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15.03.2016 | Strategieentwicklung | Im Fokus | Onlineartikel

Bei New Work wollen Mitarbeiter mitplanen

Autor:
Michaela Paefgen-Laß

Es gibt eine Antwort auf sich wandelnde Arbeitswelten: New Work. Unternehmen, die sich der neuen Arbeit verpflichten, sind attraktiver und haben zufriedenere Mitarbeiter – wenn sie ihnen Mitsprache gestatten.

"New Work" setzt auf Freiheit und meint: Motiviert und kreativ ist, wer sich im Job mit eigenen Projekten verwirklichen darf und flexibel über Arbeitszeit und Arbeitsort entscheiden kann. Die Idee zielt auf den selbstbestimmten, von seiner Arbeit erfüllten Mitarbeiter als zukünftigen Erfolgsfaktor. Einige Instrumente des New Work, wie das der freien Zeitgestaltung, sind so neu gar nicht mehr. Von Führungskräften verlangt das Gesamtpaket aller möglichen Maßnahmen, Vertrauen beweisen und Kontrolle abgeben zu können. Dass es sich durchaus lohnt, wenn Arbeitgeber von traditionell-konservativen Jobstrukturen loslassen, beweist eine aktuelle Studie. Sie zeigt aber auch, wo es in der schönen neuen Arbeitswelt beim besten Willen noch hapert.

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Attraktiv mit Schönheitsfehlern

New Work macht Unternehmen um ein dreifaches attraktiver. Zu diesem Ergebnis kommt die gemeinsame Studie zur Zukunft der Arbeitswelt "Ich war noch niemals in New Work" der Detecon Managementberatung mit HR Impulsgeber. Befragt wurden 128 Arbeitnehmer aller Hierarchieebenen zu Umsetzung und Erfolgswirkung von zwölf Maßnahmen des New Work. Die Tools "schnelle Entscheidungsprozesse", "demokratische Führungskultur" und "Creative Workspaces" wirken sich demnach besonders positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit, die Arbeitgeber-Attraktivität und den Umsatz aus. Trotzdem klaffen unübersehbare Lücken zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Besonders weit hängt die Einführung von New-Work-Tools den Mitarbeiterwünschen hinterher:

  1. bei der Beteiligung der Mitarbeiter an der Strategieentwicklung
  2. beim flexiblen Wechsel zwischen Führungs- und Fachkarriere
  3. in der Möglichkeit zur eigenen Projektarbeit
  4. in der modernen demokratischen Führungskultur
  5. bei schnellen Entscheidungsprozessen

Partizipation ist kein Kosmetikartikel

Es scheint geradezu paradox, dass Unternehmen den Arbeitnehmer zwar mit New Work motivieren wollen, ihn als Mitdenker auf dem Weg dahin aber vergessen. Denn, je souveräner ein Unternehmen Partizipation zulässt, umso erfolgreicher der Wandel von innen heraus. Das bewies vor über 70 Jahren schon der US-amerikanische Sozialpsychologe Kurt Lewin mit seinem Speiseabscheuexperiment. In "Erfolgsfaktor Partizipation - Betroffene beteiligen", schreibt Springer-Autor Thomas Lauer dazu: "Durch den Umstand bedingt, dass die Entwicklung durch die Mitarbeiter selbst geschieht, werden diese versuchen, im Rahmen der Entwicklung auch ihr eigenes Umfeld bedarfs‐ und bedürfnisgerechter zu gestalten" (Seite 147). 

Damit Partizipation allerdings wirkt und weder zum Alibi noch zur kosmetischen Politur gerät sind einige Spielregeln zu beachten (Lauer, Seite 148ff):

  • Ernsthafte und nachhaltige Einbeziehung: Transparenz und Offenheit bezüglich aller Entwicklungsschritte
  • Möglichst alle werden einbezogen: Beugt Unmut, Gerüchten und Widerstand vor
  • Zielgruppengerechte Einbeziehung: Nutzt dezentrales Wissen
  • Einbeziehung vorab planen: Hilft den Spagat zwischen Führungsebenen und Zielgruppen zu meistern
  • Professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen: Neutrale Mentoren garantieren spannungsfreie Prozesse

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