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Flexibler Einsatz von Wärmepumpen kann Netzausbaukosten reduzieren

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Der Netzausbau schreitet weiterhin nur langsam voran. Eine aktuelle Kurzstudie zeigt nun, mehr Flexibilität durch Wärmepumpen und Wärmespeicher im Stromnetz könnte Verzögerungen beim Ausbau kompensieren und Netzausbaukosten reduzieren.

Der Netzausbau schreitet zu langsam voran. 


Die Transformation Energieversorgung findet insbesondere auf dezentraler Ebene statt, was einen deutlichen Ausbau der Stromverteilnetze notwendig macht. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geht davon aus, dass mehrere tausend Kilometer neue Stromtrassen benötigt werden. Doch viele Faktoren, wie zum Beispiel zu lange Planungsprozesse, fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung und Fachkräftemangel, führen immer wieder zu Verzögerungen im Netzausbau. Eine Kurzstudie des Reiner Lemoine Instituts (RLI), die von der der Reiner Lemoine Stiftung beauftragt wurde, hat nun untersucht, welche Auswirkungen Flexibilitäten von Wärmepumpen in Kombination mit Wärmespeichern auf die Umstellung des Energiesystems haben. 

Sparpotenziale im Milliardenbereich

Ein Ergebnis der Studie zeigt, in zwei modellierten Szenarien, in denen Wärmepumpen flexibel und netzdienlich eingesetzt werden, reduzieren sich die Netzausbaukosten. Besonders zeigt sich dieser Effekt in Niederspannungsnetzen städtischer Netze. Dort liegt laut Studie das größte Einsparpotenzial. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung ist, dass die Gesamtkosten von Netzausbau und Investitionen so insgesamt sogar gesenkt werden könnten.

Für die Studie haben die Wissenschaftler drei Szenarien berechnet. Sie unterschieden sich in der Flexibilität, die Wärmepumpen bereitstellen können: Im sogenannten „No-flex“-Szenario können Wärmepumpen nicht flexibel betrieben werden. Das „Flex“-Szenario wiederum bietet eine mittlere Flexibilität und das „Flex+“-Szenario einen hohen Grad an Flexibilität. 

Das günstigste Szenario ist den Berechnungen nach das „Flex“-Szenario mit mittlerer Flexibilität. Darin könnten die Netzausbaukosten laut Studie um 3,7 Prozent gesenkt werden, was einer Einsparung von 1,33 Milliarden Euro entspreche. Gleichzeitig zeigen die Modellierungen, dass die Wärmepumpen in diesem Szenario aufgrund der Wärmespeicher kleiner dimensioniert werden könnten. Das würde die Kosten für Wärmepumpen und -speicher trotz zusätzlicher Investitionen in Wärmespeicher um 0,46 Prozent gegenüber dem „No-flex“-Szenario reduzieren. Das entspreche wiederum einer Einsparung von 0,51 Milliarden Euro.

Insgesamt könnten durch den Einsatz von flexiblen Wärmepumpen mit Speichern 1,84 Milliarden Euro eingespart werden und die Verzögerung im Netzausbau teilweise kompensiert werden, so die Ergebnisse der Modellierungen.
 

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    Strommasten/© mirkomedia / stock.adobe.com