Stigmatisierende Kommunikation
Eine theoretische Konzeptualisierung gruppenbezogener abwertender Kommunikation
- 2024
- Buch
- Verfasst von
- Anna Freytag
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Die Arbeit von Anna Freytag setzt sich theoretisch mit dem Phänomen der gruppenbezogenen abwertenden Kommunikation auseinander. Die Kommunikationswissenschaft und andere Disziplinen haben sich in der Vergangenheit unter einer Vielzahl von Begriffen und aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven mit gruppenbezogener abwertender Kommunikation auseinandergesetzt. Die etablierten Begriffe bergen jedoch Herausforderungen und vernachlässigen zum Teil soziologische und sozialpsychologische Perspektiven, wie etwa das Konzept der Stigmatisierung. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Autorin mit „Stigmatisierender Kommunikation“ ein eigenes kommunikationswissenschaftliches Konzept, das Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen integriert. Darauf aufbauend entwirft sie ein Forschungsprogramm für die weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit stigmatisierender Kommunikation. Es werden Forschungsfragen zu beteiligten Akteur*innen, Motiven und Determinanten, zur inhaltlichen Ausgestaltung und zu den vielfältigen Auswirkungen stigmatisierender Kommunikation abgeleitet. Dazu werden methodische Ansätze und Herausforderungen für eine erfolgreiche empirische Untersuchung stigmatisierender Kommunikation diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Kapitel 1. Einleitung
Anna FreytagDas Kapitel untersucht gruppenbezogene abwertende Kommunikation, die Menschen aufgrund ihrer sozialen Zugehörigkeit herabsetzt. Es analysiert die gesellschaftlichen Auswirkungen und die psychischen Folgen für die Betroffenen. Ein zentraler Punkt ist die Integration des Stigmatisierungskonzepts aus der Soziologie und Sozialpsychologie in die Kommunikationswissenschaft, um ein umfassenderes Verständnis und neue Ansätze zur Bekämpfung solcher Kommunikation zu entwickeln. Das Kapitel schlägt eine Forschungsprogrammatik vor, die historische, kulturelle und psychologische Perspektiven berücksichtigt, um die Hintergründe und Ursachen von gruppenbezogener abwertender Kommunikation besser zu verstehen und Strategien zur Prävention zu entwickeln.KI-Generiert
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ZusammenfassungAngriffe, Beleidigungen, Demütigung und Ausgrenzung aufgrund (sozialer) Herkunft, Geschlecht, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung, psychischer oder physischer Konstitution gehören für viele Menschen auf der ganzen Welt zum Alltag (Sponholz, 2018). Hierbei spielt Kommunikation eine entscheidende Rolle. Die Herabsetzung von Meinungen, Fähigkeiten, Erfahrungen oder der gesamten Identität von Personen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe findet sowohl in direkten Gesprächen, persönlich oder medial vermittelt, als auch massenmedial, etwa in Nachrichtenbeiträgen, Serien, Leserbriefen, den Kommentarspalten von Nachrichtenmedien und auf Social Media, statt. -
Kapitel 2. Bisherige Konzepte zur Beschreibung gruppenbezogener abwertender Kommunikation
Anna FreytagDas Kapitel befasst sich mit der Beschreibung und Systematisierung von Konzepten zur Erfassung gruppenbezogener abwertender Kommunikation. Es werden verschiedene Konzepte wie Hate Speech, Dangerous Speech, Cyberhate, Extreme Speech und Group Defamation untersucht und deren theoretische Grundlagen sowie praktische Anwendungen im Forschungsfeld dargestellt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Unterscheidung zwischen Konzepten mit und ohne expliziten Gruppenbezug sowie auf die systematische Einordnung der Begriffe in übergeordnete Kategorien. Die Analyse zeigt, dass trotz definitorischer Überschneidungen die Konzepte spezifische Merkmale und Anwendungsbereiche aufweisen. Das Kapitel bietet somit eine umfassende Übersicht über die Vielfalt und Komplexität der Konzepte zur Beschreibung abwertender Kommunikation und ermöglicht es, diese Konzepte im Kontext der Forschung besser zu verstehen und zu systematisieren.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn der bisherigen kommunikationswissenschaftlichen Forschung haben verschiedene Konzepte zur Auseinandersetzung mit und Untersuchung von abwertender Kommunikation gegenüber sozialen Gruppen Verwendung gefunden. Insgesamt lässt sich eine wachsende Zahl von Konzepten in verschiedenen Forschungsfeldern beobachten. Insbesondere abwertende Kommunikation im Internet ist in den vergangenen Jahren zunehmend ein relevanter Gegenstand der Forschung geworden. -
Kapitel 3. Stigmatisierung – eine sozialpsychologische Perspektive auf gruppenbezogene Abwertungsprozesse
Anna FreytagDas Kapitel 'Stigmatisierung – eine sozialpsychologische Perspektive auf gruppenbezogene Abwertungsprozesse' untersucht die sozialpsychologischen und soziologischen Aspekte der Stigmatisierung, insbesondere die Konzepte Stigma und Stigmatisierung. Es wird erläutert, wie soziale Kategorisierung und Stereotypisierung zu Stigmatisierung führen und welche Funktionen Stigmatisierung erfüllt. Die Rolle der Kommunikation im Stigmatisierungsprozess wird detailliert beleuchtet, wobei sowohl die historischen als auch die aktuellen sozialen und kulturellen Faktoren berücksichtigt werden. Das Kapitel zielt darauf ab, ein grundlegendes Verständnis für das Konzept der Stigmatisierung zu schaffen und die Mehrwerte dieser Perspektive für das Verständnis abwertender Kommunikationsverhalten zu verdeutlichen. Im weiteren Verlauf wird die Definition und Entwicklung des Begriffs Stigmatisierung erörtert, wobei besonderes Augenmerk auf die Rolle der Kommunikation und die verschiedenen Funktionen der Stigmatisierung gelegt wird. Abschließend werden unterschiedliche Konzeptualisierungen und Ausdifferenzierungen der Begriffe Stigma und Stigmatisierung dargelegt, um ein umfassendes Bild zu vermitteln.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn der Auseinandersetzung mit dem Forschungsgegenstand der vorliegenden Arbeit, abwertende Kommunikation gegenüber sozialen Gruppen, ist es aufgrund des Gruppenbezugs besonders relevant, soziologische und sozialpsychologische Perspektiven auf die Abwertung sozialer Gruppen zu berücksichtigen. In der Soziologie und Sozialpsychologie fest etablierte Konzepte zur Auseinandersetzung mit der Abwertung sozialer Gruppen sind Stigma und Stigmatisierung. Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, das Konzept der Stigmatisierung mit abwertender Kommunikation in Verbindung zu setzen und darauf aufbauend das Konzept stigmatisierende Kommunikation zu entwickeln. Daher wird in diesem Kapitel näher auf die Konzepte Stigma und Stigmatisierung eingegangen. -
Kapitel 4. Stigmatisierende Kommunikation
Anna FreytagDas Kapitel zielt darauf ab, ein integrierendes Konzept der stigmatisierenden Kommunikation zu entwickeln, basierend auf den Forschungsfeldern der abwertenden Kommunikation und Stigmatisierung. Es wird der Begriff der stigmatisierenden Kommunikation eingeführt, definiert und in bestehende Konzepte eingeordnet. Der Text diskutiert die Relevanz des Konzepts der Stigmatisierung und die Notwendigkeit, soziologische und sozialpsychologische Perspektiven zu berücksichtigen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Rolle der Kommunikation im Stigmatisierungsprozess und der Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen der abwertenden Kommunikation. Das Kapitel schließt mit der Vorstellung eines neuen Konzepts der stigmatisierenden Kommunikation, das die bisherigen Forschungsergebnisse integriert und weiterentwickelt.KI-Generiert
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ZusammenfassungDas Ziel des vierten Kapitels ist es, auf Basis der bisher gewonnen Erkenntnisse zum Forschungsfeld der abwertenden Kommunikation einerseits und Stigmatisierung andererseits, einen Vorschlag für ein integrierendes Konzept zu machen. Hierfür wird der Begriff der stigmatisierenden Kommunikation eingeführt, definiert, diskutiert und im Verhältnis zu den in Kapitel 2 vorgestellten Konzepten eingeordnet. -
Kapitel 5. Entwicklung einer Forschungsprogrammatik zu stigmatisierender Kommunikation
Anna FreytagDer Beitrag entwickelt eine Forschungsprogrammatik zur empirischen Untersuchung von stigmatisierender Kommunikation, einem spezifischen Fall gruppenbezogener abwertender Kommunikation. Basierend auf einem vorgeschlagenen Konzept zur stigmatisierenden Kommunikation, das sich durch seine empirische Anwendbarkeit auszeichnet, werden Impulse zur Testung und Weiterentwicklung des theoretischen Konzepts sowie zur Entwicklung von Interventionsmaßnahmen gegeben. Die Forschungsprogrammatik betrachtet den gesamten Kommunikationsprozess und berücksichtigt Absender, Inhalte, Kanäle und Wirkungen der stigmatisierenden Kommunikation. Besondere Aufmerksamkeit wird den Motiven und Determinanten der Kommunikator*innen geschenkt, die stigmatisierende Kommunikation verbreiten. Die methodische Herausforderung besteht darin, die Identifikation und Charakterisierung der Absender*innen sowie die Analyse der Inhalte und Verbreitungswege stigmatisierender Kommunikation zu ermöglichen. Der Beitrag schlägt vor, verschiedene Forschungsfragen abzuleiten und theoretische Annahmen zu deren Beantwortung zu entwickeln. Die Betrachtung der stigmatisierenden Kommunikation über die etablierten Forschungsfelder der Kommunikationswissenschaft hinaus eröffnet weitere wertvolle Forschungsperspektiven.KI-Generiert
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ZusammenfassungIm Folgenden wird, aufbauend auf meinem Konzeptvorschlag zur stigmatisierenden Kommunikation (siehe Kapitel 4), eine Forschungsprogrammatik zur empirischen Auseinandersetzung mit dieser spezifischen Form gruppenbezogener abwertender Kommunikation entwickelt. Damit sollen Impulse für die Testung und Weiterentwicklung des vorgeschlagenen theoretischen Konzepts sowie für die Erforschung der Entstehung und Wirkung stigmatisierender Kommunikationsakte auf unterschiedliche Publikumsgruppen gegeben werden. Hierbei wird der Einsicht Rechnung getragen, dass es spezifischer Forschungsfragen bedarf, um sich gesellschaftlich relevanten Kommunikationsphänomenen empirisch zu nähern und darauf aufbauend evidenzbasierte Handlungsoptionen abzuleiten (Masullo, 2023). -
Kapitel 6. Diskussion
Anna FreytagDiese Arbeit untersucht die Integration des Stigmatisierungskonzepts in die kommunikationswissenschaftliche Forschung zur Beschreibung gruppenbezogener abwertender Kommunikation. Ziel ist es, das Konzept der Stigmatisierung fruchtbar zu machen und ein neues Konzept der stigmatisierenden Kommunikation zu entwickeln. Die Arbeit bietet eine umfassende Systematisierung und Analyse bestehender Konzepte und hebt die Probleme und Herausforderungen hervor, die mit der Vielzahl und uneinheitlichen Verwendung der Begriffe einhergehen. Besonders hervorgehoben wird das Konzept der stigmatisierenden Kommunikation, das klare und empirisch anwendbare Merkmale aufweist und soziale Machtverhältnisse berücksichtigt. Die Arbeit schließt mit einem Forschungsprogramm zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Phänomen und bietet eine Grundlage für vertiefte Diskussionen und empirische Forschung.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie vorliegende Arbeit ist von der Leitfrage geprägt, inwiefern das Konzept der Stigmatisierung für die Entwicklung eines kommunikationswissenschaftlichen Konzepts zur Beschreibung gruppenbezogener abwertender Kommunikation fruchtbar gemacht werden kann. Dabei habe ich das Ziel verfolgt, das Konzept der Stigmatisierung in die kommunikationswissenschaftliche Forschung zu abwertender Kommunikation zu integrieren und darauf aufbauend das Konzept der stigmatisierenden Kommunikation sowie ein dazugehöriges Forschungsprogramm zu entwickeln. -
Backmatter
- Titel
- Stigmatisierende Kommunikation
- Verfasst von
-
Anna Freytag
- Copyright-Jahr
- 2024
- Electronic ISBN
- 978-3-658-46604-6
- Print ISBN
- 978-3-658-46603-9
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-46604-6
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