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Stiftung

weitere Buchkapitel

Open Access

Chapter 1. Introduction to the Carta Marina

This book is devoted to an imposing world map, printed on twelve sheets and rich in detail, that was designed by the German cartographer Martin Waldseemüller in 1516, whose only surviving exemplar is in the Jay I. Kislak Collection at the Library of Congress.

Chet Van Duzer

6. Supplementary Approaches to Shared Transboundary Water Management

The EcoPeace Proposal is considered to be the most attractive way to move Israel, Palestine, and Jordan toward a final status agreement for their shared water resources. However, they are not the only way, and this chapter focuses on four supplemental or alternative ways for dealing with regional water issues: the Mountain Aquifer study shows how the EcoPeace Proposal could be tried first at smaller scale; the Lower Jordan Basin project is an actual example of what can be achieved in a transboundary region that is highly sensitive ecologically but with a large economic potential; the Red Sea-Dead Sea Water Conveyance (RSDSWC) project is a proposed way of meeting both water and electricity shortages, mainly in Jordan, by conventional means but at massive cost; finally the Water-Energy Nexus is both a modern response to water insecurity and an opportunity for regional integration. The Chapter concludes with a note on the experience of EcoPeace in its presentations before the United Nations Security Council.

David B. Brooks, Julie Trottier, Giulia Giordano

Chapter 6. China-Zimbabwe Relations: A Strategic Partnership?

Olayiwola Abegunrin, Charity Manyeruke

13. Ausblick

Das auf Arbeitnehmer ausgerichtete Tätigkeitsfeld der Lohnsteuerhilfevereine ist in den vergangenen 50 Jahren seit Gründung der ersten Vereine nicht kleiner geworden. Die gegenwärtig rund 800 Lohnsteuerhilfevereine mit bundesweit etwa 13.000 Beratungsstellen erstellen mehr als 10 Prozent aller abgegebenen Einkommensteuererklärungen (vgl. Infas 2011). Neben den aktiv erwerbstätigen Arbeitnehmern werden Unterhaltsempfänger sowie zunehmend Rentner und Pensionäre mit verschiedenen Altersbezügen steuerlich beraten. Auch für die Zukunft ist auf dem spezifischen Tätigkeitsfeld der Lohnsteuerhilfevereine entsprechender Beratungsbedarf zu erwarten.

Axel Schmucker, Uwe Rauhöft

3. Das Werberecht der Lohnsteuerhilfevereine (§ 8 StBerG)

Bis Mitte des Jahres 2000 unterlagen die Lohnsteuerhilfevereine – im Übrigen wie Rechtsanwälte, Steuerberater und Ärzte – einem gesetzlichen Werbeverbot (zur bisherigen Rechtslage vgl. etwa Ring 1991,S. 277 f.; Völzke 1977, S. 110). Das unaufgeforderte Anbieten der eigenen Dienste oder der Dienste Dritter zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen war untersagt. Der Gesetzgeber ging davon aus, dass es mit dem Berufsbild der „freien Berufe“ nicht vereinbar sei, wenn ein mit den Werbemethoden der freien Wirtschaft vergleichbarer Wettbewerb auch bei den Angehörigen der rechts- und steuerberatenden Berufe ausbrechen und darunter das Ansehen der Freiberufler in der Öffentlichkeit Schaden nehmen könne. Auch nach der in der Rechtsprechung nahezu einhellig vertretenen Auffassung ging es nicht an, bestimmten Wettbewerbern eine Werbung zu gestatten, gegen die sich Mitbewerber nicht durch Gegenwerbung zur Wehr setzen könnten.

Axel Schmucker, Uwe Rauhöft

Open Access

Kapitel 1. Management für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung

Am Beginn des 21. Jahrhunderts steht die Menschheit vor großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, um ein friedliches und menschenwürdiges Zusammenleben innerhalb der physischen Grenzen des Planeten zu sichern (Rockström et al. 2009). Entwicklungen im 19. und 20. Jahrhundert förderten – insbesondere in Ländern des Globalen Nordens – die Entstehung von Wohlfahrts- und Sozialstaaten sowie individuelle Freiheit, Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und den Wohlstand vieler Menschen. Es wurden Institutionen geschaffen, um die gesellschaftliche Ordnung, die Mitbestimmung und die Verteilung von Ressourcen zu regeln.

Erwin Schmid, Hermine Mitter, Verena Winiwarter, Tobias Pröll

15. Interkulturelle PersonalentwicklungPersonalentwicklung und FührungFührung

Die Globalisierung hat eine starke Intensivierung von interkulturellen Begegnungen und Kontakt zur Folge. Gerade im Bereich der Wirtschaft steigen damit die Anforderungen an professionelle und zielgerichtete interkulturelle Teamarbeit und Führung. Unternehmen agieren weltweit und fordern eine gute Personalauswahl und eine gute Personalentwicklung. Das Ziel dieses Kapitels ist es, die Arbeit, Organisationsprozesse und Teamarbeit aus kulturvergleichender und interkultureller Perspektive zu betrachten.

Petia Genkova

2. Gesundheitssysteme in Deutschland

Die Krankenversicherung in Deutschland ist ein eigenständiger Zweig der Sozialversicherung gegen das Risiko der Krankheit und ihrer Folgen.

Marco Scherbaum

4. Betriebliche Krankenversicherung (bKV)

Die Betriebliche Krankenversicherung (bKV) stellt als freiwillige Leistung von Arbeitgeberseite die „Kür“ innerhalb des Betrieblichen Gesundheitsmanagements dar (siehe Abb. 4.1).

Marco Scherbaum

Kapitel 5. Schulkinder und Spiel

Die Eltern sind immer noch die wichtigsten Bezugspersonen, an denen sich die Kinder in allem, was sie machen, orientieren. Es sind die gewachsenen sicheren Bindungen, die der spielerischen Neugier einen Weg in den nächsten Lebensabschnitt bereiten. Welche immense Bedeutung die Familie, d. h. die Eltern auch zusammen mit Geschwistern, für die emotionale Entwicklung des Kindes (noch) haben, zeigt sich vor allem dann, wenn ein Kind die Erfahrung des Auseinanderfallens der eigenen Familie machen muss.

Sabine Weinberger, Helga Lindner

Kapitel 7. Gesellschaftliche Perspektive

Nicht zuletzt angesichts vielfältiger globaler Krisen und Risikopotenziale hat die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Komplexitätsbewältigung in den letzten Jahren wachsende Bedeutung erfahren. Vor diesem Hintergrund geben die folgenden Unterkapitel einen Überblick über unterschiedliche Ansätze, die sich dem insgesamt noch wenig erschlossenen Leitbild der komplexitätsfähigen Gesellschaft von unterschiedlichen Richtungen her annähern. Der älteste und derzeit noch dominanteste Diskurs assoziiert das Konzept der „Entwicklung“ einer Gesellschaft mit ihrer Komplexitätsfähigkeit.

Karim Fathi

Kapitel 8. Herausforderungen und Bedingungsfaktoren der kommunikativen Komplexitätsbewältigung

In TEIL III wurden die Komplexitätsdiskurse in den Systemkontexten von Gruppen, Organisationen und Gesellschaften dargestellt. Die bisherigen Ergebnisse gilt es hinsichtlich wesentlicher Unterschiede und systemebenenübergreifender Gemeinsamkeiten der kommunikativen Komplexitätsbewältigung auszuwerten (8.1.). Daran anknüpfend, wird untersucht, welche ebenenübergreifenden Herausforderungen und Bedingungsfaktoren sich bei der Gestaltung gelingender Kommunikation stellen (8.2.) und welche methodologischen Ansatzpunkte sich für eine entsprechende Optimierung ableiten lassen (8.3.).

Karim Fathi

Kapitel 20. Interessante weiterführende Quellen zum Thema Digitalisierung

In den folgenden Seiten zeige ich Ihnen meine favorisierten Webseiten und sonstige Quellen, die man sich anschauen sollte, wenn man auf einem aktuellen Stand bleiben sollte und verschiedene Sichtweisen zu aktuellen Technologietrends haben möchte.

Tim Verhoeven

Kapitel 18. Die Risiken der Digitalisierung

Wie Fakes, Betrug und die Frage der Moral unseren Arbeitsalltag verändern wird

Die schöne, neue Welt der Digitalisierung im Recruiting verspricht Fortschritt, d. h. Arbeitserleichterung bei gleichzeitiger qualitativer Verbesserung der Ergebnisse. Das klingt zu schön, um wahr zu sein – und so ist es auch. Denn mit allen schönen neuen Möglichkeiten, kommen auch neue unberechenbare Risiken einher. Der erste Schritt, um eine Chancen-Risiken-Abwägung machen zu können, besteht darin, sich den Risiken bewusst zu werden und diese ansatzweise zu verstehen. Erst dann schafft man es, sich so weiterzuentwickeln, dass man souverän mit einem Großteil der Risiken umgehen kann. Denn, obwohl diese Themen sehr komplex und techniklastig sind, benötigen sämtliche Lösungen kompetente Recruiting-Experten, um sie anzuwenden, um sie zu steuern, um sie zu überwachen und gegebenenfalls zu trainieren und adjustieren.

Tim Verhoeven

Kapitel 9. Künstliche Intelligenz im Recruiting

Die möglicherweise größte Veränderung des Recruitings steht erst noch bevor und wartet darauf, gestaltet zu werden

Künstliche Intelligenz (KI) im Recruiting verbindet beide Extreme miteinander: Angst und Hoffnung. Angst davor, dass Algorithmen zukünftig noch mehr Entscheidungen in unserem Alltag treffen werden und dann selbst unsere Karrierechancen vom Wohlwollen einer Maschine abhängt. Hoffnung darauf, dass durch bessere und intelligentere Software nicht nur mehr Fairness und Objektivität ins Recruiting Einzug erhält, sondern, dass sich dadurch auch das Berufsbild des Recruiters deutlich verbessern wird. In diesem Szenario wird die KI der Assistent sein, der den Recruiter unterstützt und dazu befähigt, seinen Job mit noch besserer Qualität zu machen. Schauen wir uns auf den folgenden Seiten genauer an, was KI ist, was sie kann und wie sie uns im Recruiting tatsächlich helfen kann.

Tim Verhoeven

Den Datenfischern die Netze kappen: Ideen gegen die Marktmacht der Plattformen

Während die Datenkonzerne Google und Facebook weiter auf dem Weg zu digitaler Dominanz sind, nimmt die politische Diskussion um die Begrenzung ihrer Macht an Fahrt auf. Wir haben an dieser Stelle wichtige Ideen zur Regulierung der Plattformmonopole zusammengetragen.

Ingo Dachwitz, Simon Rebiger, Alexander Fanta

Der kommerzielle Journalismus steckt in der Krise. So könnten Auswege aussehen.

Das wahrscheinliche Ende vieler Zeitungen der DuMont-Gruppe ist weder die erste Hiobsbotschaft für die Branche noch wird sie die letzte sein. Während der Non-Profit-Journalismus international auf dem Vormarsch ist, steckt der kommerzielle Journalismus in der Krise.

Christopher Buschow

Facebooks weichgespülte „Feelgood“-Kampagne

Das Ärgerliche an diesen Aktivtäten ist vielmehr die weichgespült-kalifornische Deutung dessen, was Zivilgesellschaft oder Ehrenamt eigentlich ausmachen.

Lukas Franke

Digitale Öffentlichkeit: Schauen wir den Algorithmen auf die Finger

Der Mann, den die meisten nur als Captain Kirk kennen, hat im Frühjahr 2017 ein prägnantes Beispiel dafür geliefert, wie sich unsere Medien- und Kommunikationswelt im vorangegangenen Jahrzehnt verändert hat.

Konrad Lischka, Christian Stöcker

Überwachbare Welt: Wird das Darknet zum Mainstream digitaler Kommunikation?

Der Beitrag diskutiert die Frage, inwiefern das Darknet Zukunftspotentiale für digitale Kommunikation besitzt. Aufgrund staatlicher Machtstrukturen ist davon auszugehen, dass Überwachungs- und Kontrollmöglichkeiten zukünftig auf die digitale Sphäre übertragen werden.

Daniel Moßbrucker

Stiftung „Vor Ort NRW“ steht vor dem Aus

Die öffentliche Journalismus-Stiftung „Vor Ort NRW“ dürfte bald aufgelöst werden. Ende Mai wird der nordrhein-westfälische Landtag aller Voraussicht nach die dazu notwendige Änderung des Landesmediengesetzes verabschieden.

Lutz Frühbrodt

Warum Stiftungen den Journalismus stärker fördern sollten

Ist der deutsche Journalismus noch zu retten? Und dies durch Stiftungen? Möglicherweise ausgerechnet auch noch durch Unternehmensstiftungen? Einiges spricht dagegen, aber mehr noch dafür. Eine Bestandsaufnahme mit Argumenten – und mit Zahlen.

Lutz Frühbrodt

Mein Snapchat hieß noch Blog

Es gab Zeiten, da existierte Facebook noch nicht mal. Und mit Handys konnte man bestenfalls telefonieren. Aus dieser Zeit stammt dieses Blog. Zeit für eine gnadenlose Abrechnung mit sich selbst, vielen lustigen Irrtümern und diesem Medienwandel nach beinahe 15 Blogger-Jahren…

Christian Jakubetz

10. Musterschreiben

Nachstehendes Musterschreiben kann als Formulierungshilfe für alle einfachen Fälle, in denen nur ein einziges Finanzamt für die Nachveranlagung zuständig ist, verwendet werden.

Thomas Wenzler, Markus Rübenstahl

REVaMP2 Project: Towards Round-Trip Engineering of Software Product Lines - Approach, Intermediate Results and Challenges

The REVaMP2 Project is a major European effort towards Round-Trip Engineering of Software Product Lines for software intensive systems. Indeed, software is predominant in almost every modern industry. The importance of time-to-market has grown tremendously in many business domains. Organizations are in a constant search for approaches for mass production of highly customizable systems. The software product lines engineering approach promises to provide up to 10× speed increase benefits in time-to-market. Traditionally, automated tools proposed a top-down approach, i.e., variants were generated from a model of the product line. However, the industry used a bottom-up approach that helped to re-create a product line out of various clones of a system. This operation is very costly and error prone. The goal of REVaMP2 is to automate the process of extracting a product line from various system artifacts and help with verification and the co-evolution of the product line. The project involves 27 partners that contribute with diverse research and industrial practices to address case study challenges stemming from 11 application domains. In this paper, we would like to present the motivation for the project, the current approach, the intermediate results and challenges.

Andrey Sadovykh, Tewfik Ziadi, Alessandra Bagnato, Thorsten Berger, Jan-Philipp Steghöfer, Jacques Robin, Raul Mazo, Elena Gallego

Die Analyse der Arbeitsfähigkeit in der digitalisierten Produktion – Anforderungen an ein neues Instrumentarium

In vielen Regionen und Branchen Deutschlands herrscht ein Mangel an Fachkräften. Um zusätzlichen Personalengpässen durch arbeitsunfähige Mitarbeiter vorzubeugen muss die Arbeitsfähigkeit analysiert werden können. Die Digitalisierung des industriellen Sektors stellt neue Anforderungen an die Messung dieser und ähnlicher Konstrukte. Deshalb zielt dieser Beitrag darauf ab, zu bestimmen, welche Veränderungen der Arbeitsbedingungen und –anforderungen durch die Industrie 4.0 erwartet werden und welche Anforderungen diese Faktoren an die Messung der Arbeitsfähigkeit stellen. Dazu wurde eine strukturierte Literaturrecherche und -auswertung durchgeführt. Es zeigte sich, dass unter anderem physische Arbeitserleichterungen, eine größere Komplexität der Arbeitsumwelt, eine zeitliche und örtliche Entgrenzung der Arbeit sowie Veränderungen in der Kommunikation zu erwarten sind. Ein höherer Bedarf an Interdisziplinarität, IT-Kompetenz, Prozess- und Systemkompetenz sowie sozialen Kompetenzen wird vorausgesagt. Ebenso werden Arbeitspersonen mit der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens konfrontiert werden. Eine Überprüfung bestehender Instrumente zur Messung der Arbeitsfähigkeit auf diese Faktoren hin wird angezeigt.

Martin Ulber, Frauke Remmers

48. Glasfaser als Geschäftsmodell für Stadtwerke – die Rolle von Stadtwerken beim Breitbandausbau

Glasfasergeschäftsmodelle für Stadtwerke liegen bei Entscheidern derzeit ganz weit oben. Die Gründe liegen auf der Hand: Bei zurückgehenden Margen im Kerngeschäft ist zu überlegen, sich im Infrastrukturbereich breiter aufzustellen. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Glasfasererschließungen insbesondere im gewerblichen Bereich, aber auch in Schulen, Bildungseinrichtungen und Krankenhäusern sehr hoch ist. Welche Modelle zur Wahl stehen und wie die jeweilige Ausprägung sein kann, wird in diesem Beitrag anhand von Beispielen beleuchtet: So haben sich die Stadtwerke Herten entschieden, das durch sukzessives Mitverlegen entstandene Glasfasernetz um ein kleinteiligeres Verteilnetz in Neubaugebieten und Gewerbestandorten zu ergänzen – und sich dabei auf die Ebene des Infrastrukturanbieters von Glasfasernetzen zu beschränken. Demgegenüber haben die Stadtwerke Hilden auf der grünen Wiese ein volles Angebotsprogramm mit passiver und aktiver Glasfaserinfrastruktur und Diensten entwickelt. Beide Lösungen arbeiten dabei erfolgreich nach einem eigenwirtschaftlichen Ansatz. Die Gemeindewerke Nümbrecht als drittes Beispiel haben sich ebenfalls für einen umfassenden Dienstleistungsansatz mit voller Wertschöpfung über aller Ebenen des Glasfasernetzausbaus entschieden, jedoch den Einstieg in das Glasfaserversorgungsmodell über einen geförderten Ausbau nach der Förderrichtlinie Breitband des Bundes gewählt. Alle drei Modelle zeigen, wie ein Stadtwerk sich erfolgreich im Glasfasermarkt positionieren kann und wie facettenreich die Ausgestaltung ausfallen kann.

Heike Hahn, Martin Fornefeld

44. Smart Citizenship – Stadtwerke als Smart-City-Entwicklungsträger für, mit und in Städten

Die Anforderungen an Städte steigen – deren Mittel sind begrenzt. Smart Cities füllen die entstehende Lücke durch innovative Technologien und gesellschaftliche Innovationen. Stadtwerke sind als Entwicklungsträger zur Smart City gut positioniert und können durch Partnerschaften ihr Potenzial schneller entfalten. MVV Smart Cities hat über das Konversionsareal FRANKLIN jahrelangen Erfahrungsvorsprung als Smart-City-Architekt, Lösungsanbieter und smarter Betreiber. Diese Erfahrung stellt MVV Smart Cities den Städten und Stadtwerken als Partner zur Verfügung. Im ersten Schritt wird im MVV Smart City Assessment ein gemeinsamer Smart-City-Bebauungsplan erarbeitet. Dann unterstützt MVV Smart Cities bei der schnellen Realisierung von Value Clustern, User Stories und vernetzten Quartierlösungen für, mit und in Städten. Im Ergebnis befähigen Stadtwerke die urbanen Akteure zur Smart Citizenship und werden so Mitgestalter der kommunalen Zukunft.

Bernhard Schumacher, Martin Selchert

Die Arbeitsfähigkeit in der digitalisierten Produktion – von den wissenschaftlichen Grundlagen zum integrativen Modell

In diesem Kapitel werden die wesentlichen wissenschaftlichen Theorien erörtert, die der Bearbeitung des Forschungsprojektes Prädikatsarbeit und damit den Ausführungen in den weiteren Kapiteln zugrunde liegen. Das soziotechnische System, bestehend aus einem technischen und einem sozialen Subsystem, stellt den wesentlichen Ausgangspunkt zur Analyse des Verhältnisses zwischen technologischen Entwicklungen und menschlicher Arbeitskraft dar. Um ein tiefgreifendes Verständnis bezüglich der Subsysteme zu ermöglichen, wurden diese entsprechend eines hierarchischen Systemverständnisses weiter strukturiert. Dem Verständnis soziotechnischer Systeme folgend, handelt es sich dabei um Arbeitssysteme, die mit der Arbeitsaufgabe als verbindendes Systemelement das Zusammenwirken von Mensch bzw. Arbeitsperson und Technologie definiert. Eine Systematisierung der Arbeitsperson wird weiter durch die Betrachtung der Arbeitsfähigkeit ermöglicht; die Systematisierung der Technologien und Prozesse erfolgt durch das Produktionssystem. Basierend auf der wissenschaftlichen Theorie und unter Einbeziehung der Ergebnisse aus den in den Kapiteln 4 bis 7 dargestellten Analysen wurde anschließend das Integrative Modell der Arbeitsfähigkeit in der digitalisierten Produktion entwickelt.

Paul Bittner, Stefanie Samtleben

Präventionsallianzen – Gewährleistung eines präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutzes in der digitalisierten Industrie durch Kooperation

Eine ganzheitliche Gesundheitsförderung postuliert die Kooperation unterschiedlichster Akteure. Zur Realisierung einer umfassenden WLHB, müssen Maßnahmen verschiedenen praxisbezogenen Anwendungsfeldern zugeordnet werden können und durch die Kooperation innerhalb von Allianzen effektiv, zeitnah und individuell zur Verfügung stehen. Neue Technologien bieten hierfür ideale Voraussetzungen; des Weiteren können digitale Lösungen Zielgruppen dort erreichen, wo sie sich befinden. Digitale Präventionsallianzen bieten die Möglichkeit, von der Maßnahmenauswahl, über die optimale Betreuung während der Durchführungsphasen, bis zur Erfolgsanalyse und möglichen jederzeitigen Anpassungen für einzelne Nutzer, gesamte Zyklen selbstständig durchzuführen und zu verwalten.

Jörg von Garrel, Simone Thomas

E

EBIT heißt Earnings before Interest and Taxes (Gewinn vor Zinsen und Steuern).

Wolfram Klitzsch

R

Rating ist die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten.

Wolfram Klitzsch

V

Valuta heißt 1) Währung (meist ausländische Währung, z.B. spanische Valuta) 2) Wertstellung eines Postens auf einem Kontoauszug.

Wolfram Klitzsch

G

US-GAAP (United States Generally Accepted Accounting Principles) sind Bilanzierungsvorschriften wie das deutsche HGB (Handelsgesetzbuch) und die IFRS (International Financial Reporting Standards).

Wolfram Klitzsch

Kapitel 6. Empirische Untersuchung der Entwicklung und des Stands der Segmentberichterstattung nach IFRS 8

Die Untersuchung der Segmentberichte erfolgt im Rahmen dieser Arbeit anhand einer Inhaltsanalyse. Hierbei handelt es sich um eine „[…] empirische Methode zur systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Mitteilungen.“ Die Inhaltsanalyse zielt dabei nicht nur auf die bloße Beschreibung des Kommunikationsmaterials ab, sondern ermöglicht zudem eine systematische Analyse hinsichtlich verschiedener Aspekte der Kommunikation.

Franz Zinser

Kapitel 2. Die transitorische Grenze zwischen betrieblicher Karriere und beruflicher Weiterbildung

Für die Gestaltung von betrieblicher Kompetenzentwicklung ist es entscheidend, dass sie sich weder auf eine reine Anpassungsqualifizierung reduziert noch allein in die Verantwortung des Subjekts gelegt wird. Von dieser Annahme ausgehend wird in diesem Kapitel die analytische Unterscheidung zwischen der Sphäre betrieblicher und beruflicher Weiterbildung, die über Kompetenzmanagement sowohl aufgeweicht und verschoben als auch rekonstituiert werden kann, erörtert. Anhand von zwei Entwicklungsprojekten werden Bedingungen der Möglichkeit von betrieblicher Kompetenzentwicklung diskutiert, die über die Anpassung an sich wandelnde technologische und arbeitsorganisatorische Erfordernisse hinausgeht und Transitionen zur beruflichen Weiterbildung eröffnet.

Daniela Ahrens, Gabriele Molzberger

Berufseinstieg nach einem dualen Studium der Sozialen Arbeit

Wie verlaufen die Berufskarrieren der Absolvent*innen des dualen Studiengangs „Soziale Arbeit“ an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in den ersten drei Jahren nach ihrem Studienabschluss? Wie gestaltet sich ihr Einstieg in die erste Stelle? Wie kommen sie in ihren beruflichen Positionen an? In Bezug auf welche Kompetenzen sehen sie sich besonders gefordert? Zu diesen Fragen nimmt die „Panelstudie Berufsbiografie“ Stellung. Insgesamt 201 Absolvent*innen der verschiedensten Studienrichtungen wurden über Mehrfachbefragungen zu verschiedensten Themen über die ersten 33 Berufsmonate begleitet. Die folgende Darstellung greift einige zentrale Ergebnisse der Studie heraus.

Matthias Moch

Umfassende individuelle Kompetenzentwicklung als Ziel im dualen Studium der Sozialpädagogik – Erste Ergebnisse einer Pilotstudie zu relevanten Einflussfaktoren

Sozialpädagog*innen sind mit einer zunehmenden Komplexität der Aufgaben und Handlungsfelder und damit steigenden Anforderungen an die Professionalität konfrontiert. Dies wiederum bedingt grundlegende Anpassungen in der Qualifizierung von Sozialpädagog*innen im Sinne eines vertieften Fachwissens, einer verstärkten Vielseitigkeit und einer höheren Flexibilität. In diesem Beitrag wird zum einen herausgearbeitet, inwieweit das duale Studium Qualifizierungsvorteile gegenüber der dualen Ausbildung und dem klassischen Studium der Sozialpädagogik bieten kann. Dazu wird auch eine Auffächerung der Lernorte sowie die Differenzierung von Wissensformen vorgenommen. Zum anderen wird ausgelotet, welche Faktoren die individuelle Kompetenzentwicklung während des Studiums fördern können. Dazu wurde eine explanative Studie mit Studierenden der Internationalen Berufsakademie am Studienort Köln durchgeführt.

Felizitas Hartwig, Youssef El Ouadoudi, Jenny Amelingmeyer

6. Marktversagen und Wirtschaftspolitik

Bisher haben wir individuelle und soziale Wohlfahrt relativ getrennt voneinander betrachtet. Bereits in Kap. 3 haben wir gesehen, dass individuelle und soziale Anreize nur dann miteinander einhergehen, wenn eine Reihe von Annahmen erfüllt sind. Als Referenzmaßstab für (Allokations-) Effizienz haben wir das Modell des vollkommenen Wettbewerbs kennengelernt. Der Vergleich von Polypol und Monopol zeigt uns dabei bereits, dass die Verletzung auch nur einer der Annahmen des Modells des vollkommenen Wettbewerbs (Polypol) zu Wohlfahrtsverlusten führt (dead-weight-loss). In diesem Zusammenhang ist die Annahme der „atomistischen Marktstruktur“ verletzt. Marktmacht führt dazu, dass der Marktmechanismus nicht zum sozial wünschenswerten Marktgleichgewicht führt. Man spricht deshalb von Marktversagen. Nun kann jede dieser Annahmen dieses Referenzmodells einen eigenen Marktversagenstatbestand begründen.

Marc Scheufen

Kapitel 1. Arbeitswelt im Wandel – Herausforderungen für Organisation und Individuum

Im BMBF-Forschungsschwerpunkt zum betrieblichen Kompetenzmanagement im demografischen Wandel wurden in den letzten Jahren von 31 Verbundprojekten in sieben Fokusgruppen innovative Verfahren und Instrumente entwickelt, um mit Unternehmen, Verwaltungen, Nichtregierungs- und sonstigen Organisationen gezielt die aktuellen Herausforderungen des betrieblichen Kompetenzmanagements bewältigen zu können. In dem wissenschaftlichen Begleitprojekt wurden Ansätze entwickelt und umgesetzt, mit denen sich für die Wissenschaft und Praxis eine Orientierungshilfe für die vielfältigen Lösungsangebote realisieren lässt. Ausführlich erläutert wird in diesem Kapitel der Aufbau des vorliegenden Bandes, indem die methodischen Ansätze zur Entwicklung der Orientierungshilfe motiviert und fokussiert dargelegt werden. Den Kern bilden dabei die Diskurs-, Netzwerk-, Trend- und Forschungsportalanalyse sowie das InDeKo-Modell und das x.Navi-Konzept.

Ralf Knackstedt, Inga Truschkat, Roger Häußling, Axel Zweck

Sprachsensibles Handeln im Physikunterricht

Der Gedanke des sprachsensiblen Lernens und Lehrens im Physikunterricht ist vor dem Hintergrund der großen Unbeliebtheit des Faches bei Schüler/innen (Muckenfuß 2006, S. 76; Körber Stiftung 2017) und angesichts der Forderungen nach Inklusion und Integration herausfordernder denn je. Schüler/innen mit oft sehr unterschiedlichen Voraussetzungen lernen im selben Unterricht, der durch eine physikspezifische Fachsprache gekennzeichnet ist. Gerade im Physikunterricht ist die Fachsprache im Vergleich zur Alltagssprache in ihrer Konstruktion deutlich schwieriger als in anderen Schulfächern (Leisen 2011). Sprachsensibel müssen (angehende) Physiklehrkräfte also nicht nur hinsichtlich verschiedener Muttersprachen ihrer Schüler/innen sein, sondern auch hinsichtlich dessen, wie ihre Schüler/innen Alltags-, Bildungs- und Fachsprache nutzen oder eben auch nicht (ebd.).

Janine Freckmann, Michael Komoreck

III. Rechtstatsächliche Wurzeln und Verankerungen des österreichischen öffentlichen Rechts im Europäischen Rechtsraum

Der faktische Einfluss von Paradigmen zeigt sich in der Analyse des europäischen Rechtsraums. Die Entstehung und Entwicklung des österreichischen Staates, seines Rechts und seines Rechtsdenkens können nicht ohne dieses Phänomen erfasst werden. Religiöse Paradigmen schufen den Rechtsraum und ermöglichten gemeinsame Paradigmen der Jurisprudenz über heterogene Gemeinwesen hinweg. Regionale religiöse Paradigmenwechsel und europäische Paradigmenwechsel im Bereich der politischen Philosophie brachen mit dieser Einheit. Sie schufen ein staatskonstruierendes Interludium zwischen mittelalterlichem und aktuellen Rechtsraum und damit neue verbindende Elemente durch parallele Herausforderungen an eine neue Staatlichkeit. Dies ermöglichte die Entstehung des Kaiserstaats und seiner markanten rechtlichen Eigenheiten, während zugleich europäische Paradigmen in Form ethnonationaler Legitimationsvorstellungen diesen Staat untergruben. Sowohl das Recht als auch das Rechtsdenken der Republik bleiben ohne diesen Kaiserstaat und seine spezifischen Herausforderungen unverständlich. Der in der Republik erreichte Idealtyp des souveränen Nationalstaates wurde im aktuellen Rechtsraum relativiert. Letzterer entfaltet zunehmend eine transformatorische Kraft, welche keineswegs nur im positiven Recht, sondern insbesondere in Europäisierungstendenzen der nationalen Jurisprudenz begründet liegt.

Stephan G. Hinghofer-Szalkay

Budgetpolitik, insbesondere Haushaltskonsolidierung

Die Budgetpolitik in den Bundesländern und Kommunen fokussiert sich zunehmend auf die Haushaltskonsolidierung. Die Schuldenbremse und das Eingreifen der kommunalen Haushaltsaufsicht gegen weiter steigende Kassenkredite lässt die Haushaltskonsolidierung wahrscheinlich zum Dauerthema werden. Die öffentliche Managementlehre formuliert hierfür viele anspruchsvolle Reformkonzepte, um den Budgetprozess effizienter zu gestalten. Danach soll der Budgetprozess transparenter, strategischer und partizipativer werden. Strategische Planungsansätze, New Public Management und Bürgerhaushalte stehen damit in der Wissenschaft hoch im Kurs. In der Praxis zeigt sich aber empirisch, dass Strategien, die intransparent, inkrementalistisch und hierarchisch ausgerichtet sind, eher geeignet sind, einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten und sich deshalb häufig schon hinter der Fassade anspruchsvollerer Reformvorhaben sukzessive durchgesetzt haben.

Lars Holtkamp

Kosten- und Leistungsrechnung

Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) unterstützt die Planung und Steuerung einer öffentlichen Verwaltung. Sie schafft Kostentransparenz und bietet Anhaltspunkte zur Preis- bzw. Gebührengestaltung. Die KLR kann auch für Kosten- und Leistungsvergleiche herangezogen werden (Benchmarking) und so Anreize für Verbesserungen bieten, aber auch Make-or-Buy Entscheidungen unterstützen.

Sanja Korać

Bürgerhaushalte

Bei Bürgerhaushalten werden Bürger in die Diskussion über Einnahmen und/oder Ausgaben öffentlicher Gelder einbezogen. Oft betrifft dies den Gemeindehaushalt, aber auch andere Verwaltungsebenen und Institutionen. Zur Unterscheidung wird eine Typologie herangezogen. Für Deutschland sind Verwaltungsmodernisierung und Stadtteilprojekte besonders relevant. Es bestehen Potentiale für ländliche Räume.

Carsten Herzberg, Yves Sintomer, Anja Röcke

Finanzierung im öffentlichen Sektor

Die Handlungsfähigkeit des öffentlichen Sektors wird maßgeblich durch dessen Finanzsituation geprägt. Sie hat großen Einfluss auf die Effektivität, Effizienz und Qualität der öffentlichen Aufgabenwahrnehmung. Der Beitrag geht auf einige wesentliche Finanzierungsaspekte und -begriffe, die Erfassung des öffentlichen Gesamthaushalts sowie ausgewählte Merkmale eines Schulden- und Finanzmanagements ein.

Christina Schaefer, Benjamin Friedländer

Staat und Verwaltung

Der moderne Staat ist einerseits durch eine wachsende Ausdifferenzierung von Aufgaben und Strukturen gekennzeichnet, was andererseits nicht verhindert, dass immer wieder über den Niedergang des Staates spekuliert wird. Bei näherer Betrachtung der Verwaltung als Kernelement des Staates kann diese Diagnose nicht bestätigt werden. Insbesondere im Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung deutet vieles auf eine Kompetenzverschiebung in Richtung Verwaltung hin. Da sich diese Entwicklung größtenteils als nichtintendierter Wandel vollzieht, ist er weniger gut sichtbar als Verwaltungsreformen. Gleichwohl lassen sich die Dimensionen des Verwaltungswandels in Gestalt wachsender Fachexpertise, größerer Beurteilungsspielräume im Gesetzesvollzug und einer zunehmend auf internationale Gremien verlagerten Normsetzung nachzeichnen, an der die Verwaltung maßgeblich mitwirkt.

Marian Döhler

Intelligente Steuerung – Zur Umsetzung von Ansätzen smarter Städte und Regionen

Die Digitalisierung ermöglicht neue Formen der Koordination und Bereitstellung von öffentlichen Dienstleistungen. Als Smart City wird eine Stadt bezeichnet, in der digitale Informations- und Kommunikationstechnologie in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt wird. Die behauptete „Intelligenz“ dieser Lösungen bezieht sich dabei nicht allein auf den Einsatz von Technologie, sondern auf die Annahme, dass damit auch eine Verbesserung von Prozessen und Produkten einhergeht. Allerdings sind die realen Wirkungen derzeit noch nicht vollumfänglich erfassbar, da sich viele der neuartigen Lösungen erst im Erprobungsstadium befinden. Insbesondere in kleineren Städten sowie im regionalen Kontext sind die notwendigen Voraussetzungen in Hinblick auf notwendige Infrastrukturen oder personelle Ressourcen zudem nicht überall gegeben.

Jens Libbe

Benchmarking von Verwaltungsreformen

Benchmarking ist ein Instrument der Verwaltungsreform, welches durch Leistungsvergleiche Verbesserungen initiieren soll. Mit der Verankerung der Leistungsvergleiche in Art. 91 d des Grundgesetzes wurde die Erwartung verbunden, dass Leistungsvergleiche in der Praxis systematisch etabliert werden würden. Diese Erwartung wurde allerdings enttäuscht: Vor allem auf Bundesebene kommt Benchmarking bisher nur sehr selten zum Einsatz. Insbesondere auf kommunaler sowie auf fachlicher Ebene wurde Benchmarking gleichwohl in etlichen Initiativen erprobt und teilweise etabliert. Von einem flächendeckenden Einsatz ist Benchmarking trotz einzelner guter Erfahrungen allerdings noch deutlich entfernt.

Stephan von Bandemer

Neues Steuerungsmodell

Das „Neue Steuerungsmodell“ ist die spezifisch deutsche Version des „New Public Management“. Es wurde seit Anfang der neunziger Jahre als umfassendes Reformmodell propagiert und verbreitete sich wie ein „Buschfeuer“ unter den deutschen Kommunen. Tatsächlich wurde das Modell kaum umfassend, sondern allenfalls in Einzelteilen umgesetzt, hat aber dennoch die deutsche Verwaltungsmodernisierung entscheidend geprägt.

Werner Jann

Verwaltungspolitik und Verwaltungsreform

Der Beitrag setzt sich mit der politischen Dimension von Verwaltungsreformen auseinander. Es wird gezeigt, dass das rationale Problemlösungsmodell die Realität von Verwaltungsreformen nicht adäquat erfasst. Stattdessen spielen (mikro)politische Faktoren eine große Rolle für das Zustandekommen und die Umsetzung von Reformen. Dabei handelt es sich in der Regel weniger um ideologische Präferenzen, sondern eher um Reaktionen auf externe Erwartungen sowie um institutionelle Eigeninteressen der beteiligten Akteure. Betont wird zudem der symbolische Charakter von Verwaltungsreformen.

Tobias Bach, Sylvia Veit

Nachhaltige Verwaltung

Basierend auf den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und den Nachhaltigkeitsstrategien der EU und Deutschlands ist ein nachhaltigkeitspolitischer Rahmen für die öffentliche Verwaltung entstanden. Hierbei besteht Anpassungsbedarf in den Verwaltungen, der von Verwaltungsreformen bisher nur unzureichend adressiert wird. Im Beitrag werden konzeptionell und anhand von ausgewählten Handlungsfeldern Entwicklungsschritte hin zur nachhaltigen Verwaltung diskutiert.

Harald Heinrichs, Ferdinand Schuster

Qualitätsmanagement

Das Thema Qualitätsmanagement (QM) ist in der öffentlichen Verwaltung ein Dauerbrenner, wenngleich sich in einigen Verwaltungsbereichen die Anforderungen an QM-Systeme gewandelt haben. Der Beitrag stellt die Vielschichtigkeit des Konzepts Qualität in der öffentlichen Verwaltung dar und die Herausforderungen, die Qualität öffentlicher Dienstleistungen zu bestimmen und zu bewerten. Des Weiteren werden die Kernelemente und Funktionsweisen von Qualitätssicherung nach DIN EN ISO 9001 und von Akkreditierung sowie das Exzellenz-Modell Common Assessment Framework (CAF) dargestellt. Abschließend werden die Umsetzungsbarrieren von QM in öffentlichen Verwaltungen diskutiert und neuere Entwicklungen aufgezeigt.

Elke Löffler

Agencies

Der Beitrag stellt unterschiedliche Definitionen von Agenturen vor und unterscheidet zwischen modernen Agenturen und unabhängigen Regulierungsbehörden als wichtigsten reformpolitischen Leitbildern. Anschließend stellt der Beitrag theoretische Erklärungen zur Agenturbildung vor, skizziert den Stand der Umsetzung in Deutschland und geht abschließend auf die Auswirkungen von Agenturbildung ein.

Tobias Bach

Kapitel 21. Reputationskommunikation – aktuelle Herausforderungen für Krankenhäuser

Als immaterieller Vermögenswert trägt Reputation direkt zur Wertschöpfung eines Unternehmens bei. Dieser Beitrag befasst sich mit dem Zusammenhang von Wertschöpfung durch Kommunikation in Krankenhäusern mit Fokus auf Reputation und zeigt dabei mögliche Wege für eine professionelle Umsetzung von Kommunikationsaktivitäten bei Krankenhäusern. Ausgehend von einer definitorischen Abgrenzung des Bereiches Reputation werden aktuelle und bisher teilweise unveröffentlichte Studien präsentiert, die den aktuellen Status Quo der Krankenhauskommunikation in Österreich und Deutschland wiedergeben. Der Rolle von digitalen Gesundheitsplattformen und Bewertungsportalen wird dabei besondere Beachtung geschenkt.

Peter Schneckenleitner

Kapitel 12. Das Magnet-Krankenhaus-Programm – Pflegefachkräftemangel und strategische Wettbewerbssituation aktiv gestalten

Über erfolgreiches Marktagieren entscheidet nicht nur die richtige Behandlung zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Mitteln. Es basiert ebenfalls auf dem Image eines kompetenten Leistungsanbieters in Verbindung mit der Bindung von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern. Doch gerade im Pflegebereich steigen Arbeitskräfte eher aus dem Team aus als ein, was die Sicherstellung eines reibungslosen Arbeitsablaufes teils erheblich belastet. Der Magnetkrankenhausansatz bietet Leistungsanbietern eine konkrete Möglichkeit an, Fachkräfte gerade in Zeiten des Mangels und Patienten im Wirkungskreis an sich zu binden. Verantwortlich hierfür ist insbesondere das Zusammenspiel von strukturellem Empowerment, professioneller Praxis, Innovationen/Verbesserungen und transformationaler Führung.

Marc Weeren

Kapitel 40. Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus

Gesundheitsmanagement als Organisationsentwicklung

Das vival.institute ist ein Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung in Südtirol. Neben den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, psychosoziale Gesundheit, Bewegung und Ernährung nimmt das Betriebliche Gesundheitsmanagement als strukturierter Prozess für die Planung und Umsetzung von gesundheitsorientierten Maßnahmen in Betrieben einen hohen Stellenwert ein. Der Beitrag beschreibt die Einführung und Weiterentwicklung des betrieblichen Gesundheitsmanagements in Krankenhäusern. Neben den konkreten Umsetzungsmodalitäten wird einführend eine Übersicht über wichtige Themen der betrieblichen Gesundheitsförderung und der konzeptuelle Rahmen der „Gesundheitsfördernden Krankenhäuser“ gemäß Richtlinien der WHO vorgestellt.

Ruth Gschleier, Manfred Andergassen

Kapitel 19. Das neue Antikorruptionsgesetz – Kooperation vs. Korruption?

Die Grenzen zwischen erlaubter, teils erwünschter Kooperation einerseits und straftrechtsbewehrter Korruption zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten andererseits sind (noch) nicht abschließend geklärt. Die Gefahr von unzulässigen Gestaltungen liegt in einer scheinbaren Win-win-Situation für das Krankenhaus und den niedergelassenen Ärzten. Das Krankenhaus bindet wichtige Zuweiser und kann die Zahl der stationären Patienten erhöhen. Dem Arzt werden vermeintliche Verdienstmöglichkeiten jenseits des GKV-Honorars geschaffen. Die Beteiligten verkennen dabei, dass die Patienten und die öffentlichen Gelder der gesetzlichen Krankenkassen nicht ihnen „gehören“ und über sie beliebig disponieren können.

Hans-Joachim A. Schade, Dirk R. Hartmann

Kapitel 7. Vorbildfunktion des Arztes – Realität und Herausforderung

Die Vorbildfunktion des Arztes für seine Patienten und im gesellschaftlichen Kontext darf nicht unterschätzt werden. Gleichzeitig sollte seine Führungsfunktion im Unternehmen Krankenhaus nicht außer Acht gelassen werden. Diese Kombination stellt für den Arzt eine besondere Herausforderung dar. Hier bedarf es sowohl der Unterstützung durch die Rahmenbedingungen des Krankenhauses – u. a. eines gut aufgestellten Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) – als auch eines professionellen Selbstmanagements des Arztes bezogen auf seine eigenen Bedürfnisse, um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben. Einige Krankenhäuser zeigen mit ihren Best-Practice-Beispielen, dass BGM auch in dieser speziellen Branche gut funktioniert und gerade in der heutigen Wettbewerbssituation der Krankenhäuser für diese immer wichtiger werden wird.

Simone Becker, Markus A. W. Hoehner

Kapitel 8. Geschäftsführung und Aufsichtsrat in Kliniken

Die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat bestimmen die Geschäftspolitik eines Krankenhauses maßgeblich und sind somit hauptverantwortlich für die erfolgreiche Ausrichtung einer Klinik. Nicht selten und insbesondere aufgrund von unterschiedlichen Interessenslagen treten hierbei Konflikte zwischen den beiden Unternehmensorganen auf, die bei verhärteten Fronten schlimmstenfalls zum völligen Stillstand führen können. Dies kann in einem turbulenten Krankenhausumfeld fatale Folgen für das Klinikum haben, da so betriebswirtschaftlich und medizinisch wichtige Entscheidungen nicht getroffen und folglich auch nicht umgesetzt werden können. Wichtig ist es daher, dass beide Unternehmensorgane an einem Strang ziehen und kooperativ zusammenarbeiten. Nur so kann die komplexe Aufgabe der Klinikführung gelingen.

Tobias Nemmer

Kapitel 13. Klassisches und digitales Lernen für Stationsleitungen – Eine Fallstudie

Entwicklung einer gemeinsamen Führungskultur der Stationsleitungen im Katholischen Krankenhaus Hagen

Diese reale Fallstudie zeigt, wie die Pflegedirektion des Katholischen Krankenhauses Hagen zu einem gemeinsamen Führungsverständnis unter den Stationsleitungen beiträgt. Im Zuge der Digitalisierung wird ein Weiterbildungskonzept umgesetzt, das digitale und klassische Lernmethoden verbindet (blended learning). Die Teilnehmenden an dieser Blended-Learning-Weiterbildung zur Führungskräfteentwicklung sind die Stationsleitungen des Hauses. Die Fallstudie zeigt die Herausforderungen bei der Implementierung und wie diese von der Pflegedirektion und dem Anbieter des Blended-Learning-Konzepts, der Coachingbüro Sinn meets Management GmbH, konkret gelöst wurden. Sie führt außerdem die Vorteile der Kombination von digitalem und klassischem Lernen für leitendes Pflegepersonal in der konkreten Umsetzung an.

Ümit N. Civan

Kapitel 6. Erhebungsmethoden

In diesem Kapitel werden die drei in der Empirischen Sozialforschung zur Datenerhebung genutzten Methoden behandelt. Neben der Befragung sind dies die Beobachtung und die Inhaltsanalyse. Die Darstellung bemüht sich darum, neben den theoretischen Grundlagen dieser Methoden und der Variantenvielfalt, auch deren Anwendung beispielhaft aufzuzeigen.

Michael Häder

Kapitel 3. Wissenschaftstheorie

Um sich in der Welt zurecht finden zu können, benötigen die Menschen Erklärungen und Anleitungen für ihr Handeln. Solche Anleitungen und Erklärungen liefern ihnen die impliziten und die expliziten Theorien. Wie bereits (vergleiche Kap. 2 ) gezeigt, handelt es sich bei Theorien um Aussagesysteme, mit deren Hilfe Erkenntnisse über einen Bereich von Sachverhalten geordnet, Tatbestände erklärt und vorhergesagt werden können. Nun sollen diese Theorien weiter unterteilt werden in explizite und in implizite. Die Hausfrau, die viel Liebe und Mühe in die Zubereitung eines Festmahles investiert hat, verkündet bei der Präsentation ihrer Kochkünste (aus impliziten Theorien abgeleitete) Einsichten wie etwa: „Liebe Gäste, esst nur recht langsam, denn dann schafft ihr mehr von diesem köstlichen Essen!“ Und auf Nachfrage: „Das hat schon meine Mutter immer gesagt.“ Diese Theorie wurde also von Generation zu Generation vererbt – schließlich ist langsames Essen eine Frage des Genusses und es stellt außerdem ein Lob für die Köchin dar, wenn alles aufgegessen wird. Auch scheint langsames Essen bisher kaum jemandem geschadet zu haben. Diese implizite Theorie mag somit sogar in sich widerspruchsfrei sein, hilfreich ist sie in diesem Falle ohnehin. Weiterhin erklärt sie bestimmte Tatbestände beziehungsweise sagt voraus, welche (erwünschten) Folgen langsames Essen hat. Also, weshalb nicht weiterhin dieser impliziten Theorie folgen und in aller Ruhe das Essen genießen?

Michael Häder

Die Rolle von Stiftungen in der Stadterneuerung

Stiftungen werden von Politik und Verwaltung in Kommunen oft nur wenig als Instrument und Partner der Stadterneuerung wahrgenommen. Der Beitrag beschreibt am Fallbeispiel der Stiftung trias verschiedene Modelle und Aktionsfelder von Stiftungen bei der Förderung von gemeinwohlorientierten Stadterneuerungsprojekten. Neben der direkten Förderung von Projekten wird dabei ein besonderer Fokus auf eine gezielte Anlagestrategie des Stiftungsvermögens in solchen Projekten gelegt. Die Stiftungsprojekte verweisen auf eine zunehmende Vielfalt von aktiven „Stadtmachern“, sie sind zugleich ein Indiz für eine emanzipierte und selbstbewusste Stadtgesellschaft und in vielen Städten nicht mehr wegzudenken.

Rolf Novy-Huy

Innenstadtmanagement

Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des Instrumentes in der Stadterneuerung

Der Aufgabenschwerpunkt der Innenstadtentwicklung rückt in den letzten Jahren immer stärker in den Blick des Bundes und der Länder, was durch die Etablierung verschiedener Länderinitiativen, Forschungsprojekte oder Förderprogramme deutlich wird. Neben formellen und informellen Instrumenten kommt zunehmend die Managementkomponente zum Einsatz, die auch im Rahmen von EU-, Bundes- und Länderförderungen finanzielle Unterstützung erhält und vorwiegend die Bezeichnung City-, Innenstadt-, Zentren- oder Quartiersmanagement trägt.Ziel dieses Beitrags ist es, den innovativen und aktivierenden Ansatz eines Innenstadtmanagements zu verdeutlichen, potenzielle Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des Instruments darzustellen und letztlich den Bezug zur Städtebauförderung und Stadterneuerung herzustellen.

Alessa Strubel

Nutze die Stadt!

Urban Art in der Stadterneuerung

Der bewusste Einsatz von Urban Art als Instrument der Stadterneuerung ist ein relative neues Phänomen. Dabei reicht die Spanne von umfassenden künstlerischen Gestaltungen bis zu punktuellen Gestaltungen von Schaltkästen. Die Furcht vor inkontrollierte „Schmierereien“ scheint in der Fachwelt einer breiten Akzeptanz gewichen zu sein. Die fast einen ganzenStadtteil einbeziehende Freiraumgalerie im vernachlässigten Osten der Stadt Halle (Saale) gilt als interessantes Experimentierfeld für Kunst und Kultur.

Delia Rothas

Die veränderte Rolle der Wohnungswirtschaft in den Großen Siedlungen

Die Veränderungen der deutschen Wohnungsmärkte in den letzten Jahrzehnten war tiefgreifend. Die Ära der Privatisierung 1994–2008 lässt sich durch den Beginn des Altschuldenhilfegesetzes in Ostdeutschland (und Berlin) datieren, denn seitdem wurde den Kommunen nahegelegt, sich von Beständen ihrer öffentlichen Wohnungsunternehmen zu trennen (damals: um Altschulden der DDR-Unternehmen tilgen zu können). Dresdens Verkauf der WOBA war der Höhepunkt, seit der Finanzkrise nimmt die öffentliche Hand weitgehend von Verkäufen Abstand.

Arvid Krüger

Einzelbeiträge

Media management is a young academic field that has yet to establish a universally accepted set of theoretical foundations (Küng 2007, Mierzejewska & Hollifield 2006). Albeit its strong growth in academic teaching and scholarly output, it remains a confused field. The field is neither clearly defined nor cohesively organized. It remains rather a loose agglomeration of work by researchers from various scientific fields.

Paul Clemens Murschetz

Zusammenfassung und Ausblick

Gegenstand der Arbeit war der fragmentarische Versuch, kommunikationswissenschaftliche Konzeptionen und Befunde aus der Medienpraxis zur Deutung der „digitalen Mediamorphose“ und den Wandel von öffentlicher Kommunikation aus Sicht der Medienökonomie in den Blick zu nehmen, zu analysieren und zu bewerten. Das Erkenntnisziel der theoretischen Durchsicht war die Untersuchung der Frage, ob die „digitale Mediamorphose“ zu einem Wandel der Öffentlichkeit führt und welche kommunikationswissenschaftlichen Modelle und Befunde aus der Medienpraxis diesen Wandel sichtbar werden lassen.

Paul Clemens Murschetz

Stadtumbau und Kultur

Neue Zugänge zur Vermittlung von städtischen Umbauprozessen

Gerade in schrumpfenden Kommunen erscheint es als besonders wichtig, die Realität des Schrumpfens, die damit verbundenen Verlusterfahrungen und notwendigen städtischen Umbauprozesse mit anderen Mitteln und über neue Zugänge besser verständlich zu machen und Betroffene zu aktivieren. In letzter Zeit werden hierfür vermehrt auch künstlerische Ausdrucksformen genutzt. Basierend auf eigenen Erfahrungen des Autors ist es zentrales Anliegen des Beitrags, den Gegenstand solcher kulturellen Prozesse im Stadtumbau als Forschungsgegenstand aufzurufen und genauer zu untersuchen. Eine deutschlandweite Befragung der Stadtumbaukommunen liefert erstmals statistisches Material zum Thema, das dann in vier vertiefenden Fallstudien anschaulich wird. Für die Planungspraxis werden mögliche Aktionsfelder katalogisiert und Anwendungsprinzipien abgeleitet. Am Ende wird deutlich, dass Kunst und Kultur nicht schmückendes Beiwerk der Planung sondern ein eigenständiger Bestandteil im Stadtumbauprozess sein können.

Thomas Fischer

Biologische Vielfalt und Stadterneuerung

Potenziale und Grenzen der Städtebauförderung

Urbane Landschaften haben eine besondere Bedeutung für die Erhaltung und die Förderung der biologischen Vielfalt. Biologische Vielfalt in der Stadt ist die Voraussetzung für Ökosystemleistungen, die in ihrer Bandbreite von der Regulation des Mikroklimas bis hin zur Ermöglichung von Naturerleben und naturnaher Erholung eine wichtige Grundlage für die Umwelt- und Lebensqualität in Städten darstellen. Es liegt daher sehr nahe, Biodiversität auch zum Gegenstand von Städtebauförderung und Besonderem Städtebaurecht zu machen.

Stefanie Rößler, Elisa Böhme, Juliane Mathey, Robert Knippschild

Wie (weibliche) Digital Natives auf digitale Jobs vorbereitet werden und was dabei noch zu tun ist

Die Digitalisierung ist ein Prozess, der seit Jahren Grund für Umstrukturierungen in Unternehmen, Bequemlichkeiten im Privatleben und einen Wandel in unserer Gesellschaft ist. Jedoch ist Digitalisierung noch immer vordergründig männlich geprägt – bis jetzt. Denn die Digitalisierung birgt auch ein großes Karrierepotenzial für Frauen. Zahlreiche Initiativen und Organisationen deutschlandweit fördern seit Jahren das Interesse junger Frauen für den Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und damit auch für viele digitale Jobs. Katja Werner beleuchtet in diesem Kapitel verschiedene Aus- und Weiterbildungsangebote für weibliche Digital Natives. Sie untersucht sowohl, wie diese Angebote angenommen werden und was sie bewirken können als auch was nötig wäre, um mehr Frauen den Weg in MINT-Berufe bzw. digitale Berufe zu ebnen. Dazu werden Chancen und Herausforderungen erörtert und durch die praxisbezogene Sichtweise sowie Handlungsempfehlungen von fünf Expertinnen ergänzt.

Katja Werner

Frauen gründen gründlicher – und vorsichtiger

Der „Boys Club“ dominiert weltweit die Verteilung des Wagniskapitals und vertut damit ein Riesenpotenzial

Frauen gründen seltener Firmen als Männer. Das gilt für Startups sogar noch stärker als für traditionelle Unternehmen. Doch was Ursache und was Wirkung ist, lässt sich kaum eindeutig feststellen. Denn einerseits zeigen weltweite Analysen, das Venture Capital den weißen männlichen Startup-Gründer bevorzugt. So fließen in den USA lediglich zwei Prozent des Risikokapitals in von Frauen initiierte Neugründungen. Andererseits erweisen sich Frauen als weniger risikofreudig und scheuen im Falle des Scheiterns vor einem zweiten Versuch zurück, wie der Female Startup Monitor 2018 nahelegt. Eines aber scheint sicher: der Wirtschaft geht weltweit ein großes Potenzial an Frauen-Power durch die Lappen. Vielleicht hilft Geduld…

Janina Mütze

Veränderung lässt sich nicht aussitzen

Die Digitalisierung ist Treiber einer Veränderung, die ganz neue Situationen und Fragestellungen mit sich bringt. Die Gesellschaft in ihrem Sinne zu verändern, sie informiert und entscheidungsfähig zu machen, ist die wichtigste Aufgabe unserer Zeit. Ich möchte dort, wo ich lebe und arbeite, ein Bewusstsein dafür schaffen, dass sich Veränderung nicht aussitzen lässt. Sie braucht Mut und Neugier und die Bereitschaft, mit Gewohnheiten und Traditionen zu brechen. Die gesamte TLGG-Agenturgeschichte – von der ersten Social-Media-Agentur über die Agentur für digitale Transformation hin zur Agentur für digitales Business – ist eine solche konstante Weiterentwicklung, die wir immer wieder angestoßen haben, um der Branche, dem Markt und auch uns selbst zwei Schritte voraus zu sein. Denn uns treibt Digitalisierung genauso wie wir sie.

Fränzi Kühne

1. Das Krankenhaus – ein Sonderfall mit Sonderregelungen

Zu Beginn dieses Buches werde ich das Krankenhausumfeld ein wenig näher beleuchten ein wenig beleuchten und Ihnen damit auch die Notwendigkeit von durchgehenden Analysen des (eigenen) Zahlenwerkes aus unterschiedlichen Perspektiven vor Augen führen.

Bernd Heesen

Kapitel 6. Macht, Vertrauen und Verständigung in Veränderungsprozessen – Welche Rolle spielt laterale Führung?

Laterale Führung ist ein bedeutender Wettbewerbsfaktor in Veränderungsprozessen, welcher die Volatilität, die Unsicherheit, die Komplexität und die Ambivalenz in Organisationen durch ein erweitertes Handlungsspektrum absorbieren kann. Der Beitrag will helfen, die wissenschaftliche und insbesondere die praktische Relevanz lateralen Führens herauszuarbeiten. Traditionelles Verhalten von Führungskräften in Veränderungsprozessen verliert an Wirkung in der heutigen Arbeitswelt. Je netzwerkartiger die Arbeitsstrukturen und -beziehungen in den Unternehmen werden, umso häufiger müssen Personen ohne Weisungsbefugnis geführt werden. Dazu müssen die lateralen Führungskräfte wissen, wie sie mit sozialen Dynamiken in Wertschöpfungsketten umgehen. Konkret geht es bei lateraler Führung um die Akzeptanz der Latenz von Macht-, Verständigungs- und Vertrauensverhältnissen ohne die bestehenden formalen Strukturen der Organisation grundlegend zu verändern.Anhand zweier Beispiele, d. h. der Implementierung von 1) Lean Manufacturing und der 2) Einführung eines ERP-Systems wird erklärt, wie diese Erkenntnisse in der betrieblichen Praxis umgesetzt werden können. Das Implementieren schlanker Fertigungsprozesse wie auch das Einführen von ERP/SAP erfordern ein hohes Maß an geführter Selbstorganisation. Hierzu gehören Wechselspiele aus rahmen gebender Führung und Selbstorganisation.

Gustav Giest

Kapitel 4. Von gigantischen Monstern und mathematischen Lorbeeren

Eine wichtige Technik für Mathematiker ist die Klasseneinteilung. Einmal wurde ich von einem Zeitungsreporter zur Bildung von Klassen interviewt.

Annegret Weng, Susanne Renger

Krise, Stillstand und Reformen: Das Policyprofil der dritten Regierung Merkel

Die Policybilanz der dritten Großen Koalition ist gemischt. Nur in wenigen Politikfeldern, wie der Umwelt- oder der Gesundheitspolitik, herrschte Stillstand. Dagegen zeichnete sich in der Sozial- und Wirtschaftspolitik eine zunehmende Bereitschaft zur Staatsintervention ab. Gesellschaftspolitisch dominierte die Reaktion auf die Flüchtlingskrise, die ähnlich wie die Reform der doppelten Staatsangehörigkeit, aber auch die Gesetzgebung zu gleichgeschlechtlichen Paaren liberal ausfiel. Angetrieben wurde die Arbeit der Regierung Merkel III von Problemdruck, insbesondere ausgelöst durch die Flüchtlingskrise, der gleichzeitig Reformen in anderen Politikfeldern erschwerte. Doch auch programmatische Positionen der Regierungsparteien fanden ihren Niederschlag, wenngleich dieser durch Rücksichtnahmen auf Koalitionspartner begrenzt blieb.

Reimut Zohlnhöfer

Regierungsoptionen zwischen Bürgerwille und Issue-Nähe – Eine Analyse von Koalitionspräferenzen vor der Bundestagswahl 2017

Vor dem Hintergrund einer zu beobachtenden Fragmentierung und nachlassenden Segmentierung des Parteiensystems war der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017 davon geprägt, dass verschiedenste Koalitionsoptionen in der Öffentlichkeit diskutiert und auf ihre Realisierbarkeit hin geprüft wurden. Mehrheitskoalitionen sind nach Bundestagswahlen als Ergebnis der Regierungsbildung die Regel. Damit sind auch die Bürgerinnen und Bürger vertraut, bilden sie doch Einstellungen zu Koalitionsoptionen heraus und kalkulieren mögliche Regierungsbildungen in ihre Wahlentscheidung ein. Der Beitrag untersucht die Koalitionspräferenzen des Elektorats allgemein und von Parteianhängern im Besonderen für die Regierungsbildung nach der Bundestagswahl 2017. Hierzu erfolgt ein Abgleich der Koalitionspräferenzen mit der Issue-Nähe zwischen politischen Parteien in ausgewählten Koalitionsvarianten. Anschließend werden Einflussfaktoren von elektoralen Koalitionspräferenzen genauer analysiert. Für die Analyse wird auf Daten des Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl und einer Online-Panel-Befragung zurückgegriffen.

L. Constantin Wurthmann, Stefan Marschall, Maike Billen

Die Wahl der AfD. Frustration, Deprivation, Angst oder Wertekonflikt?

Spätestens seit der Bundestagswahl 2017 ist die AfD ein ernst zu nehmender Akteur in der bundesdeutschen Parteienlandschaft. Nicht nur Politiker fragen sich, warum es ihr gelang eine so beachtliche Zahl an Wähler*innen zu mobilisieren. Der Beitrag untersucht diese Frage unter Einbezug von Umfragedaten der German Longitudinal Election Study (GLES) 2017. Es zeigt sich, dass politische und soziale Einstellungen die Wahl der AfD und ihr Wählerpotenzial besser erklären können als sozialstrukturelle Faktoren. Besonders Gefühle der kulturellen Bedrohung, des Ethnozentrismus und des Misstrauens gegenüber etablierten Parteien und Politiker*innen bringen Bürger*innen dazu, für die AfD zu stimmen. Die Wähler*innen drücken ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik als Protestwahl („Voice“) aus und frühere Nichtwähler*innen („Exit“) werden mobilisiert.

Susanne Pickel

Der erste Eindruck trügt

Eine Analyse der Wahlbeteiligung der Bundestagswahl 2017 auf Bundes-, Landes- und Städteebene im europäischen Kontext

„Je niedriger die Wahlbeteiligung ausfällt, desto ungleicher ist sie“ (vgl. Tingsten 1975). Basierend auf dieser Annahme untersucht der Artikel die Besonderheiten bezüglich der Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2017. Ziel ist es herauszufinden, welche Indikatoren für soziale Gleichheit einen Einfluss auf die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2017 haben. Zudem soll durch den Vergleich mit anderen Wahlen (Europawahl 2014, Landtagswahlen) untersucht werden, ob die Ergebnisse der Bundestagswahl eine Besonderheit in der Wahllandschaft darstellen. Zunächst wird die Wahlbeteiligung auf unterschiedlichen deutschen Ebenen (Bundes-, Landes- und Städteebene) in Bezug auf sozioökonomische Ressourcen (bspw. Arbeitslosigkeit und Haushaltseinkommen) analysiert. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die sozioökonomische Lage der Wahlkreise oder Stadtviertel einen erheblichen Einfluss auf die Wahlbeteiligung hat und die Arbeitslosenquote dabei ein starker Indikator ist, der stellvertretend für die soziale Lage insgesamt steht. Die europäische Kontextualisierung zeigt jedoch, dass dieses Phänomen kein rein deutsches, sondern ein ausgesprochen europäisches ist. Auch der Vergleich unterschiedlicher Wahlen zeigt, dass die soziale Schieflage nicht nur bei der Bundestagswahl 2017 vorzufinden ist, vielmehr liegt ein nahezu identischer Effekt auch bei der Europawahl 2014 vor. Der Effekt der sozioökonomischen Indikatoren auf die Wahlbeteiligung bleibt hingegen über alle Wahlen hinweg ähnlich stark. Die Befunde stehen zum Teil in Kontrast zu der Aussage von Herbert Tingsten und hinterfragen lang geglaubte Gesetzmäßigkeiten.

Stefan Haußner, Michael Kaeding

Kapitel 14. Synergien und Zielkonflikte in der Agenda 2030 im Kontext des nachhaltigen Konsums – eine systemische Perspektive

Nachhaltigem Konsum kommt in der öffentlichen Debatte seit mehreren Jahrzehnten eine hohe Aufmerksamkeit zu. Dabei stehen häufig individuelle Konsumkonzepte im Mittelpunkt, die aber zur Lösung der Probleme einer globalen nachhaltigen Entwicklung nicht entscheidend beitragen können. Ein mehr oder weniger nachhaltiges Einzelverhalten reicht nicht aus, und es zeigt sich, dass man eine systemische Perspektive einnehmen muss, um zu einer vollumfänglichen Bewertung heutiger Konsummuster zu kommen. Hierzu bildet die Agenda 2030 aufgrund ihrer Ganzheitlichkeit einen geeigneten Ausgangspunkt. Als eigenständiges Ziel für nachhaltige Entwicklung steht SDG 12, „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“, in einem Zusammenhang mit beinahe allen anderen Zielen der globalen Agenda.

Karolina Lecina

Kapitel 8. Freiwillige Klimaneutralität und CO2-Kompensation nicht-staatlicher Akteure – Eine Chance auf vielfältige Co-Benefits im Sinne der Agenda 2030

Die Bekämpfung des Klimawandels ist eines der 17 Ziele der Agenda 2030. Es ist zugleich eines der drängendsten Themen unserer Zeit und wird heute von allen gesellschaftlichen Akteuren – Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft – aufgegriffen. Der Ansatz der CO2-Kompensation bietet die noch viel zu wenig genutzte Chance, mit Maßnahmen zum Klimaschutz zugleich Beiträge zur Erreichung weiterer Ziele der Agenda 2030 zu leisten. Bezüglich 14 weiterer Nachhaltigkeitsziele lassen sich im Kontext unterschiedlicher CO2-Kompensationsprojekte Co-Benefits erzielen. Dieses große Win-win-Potenzial sollte so umfangreich wie möglich ausgeschöpft werden.

Estelle Herlyn

Kapitel 5. Vom Magischen Viereck über ein Sechseck zum Vieleck

50 Jahre Erfolgsgeschichte und neue Herausforderungen für das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz

Das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz, auch Magisches Viereck genannt, bildet seit Jahrzehnten einen Orientierungsrahmen für die Wirtschaftspolitik und die Sicherung des Wohlstands in der Bundesrepublik. Die Regierungen und viele wichtige Institutionen, wie z. B. die Bundesbank oder Organisationen im Bereich des Sozialen, werden über das Gesetz in Regelsysteme eingebunden. Diese Regeln sollen bewirken, dass sich Arbeitsmarkt, Außenhandel, Preisstabilität und ein angemessenes Wachstum gleichzeitig in einem konjunkturgerechten Gleichgewicht entwickeln. Damit wurde bereits vor mehr als 50 Jahren ein festes Fundament zur institutionalisierten Steuerung der Wirtschaft geschaffen (Deutscher Bundestag 1967). Trotz der langen Tradition ist das Gesetz nicht jedem bekannt und gegenwärtig – auch nicht in der Politik. Parlamentarier, die sich nicht unmittelbar mit Wirtschaft oder Haushalt befassen, kennen das Stabilitätsgesetz häufig nicht. Nach 50 Jahren ist die Frage zu stellen, ob dieses Gesetz den vielfältigen aktuellen Herausforderungen, etwa in Bezug auf Nachhaltigkeit, gerecht wird. Zu fragen ist auch, ob der Mechanismus eines auf nationaler Ebene konstituierten Stabilitätsinstruments angesichts der zunehmend bestimmenden Rolle der EZB sowie der Wettbewerbsregularien, der Handelssteuerung und der Zollverantwortlichkeit der EU noch ausreichend wirksam sein kann. Wesentlich ist heute angesichts der drängenden Herausforderungen im ökologischen und sozialen Bereich vor allem auch die Frage nach der Adäquatheit der Zielvorgaben.

Christoph Brüssel

Kapitel 7. Die algorithmisierte Gesellschaft

Zählen ist etwas sehr Elementares für den Menschen und viele Tiere. Das Wort Digitalisierung gibt einen Hinweis darauf, welche Hilfsmittel für das Zählen geradezu prädestiniert waren: die Finger der beiden Hände des Menschen. Die alten Pythagoräer beschworen ihr Mantra: „Alles ist Zahl“, wobei sie wohl eher an Geometrie dachten als an die uns umgebende Umwelt. Die Informatiker als neue Pythagoräer beschränken sich hingegen nicht auf abstrakte Objekte der Mathematik, in der Welt des Digitalen erscheint alles zählbar, alles berechenbar, alles modellierbar. Es ist also streng genommen nicht die Digitalisierung, sondern die Algorithmisierung, die unsere Lebenswelt so fundamental prägt, dass wir in Anlehnung an den Begriff der Gutenberg-Galaxis nun die Turing-Galaxis ausrufen sollten.

Stefan Ullrich

Chapter 4. Germany

The Auswärtiges Amt, Germany’s Foreign Office, houses an elite, professional diplomatic corps that is well-socialized into a cohesive diplomatic culture, which makes for disciplined and coherent foreign policy messaging, sometimes at the cost of flexibility and autonomy. The Foreign Office’s role in decision-making has been eroded by the advent of new bureaucratic “actors” and the growing centralization of policy in the office of the Chancellor. Meanwhile, a combination of new challenges—the refugee crisis, Brexit, Russian aggression, and others—have been unsettling, particularly with the weakening of multilateral institutions, through which Germany prefers to act. The resignation of Angela Merkel as Christian Democratic Union (CDU) party leader in 2018 and her announcement that she will not seek another term as chancellor add to the uncertainties ahead.

Marne Sutten, Catherine Cousar, Robert Hutchings

Kapitel 19. Familienunternehmen – In rauer See erfolgreich navigieren

Familienunternehmen sind die tragenden Säulen aller marktwirtschaftlich orientierten Volkswirtschaften. Sie erwirtschaften das Gros der volkswirtschaftlichen Leistung und stellen mehr Arbeitsplätze zur Verfügung als die Welt der Konzerne. Für die Wahrung ihrer Unabhängigkeit und einen nachhaltigen Markterfolg sind Umsicht, Wertetreue, Innovationsgeist, Flexibilität und Mut entscheidende Voraussetzungen. Damit ein Unternehmen als inhabergeführter Familienbetrieb auf eine gesunde Basis für das wirtschaftliche Überleben im harten Wettbewerbsumfeld der Zukunft bauen kann, muss zudem der Zusammenhalt der Familie oberste Priorität genießen. Im stürmischer werdenden internationalen Marktumfeld wird nur bestehen, wer diesen Anforderungen dauerhaft gerecht wird und eine langfristige Perspektive nicht kurzfristigen Vorteilen oder dem bequemen Ausruhen auf dem Erreichten opfert.

Alexander Friesz

Kapitel 18. Inhabergeführtes Unternehmen vs. Konzern

Den Herausforderungen und die daraus resultierenden Strategien, die inhabergeführten Logistikunternehmen im modernen Wettbewerb mit Großunternehmen eingehen, widmet sich das Kapitel. Wie gelingt es den Spezialisten im Detail, die eigenen Stärken und Vorteile gegenüber den globalen Generalisten zu nutzen? Es wird betrachtet, wie den wachsenden Kundenanforderungen und Sendungsmengen mit ausgewählten Service- und Lösungsoptionen entgegen getreten werden kann, was im Kampf um geeignete Mitarbeiter wichtig ist und warum Kundennähe, inhaltliche Fokussierung, Authentizität – um nur eine Auswahl zu nennen –, als wesentliche Säulen des Erfolgs eigentümergeführter Unternehmen angesehen werden können. Im Gegenzug geht das Kapitel auf die Grundzüge des Konzernerfolgs ein und beleuchtet die Bedeutung standardisierter Prozesse und guter Organisation, die die Abwicklung großer Mengen erst möglich machen.

Ulrich Nolte

Kapitel 4. Mesoebene: Ökonomische und publizistische Rahmenbedingungen

Auf der Mesoebene vergleichen wir nun die Medienorganisationen und ihre Organisations- und Produktionsstrukturen, das heißt, wir beleuchten die ökonomischen und publizistischen Rahmenbedingungen der Presse in Deutschland und Frankreich. Die Medienstruktur determiniert nicht nur die strukturellen und ökonomischen Voraussetzungen für die Medienorganisationen, sondern gleichsam die Bedingungen, unter denen Journalisten in den Zeitungen arbeiten und unter denen Zeitungsinhalte entstehen. Dabei muss man berücksichtigen, dass Medienunternehmen sich in einem wesentlichen Punkt prinzipiell von anderen Wirtschaftsunternehmen unterscheiden: sie verfolgen nicht nur medienökonomische Interessen, sondern haben auch die publizistische Verpflichtung zur Wahrung ihrer öffentlichen Aufgabe (vgl. Blum, 2014).

Susanne Merkle

Kapitel 1. Einleitung

Jean Quatremer, Europa-Korrespondent der französischen Tageszeitung Libération, befand im März 2014 in einem Interview auf France Culture, die französischen Medien hätten – im Gegensatz zu den deutschen – in der TTIP-Debatte ihre Arbeit nicht gemacht.

Susanne Merkle

Kapitel 3. Makroebene: Bedingungen auf Systemebene

Wenn wir uns im Folgenden mit der Makroebene der Mediensysteme in Deutschland und Frankreich auseinandersetzen, dann betrifft dies die Medienstruktur der beiden Länder. Mit dem Begriff Medienstruktur bezeichnet man die „politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Medienorganisationen und die Art, wie die Medien organisiert sind“ (Puppis, 2010, S. 28). Demnach determinieren die gesellschaftlichen Strukturen die Medienstruktur, die ihrerseits wiederum sowohl das Handeln von Medienorganisationen als auch das Handeln von Journalisten beeinflusst.

Susanne Merkle

Kapitel 1. Das Online-Marketing auf dem Weg in die Zukunft

Online-Marketing ist in Sachen Digitalisierung wie kaum ein anderer Unternehmensbereich Vorreiter und Betroffener gleichermaßen. Die Online-Kommunikation ist per se vollkommen digitalisiert, genauso wie alle Maßnahmen, Projekte und Ergebnisse. Alles, was im Online-Marketing getan wird, hinterlässt messbare Spuren und Ergebnisse – inzwischen eine Unmenge an Daten. Findige Entwickler und Unternehmen im Online-Marketing treiben diese Entwicklung in immer kürzeren Zeitintervallen voran. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz und Machine Learning hat das Online-Marketing bereits erreicht. Noch ist dies das Spielfeld der Internet-Giganten Amazon, Google, Facebook & Co. Welches Wissen im Online-Marketing auch über 2020 hinaus Bestand hat, welche Trends wichtig(er) werden und wohin die Online-Marketing-Reise geht, erfahren Sie in diesem Kapitel.

Markus Bockhorni, Claudia Beauchamp

Errors in Decision Making, Using Ecobalance—LCA (Life Cycle Assessment)

The world began to talk about the life cycle of a product in the 1960s. One of the first, who published his work on this subject, was Harold Smith. He calculated the cumulative energy consumption for production of chemical products. From 1997 till 2002 were created the standards in International Standards Organization (ISO) 14000 based on the LCA methodology. Since then, the ecobalance (LCA) has become an indispensable tool for decision-making in favor of environmental protection for all areas of human activities. However, due to the methodology is complex, often happens, that a deeper look reveals that the assessment was performed incorrectly. The methodology requires a definition of a goal and, in accordance with it, a delineation of boundaries for the assessment. Often this boundaries leads to the choice incorrect source data, then to a wrong decision and, as a result, to a more negative impact on the environment. This paper provides examples of ecobalance assessments, where were made wrong decisions. The article considers reasons for this phenomenon and suggests options to avoid such cases.

Viktoria Arnold

Kapitel 1. Einleitung

„Weltumweltpolitik“ ist eines der beherrschenden politischen Themen bzw. die normative Governance-Herausforderung des 21. Jahrhunderts (Biermann/Pattberg 2004) sowie ein „Schlüsselthema in der internationalen Politik“ (Oels/Carvalho 2012: 257). Artenverlust, Treibhauseffekt, Klimaerwärmung und der Verlust der Ozonschicht sind nur einige prominente Schlagwörter, die die grenzüberschreitenden negativen Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels illustrieren. Die internationale Gemeinschaft ist sich einig, dass der Mensch das Klima negativ verändert hat und dass die Probleme nur gemeinsam in Kooperation gelöst werden können (Simonis 2005; Willke 2006).

Tatjana Fabricius

Kapitel 2. Grundlagen der Global Governance-Perspektive

In der Politikwissenschaft stehen im Zusammenhang mit Governance drei prominente Fragen im Fokus: erstens, ob und inwieweit Governance ein neues wissenschaftliches Paradigma ist, zweitens, ob und inwiefern der Nationalstaat sich im Rahmen der Globalisierung gewandelt hat und drittens, was die effizienteste Kombination von Governance-Modi ist. Diese Fragen konnten bisher in der Politikwissenschaft nicht klar beantwortet werden. Zweifelsohne herrscht aber ein Konsens darüber, dass der Begriff „Governance“ unscharf verwendet wird (siehe Mayntz 2009; Behrens et al. 2005) und mit veränderten Wahrnehmungen der in der Praxis handelnden Akteure einhergeht (vgl. Benz et al. 2007a: 9). Governance im Mehrebenensystem stellt die politische und theoretische Herausforderung im Zusammenhang mit der Globalisierung dar (siehe Messner/Nuscheler 2003).

Tatjana Fabricius

Chapter 1. Introduction

The first two sections of this chapter present the scale of Greece’s problems with tax collection and the nature and basic characteristics of Greece’s public revenue administration at the onset of the crisis. The reform that this book examines is radical in nature in comparison to the status quo ante as well as much of Greece’s public administration. Yet it came about in a country that, according to the prevailing wisdom, has limited reform capacity. The nature of this limited reform capacity and the barriers to reform are examined in the third section of this chapter. The fourth section presents the landscape of the main models of public revenue administrations as they exist in Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) countries. The final section brings together the key elements of these sections and outlines the book’s puzzle and central argument. Briefly put, the question that we seek to answer is this: what accounts for the switch from the previous model of direct ministerial control to an independent authority that operates at arm’s length from the government in a country that has limited reform capacity? How did reform-averse Greece come to enact and implement this radically different model—indeed one whose effectiveness and efficiency are not certain and is used by a minority of European Union (EU) member states?

Dionyssis Dimitrakopoulos, Argyris Passas

8. Fields of Application of Artificial Intelligence—Financial Services and Creative Sector

In this chapter you will see that the financial services market is a particularly exciting field for AI. Artificial Intelligence can support workflow automation in the near future (robotic process automation). Additional important fields of application are credit scoring as well as fake and fraud detection. Robo consultants and robo advisors are increasingly used in asset management. Another interesting field of application is high-frequency trading. AI systems are used in the creative sector, too. AI-supported “new creations” are still based on recognized patterns in already existing pieces of art. Nevertheless, many creative processes can be supported by Artificial Intelligence. This kind of “new creations” of voices, photos and videos are particularly critical. The reason is that in future it will be more and more difficult to distinguish between fiction and truth due to emerging deep fakes.

Ralf T. Kreutzer, Marie Sirrenberg

6. Fields of Application of Artificial Intelligence—Health Care, Education and Human Resource Management

In this chapter you will learn a lot about the different fields of application for AI in the healthcare sector. It starts with a comprehensive evaluation of health data to increase the quality of diagnosis. The use of Artificial Intelligence can also lead to a relief of routine tasks in health care—so that doctors and nursing staff can spend more time with patients. Artificial Intelligence can also make a significant contribution to closing the strategic qualification gap in training and further education. In addition to the technical infrastructure, this requires in particular the education of the lecturers themselves; because their knowledge is also becoming outdated faster and faster. A larger field of AI applications is already available in companies through applications of virtual reality and augmented reality. Artificial Intelligence can also provide support in HR management—e.g. in the acquisition of new employees. Online platforms can help to bring together supply and demand here.

Ralf T. Kreutzer, Marie Sirrenberg

Der Erfolg des politischen Populismus – eine Folge der Kommerzialisierung der Medien?

Der Rechtspopulismus hat schon seit fast drei Jahrzehnten in verschiedenen Ländern in Europa wachsenden Erfolg. Trotzdem ist es der Forschung nicht gelungen, diese Entwicklung ausreichend zu erklären. Dieses Defizit hat mehrere Gründe. Erstens: Das Thema Populismus folgt auch in der Wissenschaft bestimmten Wellen.

Jens Lucht, Linards Udris

Die Schweiz vermessen

Mit dem Ziel, die krisenhafte Dynamik der gesellschaftlichen Entwicklung der Schweiz zu erfassen, begann Kurt Imhof schon im Wendejahr 1989 mit einem größer und größer werdenden Team, die schweizerische Pressepublizistik des 20. Jahrhunderts – «alte Zeitungen» – quantitativ wie qualitativ zu erfassen beziehungsweise zu «vermessen» (Imhof 1993).

Georg Kreis

Migration und Medien – Ausländer und Minderheiten als Fremde

Der Beitrag analysiert und diskutiert die theoretische Auseinandersetzung mit der Semantik des Fremden durch Kurt Imhof und seinen Beitrag zu einer Soziologie der Minderheiten, und zwar in Fortführung der soziologischen Beschäftigung mit dem Fremdarbeiterproblem durch Joachim Hoffmann-Nowotny Anfang der 1970er Jahre am Soziologischen Institut der Universität Zürich. Daran anschließend werden die empirischen Medienanalysen zur Problematisierung der Ausländer und speziell der Muslime in den Schweizer Medien dargestellt, die Kurt Imhof mit seinen Mitarbeitenden am fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft realisiert hat, zusammen mit der kommunikationswissenschaftlichen Perspektive auf das Thema «Migration und Medien».

Heinz Bonfadelli, Annelies Debrunner

Aufklärung neben Barbarei

Die Ambivalenzen öffentlicher Kommunikation in heterogenen Gesellschaften

Mit Blick auf autoritäre nationalistische Bewegungen wie in Ungarn, Polen, der Türkei, den USA, den Niederlanden oder Frankreich, die – sofern sie an die Macht gelangen – illiberale Regime etablieren, stellt der Partizipationsforscher van Deth fest: «Offensichtlich gelingt es Populisten, die Demokratie mit demokratischen Mitteln zu gefährden» (van Deth 2017). Das institutionelle Gefüge demokratischer Systeme allein vermag nicht sicherzustellen, was den Geist dieser Herrschaftsform ausmacht: der Schutz der Freiheit des Einzelnen, auch und gerade vor der «Tyrannei der Mehrheit», das Ringen um die Gleichheit, nicht allein vor dem Gesetz, sondern auch in der sozialen Teilhabe an der Wohlfahrt des arbeitsteiligen Gemeinwesens, der «brüderliche» Zusammenhalt, der jenseits des Konflikts von Interessen und Positionen alle Gruppen der Gesellschaft als Mitglieder einer Rechtsgenossenschaft respektiert, die ihre innere Ordnung nach den Prinzipien von Kompromiss und Toleranz gestaltet. Diese geistig-moralischen Grundlagen für das Gelingen einer Demokratie müssen unablässig erneuert werden. Darin können – wie van Deth feststellt – Demokratien scheitern.

Ralph Weiß, Olaf Jandura, Raphael Kösters

Neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit durch Informationsintermediäre: Wie Facebook, Google & Co. die Medien und den Journalismus verändern

Der Begriff der Filterblase hat es in den Duden geschafft. Alle drei bis fünf Jahre entscheidet die Duden-Redaktion über die Aufnahme neuer Wörter. In der aktualisierten Auflage, die im August 2017 erschienen ist, findet sich die Filterblase in den Bereichen «Technologisches» bzw.

Birgit Stark, Melanie Magin

Öffentlichkeit und Demokratie unter Bedingungen eines radikalen medialen und sozialen Wandels

Das zentrale Thema der empirischen und theoretischen Arbeit von Kurt Imhof war die (politische) Öffentlichkeit5F und deren Wandel. Dahinter stand die These, dass Öffentlichkeit eine unverzichtbare Grundvoraussetzung für ein demokratisches Zusammenleben der Menschen war und ist. Mit seiner im Anschluss an Jürgen Habermas’ Darstellung eines Strukturwandels der Öffentlichkeit (1990) entwickelten These von einem heute stattfindenden zweiten Strukturwandel hat Imhof in nachdrücklicher Weise darauf aufmerksam gemacht, dass Öffentlichkeit als aktueller und historischer Prozess zu verstehen ist und dass infolgedessen um die hinter Öffentlichkeit stehende Intention gerungen und sie in ihrer Art und Form gesellschaftlich verteidigt, gestaltet und weiter entwickelt werden muss. Denn Öffentlichkeit ist in ihrer Bedeutung für Demokratie keineswegs eine stabile und von allen akzeptierte Selbstverständlichkeit.

Friedrich Krotz

Kapitel 3. Wertschöpfungsketten der produzierenden Unternehmen in Deutschland

Das dritte Kapitel präsentiert als Beispiel für produzierende Unternehmen in Deutschland die M+E-Industrie. In diesem Textabschnitt werden die Themen wirtschaftliche Entwicklung produzierender Unternehmen und deren Umgang mit. Nutzung von Wertschöpfung und Kompetenzen aus unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsketten betrachtet.

Timo Marks

Willkommenskultur in der Abschiebepolitik – Arbeitsmarktberatung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es einen Streit darüber, ob man Zuwanderung nutzen und gestalten oder ob man sie begrenzen und abwehren soll. Vor 2015/2016 wurden die Argumente zuletzt bei der Verabschiedung des Zuwanderungsgesetzes 2005 ausgetauscht. Das Gesetz eröffnete für einen Teil von Flüchtlingen die Möglichkeit dauerhaft in Deutschland zu bleiben, wenn sie sich ohne Sozialleistungen aus existenzsichernder Arbeit erhalten können. Der Beitrag stellt das ESF-Bundesprogramm zur arbeitsmarktlichen Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt vor und zeigt, wie die Beratung konkret vorging, um Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit zu bringen. Schwierigkeiten lagen in rechtlichen Zugangsbeschränkungen zu Beschäftigung und in fehlenden Angeboten für Sprachkurse und berufliche Bildung. Damit die Teilnehmenden ihre Ziele erreichen konnten, war die Kooperationsbereitschaft von Arbeitgebern, Bildungsträgern und Behörden erforderlich. Spannungen entstanden für die Beratung dort, wo die Teilnehmenden die Kooperationsbereitschaft nicht mit komplementärem Verhalten beantworteten.

Doris Beer

Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit: Neue Chancen für die kommunale Integrationspolitik? Überlegungen anhand des Projektes Samo.fa und des lokalen Verbundes VMDO

In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Wahrnehmung von Migrantenorganisationen (MOen) in der Integrationspolitik stark verändert. Während Politik und Regelinstitutionen sie lange Zeit kaum als relevante Akteure betrachteten, werden sie spätestens seit dem Zuwanderungsgesetz 2005 systematischer in integrationspolitische Prozesse einbezogen. Nach 2015 engagierten sich zahlreiche MOen in der Flüchtlingsarbeit und kooperierten stärker als zuvor mit Kommunen und anderen Akteuren. Dieser Beitrag zielt darauf vor dem Hintergrund der starken Fluchtzuwanderung im Herbst 2015 zu diskutieren, ob diese besondere historische Situation ein window of opportunity für Migrantenorganisationen darstellt, sich stärker als relevante Akteure in der Integrationspolitik zu platzieren und ob das starke Engagement von Migrant*innen in der Flüchtlingsarbeit nachhaltige Effekte auf Kooperationsformen in der Integrationspolitik hat. Diese Fragen werden anhand von zwei Praxisbeispielen beantwortet. Praxisbeispiel 1 ist das bundesweite Projekt Samo.fa, das ausschließlich von Migrantenorganisationen getragen wird und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit stärkt. Praxisbeispiel 2 ist der „Verbund der sozial-kulturellen Migrantenvereine in Dortmund e. V.“, der sich stark in der Flüchtlingsarbeit engagiert.

Kirsten Hoesch, Gesa Harbig

Die diskursive Verhandlung von ‚Willkommenskultur‘ in Deutschland am Beispiel „Willkommen bei den Hartmanns“

Der Beitrag greift die Thematik der Flucht und Migration auf und untersucht die Verhandlung von „Willkommenskultur“ und die darin enthaltenen Subjektpositionen anhand des Filmbeispiels „Willkommen bei den Hartmanns“ (2016). Das Phänomen „Willkommenskultur“ wird durch eine rassismuskritische Forschungsperspektive betrachtet: Wie äußert sich (Alltags-)Rassismus in der „Willkommenskultur“? Der diskursanalytische Zugang zur Filmanalyse verweist auf die Verschränkung von Film und gesellschaftlicher Wirklichkeit. In dem empirischen Teil werden vier Subjektpositionen in der „Willkommenskultur“ auf der Grundlage der Filmanalyse herausgearbeitet: „Flüchtling“, „Helfer*innen“, „Skeptiker*innen“ sowie „rassistische Positionierungen“.

David Stiller

Kapitel 3. Private Banking in Genossenschaftsbanken

Viele Jahre war das Geschäftsfeld Private Banking kein Kerngeschäftsfeld, das Genossenschaftsbanken bedient haben. Ein möglicher Indikator hierfür ist unter anderem der in diesem Bereich auch heute noch deutlich niedrigere Marktanteil, als im Privat- und Firmenkundengeschäft. Gerade Genossenschaftsbanken jedoch erfüllen mit ihrer Präsenz in der Fläche und der daraus resultierenden Kundennähe zwei der wichtigsten Herausforderungen, um auch das Geschäftsfeld des Private Banking erfolgreich ausfüllen zu können (vgl. Räth 2014, S. 217).

Patrick Pertl

Konstruktionen von Qualität in der DDR-Wirtschaft

„Qualität“ und „DDR“: Diese zwei Phänomene gehören auf den ersten Blick aus westlicher Perspektive nicht zusammen. Zu stark hat sich in den letzten 20 Jahren das Bild von der maroden DDR-Wirtschaft verfestigt, die aufgrund ihrer mangelnden quantitativen wie qualitativen Leistungsfähigkeit wesentlich zum Untergang des SED-Regimes beigetragen habe (Schwarzer 1999; Steiner 2007). Diese Einschätzung beruht auf zwei meist unausgesprochenen Rahmenbedingungen: zum einen der spezifischen Situation der DDR-Wirtschaft am Ende der 1980er Jahre, und zum anderen ihrem impliziten oder expliziten Vergleich mit der Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland.

Manuel Schramm

Chapter 32. (Article II.15.) Baroque Mind-set and New Science a Dialectic of 17th-Century High Culture Sarton Chair Lecture, Ghent University, 13 November 2008

The “New Science” of Galileo, Kepler, Harvey, Descartes, Boyle, Steno, etc., and the Baroque in visual arts and literature, are two conspicuous aspects of 17th-century European elite culture. If standard historiography of science can be relied upon, the former of the two was not affected by the latter. The lecture asks whether this is a “fact of history” or an artefact of historiography. A delimitation of the “Baroque” going beyond the commonplaces of overloading and contortion concentrates on the acceptance of ambiguity and the appurtenance to a “representative public sphere”, contrasting with the quest for clarity and the argument-based public sphere of the new science, suggesting that Baroque and New Science were indeed incompatible currents. A close-up looks at Juan Caramuel y Lobkowitz, who was a major Baroque theoretician but also wrote much on mathematics, finding even within his mathematics love for ambiguity. The way his mathematics is spoken about in the Oldenburg correspondence shows that the mainstream of the New Science saw no interest in this.

Jens Høyrup

R-Z

Springer Fachmedien Wiesbaden

Kapitel 7. Konkrete Bewerbungen nach der Schule

Dieses Kapitel bildet das Herzstück des Ratgebers und geht detailliert auf die verschiedenen Ausbildungsformen nach der Schulzeit ein, also die Berufsausbildung, das Studium und das Duale Studium. Es soll Sicherheit und Unterstützung bei der Entscheidung sowie den entsprechenden Bewerbungsprozessen geben. Neben detaillierten Informationen zu den jeweiligen Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsschritten mit meinen persönlichen Erfahrungen und Tipps werden auch die Ausbildungsabläufe sowie Vorteile und die rechtlichen Grundlagen ausführlich betrachtet.

Tamara Schrammel

Kapitel 1. Grundlagen

Unternehmensgründungen spielen für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung eines Landes eine herausragende Rolle. Hintergrund ist die Tatsache, dass mit jeder Gründung ein neuer Marktteilnehmer entsteht, der stimulierend auf den Wettbewerb wirkt und hierdurch die wirtschaftliche Dynamik weiter vorantreibt. Das neue Unternehmen fragt dabei am Markt bestimmte Ressourcen nach (z. B. Arbeitskräfte und Material) und bietet – nach einer Verwendung dieser Ressourcen im Rahmen innerbetrieblicher Produktions- und Arbeitsprozesse – dem Markt wiederum seine Produkte bzw. Dienstleistungen als Ergebnis an. Durch dieses Kernprinzip wird die Funktionsfähigkeit einer Ökonomie sichergestellt.

Tobias Kollmann

Kapitel 3. Ideenformulierung

Die folgenden Ausführungen befassen sich mit dem ersten Erfolgsfaktor eines jeden zu gründenden Unternehmens für die Phase der Ideenformulierung: dem Gründer bzw. dem Gründerteam und dessen bzw. deren Beschreibung im Rahmen der Erstellung eines Businessplans. Durch diesen Businessplan erfährt die Gründungsidee eine schriftliche Formulierung bzw. Darstellung. Entsprechend sind die nachfolgenden Punkte Bestandteile dieses Plans. Dabei stehen folgende Fragen für den Faktor „Management“ im Mittelpunkt der Betrachtungen, deren Antworten zugleich auch die Lernziele darstellen: Welche allgemeinen Informationen müssen zu den Gründern hinsichtlich deren Qualifikation und Vision im Rahmen eines Businessplans gemacht werden? Wie sieht die Aufgaben- bzw. Rollenverteilung zwischen den Gründern aus und welche Beteiligungsverhältnisse liegen vor? Wie gestaltet sich die Organisation innerhalb des Gründerteams und welche Regeln gilt es hierbei zu beachten?

Tobias Kollmann

Kapitel 4. Ideenumsetzung

Die folgenden Ausführungen befassen sich mit dem ersten Erfolgsfaktor eines jeden zu gründenden Unternehmens für die Phase der Ideenumsetzung: dem Gründer bzw. dem Gründerteam. Dabei stehen folgende Fragen für den Faktor „Management“ im Mittelpunkt der Betrachtungen, deren Antworten zugleich auch die Lernziele darstellen: Auf welche Art und Weise und nach welchen Regeln können innerhalb des Managements/Gründerteams zu treffende Entscheidungen abgestimmt werden? Wie ist die Kontrolle der Geschäftsführung durchzuführen, um eventuelle Zielkonflikte zwischen geschäftsführenden und nicht geschäftsführenden Gesellschaftern zu minimieren? Wie findet sich das geeignete Personal für eine Unternehmensgründung innerhalb der Digitalen Wirtschaft und wie ist es auszuwählen bzw. anschließend zu steuern?

Tobias Kollmann

Kapitel 2. Wissenschaftlicher Forschungsstand zu den Kontexten Mittelstand / Familienunternehmen, Women Entrepreneurship und Entrepreneurship Education

In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen für diese Arbeit gelegt. Zunächst werden grundsätzliche Begriff sbestimmungen in den Kontexten Mittelstand in Deutschland, Familienunternehmen und Unternehmensnachfolge dargestellt und jeweils untersuchungsspezifi sch defi niert und abgegrenzt. Nach einem geschichtlichen Rückblick auf die Unternehmensnachfolge wird die derzeitige Generationennachfolge thematisiert.

Birgit Schulte

Kapitel 2. Das Direktorenkarussell

Das von Professor Dr. Anton Schädler gegründete und von ihm geführte österreichische Herzklinikum und Therapiezentrum (HTZ) ist eine renommierte und wirtschaftlich gesunde Institution. Aus heiterem Himmel sieht sich Professor Schädler mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung einer Patientin konfrontiert. Er wird entlassen, da ein Reputationsschaden für das HTZ befürchtet wird. Die Mitarbeitenden verstehen nicht, wie das Management den „Ehrenmann“ fallenlassen konnte. Fortan wird die operative Leitung nicht mehr einer, sondern zwei Personen übertragen. Professor Dr. Markus Prohaska leitet das Herzklinikum, Dr. Egon Riedl das Therapiezentrum. Professor Prohaska gesteht den Mitarbeitenden zu, sich einzubringen, ändert aber nur wenig. Dr. Riedl sieht nach dem Vorfall mit Schädler dringenden Handlungsbedarf und nimmt umgehend umfassende Modernisierungsmassnahmen in die Hand. Dagegen revoltieren schliesslich die Mitarbeitenden. Dr. Riedl wird entlassen und Professor Prohaska übernimmt die alleinige Leitung des HTZ.

Frank E. P. Dievernich, Erik Nagel

Kapitel 7. Ringen um Einflussnahme. Russland und externe geopolitische Akteure im Südkaukasus

In den bisherigen Abschnitten wurde auf das Faktum eingegangen, dass der Südkaukasus aus geopolitischer und geostrategischer Hinsicht eine der komplexesten Regionen des post-sowjetischen Raums ist, in der bereits vor 200 Jahren die Interessen der damaligen Großmächte – Iran, Russland und das Osmanische Reich –, bedingt durch ihre Sucht nach imperialer Expansion, kollidierten. Während man im 19. Jahrhundert durch kriegerische Austragungen einen Modus Vivendi fand, schlägt die zwischenstaatliche Rivalität in der Gegenwart eher sanftere Töne an. Als Folge grundlegender historischer Veränderungen (Zerfall der Sowjetunion) bildeten sich in diesem geografischen Gebiet, das sich an einer geopolitischen Nahtstelle zwischen Europa, Asien, Russland und dem Mittleren Osten befindet, neue Beziehungsgeflechte und politische Konstellationen zwischen Moskau, Teheran und Ankara heraus.

Samir Hasanov

Kapitel 5. Südkaukasus im Konzept der nationalen Sicherheitsstrategie Russlands nach 1991

Allein die günstige geostrategische Lage zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer sowie zwischen Russland und dem Nahen/Mittleren Osten hebt den Südkaukasus gleich ins vorderste Blickfeld russischer Interessen. Daran schließen sich im erweiterten Kontext weitere wichtige Aspekte an, die die Präsenz des Kreml in diesem Gebiet notwendig erscheinen lassen: Erstens trennt das Große Kaukasusgebirge die südkaukasischen Staaten vom Nordkaukasus, dem eigentlichen und konfliktträchtigsten Hoheitsgebiet der Russischen Föderation, das die sicherheitspolitische Stabilität des Landes massiv gefährdet. Zweitens erfüllt der Südkaukasus die Brückenfunktion zwischen Moskau und Ankara auf der einen und Teheran auf der anderen Seite. Drittens existiert in der Gegend das akute und ernst zu nehmende Konfliktpotenzial auf ethnischen und zwischenstaatlichen Ebenen.

Samir Hasanov

Kapitel 1. Einleitung

Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat Russland als Rechtsnachfolger des riesigen Imperiums seinen Weltmachtstatus eingebüßt und zeigte in den 1990er Jahren, also in den Zeiten des sogenannten Euroatlantismus, die zum Teil alternativlose Bereitschaft, sich in die von den USA angeführte Weltordnung zu integrieren. Seit seinem Amtsantritt im Jahre 2000 sorgt allerdings Wladimir Putin dafür, dass nationale Interessen Russlands verstärkt in den Vordergrund gestellt werden. Die wesentliche Antriebskraft für diese Idee war und ist der Wille, seine Machtambitionen ggf. durch Drohszenarien und Gewaltanwendung durchzusetzen. Immerhin zeichneten sich die ersten zwei Jahre der Präsidentschaft von Putin durch die Bereitschaft und Entschlossenheit aus, die wegen der Kosovo-Krise abgekühlten Beziehungen zu den westlichen Ländern zu normalisieren.

Samir Hasanov

Kapitel 6. Fünftagekrieg und seine nachhaltigen Folgen

Die sich seit Jahren anbahnende gewaltsame Eskalation in Südossetien im Hochsommer 2008 war „a product of wrong assumptions, outright mistakes and policy failures“. Saakaschwili, der bei seinem Amtsantritt die territoriale Einheit seines Landes auf die Fahnen geschrieben hatte, stürzte sich zu einem geopolitisch ungünstigen Zeitpunkt in ein Abenteuer und musste dafür einen hohen Preis bezahlen. Seine Rechnung, Zchinwali im Handumdrehen einzunehmen und sich im Ernstfall auf die amerikanische Unterstützung zu verlassen, ging nicht auf. Die Überschätzung eigener Kräfte ging dabei mit einer unerwarteten und schnellen Gegenreaktion Russlands einher.

Samir Hasanov

Kapitel 8. Perspektiven von geopolitischen Machtprojekten Russlands im Südkaukasus

Die folgende Analyse nimmt einen detaillierten Einblick in die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU), Wladimir Putins anspruchsvolles Vorhaben, das sich als Gegenmodell zum europäischen Integrationskonzept versteht. Eingegangen werden soll nachfolgend insbesondere auf die Entstehungsgeschichte der EAWU, die Funktionsweise ihrer Struktureinheiten, die ökonomische Leistungsfähigkeit und Ausdauer sowie die Auswirkungen auf die politökonomische Konstruktion der Südkaukasusregion.

Samir Hasanov

Kapitel 9. Russland und Machtpolitik im Südkaukasus. Einschätzungen der Experten

Das folgende Kapitel bedient sich einer deduktiven Vorgehensweise, indem es die Auffassungen kompetenter Politexperten aus Aserbaidschan, Georgien, Deutschland und Russland in einem gesonderten wissenschaftlichen Rahmen in den Blick nimmt. Das erklärte Ziel besteht darin, die bisherigen Argumente des Verfassers mit denen von beteiligten Sachkennern zu vergleichen, die in der Einleitung formulierten Aussagen und Fragestellungen zur Diskussion zu stellen und dadurch an neue und für den Forschungsgegenstand relevante Erkenntnisse zu gelangen. Als Ausgangspunkt dienen vorwiegend qualitative Interviews als Bestandteil der empirischen Sozialforschung mit Politikwissenschaftlern bzw. Politikern aus den oben erwähnten Ländern.

Samir Hasanov

Kapitel 7. Vom Erzählen, vom Dabeisein und von Strukturen

Weiter leiten diese Gedanken über zum Erzählen im Alltag und seiner Funktion für die Teilhabe. Sie liegt in der Vorstellung, dass alle je möglichen und denkbaren Lebensäußerungen der Menschen in ihrer Alttagswelt verankert sind, von dort ihren Ausgang nehmen und auf sie zurückwirken. Wenn vom Erzählen berichtet wird, von Stammtischen und Frauenrunden, so spielt sich hier keine romantische Trauer über die Verdrängung altväterischer Sitten und urtümlichen Lebens als Moralinstanz auf, vielmehr wird Gemeinschaft als Prozess verstanden, der ohne Gesellschaft nicht denkbar ist. Das allerdings kann nur durch Denken in Zusammenhängen gelingen, in denen die Mikrowelt und die Strukturen zugleich zum Zug kommen. Am Alltag haften zwei Qualitäten, die bedeutsam sind: Seine Einförmigkeit und Zwanghaftigkeit, die ihn uns verdrießlich machen, aber auch die Tatsache, dass nur aus ihm uns die Kräfte zuwachsen, ihn geistig zu bewältigen.

Anton Amann

Kapitel 10. Befunde zum Wirkungsmechanismus aktiver Bodenpolitik

Die Befunde zum Wirkungsmechanismus aktiver Bodenpolitik stützen sich auf die vier dargestellten Bausteine. Das vorliegende Kapitel folgt grundsätzlich diesem Aufbau. Zunächst werden daher die Ergebnisse der Fernerkundung präsentiert, welche Rückschlüsse zur städtebaulichen Qualität von Lebensmittel-Discounter-Filialen in der Schweiz ermöglichen (Kap. 10.1).

Andreas Hengstermann

Kapitel 9. Bodenpolitische Instrumente

Basierend auf der erarbeiteten Definition sollen nun die Instrumente der Bodenpolitik identifiziert und vorgestellt werden. Da allein im öffentlich-rechtlichen Bereich der Schweizerischen Rechtsordnung etwa 158 Instrumente existieren, die Bodeneigentum und dessen Nutzung regulieren (vgl. Knoepfel und Wey 2006), erfolgt die Darstellung gezwungenermassen selektiv. Verschiedene Instrumente, die auf einem grundsätzlich vergleichbaren Mechanismus basieren, werden dabei zusammengefasst.

Andreas Hengstermann

Kapitel 6. Untersuchungseinheit Lebensmittel Discounter

Die Wahl der Untersuchungseinheit Lebensmittel-Discounter macht es notwendig diese als räumliches Element vorzustellen. Die Darstellung der Discounter soll dabei die der vorliegenden Arbeit zugrundeliegenden Annahmen kenntlich machen und begründen. Untersuchungseinheit wird daher aus vier unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.

Andreas Hengstermann

Kapitel 8. Screening des institutionellen Bodenregimes in der Schweiz

In der Kommunikationswissenschaft gilt, dass es unmöglich ist nicht zu kommunizieren. “Denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren.” (Watzlawick / Beavin / Jackson (1969/2007: 53).

Andreas Hengstermann

Kapitel 8. IT als interdisziplinäre Schlüsselqualifikation

In der öffentlichen Diskussion um die Potenziale und Ziele der Datenwirtschaft und ihrer Folgen für den Alltag ist eine Neuorientierung unerlässlich. Diese Forderung resultiert nicht allein aus sozialpolitischen oder ethischen Erwägungen, sondern betrifft unmittelbar wirtschaftliche Gestaltungsoptionen. Im Kapitel über die Medienberichterstattung und in den Äußerungen der „Dissidenten“ der IT-Szene, die im Kapitel über Techlash zitiert werden, verdichtet sich die Besorgnis eines „latenten Konservatismus“: Innovationen folgen vielfach bereits vorgefertigten Bahnen (noch mehr Lieferservice, noch mehr Künstliche Intelligenz um ihrer selbst willen), sind also in der Regel eher inkrementell als kreativ. Die Motivation zu innovativer Gestaltung resultiert nicht aus dem Wunsch nach sinnvoll Neuem, sondern aus dem Motiv profitabler Teilhabe an der Datafizierung und an der Verengung der Wettbewerbschancen. Diese Eindimensionalität des geradezu „autistischen Digitalismus“ behindert die Lösung des Problems von Distinktionsverlusten, wie sie in Kap. 5 beschrieben sind.

Holger Rust

Kapitel 1. Energiewende in Zeiten populistischer Bewegungen – Einleitende Bemerkungen

Ausgangspunkt des vorliegenden Bandes ist die gleichnamige Tagung der Themengruppe Energietransformation der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft im Frühjahr 2017 in der Schader-Stiftung in Darmstadt. Provokativ wurde dort gefragt: „Wir schaffen die Energiewende! Wirklich?“ Im Hinblick auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien bestand um die Jahrtausendwende noch die Sorge, dieser Ausbau könnte zu langsam erfolgen, um bei den Klimazielen stärkere Fortschritte zu erzielen. Zwar ist Ende der 2010er Jahre der Anteil der Erneuerbaren an der Stromproduktion stark angestiegen, zugleich ist die Energiewende zum Gegenstand heftiger politischer Debatten geworden und steht gesellschaftlich unter erheblichem Druck.

Jörg Radtke, Weert Canzler, Miranda A. Schreurs, Stefan Wurster

Kapitel 14. Die deutsche Dekarbonisierungsbewegung: Bottom-up-Exnovation zwischen Post-Politik und Partizipation?

In der Darstellung der Energiewende dominiert das Narrativ soziotechnischer Innovation: Die Gesellschaft entwickelt Umsetzungswege, auf deren Grundlage ein Wandel in Richtung Nachhaltigkeit möglich ist. Diese einseitige Konzentration auf das technische Erneuern verschleiert jedoch, dass mit der Einführung neuer Technologien stets eine grundsätzliche gesellschaftliche Entscheidung über die bis dahin genutzten Praktiken und Strukturen aussteht. Solche Prozesse werden in der Literatur über Exnovation genannt.

Martin David

Chapter 6. Showcasing Science, Showcasing Nature on BBC2

The launch of BBC2 in 1964 led to profound changes in wildlife television. The new channel was designed to increase the broadcasting of knowledge-based content. This brief gave free rein to David Attenborough, as controller of the new channel, to establish new programme formats and content. Under Attenborough’s aegis, the Life series fronted by Desmond Morris brought wildlife television and ethology close together in a new, ‘professional’ approach to natural history. The series The World About Us instated the fifty-minute, film-only format as the default for wildlife television. By the end of the 1960s, wildlife broadcasters at the BBC had succeeded in establishing a professional culture of wildlife television making, distinct from both amateur natural history and big game hunting—one informed by science.

Jean-Baptiste Gouyon

Kapitel 6. Kraft der Start-ups – Schnellster Weg, Innovation zu skalieren

Start-ups haben immer wieder gezeigt, dass in ihnen die Kraft stecken kann, Abläufe in der Wirtschaft neu zu definieren und durch ihre Produkte beziehungsweise Dienstleistungen nachhaltige Veränderungen zu bewerkstelligen, auch wenn die Erfolgschancen zunächst gering erscheinen. Zu diesen Firmen zählen zum Beispiel aus der jüngeren Zeit Facebook, Amazon oder Apple. Neben diesen „Winner takes it all“-Unternehmen etablieren sich auch immer mehr Start-ups, deren Gründer sich Social Entrepreneure nennen und mit ihrem Geschäftsmodell zur Verbesserung der Gesellschaft beitragen wollen. Zwei von diesen Firmen werden hier porträtiert. Manouchehr Shamsrizi entwickelte mit seiner Firma RetroBrain R&D eine digitale Lösung für die Sturzprävention von Senioren. Lange war nicht klar, ob Kranken- oder Pflegekasse bereit sein würden, für seine Lösung zu zahlen. Auch die ReDI School von Anne Kjær Riechert hat einen klaren Mangel entdeckt: 82.000 offene Stellen gab es im Jahr 2018 in der deutschen IT-Branche. Ihre Idee war, mit einer eigenen Schule „digitalen Talenten“ unter anderem aus dem Migrantenumfeld ein Sprungbrett in den hiesigen IT-Arbeitsmarkt zu bieten. Ob und wie sie daraus ein längerfristiges Geschäftsmodell machen konnte, erzählen wir in diesem Kapitel. Schließlich zeigen wir anhand von Oliver Risse und seiner Firma Floatility, wie mutig man sein muss, um seine Geschäftsidee zu realisieren, weil die deutsche Gesetzgebung über Jahre die Zulassung von simplen E-Rollern blockierte.

Mirko Bass, Herbert Stoffels

Kapitel 7. Selbstverwaltung – Einflussnahme auf Digitalisierung oder Hemmschuh?

Die Auswirkungen der Digitalisierung sind in den unterschiedlichsten Institutionen und Gebilden in Deutschland zu spüren – so auch im Gesundheitswesen. Im internationalen Vergleich stellt das hiesige Gesundheitswesen mit Akteuren, die der Selbstverwaltung unterliegen, ein Unikum dar. Es gilt als träge und kompliziert, zeigt sich aber gerade deshalb auch anfällig für mögliche Disruptionen von Digitalfirmen, die Geschäftsmöglichkeiten im Gesundheitsmarkt für sich entdecken. Kenner des Systems wissen, dass auch der deutsche Gesundheitsmarkt in Zukunft maßgeblichen Veränderungen unterliegen wird. Wie insbesondere die Ärzteschaft mit einem Thema wie der Telemedizin, das in Nachbarländern wie etwa der Schweiz schon längst erprobt ist, verfährt und wie der Wandel trotz massiver Vorbehalte Einzug halten kann, ist Gegenstand dieses Kapitels.

Mirko Bass, Herbert Stoffels

Kapitel 5. Etablierte Unternehmen – Von der Kunst, dem digitalen Wandel Raum zu geben

Deutsche Firmen gehören bislang kaum zu Vorreitern der Digitalisierung. Umso interessanter ist es zu betrachten, wie Digitalisierungsprojekte insbesondere in etablierten Unternehmen gelingen können. Klar ist natürlich, dass Firmen und ihre Kulturen vielfältig sind. Aus diesem Grunde beschreiben wir drei Beispiele von Unternehmen, die alle unterschiedlichen Rahmenbedingungen unterliegen. Wir beginnen mit dem alten Staatskonzern Deutsche Bahn und erläutern, mit welcher Strategie ein von einem Managementteam aus der zweiten Reihe getriebenes Digitalisierungsprojekt inzwischen bundesweit für Furore sorgt, obwohl zunächst wenig für den späteren Erfolg sprach. Ganz andere Bedingungen herrschen wiederum in einem börsennotierten Unternehmen wie dem S-Dax-Unternehmen Klöckner & Co. Hier porträtieren wir den Top-Manager und zeigen, wie es ihm gelingt, eine Vorreiterrolle mit seinem Unternehmen in der Digitalisierung einzunehmen. Schließlich zeigen wir anhand des inhabergeführten Unternehmens ECE von Alexander Otto, wie sich der Eigentümer und Firmenchef in einer Person der Digitalisierung stellt.

Mirko Bass, Herbert Stoffels

Kapitel 8. Vereine – Mehr Spaß am Ehrenamt durch Digitalisierung

Es hat in Deutschland eine lange Tradition, dass Vereine das gesellschaftliche Leben entscheidend mitgestalten. Eigentlich wenig überraschend stellte sich die Alexander Otto Sportstiftung die Frage, ob es möglich sei, dass beispielsweise auch Sportvereine die mit der Digitalisierung verbundenen Chancen nutzen könnten. Die Stiftung ging auf die Suche nach einem geeigneten Verein, der eine Digitalisierungsstrategie entwickeln und Maßnahmen umsetzen könnte. Sie wurde im Hamburger Stadtteil Bergedorf fündig. Die Organisation von Vereinen unterliegt allerdings eigenen Gesetzen. So übernehmen bekanntermaßen Ehrenamtliche wichtige Funktionen. Vereine sind quasi basisdemokratisch geführte Konstrukte. Um Veränderungen in diesen Strukturen zu realisieren, bedarf es wiederum einer eigenen Herangehensweise. Wie der Hamburger Breitensportverein, die TSG Bergedorf, als erster deutscher Club sich in großem Stil an die Digitalisierung heranwagte und erste positive Ergebnisse vorweisen kann, erfahren Sie auf den nächsten Seiten.

Mirko Bass, Herbert Stoffels

Cooperating with Moscow, Stealing in California: Poland’s Legal and Illicit Acquisition of Microelectronics Knowhow from 1960 to 1990

Electrical calculating machines were designed and manufactured in Poland in small quantities during the 1950s. However, it soon become clear to the government that an autonomous advance in that cutting-edge discipline was simply impossible. Therefore, throughout the 1960s, Polish authorities established various channels of obtaining access to software solutions, transistors and especially integrated circuits that seem to become standard for years to come. The way of adopting IT by communist Poland did not differ much from how it was done in USSR – according to the model described by Mastanduno. It was a smart combination of legal measures like the use of trade agreements, official scientific-technical cooperation and illicit operations run with help of intelligence assets like bribing or blackmailing officials and employees, establishing fake intermediating companies for purchasing embargoed dual-use items. Therefore, medium and large-scale-integration-technology as well as specific types of computers like mainframes, minicomputers and later PCs along with peripheral devices came to the Polish People’s Republic through many routes. Moreover, Polish intelligence intensified its cooperation and information sharing with Soviet foreign intelligence service – like its counterparts in GDR, Hungary, etc. As a result, not only ties to the Western world were organized over and under the table, but also relationships with allies in Comecon were arranged in two dimensions. The case of Poland gives an excellent example of how schizophrenic the computer market under Comecon during the 1970s and 1980s was. This paper refers to the research project conducted by the author in the Institute of National Remembrance since 2011 and at the Jagiellonian University since 2018, entitled: “Scientific-technical intelligence of PPR: functions, organization, efficiency.” In this contribution the author presents the outcomes of the analysis of the Polish archival sources completing them by foreign archives and secondary sources.

Mirosław Sikora

„Der Islam“ im Fokus von rechts: Was heißt das für die Lehrkräftebildung?

Aus den Einstellungen von Lehrkräften zu Islam und Vielfalt sowie ihrem Handeln in der Schulpraxis lassen sich Handlungsansätze für die Lehrkräftebildung ableiten. Die Einstellungen der Lehrkräfte beeinflussen sowohl den Bildungserfolg und die schulische Teilhabe von Kindern mit Migrationsgeschichte als auch die Thematisierung von Vielfalt und wie und ob auf Diskriminierungen und Ausgrenzungen reagiert wird. Auch wenn Lehrkräfte vergleichsweise liberale Einstellungen zu muslimischem Leben und zu Aspekten von Vielfalt wie Zugehörigkeit und Religionspolitik besitzen, so zeigen sich doch deutliche Bildungsdisparitäten, die nicht nur Folge „sozialer Herkunft“, sondern auch von defizitorientierten Zuschreibungen und Stereotypen bei Lehrkräften sind. Deshalb sollten Lehrkräfte mit Wissen zu Flucht, Migration, Islam sowie mit Strategien zur gezielten Förderung besonders im Umgang mit Fluchterfahrungen und zur Sprachbildung ausgestattet werden. Zudem sollten sie für Prozesse der Exklusion, Ausschlussmechanismen und Barrieren für Teilhabe sensibilisiert und die Selbstreflexion eigener (unbewusster) Diskriminierungspraxen gefördert werden. Zusätzlich müssten gleichzeitig Curricula, Lehrpläne und Lehrer*innenzimmer hinsichtlich migrationsbedingter Vielfalt geöffnet werden.

Sabine Achour

„Aus meiner Sicht richtet er keinen Schaden an!“ – Schulforschung und Pädagog*innenkonzepte

Wie reagieren Lehrkräfte auf extrem rechtes Verhalten im Unterricht? Am Beispiel eines Modellprojekts werden konkrete Handlungsperspektiven vorgestellt. Dazu werden zunächst drei verschiedene Handlungsmuster der Auseinandersetzung identifiziert und anschließend bestimmte Rollen- und Professionsverständnisse herausgearbeitet. Es wird gezeigt, wie Lehrkräfte durch eine Kombination von Qualifizierung, Vernetzung und Supervision für diese Interaktionen gestärkt und die Schulkultur als Ganzes positiv beeinflusst werden kann.

Rico Behrens

Jugendstudien und „rechte“ Jugendliche – was sagt das zu Politik-Unterricht?

Auf Basis empirischer Jugendstudien wirft der Beitrag die Frage auf, was die politischen Einstellungen von Schüler*innen für den Politikunterricht bedeuten. Am Beispiel einer Fallstudie werden Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus thematisiert.

Sibylle Reinhardt

Rechtsextremismus als Herausforderung für den Unterricht. Empirische Zugänge und didaktische Perspektiven

Was gibt es für Ansatzpunkte für die Gestaltung von Unterricht gegen Rechts? Fokussiert werden hier einerseits Lernvorrausetzungen von Schüler*innen im Kontext des Rechtsextremismus und andererseits der Umgang von Lehrkräften mit dem Thema im Unterricht. Während Schüler*innen Rechtsextremismus oft externalisieren, zeigt ein Projekt, dass Lehrkräfte dazu neigen, die politische Dimension extrem rechter Aussagen zu unterschätzen und der eigenen Bewährung im Unterrichtsgeschehen Vorrang vor einer Auseinandersetzung mit ausgrenzenden Haltungen einzuräumen.

Sebastian Fischer

Vom Heckerlied zum Sommermärchen – Rassismuskonstruktionen in rechter Musik im Wandel der Zeit

Wie lassen sich Rassismus und Rechtsextremismus im Unterricht behandeln? Der Beitrag zeigt am Beispiel rechter Musik auf, wie sich diese im Unterricht für eine Analyse der Anschlussfähigkeit von Rassismuskonzeptionen an gesellschaftspolitische Kontexte und Diskurse nutzen lässt.

Christina Brüning

22. Vom simplen Jahresabschluss zur anspruchsvollen Kapitalflussrechnung

Den „aristokratischen Berufsanforderungen“ an den Wirtschaftsprüfer konnte der simple Jahresabschluss auf die Dauer nicht genügen. Daher wurde die Kapitalflussrechnung als eindrucksvolle Ergänzung des Jahresabschlusses entwickelt und propagiert.

Sebastian Hakelmacher

Systematization of Humanitarian NGOs from a Logistical Viewpoint

An Exploratory Study in Germany

Logistics is an important factor in humanitarian aid operations, whether after the outbreak of a natural disaster or during man-made crises. The speed and effectiveness of the various actors depend, among other things, on the appropriate design of the operations, which is why the scientific interest in this field has increased considerably in recent years. Unfortunately, there is a gap between science and practice [1]. One reason for the lack of applicability in humanitarian logistics research can be seen in the diversity of humanitarian actors. As there is no systematic characterization of humanitarian NGOs regarding aspects relevant from a logistical perspective, this paper aims at providing a suitable overview. A classification scheme is developed that includes the four dimensions of the mandate and sector, as well as the internal network structure and the various forms of on-site cooperation. The results can help to better align scientific research in humanitarian logistics and to foster practical exchange between the pertinent humanitarian organizations.

Christian Hein

Information Obligations and Disinformation of Consumers: German Law Report

The German national report covers aspects regarding information/disinformation of consumers according to German law and thus serves as a source for the general report. Key topics are the characteristics of the underlying consumer model, pre-contractual information in general (with a particular focus on transparency requirements), food information, misleading commercial practices and control of unfair contract terms. Regarding the latter the German rules for the control of standard contract terms significantly differ from the rules that specifically transform the Directive 93/13/EEC on unfair terms in consumer contracts (which is specifically discussed with regard to bargaining power). Sector specific observations cover the financial consumer and the digital consumer (especially addressing distance sales and data protection). Additionally, the national discussion regarding (mandatory) consumer information as a problem of information overload is being considered. Final observations regard measures relating to the education of consumers.

Boris Schinkels

Kapitel 7. Empirische Umsetzung: Organisationsfallstudien mit Beobachtung

Um die entwickelte theoretische Konzeption explorativ zu erproben, wurden zwei vertiefende Organisationsfallstudien durchgeführt. Das Herzstück dieser Fallstudien stellt eine teilnehmende Beobachtung dar, die durch weitere Methoden ergänzt wurde. Zur Vorbereitung der Organisationsfallstudien wurden Interviews mit Kommunikationsverantwortlichen von insgesamt 28 Interessenorganisationen geführt.

Paula Nitschke

Kapitel 9. Konklusion: Entgrenzung durch Digitalisierung und Onlinekommunikation

Die vorliegende Studie hat die Onlinekommunikation von Interessenorganisationen zum Thema. Das Erkenntnisinteresse der Arbeit lag darin, zu beschreiben, wie Interessenorganisationen langfristig auf die Verbreitung von Onlinekommunikation als Bestandteil der Digitalisierung reagieren. Die langfristige Reaktion wurde auf Basis neoinstitutionalistischer Theorie als Institutionalisierung von Onlinekommunikation verstanden.

Paula Nitschke

Peace, Governance and Security in Africa: Getting It Right

In 2017, Africa recorded nearly 18,000 violent or conflict-related events (large-scale wars, violent conflicts, and riots of socio-political nature). While intra-state and inter-state conflicts have been in a steady decline, there has been a noticeable increase in low intensity conflicts. Most African governments have responded to the latter with repression, arbitrary arrests, and detention as well as communication shutdown. Literature on the state of Africa’s peace and security challenges generally attribute this macabre situation on the doorsteps of the inability of African leaders to address issues of governance. Using qualitative data generated from interviews as well as secondary data from existing peace and security index the chapter explores how Africa can systematically confront its governance challenges in order to achieve sustainable peace and security in a globalized world.

Samuel Kale Ewusi, Kingsley Lyonga Ngange

Nachhaltigkeitsmanagement zwischen Wirtschaft, Ethik, Politik und Gesellschaft

Der Nachhaltigkeitsbegriff hat mit dem 1972 veröffentlichten Bericht „The Limits to Growth“ des Club of Rome seinen Einzug in die heute noch andauernde politische Debatte der Industrieländer gefunden. Aus dieser nunmehr fast ein halbes Jahrhundert anhaltenden Debatte sind nicht nur Herausforderungen für das Nachhaltigkeitsmanagement von Politik und Gesellschaft erwachsen, sondern auch für Unternehmen. In einer von Globalisierung und Digitalisierung getriebenen Wirtschaft sehen sich Unternehmen einer kontinuierlichen Transformation von Geschäftsmodellen, Produktionsprozessen und Marketingstrategien in Richtung Nachhaltigkeit gegenüber.

Hermann Knödler

Der deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) als Instrument zur Erfüllung des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG)

Im Dezember 2014 hat die EU-Kommission eine Richtlinie zur Erweiterung der finanziellen Berichterstattung um nichtfinanzielle und die Diversität betreffende Aspekte verabschiedet (2014/95/EU). Im März 2017 wurde diese Richtlinie mit dem CSR-RUG ins deutsche Recht überführt. Die Berichtspflicht trifft ausgewählte Unternehmen und Konzerne und gilt für alle nach dem 31.

Wolfgang Schuster

Kapitel 3. Das Personaldilemma im öffentlichen Dienst – Die Zukunft ist nicht mehr die Verlängerung der Vergangenheit

Die demografisch bedingten Veränderungen der Bevölkerungsstruktur bleiben nicht ohne Veränderungen auf die Verwaltungen in Deutschland. Die wichtigste Herausforderung ist, über das notwendige Personal zu verfügen, um ein gutes Verwaltungshandeln auch in Zukunft und mit Zukunft gewährleisten zu können. Dies wird nicht ohne nachhaltige Veränderungen der Verwaltungsstrukturen und der Verwaltungsführung gelingen. Personalentwicklung, interkulturelle Öffnung, wertschätzende Personalführung seien als Stichworte angeführt. Eine attraktive Verwaltung als Arbeitgebende kann dann gegeben sein, wenn die Verwaltung es schafft, dass sich Bürger/innen mit ihr identifizieren. Dies bedingt, dass Verwaltungen mehr denn je auch gesellschaftliche Paradigmenwechsel authentisch abbilden und leben.

Winfried Kösters

Einleitung

Zielsetzung der Arbeit ist es, einen Beitrag zur rechtshistorischen Entwicklung des Bundesgrenzschutzes unter Berücksichtigung der geschichtlich-politischen Gesamtsituation zu leisten. Besondere Betrachtung finden hierbei die Gesetzgebungsprozesse sowie die internen Vorgänge der Bundesadministration.

David Parma

Strategisches CSR-Controlling in Familienunternehmen

Familienunternehmen sind für die deutsche und österreichische Wirtschaft von großer Bedeutung. Unternehmen, die sich mehrheitlich im Eigentum von einer überschaubaren Anzahl von natürlichen Personen befinden, also familienkontrolliert sind, haben einen Anteil von 91 % an allen privatwirtschaftlichen Unternehmen in Deutschland. Der Anteil von familienkontrollierten Unternehmen, die von einem der Eigentümer geführt werden, beträgt 87 %.

Reinhard Altenburger

Erfolg und Erfolgssteuerung in Non-Profit-Organisationen

Non-Profit-Organisationen (NPO) sind de facto in allen gesellschaftlichen Sektoren tätig. Ob wir im Sportverein unsere Fitness trainieren, ins Theater oder Museum gehen, die Dienste einer Einsatzorganisation, eines Kindergartens oder der mobilen Pflege in Anspruch nehmen bzw. mit unserer Spende Bedürftige unterstützen, wir sind dabei häufig mit NPO in Kontakt.

René Andeßner

Chapter 11. Minting the Picture: Machines and Coinage in Transition from the Sixteenth to the Eighteenth Century

Historiography has highlighted the importance of the visual elements of coins as well as technical drawings of minting technology to illustrate the evolution of minting and the process of its mechanisation. However, the design of the drawings themselves has been largely neglected. A comparison of drawings of coining technology from the sixteenth to the eighteenth century reveals a significant, and in some ways even revolutionary, development of technical documentation in practical engineering. This article addresses two major changes in early modern times: first, the development or rediscovery of the linear perspective, which made it possible to create an exact geometrical abstraction of an object and second, the replacement of the linear perspective with the orthographic view for a better technical documentation of machine designs around 1700. This was an important development, making engineering knowledge more visible and establishing technical drawings as a powerful tool for communication in the field of engineering. Although minting was apparently a princely affair in early modern times, it was nevertheless intimately linked with the realms of technical documentation, expertise and literature. As the methodologies and scope of technical drawings changed, so did the requirements and demands for technical expertise by the court and administration.

Harald Kleinberger-Pierer

Chapter 5. Critical Erosion of the European Union’s Credibility

The causal relationship between the EU’s influence over Turkey’s politics and a successful cohabitation of the old secularist establishment with the AKP in power finds confirmation in the fast re-polarization of that politics when strong resistances to Turkey’s membership by different member-countries and Turkey’s accession process came to a standstill. This chapter discusses the main reasons for that loss of EU’s credibility and authority—and, consequently, of influence—over Turkey’s politics. It analyzes, in particular, how the EU’s duplicitous policies that brought to the institutional accession of the Greek-Cyprus before reunification of the island created new, unsurmountable obstacles to Turkey’s membership eroding the authority of the EU with Turkish policy-makers and public. Indeed, in 2006, Demetris Christofias, then speaker of the Greek-Cypriot parliament, was protesting against EU member-states that “whenever they want to create problems for Turkey’s EU membership bid, they throw the Greek Cyprus ball onto the court.”

Mario Zucconi

Kapitel 5. „What got you here won’t get you there“ – die kommenden Herausforderungen

Blick in die Zukunft – was wichtiger wird in Bezug auf Führung an wissenschaftlichen Einrichtungen

Der Wandel wird auch in den kommenden Jahren in der Wissenschaft weitergehen. Wie auch in der Wirtschaft bleiben die Trends Digitalisierung und technologische Innovation einerseits und die trotz kleinerer politischer Rückschläge weiter fortschreitende Globalisierung andererseits die wesentlichen Treiber für Veränderung. Daneben gibt es demografische Entwicklungen, die Veränderung auch für den Bildungssektor bedeuten. Die akuter werdende Frage nach gesellschaftlichen Prioritäten und nach der Verteilung der Finanzmittel, auch über politische Ressortgrenzen hinweg, führt zu einer weiter wachsenden Bedeutung der Verankerung der Wissenschaftsinstitutionen in der Gesellschaft. Für die Führungskräfte dieser Organisationen heißt das, dass interkulturelle Kompetenz, die Fähigkeit zu Kollaboration und zum Stakeholder-Management und das Umgehen mit komplexen Führungsherausforderungen und Spannungsfeldern weiter an Bedeutung zunehmen. Die Führungskräfte von morgen müssen sich noch stärker der Frage stellen, was die „License to operate“ ihrer wissenschaftlichen Institution ist.

Norbert Sack

4. Was Stadtnatur leistet

Was Stadtnatur konkret leistet, haben Stadtbürger bisher empfunden und hielten sich dort auf, wo diese nachgefragten Leistungen optimal im Vergleich angeboten wurden. Messbar waren diese Leistungen jedoch meist nicht. Der besonders schöne Park, der Auenabschnitt mit vielen Vogelarten, der Platz, wo Kinder am flachen Wasser gefahrlos spielen können oder die schattige Allee waren lediglich als Kategorien lokal bekannt und genutzt.

Jürgen Breuste

5. Welche Stadtnatur welche Leistung erbringt

In Städten finden sich Naturelemente, die auch außerhalb von ihnen vorkommen. Das Besondere ihrer Urbanität ist jedoch die Dichte ihrer Verbreitung, die Intensität ihrer Nutzung und die Variabilität ihrer oft kleinteiligen Struktur. Ziel in der Stadt ist es, diese Naturelemente so zu erhalten, neu zu etablieren, zu pflegen und zu entwickeln, damit sie den Bedürfnissen der Stadtbewohner möglichst gerecht werden können. Dazu sollten die Leistungen von Stadtnatur unterschiedlichster Art klug bedacht werden, damit sie auch sich ändernden Bedürfnissen der Stadtbewohner gut entsprechen. Viele Ansprüche an Stadtnatur widersprechen sich oder werden nur von bestimmten Bevölkerungsgruppen geäußert. Manche können überhaupt nicht gleichzeitig realisiert werden (s. Kap. 7). Es bedarf also eines gestaltenden Moderationsprozesse der Leistungen von Stadtnatur und der Bedürfnisse der diese Leistungen wahrnehmenden Bevölkerung. Zuerst sollte Klarheit darüber bestehen, welche Leistungen von welcher Stadtnatur überhaupt erbracht werden können und wie diese bereits jetzt genutzt werden. Das ist der Gegenstand dieses Kapitels. Zur besseren Übersicht wurden vier häufig auftretende, stadttypische Naturtypen ausgewählt betrachtet. Sie sind die Hauptleistungsträger, auch überregional und z. T. weltweit verbreitet, und sie werden am intensivsten genutzt: Stadtparke, der Stadtbaumbestand (Urban Forest), Stadtgärten und Stadtgewässer.

Jürgen Breuste

7. Was Stadtnatur im Konzept der Grünen Stadt ausmacht

Die Grüne Stadt ist Leitbild und Vision. Das inhaltlich breite Konzept der Grünen Stadt enthält als Kern die Stadtnatur. Im Konzept der Grünen Stadt wird Stadtnatur „konzeptualisiert“.

Jürgen Breuste

5. Die Unternehmenskommunikation

Die Kommunikationspolitik dient dem Dialog des Unternehmens mit seinen Zielgruppen außerhalb und innerhalb des Unternehmenssystems. Bedürfnisse der Zielgruppen sollen damit aufgenommen und mit der eigenen Leistungsfähigkeit konfrontiert werden. Kernpunkt ist hierbei, dass das Unternehmen eine Anpassungsleistung der jeweiligen Zielgruppe einfordert, die dann erbracht wird, wenn die eigene Leistung überzeugend dargestellt wird.

Steffen Hillebrecht

Kapitel 3. Burnout – Ursachen auf unterschiedlichen Ebenen

Das Leben der Menschen ist in einem Spannungszustand und aufgrund von ungeplanten Effekten in einem Wandel. Das ungewollte und unbedachte Auszehren findet dabei aufgrund der Verknüpfung von Gesellschaft, Organisation, Team und Individuum auf allen Ebenen des menschlichen Lebens statt.

Jasmin Schwazer

Chapter 2. Historical Background: What Are the Lessons Learnt from the Past and What Remains To Be Answered

Unresolved debates between experts and political representatives about the management of complex, highly scientific environmental issues raise the questions of who should participate in the regulatory decision-making processes within the realm of international environmental governance institutions and how should this participation take shape. Phrased in a different way, the question of who should hold the “legislative” power, which is still debated in both the academic and political arenas, is at least as old as Plato’s philosophy. Plato is among the first philosophers to take up the debate on whether one should govern by technocracy or by democracy in many of his works, including “Gorgias” and, most prominently, “The Republic.”

Dionysia-Theodora Avgerinopoulou

Kapitel 4. Künstliche Intelligenz modelliert unseren Arbeitsmarkt um, oder: Auf der Suche nach dem Sinn, neuen Zielen und wie und wo neue Jobs entstehen

Über die Branchen und Aufgabengebiete hinweg haben sich Prozesse bereits automatisiert oder lassen sich automatisieren. An genau diesem Punkt stehen wir. Nichts und niemand bleibt von der Digitalisierung unangetastet.

Daniel Rebhorn

Kapitel 1. Grundlagen und Forschungsgegenstand

Die Debatte um die ‘richtige’ Wirtschaftspolitik wurde bereits über viele Jahre geführt. Insbesondere der Aspekte konjunkturpolitischer Maßnahmen in Abgrenzung zur öffentlichen Haushaltskonsolidierung ist noch heute in Europa mit einem nicht unerheblichen Maß an Meinungsdiversität verbunden. Die wirtschaftstheoretische Sichtweise der 1960iger und frühen 1970iger Jahre in der Bundesrepublik Deutschland war stark geprägt durch die Arbeit von John Maynard Keynes bzw. der Weiterverarbeitung seiner Ideen durch John Hicks zum IS-LM Modell.

Philipp Kissing

Kapitel 2. Stadt Hamm

Zahlenmaterial zur Beurteilung der Bevölkerungsgröße und deren Entwicklung im Beobachtungszeitfenster liegt auf Basis der im Stadtarchiv Hamm analysierten Unterlagen in Ausprägung der Volkszählung vom 27.05.1970 und auf Grundlage der leicht divergenten Fortschreibungsmethoden des Statistischen Amts der Stadt Hamm als auch des Landesamts für Datenerfassung und Statistik Nordrhein-Westfalen für die Folgejahre vor. Demnach wies die Stadt Hamm per 27.05.1970 eine Wohnbevölkerung von 169.858 Personen aus. Diese Wohnbevölkerung stieg nach der Fortschreibungsmethodik des Landesamts für Datenerfassung und Statistik Nordrhein-Westfalen per 31.12.1976 auf 171.765 Bewohner nur leicht, während die Fortschreibungsmethodik des kommunalen Amts für Statistik der Stadt Hamm eine deutlich stärkere Wachstumsdynamik im identischen Zeitfenster aufwies und eine Wohnbevölkerung von 178.754 Bewohnern nahelegte.

Philipp Kissing

Kapitel 6. Komparativer Vergleich und Forschungsergebnisse

Obgleich zu Beginn einer jeden Studie bereits eine umfassende Darstellung zur kommunalen Lagebeschreibung erfolgte, ist die Ausprägung der kommunalen Parallelität respektive Divergenz in ihrer beobachtbaren Ausgangssituation im Vergleich für eine komparative Analyse bei der Bewertung der Einleitung von Austeritätsmaßnahmen unerlässlich und soll im Rahmen dieses Kapitels verkürzt auf ihre zentral einflussnehmenden und weitgehend nicht interdependenten Faktoren zusammengefasst werden. Es sei zunächst darauf hingewiesen, dass bei der Extraktion derartiger Kriterien stets die Gefahr im Sinne eines Hysteron-Proteron besteht; dieser Zirkelschluss jedoch durch geschickte Auswahl der Faktoren zumindest auf ein hinreichend geringes partielles Maß reduziert werden kann. Als beispielhaft sei die Gestaltung der kommunalen Hebesätze genannt.

Philipp Kissing

Kapitel 5. Stadt Soest

Während Rückschlüsse zur Zusammensetzung der Wohnbevölkerung aus den analysierten Unterlagen der Stadt Soest überwiegend nur mittelbar geschlossen werden können, ist die konkrete Bevölkerungsentwicklung im Rahmen der Darstellung diverser statistischer Angaben sowohl differenziert über den betrachteten Zeitraum als auch in teils mehrjährigen Abständen seit dem Jahr 1933 in den ergänzenden Angaben zu den Haushaltssatzungen ersichtlich. Die in den Haushaltssatzungen der Jahre 1978 bis 1982 vorliegenden Angaben zur Wohnbevölkerung beruhen hierbei sowohl auf Volkszählungen sowie zur Extrapolation von Datenpunkten auf amtlichen Fortschreibungsmethoden des Amts für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen.

Philipp Kissing

Kapitel 1. Einführung: Sozialstruktur und demokratische Integration

Die Institutionen einer demokratischen Regierungsform sind zwar notwendig, aber keineswegs hinreichend für ein lebendiges und erfolgreiches demokratisches Gemeinwesen. Von zentraler Bedeutung ist auch eine Kultur der Demokratie, die auf den Orientierungen und Verhaltensweisen der Bevölkerung beruht: Diese zeigt sich in dem Vertrauen in demokratische Institutionen und Prozesse, in der Nutzung von Partizipationsmöglichkeiten und in dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger für das Gemeinwesen. Diese Bedingungen konstituieren das, was wir als demokratische Integration der Bevölkerung bezeichnen und was im Zentrum des mit diesem Buch vorgelegten Monitorings steht.

Baldo Blinkert, Thomas Klie

Open Access

Kapitel 1. Big Data im öffentlichen Diskurs: Hindernisse und Lösungsangebote für eine Verständigung über den Umgang mit Massendaten

Was Big Data betrifft, so ist die öffentliche und politische Debatte in Deutschland über Sinn und Unsinn, über Nutzen- und Schadenspotenziale noch ohne erkennbares Ergebnis im Sinne eines gesellschaftspolitischen Mehrheitskonsenses. Zu den Protagonisten von Big Data gehören nicht nur die großen Internetkonzerne, sondern auch die deutschen Industrieunternehmen, deren Manager angesichts von kritischen Stimmen schon mal vor einer „kleingeistig geführten Angstdebatte“ warnen. Diese ‚Angstdebatte‘ wiederum lässt sich an einer regelrechten Veröffentlichungswelle festmachen, die kritische Positionen einnimmt und deren Beginn ziemlich genau zu datieren ist. Im Sommer 2013 enthüllte der ehemalige CIA-Mitarbeiter Edward Snowden das ganze Ausmaß der Überwachungs- und Spionagepraxis von Geheimdiensten und löste damit die sogenannte NSA-Affäre aus. Einen zusätzlichen.

Susanne Knorre, Horst Müller-Peters, Fred Wagner

Kapitel 6. Strukturelle Macht und Formen der Macht-Dämmung

Das letzte Kapitel der Studie ist der Untersuchung der Grundformen struktureller Macht und der Möglichkeiten der Macht-Dämmung gewidmet. Der erste Abschnitt besteht aus einer Analyse der wichtigsten Grundelemente struktureller Macht am Theater, zu denen die unzureichende Qualifikation der betroffenen Intendanten, die strukturelle Verriegelung der Theater, die erheblichen Vertragsunterschiede zwischen den Mitarbeitergruppen und dadurch ausgelöste Ungerechtigkeiten sowie das Ungleichgewicht innerhalb der Theaterorganisationen zählen. Der zweite Abschnitt widmet sich Machtdämmenden und -einhegenden Maßnahmen. Dazu zählen die Einsetzung eines Ethischen Managements und einer Team- und Prozessorientierten Strukturreform (TPSR). Hierzu gehören zum Beispiel die Emotionale Kompetenz und Führung (EKF) als ein vorgeschlagenes Führungsmodell, das auf dem Einsatz emotionaler Kompetenzen beruht, die Teilung der Gewalten in den Leitungen mit denen die Allein-Intendanz abgelöst werden soll, die Einführung neuer Leitungsmodelle und eines gerechten und machtfreien Personal-Managements (GMPM), mit dem zukünftig die Nutzung von Macht in den Theatern stark eingeschränkt, reguliert und überwacht werden soll, damit Übergriffe dort zukünftig nicht mehr stattfinden und die Künstler*innen geschützt und sicher ihren Aufgaben nachgehen können.

Thomas Schmidt

Kirchen als Akteurinnen in der Zivilgesellschaft – eine theologische Perspektive

„Die evangelische Kirche schafft scheinbar über ihre Mitglieder einen nicht unwesentlichen Fundus an religiösem Sozialkapital. Dieser trägt auf der einen Seite zur inneren Verbindung der Kirchenmitglieder bei, ist aber auch gesamtgesellschaftlich von beachtlicher Wirkung. So kann man mit etwas Pathos ohne Weiteres behaupten, dass die evangelische Kirche ein hohes Maß an ‚Kitt für die Gesellschaft‘ bereitstellt“ (Pickel 2014, S. 115, Hervorh. im Original).

Sarah Jäger

Gerechter Frieden in einer gespaltenen Welt

Die Potenziale von Anerkennung, Weltinnenpolitik und Zivilgesellschaft

Die Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), so Ines-Jacqueline Werkner in der Einleitung zu diesem Band, adressiere mit der Ausrichtung auf die zentralen friedensethischen Kategorien Recht, Gerechtigkeit und Gewalt wichtige Fragen, bekomme damit aber zwei Problemlagen nicht angemessen in den Blick: Mit dem starken Fokus auf das internationale Recht als Mittel friedensfördernden Handelns gehe eine staatszentrierte Orientierung einher. Zugleich sei die Schrift von einem liberalen Impetus geprägt; als Bausteine des zwischenstaatlichen Friedens rekurriere sie auf die innerstaatlichen Merkmale Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Matthias Dembinski

Gerechter Frieden jenseits des demokratischen Rechtsstaates

Eine Einführung

Das Konzept des gerechten Friedens – in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) entfaltet in der Denkschrift von 2007 – wird breit diskutiert. Reflexionen erfolgen vor allem im Hinblick auf drei friedensethische Kategorien: Recht, Gerechtigkeit und Gewalt. Dabei wird Recht als Mittel friedensfördernden Handelns verstanden, ausgedrückt in der Formel „Gerechter Friede durch Recht“ (EKD 2007, Kap. 3).

Ines-Jacqueline Werkner

Friedensethische Herausforderungen im Umgang mit autoritären Regimen

Autoritäre Politikregime sind zurzeit auf dem Vormarsch – und das weltweit. Diesen Trend dokumentiert das US-amerikanische Freedom House seit ca. zehn Jahren. Offensichtlich ist der „dritten Welle der Demokratisierung“ (Huntington 1991) eine Gegenwelle der Ent-Demokratisierung gefolgt, die Samuel Huntington zwar prognostizierte, nicht aber befriedigend erklären konnte.

Rainer Tetzlaff

Überlegungen zum Begriff der Zivilgesellschaft

Der Begriff der Zivilgesellschaft hat sich seit den 1970er Jahren im politischen Diskurs mehr und mehr verankert. Wurde er zunächst von den links-libertären sozialen Bewegungen, der Frauenbewegung, den Bürgerbewegungen sowie den internationalen NGOs auch aus Gründen einer notwendigen Selbstverortung jenseits von Staat und Markt entwickelt (vgl. Klein 2001), steht der Begriff aktuell vor der Herausforderung, mit der Besetzung der zivilgesellschaftlichen Handlungsräume auch durch rechtspopulistische und menschenfeindliche Akteure umgehen zu müssen.

Ansgar Klein

Kapitel 6. Von der Berufsmoral zur staatsbürgerlichen Moral – oder die deutsche Frage

Richards und Durkheims Dissens in der Wirtschaftssoziologie folgt einer tieferen Divergenz in der politischen Soziologie, die an den jeweils gegensätzlichen Definitionen in Bezug auf Staat, Nation und Völkerrecht besonders sichtbar wird. Die nationalistische Orientierung der Durkheimschen politischen Soziologie, die Richard Durkheim vorwarf und durch eine zu lange hinziehende Vertrautheit mit den deutschen Klassikern des Fachs erklärte, gibt Anlass, Richards eigene Stellungnahme zum deutschen Formalismus zu analysieren. Über die Haltung gegenüber Georg Simmel und Ferdinand Tönnies hinaus weist die von Richard in der Zwischenkriegszeit gesuchte Annäherung an Leopold von Wiese auf eine problematische Ambivalenz hin. Die wachsende Gefahr eines neuen Weltkriegs stülpt diese in einen Identitätsdiskurs um, der im Gegensatz zu Richards früherem Werk klare nationalistische Züge aufweist. Im Namen des französischen Staates opferte Richard mehr oder weniger seine ganze politische Soziologie.

Christian Papilloud, Cécile Rol

Kapitel 7. La Cause

Das soziale Christentum bestand aus vielen Bewegungen, die sich für den Kampf gegen soziale Probleme organisierten, darunter auch die von Freddy Dürrleman geführte Bewegung \emph{La Cause}, der u.a. Richard angehörte. Dürrleman und Richard kannten sich seit 1905 und blieben einander auf Lebenszeit eng verbunden. Beiden lag die Verbesserung der Gesellschaft am Herzen und beide teilten die Überzeugung, dass dies schon in der Familie und in der Schule beginnen müsse. Im Frankreich jener Zeit stehen diese Bemühungen generell im Zeichen des Gedankens der Nation -- eines Gedankens, der nach dem Ersten Weltkrieg Dürrleman und Richard stark beschäftigte und der Soziologie Richards eine neue Wendung gab. Es kam nicht nur darauf an, eine Sozialtheorie der sozialen Verbesserung der modernen Gesellschaft zu entwickeln -- diese Theorie musste auch zum Nationalismus, im Dienste der Expansion Frankreichs als \emph{Grand Nation} und Kolonialreich, beitragen.

Christian Papilloud, Cécile Rol

Kapitel 1. Einleitung

Das moralische Übel war kein neues Thema in den Geistes- und Sozialwissenschaften des 19. Jahrhunderts, selbst sich meistens Philosophen damit befassten. In dieser Einleitung zeigen wir, in welcher Weise Richard dieses Thema für seine Soziologie der Solidarität, aus der er die Grundlage seines soziologischen Programms zur Solidarität gewinnt, heranzieht. Gleichfalls befinden sich in der Einleitung Bemerkungen zur Struktur dieses Buches, das die Entstehung, Entwicklung und Radikalisierung Richards soziologischen Programms zur Solidarität untersucht.

Christian Papilloud, Cécile Rol

Unbemannte Kampfsysteme in Händen nichtstaatlicher Gewaltakteure – vom Albtraum zur baldigen Realität ?

Unbemannte Luftfahrzeuge, oft auch als UAVs (Unmanned Aerial Vehicles) oder Drohnen bezeichnet, werden inzwischen von vielen Staaten militärisch genutzt. Waren es 2004 nach Aussage des US General Accountability Office (GAO 2012, S. 9) 41 Staaten, die militärische Drohnen in ihren Arsenalen hatten, hielten diese 2011 schon 76 Staaten vor. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass mehr als 90 Staaten UAVs besitzen (Catalano Ewers et al. 2017, S. 2), von denen wiederum ca.

Niklas Schörnig

Unbemannte Waffen – Humanisierung oder Entmenschlichung der Kriegsführung ?

Eine Einführung

Unbemannte Waffensysteme – umgangssprachlich Drohnen – entfachen kontroverse Debatten: Während die einen vom „drohenden Ende der Menschlichkeit“ (Human Rights Watch) sprechen, gelten sie für andere als „einen bedeutenden ethischen Fortschritt in der Geschichte der Kriegsführung“ (Statman 2014, S. 46). Dass die Kriegsführung durch eine immer stärker werdende Technologisierung geprägt ist, stellt keine Ausnahme, sondern den Regelfall dar (vgl. Geiß 2015, S. 10). Dabei ist im Laufe der Geschichte die Distanz des Soldaten zum Gefechtsfeld immer größer geworden: vom unmittelbaren Kampf Mann gegen Mann auf dem Schlachtfeld über eine Kriegsführung mit Artillerie und gepanzerten Fahrzeugen bis hin zu Bombardements aus der Luft.

Ines-Jacqueline Werkner

Autonome Waffensysteme – ethische und völkerrechtliche Problemstellungen

Autonome Waffensysteme markieren eine militärtechnologische Zeitenwende. Die Ankündigungen einiger Staaten, allen voran der USA, künftig verstärkt auf autonome Militärtechnologie zu setzen, haben in den vergangenen Jahren eine internationale Debatte über die ethischen und rechtlichen Implikationen solcher Systeme angestoßen. Dabei hat sich die Debatte bislang in erster Linie auf Kampfroboter (Lethal Autonomous Robots beziehungsweise Lethal Autonomous Weapons Systems, LAWS) konzentriert, das heißt auf autonome Entscheidungen am Ende der militärischen Entscheidungskette im Zusammenhang mit der Auswahl und dem Angriff konkreter Ziele.

Robin Geiß

Die ethische Debatte um den Einsatz von ferngesteuerten und autonomen Waffensystemen

Als im Jahr 2012 der damalige Bundesminister der Verteidigung Thomas de Maizière ankündigte, den Kauf von bewaffneten Drohnen für die Bundeswehr zu prüfen, waren friedensbewegte Gruppierungen in den Kirchen und in der Gesellschaft mehr als bei anderen Rüstungsprojekten alarmiert. Der Einsatz bewaffneter Drohnen wurde zum einen mit der Praxis tatsächlich oder vermeintlich illegaler gezielter Tötungen von Terroristen im Afghanistan und Pakistan durch die Vereinigten Staaten von Amerika assoziiert, zum anderen gab es intuitive Abwehrreaktionen gegenüber einem Kampfinstrument, das sich im Luftraum anschleicht, Menschen ausspäht und sie mit tödlicher Gewalt überfällt. Solche Gefühle bringen häufig einen moralisch heiklen Kern zum Ausdruck. Moral kann aber auch problematisch sein, wenn sie nicht ihrerseits in der Ethik reflektiert wird.

Bernhard Koch

Korb 3: Gezielte Werteentwicklung von Persönlichkeiten im Training

Die meisten Trainings haben mit gezielter Werteentwicklung nichts zu tun. Trainings, die auf die gezielte Werteentwicklung gerichtet sind, unterscheiden sich deutlich von den gewohnten, formellen Trainingsformaten. Sie werden vielmehr durch praktische, in realen Handlungsumgebungen verankerte Methoden, bei denen die gesetzte Umgebung gleichsam eine Werteentwicklung erzwingt, geprägt. Auch ein Training geeigneter Wertekommunikationsmittel kann die gezielte Werteentwicklung einer Persönlichkeit fördern. Für die Wertekommunikation sind oft, unabhängig vom Werteinhalt selbst, sehr unterschiedliche Mittel nutzbar, die methodisch eingesetzt werden können: Sprachliche und weitere symbolische Mittel, die z. B. Tastsinn (Fingerspitzengefühl), Geruch (einander „riechen“ können), Geschmack (fremde Nationalspeisen mögen), Gehör (Stimulanz durch unterlegte Musik) und mannigfaltige Kombinationen aus alldem als Wertungsmittel benutzen. Auf Individual- oder Gruppentrainings bezogene Methoden können die Werteentwicklung ebenfalls unterstützen. Grundsätzlich kann die gezielte Werteentwicklung von Persönlichkeiten in drei unterschiedlichen Grundsituationen erfolgen. Realitätsgleiche Trainingssituationen können vor allem im Rahmen von Trainingsunternehmen oder Übungsfirmen geschaffen werden. Realitätsnahe Trainingssituationen umfassen vor allem fiktive Bewerbungen, Präsentationstrainings und konfliktäre Arbeitssituationen, in denen der Trainee als Schlichter auftritt. Zu den realitätsähnlichen Trainingssituationen gehören u. a. Outdoortraining, Hochseilgarten oder Führen mit Pferden, aber auch, insbesondere für die gezielte Entwicklung von ethisch-moralischen und sozial-weltanschaulichen Werten, der Seitenwechsel sowie das ressourcenorientierte Selbstmanagement nach dem Züricher Ressourcenmodell. Diese Gruppe der Methoden kann auch die Montessori-Pädagogik einbeziehen.

John Erpenbeck, Werner Sauter

Einführung

Im vorangegangenen Band Arbeitszeitpolitik – Zielkonflikte in der betrieblichen Arbeitszeitgestaltung lösen wurde im Einführungsbeitrag die Thematik der Arbeitszeitpolitik in den Kontext der Konsequenzen der Digitalisierung jenseits der Technik gestellt. An dieser Stelle sollen noch einmal die wesentlichen Kernaussagen dieser Thematik aufgegriffen werden, die nun den Orientierungsrahmen für die vorliegende Publikation Die vierte Dimension der Digitalisierung – Spannungsfelder in der Arbeitswelt von morgen bilden. Dabei geht es zum einen um die Identifikation der Spannungsfelder, die sich in vier Dimensionen gliedern lassen, zum anderen darum, wie sie sich im Sinn einer Ambidextrie auflösen bzw. entschärfen lassen. Die Beiträge in diesem Band befassen sich sowohl aus Sicht der Wissenschaft als auch aus der Praxisperspektive kleiner, mittlerer und großer Betriebe mit diesen vielfältigen Themenstellungen.

Jutta Rump, Silke Eilers

Die Digitalisierung akademischer Berufe am Beispiel der (Syndikus-)Rechtsanwältinnen und -anwälte

Die Digitalisierung stürmt die nächste Bastion: Die akademischen Berufe. Denn auch Wissensprodukte sind letztlich nur ein Konglomerat an Daten. Je mehr dieser Daten verfügbar sind, desto wirtschaftlich sinnvoller wird eine automatisierte Datenverarbeitung. Dies wird erhebliche Veränderungen in der Art und Weise der akademischen und damit auch der juristischen Produkterstellung und Wertschöpfung mit sich bringen. Der Beitrag zeigt auf, wie sich das Tätigkeitsprofil von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten konkret bis 2030 ändern wird und wie Kanzleien, Rechtsabteilungen und Berufsträger die hierin liegenden Chancen ergreifen können.

Anna-Luise Börner

Kapitel 10. Wettbewerbe

Wettbewerbe bieten enorme Chancen für Schulen sich weiterzuentwickeln. Sie bieten die Möglichkeit, durch die Erstellung umfangreicher Bewerbungsunterlagen, die eigene Schule „neu kennenzulernen“ bzw. sie auch einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Für Schüler stellen Wettbewerbe eine besondere Herausforderung dar – Schüler und Klassen gehen in solchen Unterrichtsphasen oft über sich hinaus und vergessen, dass sie eigentlich „normalen Unterrichtsstoff“ abarbeiten und sich weiterhin in einer Leistungsbewertung befinden. Im Kapitel finden Sie Kurzbeschreibungen verschiedener Wettbewerbe – die Auflistung ist nicht vollständig.

Detlef Steppuhn

Kapitel 6. Kompetenzerwerb durch Fortbildungen

Fortbildung wird bei der Integration der Digitalisierung in Schulen eine entscheidende Rolle einnehmen, um Digitalisierung in den Unterricht zu bringen und ihn dort auch zu etablieren. Fortbildung muss nicht immer durch externe Anbieter erfolgen – interne Fortbildungen sind aus der Erfahrung heraus effizienter, schneller, aktueller und genau auf die Schule abgestimmt. Ein Fortbildungskonzept muss auch nicht immer in der Konstellation Fortbilder-Lehrer oder Lehrer-Lehrer stattfinden, auch Schüler können Fortbildungen durchführen – hier stehen ungeahnte Ressourcen zur Verfügung, die eine Schule nutzen sollte! Dieses Kapitel referiert mögliche interne Fortbildungskonzepte, wobei das Konzept my eWorld eine besondere Rolle einnimmt, da es sich auf die Einbindung der Treibertechnologien Robotik, VR/AR, Big Data und Künstliche Intelligenz stützt und die Risiken und Chancen dieser Techniken für den Menschen und die Schule in den Fokus nimmt.

Detlef Steppuhn

Kapitel 4. Einführung zur Psychologie des Guten

In diesem Kapitel werden Persönlichkeiten, die aufgrund ihres Verhaltens als „gut“ kategorisiert wurden, kurz vorgestellt, bevor sie in den folgenden Kapiteln vor psychologischem Hintergrund im Detail beleuchtet werden. Es gilt u. a. folgende Fragestellungen zu klären: Was haben die oft sehr verschiedenen Persönlichkeiten, abgesehen von ihrem positiven gesellschaftlichen Wirken, gemeinsam? Welche Faktoren schützen Menschen bei vorhandenen Risikofaktoren vor einer negativen Entwicklung? Und schließlich: Was fördert eine positive Entwicklung des Charakters? In diesem Kapitel wird ein Rundumüberblick zur Beantwortung dieser Fragen gegeben, wobei das soziale Umfeld, biologische und psychologische Einflüsse, Umweltbedingungen sowie Normen und Werte berücksichtigt und abgeleitete Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Abschließend wird erläutert, wie gute Persönlichkeiten als Vorbilder andere Menschen darin bestärken können, auch im Kleinen das Gute in die Gesellschaft zu tragen.

Clarissa Zwarg, Dieter Frey

Kapitel 34. Ein Blick auf das Gute und das Böse aus Sicht der Psychologie und ihrer Nachbardisziplinen

In den Biografien dieses Buches wird deutlich, wie vielfältig Gut und Böse sein können. Fragen wie „Was ist überhaupt Gut und Böse, und was fördert die ein oder andere Seite? Ist der Mensch von Natur aus einer dieser Kategorien zuzuordnen? Können sich Menschen, die etwas Böses getan haben, grundlegend wandeln? Und wie lässt sich das Böse verhindern?“ sind daher nicht leicht und vor allem nicht eindeutig zu beantworten. In den vorherigen 29 Kapiteln stand hauptsächlich die psychologische Sichtweise im Vordergrund. Um jedoch auch andere Perspektiven auf das Gute und das Böse aufzuzeigen und diese Kategorien möglichst vielfältig beleuchten zu können, wurden Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster Disziplinen (u. a. Philosophie, Biologie, Theologie, Kriminologie, Neurologie) dieselben Fragen gestellt und in diesem Kapitel gegenübergestellt.

Caroline Mehner, Dieter Frey

Kapitel 7. Nelson Mandela

Einer der größten Freiheitskämpfer unserer Zeit

Nelson Mandela widmete sein Leben dem Kampf für die Freiheit schwarzer und weißer Bürger in Südafrika. Nachdem er 27 Jahre als politischer Gefangener inhaftiert war, wurde er 1994 als erster Präsident in Südafrika demokratisch gewählt. Mit seiner Politik der Versöhnung führte Mandela das Land aus der Apartheid. Doch wie konnte ein Mensch, der so viele Jahre seines Lebens im Gefängnis war, die außergewöhnlich hoch ausgeprägte Fähigkeit zur Vergebung entwickeln? Was zeichnete Nelson Mandelas Persönlichkeit aus, und wie konnte er die Menschen Südafrikas vereinen? Diese und weitere Fragen sollen anhand psychologischer Theorien, Modelle und Hintergründe in diesem Kapitel beantwortet werden.

Clarissa Zwarg

Kapitel 11. Albert Schweitzer

Der Urwalddoktor aus dem Elsass

Als sich Albert Schweitzer 1905 im Alter von 30 Jahren dazu entschied, Medizin zu studieren und Missionsarzt zu werden, gab er seine akademische und kirchliche Laufbahn auf, um seinen Wunsch zum unmittelbaren Dienen am Nächsten zu erfüllen. Trotz seines eigentlich erfolgreichen und beständigen Lebens im Elsass und seiner bereits erworbenen Doktorentitel in Philosophie und Theologie entschied sich Schweitzer, ein Tropenhospital in Lambarene, Gabun, zu eröffnen. Dieses konnte er durch seine vielen Veröffentlichungen, Vorträge und Orgelkonzerte finanzieren. Für sein Wirken wurde Albert Schweitzer schon zu Lebzeiten verehrt und bekam 1953 den Friedensnobelpreis. Aber wie wurde aus dem Pfarrerssohn aus dem Elsass ein Friedensnobelpreisträger? Was trieb Schweitzer dazu an, trotz immer wieder auftretender Widerstände, sein Ziel, anderen zu helfen, konsequent zu verfolgen, dieses so effizient umzusetzen und so zum Vorbild für viele Menschen zu werden?

Doreen Schick

Kapitel 14. Malala Yousafzai

Malala Yousafzai ist ein pakistanisches Mädchen, das unter dem Regime der Taliban aufgewachsen ist. Im Alter von 11 Jahren begann sie, Kampagnen für das Recht auf Bildung von Mädchen durchzuführen, schrieb einen Online-Blog für die British Broadcasting Corporation (BBC) und war Teil einer Dokumentation der New York Times. So geriet Malala in das Visier der Terroristen und wurde im Oktober 2012 Opfer eines grausamen Attentats. Wie durch ein Wunder überlebte sie. Seither engagiert sie sich als Kinderrechtsaktivistin und ist Gründerin des Malala Fund. Für ihre Arbeit erhielt sie im Jahr 2014 den Friedensnobelpreis.

Paulina Schmiedel

Kapitel 15. Philipp Lahm

Dieses Kapitel handelt von Philipp Lahm – dem ehemaligen Kapitän der Deutschen Fußballnationalmannschaft und des FC Bayern München, Stifter und Unternehmer. Lahm, der als Familienmensch gilt, handelt(e) im Umgang mit den Medien überlegt und souverän. Auch nach Karriereende nimmt der frühere Vorzeigeprofi eine Vorbildfunktion ein. Er zeigt mit seiner langfristigen Unterstützung und Förderung (benachteiligter) Kinder Möglichkeiten auf, wie soziales Engagement aussehen kann. So hebt Philipp Lahm sich von anderen ab, die ebenfalls wie er auf größere finanzielle Ressourcen zurückgreifen können. Diese Kapitel beschreibt 6 ausgewählte psychologische Theorien und bringt diese mit Lahms prosozialem Verhalten in Zusammenhang: Lernen am Modell, die Bedürfnispyramide von Maslow, die Empathie-Altruismus-Hypothese, der Warm-Glow-Effekt, die Identitätstheorie und die Theorie des geplanten Verhaltens.

Pia von Terzi

Kapitel 13. Sophie Scholl

Sophie Scholl (1921–1943) trat im Alter von 13 Jahren in die Hitlerjugend ein und übernahm schon bald Führungsaufgaben. Neun Jahre später starb sie, weil sie Flugblätter gegen die Nationalsozialisten verbreitete. Heute ist sie zusammen mit den anderen Mitgliedern der Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ ein Vorbild für Zivilcourage. Wie kam es dazu, dass Sophie sich gegen die Mehrheit stellte, aktiven Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime leistete und damit den eigenen Tod riskierte?

Bernadette Clarissa Simon

Kapitel 23. Reifegradmodell „Doku 4.0“

Systematische Vorgehensweise zur Bereitstellung semantischer, modularer und zielgruppenspezifischer Informationen im Maschinenpark der Industrie 4.0

Die Digitalisierung und Herausforderungen der Industrie 4.0 verändern die Prozesse der Technischen Dokumentation und bieten neue Chancen bei der Erstellung und Bereitstellung von Dokumenten oder Informationen. So ermöglichen moderne Kommunikations- und Informationstechnologien eine optimale Bereitstellung von Informationsprodukten unter Berücksichtigung der jeweiligen Kundenanforderungen und Unternehmensstrategie. Im Rahmen des „ProDok 4.0“-Projekts wird ein mobiles prozess- und rollenspezifisches Informationssystem für den Maschinenpark der Industrie 4.0 und gleichzeitig ein Reifegradmodell „Dokumentation 4.0“ („Doku 4.0“) zur systematischen Einführung dieses Systems beim Kunden entwickelt. Unter Einbezug des Stands der Wissenschaft zum Thema Reifegradmodellierung, des Expertenwissens praxisnaher Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie unter Anwendung von agilen Methoden entsteht ein Reifegradmodell „Doku 4.0“, das die Unternehmensumwelt mit dem Produkt- und Dienstleistungsangebot der Service-Einheit „Technische Dokumentation“ in ihrer Komplexität multidimensional und interdisziplinär betrachtet.

Caroline Solle, Fabienne Schumann

7. Mess- und Prüftechnik

In diesem Kapitel werden die verschiedenen Verfahren der Prüfung von ausgehärteten Lackschichten beschrieben. Aufgezeigt sind die wichtigsten Verfahren zur Ermittlung des Erscheinungsbildes wie Farbe und Glanz, den mechanischen Verfahren und den Korrosionsprüfungen. Neben den Grundlagen der Verfahren, Erläuterungen zu den Prüfgeräten und der Auflistung der Normen werden anhand von Beispielen und Bildern Ergebnisse verschiedener Prüfungen und deren Beurteilung aufgezeigt.

Judith Pietschmann

Kapitel 1. Grundwissen: Die Content-Basics

Buzzwörter haben eine ungute Eigenschaft: Man weiß nicht, wo man mit der Erklärung anfangen und wo man besser aufhören sollte. Ich habe die Basics gestrafft und beschäftige mich auf den folgenden Seiten des ersten Kapitels mit diesen Themen: Warum Content nicht gleich Content und das Zeitalter der Werbesprache vorbei ist. Sorgen wir für Klarheit: Die Definition von Content und warum der Begriff mehr ist als ein Buzzword. Wie sich der Hype um Content entwickelt hat, und warum Content bereits vor dem digitalen Zeitalter wichtig war. Grundwissen zum Storytelling, zur menschlichen Kommunikation und zur menschlichen Psychologie. Die aktuellen Content-Formate und Content-Channels unserer Welt. Wie Sie an die Planung und Erstellung guter Inhalte herangehen müssen.

Florian Schauer-Bieche

Chapter 3. Linking International Trade to Climate Change and Energy

The argument goes that the causes of environmental problems in a market economy are economics and that the consequences of environmental problems have important economic dimensions that travel from producers to consumers of good and services. Hence, the importance of solutions that are environmentally effective, economically sensible, and politically pragmatic. In the specific case of trade, traditionally, the thinking has been that more trade meant more energy consumption and therefore higher levels of greenhouse gas (GHG) emissions. Economic growth has come at a cost to the environment. But it does not have to be that way. Trade can be part of the solution to reducing GHG emissions by providing preferential treatment to green goods/services in trade agreements, leading consumers to buy green goods such as electric cars.

Rafael Leal-Arcas
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