Grundlagen des Gesellschaftsrechts und des Steuerrechts formen den Rahmen für die bei den anderen Perspektiven zum Konzern (vgl. Abb. E-1). Grundsätzlich ist der Ausgangspunkt der Betrachtung von Konzernen die in §§ 15 ff. AktG geregelte Struktur verbundener Unternehmen. Die Problematik der Konzernherrschaft auf vertraglicher oder realer Basis führen dazu, dass in der Praxis drei Typen von Konzernen unterschieden werden: Die Konzernherrschaft als “Hineinregieren in die Gesellschaft anderer” basiert i. d. R. auf einer Mehrheitsbeteiligung. Dennoch kann auch ein Unternehmensvertrag (in erster Linie ein Beherrschungsvertrag) eine solche Herrschaft begründen. Liegt ein solcher Vertrag vor, so spricht man vom Vertragskonzern.3 Wird die Herrschaftsmacht über die faktisch vorhandene Beherrschungsmöglichkeit ohne Basis des Vertrages formuliert, so liegt der faktische Konzern vor.4 Nach Scheffler liegt “[e]in qualifiziert faktischer Konzern .. vor, wenn die einheitliche Leitung des herrschenden Unternehmens wesentlich oder häufiger über die Wahrnehmung der originären Führungsaufgaben einer Konzernleitung hinausgeht und das Eigeninteresse des abhängigen Unternehmens breitflächig und nachhaltig beeinträchtigt wird.”5 Insgesamt wird durch Gesellschafts- und Steuerrecht somit ein Rahmen für die beiden anderen, im Folgenden zu erklärenden Zugänge zu Konzernen aufgebaut. Die Hervorhebung des Gesellschaftsrechtes in Abb. E-1 beruht auf der Überlegung des Typenzwangs des Gesellschaftsrechtes.
Christian Backmann

Teil I. Steuerungsherausforderungen der Grundstrategien und Grundlagen einer Steuerung im Konzern

Zusammenfassung
Grundlage der Steuerung im Konzern ist die Überlegung, dass alles betriebliche Geschehen von Entscheidungen ausgeht.27 Die Rahmenbedingungen für alle Entscheidungen sind Entscheidungsprämissen.28 Eine Steuerung durch eine zentrale Instanz legt diese Entscheidungsprämissen fest, indem diese Instanz die Eigenständigkeit von Teileinheiten beeinflusst. Steuerung stellt somit die Festlegung der Eigenständigkeit dar.29 Die Dimensionen der Eigenständigkeit sind die Autonomie, Autarkie und Souveränität30 von Teileinheiten.31 Eine Steuerung im Konzern setzt mithin an der Festlegung der Autonomie, Autarkie und Souveränität an.32 Insgesamt stellt der Aufbau und die Festlegung der Eigenständigkeit als Ausgangspunkt an eine Steuerung in Konzernen drei Herausforderungen (I.1), die in diesem Teil I betrachtet werden. Mit Steuerungsherausforderungen werden, wie oben erwähnt, jene organisatorischen Aspekte angesprochen, die eine steuerungsspezifische Unterscheidung erst ermöglichen.
Christian Backmann

Zwischenbetrachtung I: Konzernsteuerung Zwischen Einheit * Vielheit

Zusammenfassung
Konzerne bewegen sich als Organisationsform im Argumentations- und Aktionsfeld Einheit * Vielheit.226 227 Die Einheit findet hier idealtypischerweise ihren Ausdruck in dem Vorhandensein einer einheitlichen Leitung. Bezogen auf konfigurale Aspekte und Aspekte der Eigenständigkeit entspricht dies der Präsenz einer Konzernleitung, welche die Souveränität, die Autonomie und die Autarkie der Teileinheiten bestimmt. Die Vielheit des Konzerns hingegen setzt gerade an diesen Teileinheiten an. Nach Ringlstetter ist sie der Ausdruck für die Eigenständigkeit der Teileinheiten.228 Mit der Betrachtung der Steuerung im Konzern als Festlegung der Eigenständigkeit wird insofern auf das Argumentations- und Aktionsfeld Einheit * Vielheit eingegangen. Mithin ist gerade die Steuerung im Konzern geeignet, die Einheit * Vielheit zu nutzen, um die Grundstrategien zu realisieren. Diese Zwischenbetrachtung I sowie die Zwischenbetrachtung II beziehen sich auf dieses Argumentations- und Aktionsfeld Einheit * Vielheit. Auch die Ausführung in Teil I betreffen letztlich diese beiden Felder, da Steuerungsherausforderungen, Steuerungsphilosophien und Steuerungsmethoden in der Einheit * Vielheit virulent werden (1). Als Problem zeigt sich im Anschluss daran, wie Bausteine einer Steuerung im Konzern das Argumentations- und Aktionsfeld abbilden können (2). Mit diesem Problem soll auf die Argumentation in Teil II übergeleitet werden.
Christian Backmann

Teil II. Bausteine einer Steuerung im Konzern

Zusammenfassung
In Konzernen kann die Realisation der Grundstrategien grundsätzlich von zwei verschiedenen Mustern einer Steuerung unterstützt werden: konfigurationsfokussierende und konfigurationsnutzende Muster. Diese sind durch eine unterschiedliche Berücksichtigung der Steuerungsherausforderungen Trennunschärfe einer Steuerung, Steuerungsdistanz und Grenzhandhabung gekennzeichnet. Durch die Steuerungsmethoden des Direct-Supervision, der Managementsysteme sowie der aktorenorientierten Ansätze, werden diese Herausforderungen gehandhabt und somit die oben genannten Steuerungsmuster aufgebaut.
Christian Backmann

Zwischenbetrachtung II: Konzernsteuerung und Einheit * Vielheit

Zusammenfassung
In der folgenden Zwischenbetrachtung werden die in Teil II dargestellten Bausteine einer Steuerung im Konzern auf das Aktions- und Argumentationsfeld von Einheit * Vielheit bezogen (1). Da in Teil III dieser Arbeit der Schwerpunkt auf die Betrachtung der Hierarchiedynamik als Bestandteil der Betriebsdimension einer Steuerung und auf Steuerungsarchitekturen gelegt wird, sollen diese in der Zwischenbetrachtung ebenfalls hinführend aus der Sicht von Einheit * Vielheit betrachtet werden. Hierbei stellt sich die Rekonstruktion von Einheit * Vielheit in Hierarchiedynamik und Steuerungsarchitekturen als Problem dar.
Christian Backmann

Teil III. Die Hierarchiedynamik und Steuerungsarchitekturen

Zusammenfassung
Zur abrundenden Betrachtung einer Steuerung im Konzern gilt es, als zweite Dimension der Betriebsdimension, die Hierarchiedynamik zu diskutieren (III.1). In Ergänzung zum Anwendungsmodus kann man bei der Hierarchiedynamik eine Struktur- und eine Inhaltshierarchie unterscheiden. Beide präzisieren die Abfolge von Steuerungsabläufen. Über Struktur- und Inhaltshierarchie ist es so möglich, unterschiedliche Muster der Steuerung zu rekonstruieren. Insgesamt wird mit der Hierarchiedynamik auf die beiden letzten noch offenen Punkte einer Steuerung im Konzern übergeleitet (III.2). Auf der einen Seite sind dies die flankierenden Bausteine der Informationssysteme. Sie ergänzen alle Steuerungsbausteine und -methoden im Sinne einer querliegenden Betrachtung. Informationssysteme dienen hier grundsätzlich der Unterstützung einer Diffusion und Kodifikation von Information für eine Steuerung. Bezogen auf die beiden Grundstrategien stellt sich so die Frage, wie über Diffusion und Kodifikation die Muster der Steuerung unterstützt werden können.
Christian Backmann

Schlussbetrachtung: Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit ist mit dem Anspruch angetreten, das in der Einleitung aufgezeigte Defizit der Forschung in der Schnittmenge aus Strategien zur Wertsteigerung und Steuerung im Konzern zu reduzieren. Als Grundstrategien liegen dieser Arbeit die organisationstheoretisch basierte Mobilisierungsstrategie und die Strategie des Synergiemanagements zu Grunde. Aufgrund dieser organisationstheoretischen Basis können die Grundstrategien als generische Grundstrategien verstanden werden. Die Strategie der Mobilisierung setzt bei der Verbesserung des Leistungsniveaus an und unterscheidet eine Außen- und eine Binnenmobilisierung. Das Synergiemanagement beinhaltet den Aufbau und die Verbesserung von fakultativen Leistungsbeziehungen. Es werden Synergien auf der Grundlage eines identitären und eines komplementären Zusammenwirkens unterschieden. Steuerung in Konzernen wird als die Festlegung der Eigenständigkeit von Konzernteileinheiten bzgl. der Autonomie / Autarkie und der Souveränität verstanden.
Christian Backmann

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