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Über dieses Buch

Das essential bespricht Aspekte des Suizidrisikos im Unternehmen und stellt Präventionsmaßnahmen und Maßnahmen zur Krisenintervention vor. Der Autor und die Autorin führen Techniken wie das Containing ein und diskutieren den Umgang mit emotionalen Reaktionen wie Hoffnungslosigkeit, Ohnmachtsgefühle oder Autoaggressivität. Psychoanalytisches Hintergrundwissen und ein kulturgeschichtlicher Überblick zum Suizid bereichern den Band. Besondere praxisrelevante Aspekte sowie rechtliche Fragen zum Suizid am Arbeitsplatz runden die Einführung ab.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Arbeitsplätze sind Beziehungsplätze – Suizidalität im Unternehmen

Zusammenfassung
Suizide in Unternehmen und Organisationen sind ein Tabuthema, das bislang kaum untersucht wurde. Dabei sind Suizide im arbeitsnahen Umfeld keine Seltenheit: Adolf Merckle (1934–2009) ließ sich von einem Zug überrollen, nachdem sein Großunternehmen in Folge der Finanzkrise des Jahres 2008 in Liquiditätsnöte geraten war. Pierre Wauthier (1962–2013), Finanzchef des Rückversicherers Zürich, brachte sich um, weil er unter den aggressiven Umgangsformen im Unternehmen litt.
Moritz von Senarclens de Grancy, Rebekka Haug

Kapitel 2. Das Selbst töten – Grundlegendes zum Suizid

Zusammenfassung
Der Suizid hat die Menschheit immer schon fasziniert und abgeschreckt zugleich. Dies kommt bereits in der Frage zum Ausdruck, ob man legitimerweise von Selbstmord sprechen darf, wenn sich jemand das Leben nimmt. Ist der Suizid ein Mord oder ein persönliches, autonom gewähltes Schicksal? Ist er ein Mord, rückt er damit in den Bereich von strafbaren Handlungen, auf die eine Gefängnisstrafe steht.
Moritz von Senarclens de Grancy, Rebekka Haug

Kapitel 3. Suizidale Krisen und Suizidrisiko

Zusammenfassung
Wie kommt es dazu, dass ein Mensch in einem bestimmten Moment den selbstgewählten Tod dem Leben vorzieht? Suizidale Krisen erscheinen für Außenstehende – wenn überhaupt – verständlicher, wenn äußere Belastungen wie der Tod eines Angehörigen, der Verlust des Arbeitsplatzes oder ein anderes traumatisches Erlebnis ersichtlich sind. Äußere Ereignisse können Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit erklären, sind aber nicht alleinig ausschlaggebend dafür, dass ein Mensch Suizidgedanken oder -pläne entwickelt. Suizidale Gedanken lassen sich als Teil einer psychosozialen Krise verstehen.
Moritz von Senarclens de Grancy, Rebekka Haug

Kapitel 4. Krisenintervention

Zusammenfassung
Der Umgang mit Menschen in Krisen ist herausfordernd, für den Feingefühl und Sensibilität und die Fähigkeit, trotz emotionaler Aufwühlung immer wieder zu Ruhe und Besonnenheit zurückzukehren, entscheidend sind. Die Frage der Verantwortung stellt sich im Spannungsfeld von Organisation und Führung: Wie viel Verantwortung tragen Unternehmen, Arbeitgeberinnen und Führungskräfte für die Krise eines oder mehrerer Mitarbeiter? Gewiss dürfen sie nicht die Augen verschließen und sind verpflichtet, alles zu tun, um das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten. Dennoch ist auch anzuerkennen, dass auch die Ressourcen von Führungskräften und Personalverantwortlichen begrenzt sind und dass in Organisationen nicht immer ausreichende Kapazitäten und Fähigkeiten zur Krisenintervention vorhanden sind.
Moritz von Senarclens de Grancy, Rebekka Haug

Kapitel 5. Präventionsmaßnahmen im Unternehmen

Zusammenfassung
Suizide sind der hohe Preis, den Organisationen im Extremfall zahlen, wenn sie sich nicht beizeiten um gute Arbeitsbedingungen bemühen. Insoweit liegt die Empfehlung auf der Hand, dass Unternehmen und Organisationen proaktiv und kontinuierlich in gute Organisationskulturen und Mitarbeiterzufriedenheit investieren. Welche Präventionsmaßnahmen dafür geeignet sind, lässt sich sicher am besten im Einzelfall beantworten.
Moritz von Senarclens de Grancy, Rebekka Haug

Kapitel 6. Nach einem Suizid: Rechtliche Aspekte und Aufarbeitung

Zusammenfassung
Bei der Frage der Strafbarkeit des Suizids geht es im Kern darum, ob der Staat die Verantwortung dafür trägt zu verhindern, dass sich ein Mensch das Leben nimmt. Eingedenk der Ansteckungsdynamik (Werther-Effekt), die vom Suizid ausgehen kann, haben Staat und Gesellschaft ein großes Interesse daran, dass ein Suizid nicht Anlass für weitere Selbsttötungen wird. Staatsrechtlich gesehen schützt das Grundgesetz in Ausgestaltung des Art. 1 Abs. 2 GG die Würde des Menschen absolut, woraus folgt, dass auch ein zum Suizid entschlossener Mensch auf seine Menschenwürde nicht verzichten kann.
Moritz von Senarclens de Grancy, Rebekka Haug

Backmatter

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