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Über dieses Buch

Dieses Lehrbuch gibt detaillierte Hinweise für die Durchführung standardisierter Befragungen, vor allem der allgemeinen Bevölkerung. Es behandelt Probleme der Frageformulierung und des Antwortverhaltens sowie insbesondere der Fragebogenkonstruktion und der Durchführung von Pretests. Für alle Formen standardisierter Interviews (schriftlich, mündlich, telefonisch, per Internet) werden die jeweiligen Besonderheiten der Befragungsinstrumente, der Stichprobenverfahren und der Durchführung praxisnah erläutert. Hierbei werden vor allem Nonresponse-Probleme ausführlich diskutiert und Möglichkeiten zu ihrer Vermeidung aufgezeigt.

Im deutschen Sprachraum ist dieses Lehrbuch die einzige Darstellung des Forschungsstandes zu allen Bereichen der Survey-Methodologie. Für Studierende und Forschende, die Surveymethoden anwenden oder weiterentwickeln, ist dieses Buch eine unverzichtbare Arbeitsgrundlage.

Für die zweite Auflage wurden alle empirischen Ergebnisse dem neuesten Stand der Forschung entsprechend aktualisiert. Die veränderte Datenschutzgesetzgebung wurde ebenso berücksichtigt wie neuere Feldmanagementprozeduren. Entsprechend gibt es neue Abschnitte über adaptive Designs, die Verbindung administrativer Daten mit Befragungsergebnissen und zum Nonresponse. Das Kapitel über Internetsurveys wurde um eine ausführliche Darstellung von Selektionseffekten erweitert. Zahlreiche Beispiele wurden gegen neue Anwendungen ausgetauscht und die gesamte Literatur aktualisiert. Insgesamt wurde das Buch um mehr als 30 Seiten erweitert.

Der Autor:

Prof. Dr. Rainer Schnell ist Inhaber des Lehrstuhls für Empirische Sozialforschung an der Universität Duisburg-Essen. Zuvor war er unter anderem Direktor des Centre for Comparative Surveys an der City University London sowie langjähriger Herausgeber der Zeitschrift Survey Research Methods der European Association for Survey Research.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundlagen standardisierter Befragungen

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Der erste Teil behandelt methodische Probleme und deren Lösung, die allen Erhebungsformen der Befragung gemeinsam sind: psychologische Grundlagen, Forschungsdesign, Frage- und Fragebogenkonstruktion, Pretests und Nonresponse. Der zweite Teil behandelt die vier Grundformen der Befragung: persönliche, telefonische, postalische und Internet-Befragungen.
Rainer Schnell

Kapitel 2. Psychologische Grundlagen

Zusammenfassung
Psychologische Abläufe während des Interviews lassen sich leichter verstehen, wenn man ein einfaches Modell der Aufgaben für den Befragten im Antwortprozess unterstellt. Ein solches Modell wurde 1984 von Roger Tourangeau vorgestellt (Abbildung 2.1).
Rainer Schnell

Kapitel 3. Forschungsdesigns mit Befragungen

Zusammenfassung
Standardisierte Befragungen in den Sozialwissenschaften werden meist als einmalige Befragung einer Zufallsstichprobe der allgemeinen Bevölkerung im Rahmen einer „Umfrage“ wahrgenommen. Befragungen dieses Typs bieten nur Beschreibungen des Zustandes einer Population zu einem Zeitpunkt und sind daher in ihrer Aussagekraft für wissenschaftliche Studien sehr begrenzt.
Rainer Schnell

Kapitel 4. Fragen

Zusammenfassung
Bevor auf spezielle Frageformen eingegangen werden kann, müssen zunächst einige Regeln über die Formulierung von Fragen und Antworten dargestellt werden, die für fast alle Arten von Fragen gelten.
Rainer Schnell

Kapitel 5. Fragebogen

Zusammenfassung
Die Entwicklung eines Fragebogens beginnt mit der Festlegung der zu erhebenden Konzepte. Für jedes Konzept muss eine exakte Spezifizierung dessen, was erhoben werden soll, erfolgen. Für die einzelnen Aspekte müssen Fragen entwickelt und auf ihre Verständlichkeit geprüft werden.
Rainer Schnell

Kapitel 6. Pretests

Zusammenfassung
Da es keine empirisch bewährten Theorien über die Formulierung von Fragen und den Aufbau von Fragebogen gibt, kann die Konstruktion eines Fragebogens allein am Schreibtisch nicht dafür garantieren, dass die mit der Entwicklung des Fragebogens angestrebten Ziele auch erreicht werden können. Anders gesagt: Jeder Fragebogen und jede Frage muss vor der eigentlichen Datenerhebung empirisch überprüft werden. Solche empirischen Überprüfungen heißen „Pretests“.
Rainer Schnell

Kapitel 7. Nonresponse

Zusammenfassung
Unter Nonresponse wird bei Befragungen das Problem verstanden, dass für eine Befragung ausgewählte Personen bzw. Organisationen nicht befragt werden können. Für diese Ausfälle gibt es verschiedene Ursachen. Um die potentiellen Probleme dieser Ausfälle beurteilen zu können, müssen zunächst verschiedene Formen von Nonresponse unterschieden werden.
Rainer Schnell

Erhebungsmodi

Frontmatter

Kapitel 8. Persönliche Interviews („Face-to-Face“-Befragungen)

Zusammenfassung
Die tatsächliche Durchführung standardisierter Befragungen basiert auf einer Vielzahjektiver Rahmenbedingungen. Neben der notwendigen Ressourcen-Ausstattung (Geld, Zeit, Personal) gibt es eine Reihe von sozialen Rahmenbedingungen. Hierzu gehören einerseits sozialstrukturelle Voraussetzungen, andererseits rechtliche Regelungen und deren Konsequenzen.
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Kapitel 9. Postalische Befragungen („Mail-Surveys“)

Zusammenfassung
In der englischsprachigen Literatur bezeichnet der Begriff „Mail-Survey“ eindeutig eine postalische Befragung. In der deutschsprachigen Literatur werden gelegentlich postalische (individuelle) Befragungen einerseits und schriftliche Befragungen in Gruppen (z. B. in Klassen- oder Seminarräumen) andererseits in irreführender Weise vermengt. Um solche – manchmal vermutlich intendierten – Missverständnisse zu vermeiden, wird hier der eindeutige Begriff „postalische Befragung“ verwendet.
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Kapitel 10. Telefonische Befragungen

Zusammenfassung
Die Anzahl telefonischer Befragungen hat in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Die Ursachen hierfür liegen zum einen in gesunkenen Telekommunikationskosten und zunehmender Telefondichte, zum anderen an den steigenden Kosten persönlicher Befragungen. Da die Erhebungskosten eines telefonischen Interviews nur einen Bruchteil der Kosten eines persönlichen Interviews betragen, ist die Popularität dieses Erhebungsmodus kaum verwunderlich.
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Kapitel 11. Web-Surveys

Zusammenfassung
Jedes neue Kommunikationsmedium wurde bislang als Datenerhebungsmethode vorgeschlagen und zumindest zur Demonstration einer Befragung genutzt. So gab es Beispiele für Fax-Befragungen, SMS-Surveys, Disk-by-mail-Erhebungen usw. Entsprechend wurden mit der Verbreitung der Nutzung von Computernetzwerken zunächst Befragungen innerhalb von lokalen Netzwerken, dann innerhalb des Internets vorgeschlagen. Jüngeren Datums sind Datenerhebungen innerhalb von Online-Spielen oder sozialer Medien.
Rainer Schnell

Kapitel 12. Wahl des Erhebungsmodus und andere Erhebungsformen

Zusammenfassung
DieWahl des Erhebungsmodus bei der Planung eines Forschungsprojekts hängt von zahlreichen Faktoren ab. Manchmal wird durch die Besonderheiten der Fragestellung ein bestimmter Erhebungsmodus erzwungen. So kommt für eine Panelstudie mit einem Abstand von nur wenigen Tagen zwischen den Erhebungswellen vermutlich nur eine telefonische Befragung oder ein Web-Survey in Betracht, da nur hierbei die Dauer der Feldzeit durch die hohe Zahl möglicher Kontaktversuche gering gehalten werden kann. Entsprechend sind Studien, bei denen eine besondere Vertrauensbasis zwischen Erhebungsinstitut und Befragtem aufgebaut werden muss (z. B. bei der Rekrutierung für ein lebenslanges medizinisches Panel nicht erkrankter Personen), kaum ohne persönlichen Kontakt möglich.
Rainer Schnell

Anwendungen

Frontmatter

Kapitel 13. Panel-Studien

Zusammenfassung
Panelstudien sind wiederholte Untersuchungen der gleichen Personen bzw. Untersuchungseinheiten. Daher handelt es sich bei Panelstudien um Längsschnittstudien (Longitudinalstudien). Neben Personenpanels gibt es Panelstudien mit anderen Erhebungseinheiten, wie z. B. Betriebs- oder Wohnungspanel. Eine Spezialform von Panelstudien sind Kohortenstudien, bei denen Personen, die ein Ereignis zum gleichen Zeitpunkt erfahren haben, für eine Panelstudie ausgewählt werden. Beispiele für solche Kohorten sind Geburts-, Schul-, Heirats- und Scheidungskohorten.
Rainer Schnell

Kapitel 14. Beispiele für besondere Anwendungen

Zusammenfassung
Surveys werden in einer großen Zahl verschiedener Anwendungsfelder verwendet. Die grundlegenden Prinzipien und Techniken sind in allen Feldern identisch. Lediglich die Zielsetzung und die Implementierungsprobleme variieren. Dies soll an einigen Anwendungsfeldern demonstriert werden.
Rainer Schnell

Kapitel 15. Surveymethodologie in Deutschland

Zusammenfassung
Deutschland spielt in der internationalen Methodendiskussion zur Surveymethodologie nur eine Nebenrolle. Sowohl Ursache als auch Folge davon ist ein nahezu vollständiger Mangel an Interesse gegenüber den Details von Datenerhebungen. Dass die Kenntnis der Details der Datenerhebung zur Beurteilung der Gültigkeit der Ergebnisse einer Studie unverzichtbar ist, scheint in der täglichen Praxis kaum einer Organisation, einschließlich zentraler wissenschaftlicher Einrichtungen, eine Rolle zu spielen. Einige Folgen und die Ursachen dieses Zustandes sollen in diesem Abschnitt erörtert werden.
Rainer Schnell

Kapitel 16. Schlussbemerkung

Zusammenfassung
Dieses Buch ist das Ergebnis von mehr als 30 Jahren Forschung mit und über sozialwissenschaftliche Surveys.
Rainer Schnell

Backmatter

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