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Über dieses Buch

Im Mainstream der Stadtplanung und im Tagesgeschäft der Stadtplaner bleiben alternative Formen urbanen Handelns häufig unbeachtet. Manchmal reicht jedoch schon ein kleiner Anlass oder eine Idee, um ein ganzes System ins Wanken zu bringen. Motive, Kulturen und Szenen urbanen Handelns sind derart vielschichtig und komplex, dass potentielle Antriebskräfte für Veränderungen entweder übersehen oder als irrelevant abgetan werden. Gegenwärtig drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass die Handlungsmuster und Strukturen der Stadtplanung einer langsam verblassenden Epoche angehören. Soziale Aktivitäten und Technologien, die eine Teilhabe an Wissen ermöglichen und erleichtern, weisen auf fundamentale Veränderungen hin. Die vorliegende Studie über subversive Stadtplanung soll ein Schlaglicht auf eine bereits im Gang befindliche Entwicklung sowie die damit im Zusammenhang stehenden wichtigsten Ausdrucksformen werfen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Subversive Stadtplanung als leitenden Begriff zu verwenden, wird Stirnrunzeln hervorrufen. Man könnte vermuten, dass damit ein ziemlich absonderliches und abstruses Bild von Stadtplanung gezeichnet werden soll, das kaum etwas mit der Wirklichkeit urbanen Handelns zu tun hat. Inwiefern nämlich sollte eine Art Stadtplanung hilfreich sein, bei der das Infragestellen eines gut etablierten Systems von raumbezogenen Aktivitäten und das etwaige Unterlaufen von städtebaulichen Konzepten und Prinzipien als etwas Sinnvolles erachtet wird?
Bernd Streich

Subversives Denken

Zusammenfassung
Voraussetzung für subversive Stadtplanung ist eine Grundeinstellung, die darauf ausgerichtet ist, sozialen Aktivitäten im urbanen Gefüge Raum zu geben, die sich alternativ zum Mainstream des Denkens althergebrachter Stadtplanung entfalten. Diese Grundhaltung wird durch subversives Denken erzeugt. Es stellt sich die Frage, wie ist dieses Denken beschaffen ist.
Bernd Streich

Urbane Impulse und subversiver Impetus

Zusammenfassung
Auf den ersten Blick scheint subversives Denken und Handeln in der Stadtplanung keine ernstzunehmende Rolle zu spielen. Dieser Eindruck entsteht, wenn man Stadtplanung institutionell und als administrative Organisationseinheit versteht. Wird Stadtplanung jedoch in einem weiteren Sinne als diejenige Handlungsdomäne gesehen, in der Aktivitäten von Menschen das Ziel haben, alle Arten von Geschehnissen einer Stadt zu beeinflussen, dann ist es nur konsequent, das kreative Potential subversiver Aktivitäten miteinzubeziehen.
Bernd Streich

Der subversive Modus der Wissensgesellschaft

Zusammenfassung
Was haben die Wissensgesellschaft, subversives Denken und urbanes Handeln miteinander zu tun? Auch hier könnte man im ersten Moment denken, dass keinerlei Zusammenhänge bestehen, weil subversives Denken eher als eine Randerscheinung der Gesellschaft betrachtet und mit einer gewissen Szene- und Protestkultur assoziiert wird, Wissensgesellschaft dagegen für eine allgemeine Grundform des gesellschaftlichen Handelns steht. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass die Postulierung der Wissensgesellschaft hochgradig subversive Implikationen besitzt. Will man dem subversiven Impetus der Gegenwart auf die Spur kommen, lohnt es sich, das Thema Wissensgesellschaft einer genaueren Betrachtung zu unterziehen.
Bernd Streich

Smarte Techniken und soziale Aktivitäten

Zusammenfassung
Techniken oder ganze Technologiebereiche als subversiv zu bezeichnen macht Sinn, wenn sie sich außerhalb des technischen Mainstreams entwickeln und als Auslöser für schleichende Veränderungen und alternative Formen des sozialen Handelns fungieren. Techniksoziologen und Technikphilosophen verwenden den Begriff der Subversivität meist im Zusammenhang mit einer nicht intendierten Techniknutzung, die das Potential für weitergehende technische Innovationen besitzt.
Bernd Streich

Das Bottom-up-Prinzip

Zusammenfassung
Bottom-up-Prozesse sind in der Stadtplanung nichts Unbekanntes. Sie finden Anwendung bei der städtebaulichen Informationsgewinnung, bei Partizipationsverfahren im Zuge der Vorbereitung von Planungsentscheidungen oder bei der gegenseitigen Abstimmung von Planinhalten auf verschiedenen administrativen Ebenen und in unterschiedlichen Maßstäben.
Bernd Streich

Crowdsourcing

Zusammenfassung
Die Stadtplanung befindet sich am Beginn einer Revolutionierung ihres Methodenrepertoires. Was sich zum Zwecke der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung in anderen Fachdomänen, in der Bottom-up-Ökonomie, bei der Entwicklung von Computersoftware oder beim Aufbau von Informationsplattformen im Internet methodisch längst etabliert hat, wird sich auch im Bereich des urbanen Handelns als nützlich erweisen und an Bedeutung gewinnen.
Bernd Streich

Institutionen in Zeiten erodierender Informationshoheit

Zusammenfassung
Die Institutionen der Stadtplanung stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Man glaubt ihnen nicht mehr – zumindest nicht mehr alles. Durch die Rahmenbedingungen der Wissensgesellschaft verschiebt sich das Informationsgefüge der handelnden Akteure dermaßen, dass auch die Institutionen der Stadtplanung zunehmend mit nichtinstitutionellen Wissenskompetenzen konkurrieren müssen.
Bernd Streich

Partizipation und informationelle Waffengleichheit

Zusammenfassung
Für die meisten Stadtplaner ist Partizipation im Zuge urbaner Aktivitäten eine pure Selbstverständlichkeit – theoretisch längst umfassend durchdrungen, in der Praxis hinreichend implementiert. Für viele andere hingegen erscheint Teilhabe an urbanen Geschehnissen wie ein Versprechen, dessen Einlösung immer wieder erkämpft werden muss. Dabei ist den jeweiligen Akteuren durchaus klar, wo die Trennlinie zwischen der Partizipation im Top-down-Modus und in Bottom-up-Prozeduren verläuft, bei wem sich also die Definitionshoheit über Themen sowie die Deutungshoheit über Inhalte befindet und wer dann letztendlich – weil nicht ausreichend informiert – wenig Chancen hat, sich angemessen zu beteiligen.
Bernd Streich

Expertenwissen und soziale Netzwerke

Zusammenfassung
Die Stadtplanung der Zukunft gehört an urbanen Themen interessierten Netzwerkern der Wissensgesellschaft, die den offenen Diskurs mithilfe digitaler Technologien pflegen. Eine neue Generation von Stadtplanerinnen und Stadtplanern wird die bisherigen Prozeduren des urbanen Handelns durch neue Kommunikationsstile verändern.
Bernd Streich

Thesen zur Zukunft der Stadtplanung

Zusammenfassung
Viele Indizien sprechen dafür, dass sich die Stadtplanung mitten in einem weitreichenden Umbruch befindet. Die Disziplin, die sich vorrangig mit der Veränderung von urbanen Systemen, mit stadtsozialem Wandel oder stadtökonomischen Transformationen beschäftigt, sieht sich vor die Aufgabe gestellt, das eigene Selbstverständnis neu zu überdenken. Sowohl die gesellschaftlichen Veränderungen als auch die technologischen Neuerungen bei Wissenshandhabung und Kommunikation haben dazu geführt, dass die Mainstream-Stadtplanung unter Druck geraten ist.
Bernd Streich

Backmatter

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