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06.11.2017 | Strategieentwicklung | Im Fokus | Onlineartikel

Forschung treibt Wachstum voran

Autor:
Michaela Paefgen-Laß

Unternehmen, die auf Forschung und Entwicklung setzen, haben beste Wachstumschancen, verspricht eine Studie. Stimmt außerdem die Zahl der Mitarbeiter mit Hochschulabschluss, bleibt dem Wettbewerb nur das Nachsehen. 

Die Tierwelt liefert hervorragende Vorlagen um Gangarten und Kulturen von Unternehmen oder Organisationen in griffige Bilder zu übersetzen. Es gibt mit den Schnecken diejenigen Firmen, deren Wachstum dermaßen stagniert, dass sie Gefahr laufen mit Vertretern des Degrowth in einem Topf zu landen. Einhörner sind die Superstars der Start-up-Szene. Innerhalb kürzester Zeit sichern sie sich Bewertungen jenseits der Milliardengrenze und die Aufmerksamkeit von Medien und Investoren. Ihre Ideen begründen neue Branchen oder krempeln bestehende um. Die Elefanten dagegen zeichnet Tradition, Größe, Erfahrung und finanzielle Stärke aus - agile Strukturen sind ihnen suspekt. Bevorzugt behäbig ist ihr Credo. Ehrliche Begeisterung ernten aber die Gazellen. Schnell wachsende Unternehmen, die innerhalb von zwei Jahren ihre in Vollzeit beschäftigte Belegschaft um mindestens 50 Prozent erhöhen. 

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Wachstum und Wachstumsmanagement

Ein Unternehmen sieht sich noch im Zuge der Gründungsphase und in Verbindung mit den ersten, erfolgreichen Schritten im Markt, mit einem der größten Unternehmensziele konfrontiert: Wachstum. Wachstum ist für ein Unternehmen von großer Bedeutung, um I

Gazellen oder Wachstumsunternehmen sind die Lieblinge der wirtschaftspolitischen Diskussion, stellen sie doch gesamtwirtschaftliches Wachstum und neue Arbeitsplätze in Aussicht. Ihre Produkte und Services sind innovativ und dicht an den Bedürfnissen des Marktes orientiert. Warum ihnen nachhaltiges Wachstum gelingt, beantwortet eine aktuelle KfW-Studie. Rund 7.300 vorwiegend kleine Unternehmen wurden von KfW Research für "Erfolgsfaktoren von Wachstumsunternehmen" in vier Erhebungswellen zwischen 2011 und 2015 beobachtet. Als schnell wachsendes Unternehmen konnten 2,7 Prozent klassifiziert werden. Zwar liefert die Studie keinen theoretischen Ansatz, mit dem sich Wachstum künftig zuverlässig voraus planen lässt. Überproportional wachsende Unternehmen zeichnen sich aber alle durch die gleichen Erfolgsmerkmale ab, mit denen sie sich vom Wettbewerb abheben.

Hochschulabsolventen und Internationalisierung

Je mehr Hochschulabsolventen ihr Fachwissen in ein Unternehmen einbringen, um so höher die Chance auf Wachstum. Gegenüber Unternehmen ohne Akademiker steigt die Wahrscheinlichkeit zur Gazelle zu werden für Unternehmen mit einer hohen Akademikerquote um zwei Fünftel. Der positive Einfluss von Hochschulabsolventen verstärkt sich bei langsam wachsenden oder schrumpfenden Unternehmen sogar noch. Auslandsaktivitäten helfen dabei, Produkte und Services über die Ländergrenzen hinaus bekannt zu machen, im Ausland entwickelte Technologie daheim zu integrieren und von den Lerneffekten aus Exportgeschäften zu profitieren. All das wirkt sich nachhaltig auf dem Unternehmenswachstum aus. Die Wahrscheinlichkeit dazu steigt gegenüber Unternehmen ohne Auslandsaktivitäten um gut ein Drittel. 

Also ab ins Ausland mit den besten Mitarbeitern? Ganz so einfach geht das offenbar nicht. Zwar gehören besonders junge Chefs ebenfalls zu den Erfolgsfaktoren schnell wachsender Unternehmen. Beste Chancen darauf ein Wachstumsunternehmen zu führen haben mit 4,2 Prozent Chefs, die noch keine 40 Jahre als sind. Aber ausgerecht die von ihnen begehrte Generation junger High-Professionals lässt sich nur ungern zu Auslandaufenthalten verpflichten, wie die "Wirtschaftswoche" gemeinsam mit der Boston Consulting Group (BCG) in der "Vordenker-Studie" herausfand. Zwar finden 64 Prozent von 120 befragten jungen Führungskräften einen Auslandsaufenthalt attraktiv. Tatsächlich leben aktuell aber nur sieben Prozent im Ausland. Der Rest hockt im heimischen Nest. Aber auch hier sind neue Sichtweisen angeraten.

Nase voran mit Forschung und Entwicklung

Nicht die überbordende Innovationsfreude und auch nicht die Knaller-Idee lassen Unternehmen zum Wachstumsunternehmen werden. Kontinuierlich F&E-treibende Unternehmen wachsen um 45 Prozent schneller als Wettbewerber ohne eigene F&E. Dabei hilft eine fest implementierte Innovationsstrategie, "die auf der Durchführung von systematischen eigenen F&E-Anstrengungen basiert", so Studienautor Volker Zimmermann. Doch Vorsicht: Fokussiert sich die eigene F&E auf das eigene Ego oder auf Wachstum? Dass sich Forschungsabteilungen lieber um neue Produkte als um die Verbesserung vorhandener Angebote verdient machen, hält Springer-Autor Guido Quelle für ein  Selbstverwirklichungsdebakel. Allgemein fehle der Mut sich von Produkten und Leistungen zu verabschieden. Als Ausgangspunkt einer effizienten F&E-Strategie rät er zum Triage-System mit dem Unternehmen ihr Portfolio kritisch bewerten (Seite 81):

Kategorie IKategorie IIKategorie III
  • Gute leistungsfähige Produkte und Leistungen
  • Etwas in die Jahre gekommen
  • Gute, leistungsfähige Produkte und Leistungen
  • Hohe Marktakzeptanz, modern
  • Produkte und Leistungen mit sinkender Attraktivität
  • Ungünstige Zukunftsprognose
  • Innovation priorisieren
  • Nicht antasten
  • Auslistungsprozess planen

"Wachstum aus der Mitte" 

Maß halten können, scheint der Modus zu sein, mit dem sich vom schell wachsenden Unternehmen zum optimalen Wachstum steuern lässt. "Manage the Speed" fordern Martin Handschuh und Ko-Autoren am Beispiel einer Praxisstudie.  Wer schnell wächst muss innerhalb der Organisation das Tempo verdauen, Einbrüche aushalten und Wachstum stabilisieren zu können. "Wachstum hat Selbsterhaltungskraft – zumindest für eine gewisse Zeit." Aufrechterhalten lässt sich es sich mit Energien aus der Mitte der Organisation. Das mittlere Management ist nach Ansicht der Autoren der wichtigste Schalthebel beim Regulieren von Wachstum. Es muss gestattet sein "Feedback zu Top-down-Initiativen zu geben und sie für die spezifischen Verantwortungsbereiche anzupassen. Ebenso muss es die Chance erhalten, die eigenen Wachstumsideen einzubringen, gemeinsam weiterzuentwickeln und koordiniert umzusetzen." (Seite 108)

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