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Über dieses Buch

Markus Wiesenberg liefert eine begriffliche und konzeptionelle interdisziplinäre Grundlegung einer Kirchenkommunikation sowie umfassende empirische Einblicke in die Praxis der strategischen Kommunikation organisierter Religion. Vor dem Hintergrund der schwindenden Legitimation der deutschen Großkirchen (römisch-katholisch und evangelisch) verknüpft er theoretisch-konzeptionell kommunikationswissenschaftliche und religionssoziologische Perspektiven zu einer Theorie strategischer Kirchenkommunikation. In einer komparativen Fallstudie analysiert der Autor mittels einer Mehrebenenuntersuchung in 15 deutschen Großstädten sowohl die Ebene der Gemeinden und Pfarreien als auch der Landeskirchen, Bistümer sowie der EKD und der Bischofskonferenz.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit setzt an dem Legitimitätsverlust sowohl der christlichen Religiosität als auch der Großkirchen an, die in einem besonders engen Verhältnis zueinander stehen. Entsprechend sind die Großkirchen gleich doppelt herausgefordert: Einerseits stehen sie als Großorganisationen stärker unter Beobachtung und erleben durch die Individualisierung und den demografischen Wandel einen Mitglieder- bzw. Bindungsverlust. Andererseits verliert der christliche Glaube als Institution, wofür primär die beiden christlichen Kirchen stehen, zunehmend an Plausibilität, und eine christlich-religiöse Sozialisation wird immer seltener.
Somit stehen die Großkirchen als Akteure und ihre kommunikativen Handlungen im Zentrum, die ihre Interessen mittels strategischer Kommunikation vertreten und versuchen, sich Gehör zu verschaffen und ihre Positionen durchzusetzen. Dabei nimmt die Dissertation bereits in der Einleitung den interdisziplinären Faden auf, wenn sowohl auf den Wandel öffentlicher Kommunikation als auch der Transformation des Religiösen Bezug genommen wird. In diesem Spannungsfeld fragt die Dissertation nach dem Institutionalisierungsgrad strategischer Kommunikation der deutschen Großkirchen.
Markus Wiesenberg

Kapitel 2. Öffentliche und strategische Kommunikation: Grundlagen, Wandel und Konsequenzen

Zusammenfassung
Der theoretische Argumentationsgang beginnt im zweiten Kapitel mit einer Rekonstruktion des Wandels öffentlicher Kommunikation und der Grundlagen der strategischen Kommunikation. Beide Aspekte werden ausführlich dargelegt und auf Religion sowie die deutschen Großkirchen bezogen. Damit beantwortet das Kapitel die folgenden zwei Unterforschungsfragen:
a)
Welche Auswirkungen hat der Wandel öffentlicher Kommunikation auf Religion und Großkirchen?
 
b)
Wie kann strategische Kommunikation in einem sich wandelnden Kommunikationsumfeld von Organisationen verstanden werden?
 
Markus Wiesenberg

Kapitel 3. Großkirchen in Deutschland in Zeiten religiöser Transformation

Zusammenfassung
Das nachfolgende Kapitel widmet sich den Großkirchen in Deutschland, die aus religionssoziologischer Perspektive vor dem Hintergrund der religiösen Transformation dargestellt werden. Während zunächst in Kapitel 3.1 der Religionsbegriff geschärft und auf die aktuellen empirischen wie theoretischen Befunde verwiesen wird, führt Kapitel 3.2 die organisationalen Besonderheiten der Großkirchen zunächst aus Sicht der Religionssoziologie in einer historischen Schau aus. Die Verortung der Großkirchen als spezifische intermediäre Meta-Organisationen beruht auf einer interdisziplinären systematischen Literaturanalyse an den Schnittstellen der Religions- und Organisationssoziologie sowie der Politikwissenschaft, was in Kapitel 3.3 ausführlich dargestellt wird. Die Zusammenfassung in Kapitel 3.4 stellt, wie das vorangegangene Kapitel, ebenfalls die wesentlichen Befunde des Kapitels dar und beant-wortet damit die letzten beiden Leitfragen:
c)
Welche Auswirkungen hat die religiöse Transformation auf Religion und Großkirchen?
 
d)
Wie lassen sich die Großkirchen aus soziologischer Sicht konzipieren?
 
Markus Wiesenberg

Kapitel 4. Die Theorie strategischer Kirchenkommunikation: Zusammenführung der theoretisch-konzeptionellen Stränge

Zusammenfassung
Der zentrale Ertrag der Theoriearbeit wird in Kapitel 4 präsentiert. Hier entfaltet der Autor durch eine Zusammenführung der bislang ausgerollten Diskussionsstränge eine Theorie der Kirchenkommunikation. Sie wird in Abgrenzung zur Theorie der Unternehmenskommunikation von Zerfaß entwickelt und trägt damit unmittelbar zum Wissenskorpus der internationalen Forschung bei. Damit werden die bislang unverbundenen Stränge in der Theorie der strategischen Kirchenkommunikation zu einem theoretisch-konzeptionellen Rahmen zusammengeführt, um die Frage zu beantworten, wie strategische Kommunikation theoretisch-konzeptionell in den deutschen Großkirchen in Anbetracht der religiösen Transformation und des Wandels der öffentlichen Kommunikation verortet werden kann. Während die Kapitel 4.1 und 4.2 die theoretisch-konzeptionelle Verortung der strategischen Kommunikation in den deutschen Großkirchen verdeutlichen, bietet Kapitel 4.3 eine Zusammenfassung der Verortung in Anbetracht des sich wandelnden Kommunikationsumfeldes sowie der Transformation des religiösen Feldes und der Besonderheiten der deutschen Großkirchen, wie sie in den Kapiteln zuvor skizziert wurden. Das Kapitel schließt mit einem Rekurs auf den theoretisch-konzeptionellen Rahmen.
Markus Wiesenberg

Kapitel 5. Analytischer Bezugsrahmen: Institutionalisierung strategischer Kirchenkommunikation

Zusammenfassung
Die theoretisch-konzeptionelle Verortung strategischer Kommunikation in den deutschen Großkirchen in Anbetracht der religiösen Transformation und des Wandels öffentlicher Kommunikation dient als Ausgangsbasis eines groß angelegten Forschungsprojektes zur Untersuchung der Institutionalisierung strategischer Kommunikation in den deutschen Großkirchen. In Anlehnung an den soziologischen Neo-Institutionalismus und dessen Grundlagen (vgl. Kapitel 5.1) spannt das fünfte Kapitel einen analytischen Bezugsrahmen auf, der sowohl die Besonderheiten der Großkirchen unter den Bedingungen religiöser Transformation und den Wandel öffentlicher Kommunikation als auch die Forschung zur Institutionalisierung strategischer Kommunikation berücksichtigt. Das zentrale Ergebnis ist zunächst ein Analyseraster zur generellen Untersuchung der Institutionalisierung strategischer Kommunikation (vgl. Kapitel 5.2). Um jedoch die religiösen und kirchlichen Besonderheiten zu berücksichtigen, wird das Analyseraster in Kapitel 5.3 erweitert. In Kapitel 5.4 folgt abschließend eine Zusammenführung des empirisch-analytischen Bezugsrahmens zur Untersuchung des Institutionalisierungsgrads strategischer Kommunikation in den deutschen Großkirchen.
Markus Wiesenberg

Kapitel 6. Untersuchungsdesign und Methodik der empirischen Studie

Zusammenfassung
Kapitel 6 greift die übergeordnete Forschungsfrage sowie die empirischen Unterforschungsfragen erneut auf (vgl. Kapitel 6.1), bevor das Untersuchungsdesign und die Methodik des empirischen Forschungsprojektes eingeführt werden. In einer komparativen Fallstudie stehen die evangelischen Kirchengemeinden und die katholischen Pfarreien (Kongregationen) in 15 kleineren deutschen Großstädten (120.000 bis 250.000 Einwohner) auf dem Gebiet von 14 Landeskirchen und Bistümern im Fokus. Untersucht werden einerseits der Institutionalisierungsgrad strategischer Kommunikation auf der lokalen Kirchenebene (Kongregationen) und andererseits derjenige zwischen den Kongregationen und den mittleren bzw. oberen Kirchenebenen (Dekanatsebene, Landeskirche bzw. Bistum sowie die nationale Ebene mit der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz). Dabei stehen primär die Beschreibung der quantitativen Onlinebefragung der Pfarrerschaft in den 15 Städten sowie die Experteninterviews mit den 47 Kommunikationsexperten auf den mittleren und oberen kirchlichen Ebene im Zentrum.
Markus Wiesenberg

Kapitel 7. Ergebnisdarstellung und –interpretation der Institutionalisierung strategischer Kirchenkommunikation

Zusammenfassung
In Kapitel 7 werden die Ergebnisse sowie die Interpretationen zur Frage des Institutionalisierungsgrades strategischer Kommunikation präsentiert und ausführlich diskutiert. Dabei werden sowohl die Kommunikation auf den einzelnen Ebenen als auch die zwischen den kirchlichen Ebenen im Sinne der zweiten Unterforschungsfrage berücksichtigt. Einerseits wird in Kapitel 7.1 eine Typologie der Zusammenarbeit entwickelt, die auf die Mehrebenenuntersuchung zurückgeht. Andererseits wird aufgezeigt, dass der Institutionalisierungsgrad strategischer Kommunikation auf den einzelnen kirchlichen Ebenen sehr unterschiedlich ist und besonders durch externe Expertise (sei es durch die Einstellung externer Kommunikationspraktiker oder durch die Beauftragung von Kommunikationsagenturen) ein Institutionalisierungsschub ausgelöst wird. Dazu gehört der Befund einer strategischen Wende in Kapitel 7.2, insofern sich Kirchen zunehmend vom volkskirchlichen Gedanken der Grundversorgung lösen und durch eine verstärkte strategische Ausrichtung z. B. auf die Mitglieder einen Wettbewerbscharakter aufzugreifen versuchen. Strategische Kommunikation erscheint dabei als ein wesentlicher Treiber. Schließlich werden in Kapitel 7.3 die Besonderheiten strategischer Kommunikation in den deutschen Großkirchen ausführlich präsentiert und anschließend diskutiert.
Markus Wiesenberg

Kapitel 8. Ertrag der Arbeit, Limitationen, Diskussion und Ausblick

Zusammenfassung
Abschließend stellt Kapitel 8 einerseits die Erträge der Arbeit unter Berücksichtigung der Limitationen dar und diskutiert diese. Andererseits werden Implikationen für Forschung und Praxis in Kapitel 8.2 beleuchtet. Die Arbeit endet mit dem Aufzeigen von Forschungsdesideraten, um Forschende aus den beiden Disziplinen zu einer stärkeren interdisziplinären Zusammenarbeit in dem hier skizzierten Bereich und darüber hinaus einzuladen.
Markus Wiesenberg

Backmatter

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