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Mit der Zwillingsstrategie auf Erfolgskurs gehen

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Die Corona-Krise beutelt die Wirtschaft weltweit. Doch Europas Unternehmen könnten gestärkt daraus hervorgehen, wenn sie umfassend auf Nachhaltigkeit setzen und in die digitale Transformation investieren.

Nachhaltigkeit und digitale Transformation dürfen keine Gegensätze sein. Unternehmen, die beide Ziele gleichermaßen verfolgen, gehört die Zukunft.


Die Covid-19-Pandemie hat viele Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft erzeugt, offenbart und verschärft. Das Beratungsunternehmen Accenture empfiehlt daher den Unternehmen in Europa eine Doppelstrategie. Gemeint ist das gleichzeitige Vorantreiben der digitalen und der Nachhaltigkeitstransformation (Twin Transformation), um sich schneller von der Krise zu erholen und im internationalen Wettbewerb die Nase vorn zu haben. Denn laut der beim Davoser Weltwirtschaftsforum vorgestellten Studie "The European double up: A twin strategy that will strengthen competitiveness" ist es fast dreimal wahrscheinlicher, dass Unternehmen, die eine solche Zwillingstransformation verfolgen, zu den Marktführern von morgen gehören.

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Starke Konkurrenz aus der APAC-Region

Der Untersuchung zufolge glauben nämlich viele europäische C-Level-Führungskräfte, dass ihre Organisationen zwischen Mai 2020 und November 2020 im Vergleich zum asiatisch-pazifischen Raum (APAC) an Boden verloren haben. In Europa erwarten demnach nur vier Branchen, innerhalb der nächsten zwölf Monate wieder auf ihren profitablen Wachstumskurs der Vor-Corona-Zeit einzuschwenken: Gesundheit, Pharma, Software/Plattformen sowie Kommunikation/Medien/Unterhaltung. Immerhin attestieren die Studienautoren den europäischen Unternehmen gute Voraussetzungen, international eine Vorreiterrolle durch die Verknüpfung digitaler und nachhaltiger Entwicklungen zu übernehmen.

Schließlich sind Digitalisierung und Nachhaltigkeit nicht erst seit Corona die Megatrends und Veränderungsbeschleuniger der Wirtschaft, wie Michael von Kutzschenbach feststellt. Und auch er sieht "die Interdependenz von Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Chance der unternehmerischen Transformation".

Tomorrow’s Leader oder Falling Angel?

Im Schnitt rechnen die rund 4.000 im November 2020 befragten C-Suite-Führungskräfte aus 13 Ländern damit, dass die wirtschaftliche Erholung bis zu 18 Monate dauern wird. Doch dem Report zufolge hat die Krise zu großen Unterschieden bei der Widerstandsfähigkeit und den Wachstumsaussichten europäischer Konzerne geführt. 49 Prozent von ihnen leiden seit zwölf Monaten unter Umsatz-/Gewinnrückgängen und erwarten auch in den nächsten zwölf Monaten keine Verbesserungen. 

Fast ein Fünftel der europäischen Firmen sind der Untersuchung zufolge sogar "Falling Angels": Unternehmen, die vor der Pandemie finanziell leistungsstark waren und nun große Schwierigkeiten haben, sich von den negativen Umsatz-/Gewinnentwicklungen zu erholen. Demgegenüber rechnet ein Drittel der befragten Firmen in Europa für die kommenden zwölf Monate mit einem profitablen Wachstum – und gehört damit zu den leistungsstarken, von Accenture als "Tomorrow‘s Leaders" bezeichneten Unternehmen.

Die strategische Stoßrichtung ist jedenfalls immer mehr Unternehmen klar. Fast die Hälfte (45 Prozent) der europäischen Befragten gaben an, Investitionen sowohl in die digitale Transformation als auch in die Nachhaltigkeit zu priorisieren. So planen 40 Prozent große Investitionen in Künstliche Intelligenz, 37 Prozent in die Cloud und ein knappes Drittel richtet seine Investitionen neu aus, um sich stärker auf nachhaltige Geschäftsmodelle zu konzentrieren.

Fit machen für die digitalisierte Nachhaltigkeitsgesellschaft

Doch selbst für Unternehmen, die die doppelte Transformation grundsätzlich bejahen, ist der Weg in die Zukunft steinig. Zuvorderst müssen sie sich nämlich fragen, "ob ihre Produkte und Dienstleistungen in einer digitalisierten Nachhaltigkeitsgesellschaft weiterhin benötigt werden und ob ihr Geschäftsmodell unter den Gesichtspunkten der Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit überlebensfähig ist", erklärt Springer-Autor Kutzschenbach. Das Verständnis für Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie die Idee, gemeinsam mit einer Vielzahl von Stakeholdern Visionen und Strategien für ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu entwickeln, lieferten dabei die entscheidenden Impulse. (Seite 202) Dieses Vorgehen stellt jedoch etablierte Strukturen, Denkmuster und Routinen in Frage.

Jean-Marc Ollagnier, CEO von Accenture in Europa nennt neben der Definition eines tragfähigen Geschäftsmodells für nachhaltige Prozesse und Produkte weitere Herausforderungen: 1. die Freisetzung von Ressourcen zur besseren Mobilisierung des Unternehmens und 2. den raschen Übergang von Pilot- und Silo-Projekten zu groß angelegten und unternehmensweiten Initiativen. In der Accenture-Studie werden nun fünf strategische Schritte vorgestellt, um diese Hürden zu überwinden:

Strategische Schritte zur erfolgreichen Twin Transformation

Förderung ökosystembasierter Geschäftsmodelle, die von Nachhaltigkeit angetrieben und durch Technologie ermöglicht werden

Twin Transformers generieren auf diese Weise bereits mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes.

Kombinieren Sie Ressourcen, um Technologieanwendungen für nachhaltige Prozesse zu skalieren

Twin Transformers investieren auf breiter Front mehr in Innovationen und investieren mehr als zehn Prozent ihres Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung. Zudem haben Nachhaltigkeit und Technologie für sie die gleiche Priorität.

Sorgen Sie für Verantwortungsbewusstsein im gesamten Unternehmen

Twin Transformers weisen KPIs zu, die über die finanziellen Ergebnisse hinausgehen, z.B. KPIs, die sich auf Fortschritte bei der Emissionsreduzierung, den Anteil von Produkten mit positiven gesellschaftlichen Auswirkungen und den Anteil von Ressourcen beziehen, die aus nachhaltigen Quellen bezogen werden.

Verpflichten Sie Ihre Geschäftspartner auf nachhaltige Produktlebenszyklen und verbesserte Rückverfolgung

Twin Transformers binden Lieferanten aktiv in die Nachhaltigkeitsstrategie ein, indem sie relevante Kriterien im Screening-Prozess festschreiben und Schulungen anbieten, um die Nachhaltigkeit der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern.

Talente führen, stärken und fördern

Twin Transformers sind sich der Bedeutung des Faktors Mensch für die erfolgreiche Transformation bewusst und unterstützen ihre Belegschaft entsprechend.

Quelle: The European double up: A twin strategy that will strengthen competitiveness. Accenture, 2020

Auch die Politik ist gefordert

Dass nachhaltiges Wirtschaften den Weg in die Zukunft weist, davon ist auch die Initiative Entrepreneur for Future (EFF) überzeugt. Die von diversen Verbänden ins Leben gerufene Initiative setzt sich dafür ein, dass die Wirtschaft mit innovativen Produkten, Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen einen schnelleren Klimaschutz voranbringt.

Mehr als 4.500 Unternehmen konnte sie bis dato (Stand Februar 2021) für ihr Anliegen gewinnen. Doch Katharina Reuter, EFF-Koordinatorin und Geschäftsführerin des Verbands UnternehmensGrün, fordert im Interview mit der Publizistin Alexandra Hildebrandt auch weitergehende politische Rahmenbedingungen, "damit faire Wettbewerbsbedingungen für klimaschonende Technologien und Geschäftsmodelle hergestellt werden und die Wirtschaft insgesamt umsteuert". (Seite 29)

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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    Bildnachweise
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