Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Kapitel dieses Buchs durch Wischen aufrufen

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

6. Subjektivierung der Arbeit

verfasst von : Heiner Minssen

Erschienen in: Arbeit in der modernen Gesellschaft

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

share
TEILEN

Zusammenfassung

Prozesse der Vermarktlichung und, damit einhergehend, der Entgrenzung finden nicht nur auf Unternehmensebene und auf der Grenzlinie zwischen Arbeit und Leben statt, sondern sie betreffen auch die vertikalen und horizontalen Grenzen innerhalb von Betrieben. Hier ziehen sie „eine weitgehend enthierarchisierte Struktur der Anweisung und Kontrolle, verbunden mit Formen erweiterter Selbstorganisation und Arbeitsautonomie auf der ausführenden Ebene“ nach sich. Wir wollen uns nun den Folgen dieser auf Vermarktlichung beruhenden Prozesse der Entgrenzung für die Subjekte zuwenden.
Fußnoten
1
Erfahrungswissen unterscheidet sich von anderen Wissensarten, etwa von wissenschaftlichem Wissen, „durch die Verschränkung seines Erwerbs und seiner Anwendung mit praktischem Handeln und die daraus resultierende Personen- und Kontextgebundenheit“ (Böhle 2010, S. 106).
 
2
Um es nochmals zu betonen: Dies gilt nur unter der Bedingung, dass das Arbeitsverhältnis als ein ökonomisches Austauschverhältnis gefasst wird. Wenn es hingegen, was angemessen ist, auch als ein soziales Austauschverhältnis begriffen wird, dann ist es schon längst nicht mehr so selbstverständlich, dass Leistungsanreize in Form von Geld die gewünschte Wirkung erzielen. So ist die motivierende Wirkung von monetären Anreizen durchaus umstritten; Frey und Osterloh (1997) etwa haben darauf hingewiesen, dass die durch solche Anreize erzeugte extrinsische Motivation die – eigentlich gewünschte – intrinsische Motivation nicht nur nicht fördert, sondern sogar beeinträchtigen kann.
 
3
Vgl. dazu auch Kap. 11.
 
4
zumindest der Idee nach. Doch oftmals verbergen sich hinter Zielvereinbarungen offenbar nach wie vor Zielsetzungen; eine Befragung von Führungskräften hat jedenfalls ergeben, „dass mehr als die Hälfte der 117 Betriebe eher mit Zielvorgaben als mit -vereinbarungen arbeitet“ (Hinke 2003, S. 381; ähnlich Erke und Bungard 2006, S. 157), sodass sich der Schluss aufdrängt, dass die sich mit Zielvereinbarungen „bietenden Chancen für einen Wechsel von der hierarchischen zur diskursiven Koordinierung bei weitem nicht ausgeschöpft werden“ Kalkowski (2002, S. 139).
 
5
Dass Arbeit und Anerkennung etwas miteinander zu tun haben, ist nicht so selbstverständlich, wie es scheint, und durchaus neu. Denn die Verknüpfung von Arbeit und Anerkennung richtete sich zunächst „als normativer Anspruch historisch gegen die Privilegien des Adels und der ständischen Gesellschaft“ (Voswinkel 2007, S. 427) und es war die Arbeiterbewegung, die diesen Anspruch gegen das Bürgertum wandte.
 
6
Dass dies nicht unbedingt dem Unternehmen zugutekommt, ist an anderer Stelle erläutert worden.
 
7
„Dein Grubengold hat uns wieder hochgeholt, du Blume im Revier“, singt Herbert Grönemeyer 1984 in seiner Eloge auf Bochum.
 
Metadaten
Titel
Subjektivierung der Arbeit
verfasst von
Heiner Minssen
Copyright-Jahr
2019
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-22358-8_6

Premium Partner