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Über dieses Buch

Deutschland droht ein Nachwuchsmangel für Berufe aus Technik und Naturwissenschaften, der zu einer Gefährdung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft mit bislang nicht absehbaren Auswirkungen führen kann. acatech stellt Handlungsempfehlungen für die Gegenwart vor und formuliert den Forschungsbedarf für die Zukunft, was zur Förderung des technisch-naturwissenschaflichen Nachwuchses - vom Elternhaus bis in die Berufswelt - in Deutschland getan werden muss.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Mitwirkende Und Projektverlauf

Frontmatter

1. Präambel

Deutschland droht ein Fachkräftemangel in den MINT-Berufen1, der weitreichende Folgen für die Innovationsfähigkeit von Wissenschaft und Wirtschaft haben kann. Es ist daher das erklärte Ziel von acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, das Interesse an Berufen im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich nachhaltig zu fördern und die Zahl der Absolventinnen und Absolventen in allen MINT-Fächern zu erhöhen.2 Die vorliegende Nachwuchsstrategie von acatech fokussiert in erster Linie auf den Nachwuchs in den Technikwissenschaften, da in diesem Bereich der Nachwuchsmangel besonders ausgeprägt ist und Ingenieurinnen und Ingenieuren für den Erhalt und die Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands eine Schlüsselrolle zukommt.

2. Zusammenfassung

acatech vertritt einen systemischen Ansatz zur Förderung des Nachwuchses in Technik und Naturwissenschaft. Kennzeichnend für diesen sind:
  • Die Förderung von technisch-naturwissenschaftlichen Interessen und Kompetenzen sollte alle Lebensphasen — vom Elternhaus bis in die Berufswelt — umfassen. Diese sollten nicht isoliert voneinander, sondern übergreifend und zusammenhängend betrachtet werden.
  • Initiativen und Projekte zur Förderung des Nachwuchses in Technik und Naturwissenschaft sollten auf einen längeren Zeithorizont angelegt sein und kontinuierlich durchgeführt werden, um ihre Wirkung entfalten zu können.
  • Die Förderung des Nachwuchses kann nur in der Zusammenarbeit von sämtlichen involvierten Akteursgruppen erfolgreich sein. Besonders hervorzuheben sind Wirtschaft, Schulen, Hochschulen und Politik.
  • Maßnahmen zur Nachwuchsförderung müssen von einer Evaluation begleitet werden.

3. Einführung

Ingenieurinnen und Ingenieure4 sind eine für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wichtige Berufsgruppe und ein zentrales Bindeglied zwischen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und ihrer Anwendung in der Praxis. Im globalen Innovationswettbewerb repräsentieren sie die technischen Innovatoren, von Ingenieuren entwickelte Produkte prägen unser Leben in Beruf, Freizeit und Alltag. Für den Erhalt und die Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands ist die Zukunftssicherung des Ingenieurwesens eine zentrale Herausforderung.

4. Aktionsfelder

In vielen Elternhäusern sind die Technik und die Naturwissenschaften kein pädagogisches Thema. Ergebnisse aus PISA 2006 bekräftigen jedoch die besondere Rolle der Eltern bei der Aneignung naturwissenschaftlicher Kompetenzen. Mädchen und Jungen erzielen höhere Kompetenzwerte in den Naturwissenschaften, wenn Mutter und/oder Vater einen technisch-naturwissenschaftsbezogenen Beruf ausüben. Seit langem ist zudem bekannt, dass Akademiker unabhängig von der Fachrichtung überwiegend aus Familien stammen, in denen die Eltern bereits akademische Berufe ausübten („These der Bildungshomogenität“).

5. Adressaten

Die Förderung des Nachwuchses in Technik und Naturwissenschaft kann nicht von einem der Beteiligten, sei es Wissenschaft, Wirtschaft oder Politik, alleine getragen werden. Die wesentlichen Aufgaben zur Zukunftssicherung des Ingenieurwesens kommen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gleichermaßen zu; sie sind die zentralen Adressaten der vorliegenden Handlungsempfehlungen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen kann es gelingen, die Potenziale von Kindergärten, Schulen und Hochschulen besser zu nutzen und auszubauen und die spezifischen Qualitäten der schulischen und hochschulischen Ausbildung in Deutschland zu stärken.

6. Ausblick

acatech, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, legt mit der Strategie zur Förderung des Nachwuchses in Technik und Naturwissenschaft einen ersten Meilenstein zur Bekämpfung des Nachwuchsmangels in den Ingenieurwissenschaften vor. Diesem müssen weitere Meilensteine folgen. acatech versteht seine Nachwuchsstrategie daher auch als Anstoß für eine weitergehende nationale Diskussion über strategische Bildungsziele und wirksame Instrumente für deren Umsetzung. acatech hat hierzu mit der „Plattform zur Förderung des Nachwuchses in Technik und Naturwissenschaft“ die Voraussetzungen geschaffen, ein nationales Netzwerk von Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft aufzubauen, die sich gemeinsam mit acatech an der Umsetzung und Weiterentwicklung der Nachwuchsstrategie beteiligen. Dieses Netzwerk soll die herausragende Bedeutung von Technik für das deutsche Innovationssystem sichtbar machen, die vielfältigen Aktivitäten zur Förderung des Nachwuchses in Technik und Naturwissenschaft bündeln und gemeinsam weitere Handlungsempfehlungen entwickeln und umsetzen.

7. Anhang: Auf Einen Blick — Wichtigste Daten Zum Ingenieurnachwuchs 2009

Seit geraumer Zeit zeichnet sich im Bereich der Technik und Naturwissenschaften ein beunruhigender Trend ab: In Deutschland ist ein nachlassendes Interesse an technischen und naturwissenschaftlichen Berufen erkennbar. Weder positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt noch gezielte Bemühungen von Politik und Wirtschaft konnten bisher dem Fachkräftemangel spürbar entgegenwirken. Die folgenden Zahlen machen besonders deutlich, um welche Herausforderungen es geht

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