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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Lässt man die größte Internet-Suchmaschine „Google“(http://​www.​google.​de, Stand 23. Oktober 2003) alle von ihr erfassten Internetseiten auf deutscher Sprache nach den Begriffen „weltweit“, „global“ und „transnational“ durchsuchen, so erhält man folgendes Ergebnis: für den Begriff „transnational“ werden 14.700 Treffer angezeigt, für den Begriff „global“ immerhin schon 576.000 und für das Adjektiv „weltweit“ sogar 9.970.000 Internetseiten, auf denen diese Wörter vorkommen. Im Vergleich dazu führt der Suchbegriff „national“ nur zu 1.020.000 Treffern. Die erstaunliche Karriere des Schlagwortes „Globalisierung“ lässt sich einer Grafik entnehmen, die den Bericht der Enquête-Kommission „Globalisierung der Weltwirtschaft“ einleitet. Danach hat sich zwischen 1993 und 2001 die Anzahl der Nennungen dieses Wortes in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von 34 auf 1.136 mehr als verdreißigfacht (Deutscher Bundestag, 2002, S. 49).
Benedikt Köhler

Kapitel 2. Einführung in transnationale Wirtschaftsstrukturen

Zusammenfassung
Eine wichtige Grundlage für die Entstehung und Expansion der transnationalen Konzerne und damit verbundenen Produktionsformen ist den meisten Theorien nach das bestehende ökonomische Gefälle zwischen unterschiedlichen Volkswirtschaften, zum Beispiel in den Bereichen Technologie, Arbeitsorganisation, Produktionsfaktoren oder Wettbewerb. Dadurch kann für ein wirtschaftüches Unternehmen die Auslagerung von Produktionsprozessen in andere Nationalstaaten eine erfolgversprechende Strategie bedeuten. Nach von Behr (1996, S. 31) agiert ein Konzern bereits dann multinational, sobald er „mit seiner Tätigkeit die eigenen Staatsgrenzen überschreitet und etwa in einem anderen Land eine Betriebsstätte oder ein Vertriebsbüro errichtet“. Von einem transnationalen Konzern zu sprechen ist jedoch erst dann sinnvoll, wenn der betroffene Konzern eine dezidiert transnationale Strategie verfolgt sowie unterschiedliche ausländische Tochterfirmen in eine übergreifende Kontroll- und Produktionsorganisation und damit auch in den Gesamtkonzern integriert werden. Insofern hat die Soziologie mit „Transnationalisierung“ in erster Linie einen se-matischen Gegenstand wie auch Trinczek (1999) und Pries (2002) bemerken.
Benedikt Köhler

Kapitel 3. Methodologische Überlegungen

Zusammenfassung
Die Konzepte der strukturellen und strategischen Globalität sowie die Abhängigkeiten, die zwischen beiden entstehen, bilden die zentrale Blickrichtung für diese Untersuchung und damit auch der hier vorgestellten Soziologie transnationaler Konzerne. So soll also vor allem das Ausmaß der Bedeutung transnationaler Strukturen und Strategien, also der „Inneren Globalisierung“, im Vergleich zu den nationalstaatlich begrenzten Strukturen und Strategien eines Konzerns erfassbar gemacht werden.
Benedikt Köhler

Kapitel 4. Strukturelle Globalität auf Konzernebene

Zusammenfassung
Dieser Abschnitt widmet sich der Untersuchung verschiedener Indikatoren struktureller Globalität der 100 größten transnationalen Konzernen der Welt. Dabei soll zunächst ein kurzer Überblick über die Figuration der globalen Produktionssysteme gegen Ende der 1990er Jahre gegeben werden, so dass man daraus schon eine erste Vorstellung der Größenordnung und Bedeutung transnationaler Konzerne gewinnen kann. Danach werden einzelne Indikatoren für die „Innere Globalisierung“ der großen Konzerne wie zum Beispiel ausländische Aktivwerte, Umsätze im Ausland und die Beschäftigung in ausländischen Tochterfirmen untersucht. Schließlich werden dann die Indikatoren für die strukturelle Globalität transnationaler Konzerne gebildet und in ihren Bedingungen und Ausprägungen näher beleuchtet, wobei dazu auch nach Industriesektoren und Heimatländern differenziert wird.
Benedikt Köhler

Kapitel 5. Strukturelle Globalität auf globaler Ebene

Zusammenfassung
Während im 4. Kapitel die Strukturen und der strukturellen Wandel innerhalb der transnationalen Konzerne und der von ihnen gebildeten transnationalen Produktionssysteme untersucht wurden, soll in diesem Kapitel diese Situation von einem etwas weiter entfernten Standpunkt betrachtet werden. Im Folgenden stehen also nicht einzelne transnationale Konzerne im Zentrum der Analyse, sondern die um sie herum entstehenden interorganisa-tionellen Strukturen. War also die Untersuchungseinheit im letzten Kapitel klar begrenzt auf die 100 größten transnationalen Konzerne der Welt, so lautet das Forschungsobjekt nun: Die gesamten transnationalen Konzerne und Produktionssysteme der Welt. Auch hier spielt die Unterscheidung in die materielle, operationale und soziale Dimension eine wichtige Rolle, wenn auch mit diesen Dimensionen nicht mehr die strukturelle Globalität einzelner Konzerne differenziert werden soll, sondern die transnationalen Strukturen und Prozesse auf globaler Ebene.
Benedikt Köhler

Kapitel 6. Konzernstrategien

Zusammenfassung
Um die zahlreichen ökonomischen Handlungen transnationaler Konzerne besser zu verstehen oder zu erklären können auch wirtschaftswissenschaftlicher Ansätze, wie zum Beispiel die Theorien von Dunning (1993) oder Hymer (1976) verwendet werden. Der zentrale Beitrag einer soziologischen Theorie der transnationalen Produktionssysteme sollte vor allem in der Erklärung außerökonomischer Sachverhalte, die ebenfalls einen wichtigen Einfluss auf Struktur und Handeln transnationaler Konzerne besitzen können und darüber hinaus in der Beschreibung der Interaktion verschiedener Struktur- und Strategiedimensionen Hegen. So ist die wirtschaftliche Dimension in der hier vorgestellten Soziologie transnationaler Konzerne nur eine unter vier zentralen Strukturdimensionen.
Benedikt Köhler

Kapitel 7. Staatsstrategien

Zusammenfassung
Obwohl sich in den letzten Jahren eine große Zahl von wissenschaftlichen Untersuchungen den Nutzen und Kosten von Strategien transnationaler Konzerne gewidmet haben, wurde jedoch die strategische Interaktion von transnationalen Konzernen und Nationalstaaten nur selten entsprechend gewürdigt und analysiert. Oft wird diese Beziehung lediglich als Nullsummenspiel wahrgenommen, in dem sich die Interessen von Staaten und Konzernen diametral entgegenstehen. Einige Autoren, darunter Jansson et al. (1995), Bennet und Sharpe (1985) und zum Teil auch Dunning (1993) versuchen jedoch verstärkt, auch den gegenseitigen Nutzen von Transnationalisierungs- und Vernetzungsstrategien für Nationalstaaten und transnationale Konzerne herauszustellen.
Benedikt Köhler

Kapitel 8. Schlussfolgerung

Zusammenfassung
Diese Arbeit hat versucht, an einem beispielhaften Bereich der Gesellschaft die unter anderem von Beck und Albrow beschriebenen tiefgreifenden Transformationen nachzuzeichnen, die das Ende der von Nationalstaaten und ihren Institutionen dominierten und definierten „Ersten Moderne“ bedeuten und in Richtung einer „Zweiten Moderne“ beziehungsweise eines nachmodernen „Globalen Zeitalters“ weisen. In dieser Untersuchung ist dabei deutlich geworden, dass die Strukturen der „Inneren Globalisierung“, die transnational oder global statt nationalstaatlich ausgerichtet sind, für Handlungen und Strategien transnationaler Konzerne immer stärker an Bedeutung gewinnen. Umgekehrt werden auch diese „globalisierenden“ Handlungen für die Ausprägung und weitere Entfaltung der Strukturen von Globalität immer wichtiger. Die „Innere Globalisierung“ reicht dabei weit über die Ökonomie hinaus und führt auch in sozialen, politischen oder kulturellen Zusammenhängen zu einer weiter ansteigenden Globalität und damit schließlich zu einer immer deutlicheren Ausrichtung unterschiedlicher sozialer Praktiken an dem Globus.
Benedikt Köhler

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