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09.05.2018 | Strategieentwicklung | Kolumne | Onlineartikel

Unternehmer Rolf Königs sieht die Renaissance der Textilindustrie kommen

Autor:
Anne Steinbach

Unternehmer, Fußballpräsident und Stratege: Rolf A. Königs wandert zwischen der Stadionbank in Mönchengladbach und dem Geschäftsführersessel bei Aunde – zwischen Autositzen und Toren. Beide Unternehmen hat der Rheinländer erfolgreich saniert und so platziert, das sie gewinnbringend wirtschaften können.

Rolf Königs ist ein Mensch, der anpackt und der den Weg zum Erfolg in drei ganz klaren Stufen sieht. In seinen Augen haben viele Menschen Visionen. Nur müssen aus diesen Visionen Strategien entwickelt werden. "Das Entscheidende ist die Umsetzung der Strategie: Machen", erklärt Königs im Gespräch mit Springer Professional.

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Gemacht hat er in den letzten Jahren viel. Von der Sanierung des Fußballclubs Borussia Mönchengladbach bis hin zum Strategiewechsel im Traditionsunternehmen Aunde. Was 1899 als Weberei Achter & Ebels in Mönchengladbach begann, ist heute ein internationaler Automobilzulieferer mit rund 23.000 Mitarbeitern, die verteilt auf 28 Ländern arbeiten.

Seit 1978 ist Rolf Königs verantwortlich für die Strategie des Unternehmens und die muss stets angepasst und verbessert werden. Auch vor der Textilbranche machen äußere Einflüsse, die veränderte Nachfrage der Kunden und die Treiber der Digitalisierung keinen Halt.

"Makroökonomische Kräfte wie die Weltwirtschaftskrise und die anhaltende Krise in Europa sowie die starke Internationalisierung der Branche und damit globalen Marktbedingungen für deutsche Textilunternehmen haben über die letzten 15 Jahre ihre Spuren hinterlassen. Die Branche ist einem starken Strukturwandel ausgesetzt gewesen. Die Produktion der Textil- und Bekleidungsindustrie in Deutschland sank von 1991 bis 2010 um fast 70 Prozent. Die Bekleidungsindustrie verzeichnete ein Minus von 85 Prozent. Im Vergleich verzeichnete auch die Textilindustrie ein Minus von 50 Prozent, stand jedoch wesentlich besser da als die Bekleidungsindustrie", erklären Springer-Autoren Fabian Schreiber und Katharina Felk im Buchkapitel "Status-Quo und Wertschöpfungsperspektiven digitaler Geschäftsmodelle in der Textilbranche" (Seite 440).

Rolf Königs steht den Veränderungen allerdings gelassen gegenüber. "Ich schätze die Zukunft dieser Branche als sehr gut ein und sage deshalb eine Renaissance der Textilindustrie voraus. Durch den Strukturwandel in der Textilindustrie waren die Textilproduzenten gezwungen, Ihre Produktpalette umzustellen. Heute produzieren die Textilhersteller bereits über 50 Prozent technische Textilien, das heißt innovative, kreative Textilien wie zum Beispiel für Automobil, Medizin und Bau."


Auch außerhalb der Textilindustrie ist Königs aktiv und das in einem ganz anderen Sektor – der Fußballindustrie. Nach einer erfolgreichen Sanierung des Fußballclubs Borussia Mönchengladbach ist Königs seit 2004 Präsident des Vereins. Eine Herausforderung, die er, trotz enormer Unterschiede zum Traditionsunternehmen Aunde, gern angenommen hat. "Im Business sind wirtschaftliche Dinge planbar, im Fußball jedoch nur zum Teil. Zufälle und Glück gehören zum Sport und beeinflussen die Planung erheblich", erklärt Königs.

In einem Interview mit dem "Handelsblatt" betonte Königs weiterhin, dass er noch viel vorhabe bei Aunde und bei Borussia. Dabei zielte er insbesondere auf den kontinuierlichen Ausbau und die Perfektionierung der Fertigungstiefe, Wertschöpfung und Internationalisierung ab. "Die Megatrends in unserer Branche, wie Elektrifizierung und autonomes Fahren, werden unsere Strategie maßgeblich beeinflussen."

Mehr zum Thema "Vom Tuchhersteller zum Systemlieferanten der Automobilindustrie" gibt es von Rolf A. Königs auf dem diesjährigen Turnaroundkongress. Dieser findet am 7. und 8. Juni in Köln statt.

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