Sustainable Finance
Einsatz nachhaltiger Finanzierungen in Unternehmen
- 2025
- Buch
- Verfasst von
- Hans-Werner Grunow
- Sandra Stassinet
- Christoph Zender
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Mit dem in diesem Buch zusammengestellten Wissen werden (potenzielle) Nutzer von Sustainable Finance, insbesondere Unternehmen, in der Lage sein, die Eignung nachhaltiger Finanzierungen für den jeweiligen Einsatzzweck angemessen beurteilen, alle Regularien beachten, richtig dazu kommunizieren und in der Folge die bestmöglichen Konditionen verhandeln zu können. Mit der angemessenen Vorbereitung von Sustainable Financing lassen sich neue Investorenkreise erschließen, die Reputation am Finanzmarkt verbessern und notwendigen finanziellen Mittel für die Transformation des Geschäftsmodells sowie die Anpassung an den Klimawandel arrangieren.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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1. Entstehung, Sinn und Zweck nachhaltiger Finanzierungen
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungNachhaltiges Finanzieren (Sustainable Finance oder Green Finance im weiteren Sinne) hat seinen Ursprung in der Entwicklungshilfearbeit von Förderbanken und Staaten. In späteren Jahren wurde die Privatwirtschaft verstärkt einbezogen. Dabei wurde eine starke Hebelwirkung von Aktivitäten für ein umweltfreundlicheres und gesellschaftlich verantwortungsbewussteres Wirtschaften im Finanzsektor gesehen. Gerade der Finanzsektor erscheint geeignet, mit der Bereitstellung geeigneter Produkte den Transformationsprozess hin zu kohlenstoffarmen, ressourceneffizienten und sozial gerechten Volkswirtschaften zu beschleunigen. Attraktive Finanzinstrumente sollen entsprechende Investitionen motivieren, zum Beispiel zur Gestaltung ressourcensparender Produktions- und Energiegewinnungsprozesse. -
2. Varianten der nachhaltigen Finanzierung
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungDie Emission/Begebung von Finanzinstrumenten zur Finanzierung beziehungsweise Refinanzierung von Vermögenswerten, Vorhaben, Projekten, Maßnahmen umfasst die Fremdkapitalaufnahme (bilaterale und syndizierte (Bank-)Kredite, Schuldscheindarlehen, Anleihen) und die Eigenkapitalbeschaffung von Unternehmen in Form von Aktien sowie Beteiligungen. Die (Finanz-)Instrumente können marktorientiert sein (Börsennotierung an einem „organisierten Markt“) oder abseits von „organisierten“ Börsenplätzen arrangiert werden. In jedem Falle müssen die Instrumente und deren Erlöse den Übergang zu energie- und ressourceneffizienten, umweltfreundlichen oder gesellschaftlich nachhaltig ausgerichteten Volkswirtschaften unterstützen. -
3. Instrumente für die nachhaltige Finanzierung
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungNachhaltige Finanzierungen werden bislang weit überwiegend in Form von Anleihen arrangiert. Auf dieses Instrument entfielen im Jahr 2024 rund 80 % des weltweit begebenen Volumens an Sustainable Financing. Hinzu kommen Finanzierungen in Form von Schuldscheindarlehen, syndizierten Krediten oder auch traditionellen bilateralen Bankkrediten. Darlehen und Kredite haben in den vergangenen Jahren Darlehen aber kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. -
4. Martktteilnehmer im Sustainable Finance
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungSustainable Finance bezieht sich auf Finanzierungen, die umweltfreundliche/soziale/sozio-kulturelle Projekte und nachhaltige Entwicklung unterstützen. Die Marktteilnehmer in diesem Bereich sind vielfältig und spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung nachhaltiger Praktiken. -
5. Gestaltung der Konditionen
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungDie Konditionsgestaltung richtet sich auch beim Sustainable Financing zuvorderst nach den finanzmarkttypischen Preisbildungskriterien. Allerdings können sich unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten optimierter Strukturierung der Finanzierungen durchaus Vorteile bei Kosten und den sonstigen Bedingungen ergeben. Die Gestaltung hängt von der Art des Projekts, den beteiligten Akteuren und den spezifischen Zielen ab (Tab. 5.1). -
6. Strukturierungsstandards: Anforderungen an nachhaltige Finanzierungen
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungFür nachhaltige Finanzierungen hat sich eine Vielzahl an möglichen Strukturierungsstandards mit gleicher Zielsetzung entwickelt: Die Standards sollen Transparenz über die zugrunde liegenden Kriterien geben und damit Greenwashing verhindern. Die Standards haben sich in Abhängigkeit von der Ausprägung des Verwendungszecks der mit dem Finanzinstrument aufgenommenen Mittel entwickelt: Zum Beispiel der Green Bond, der Social oder Sustainability Bond und der Sustainability-linked Bond. Alle Varianten folgen dabei als Marktstandard etablierten Prinzipien (Abb. 6.1). -
7. Nachhaltigkeitsbewertung von Projekten und Unternehmen
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungInvestoren haben großes Interesse an der Finanzierung nachhaltigen Wirtschaftens. Doch nachhaltig ist nicht gleich nachhaltig. Bei der Verwendung der investierten Mittel bestehen große qualitative Unterschiede. Um den Nachhaltigkeitsgrad der Anlagen besser einschätzen zu können, vertrauen viele Investoren auf die Bewertung der jeweiligen Nachhaltigkeitsprojekte und Unternehmensaktivitäten durch unabhängige Dritte. Einige Investoren nehmen diese Bewertungen auch selbst vor. -
8. Bedeutung der Regulatorik für Sustainable Finance
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungDer Finanzsektor als zentraler Intermediär für das übrige Wirtschaftssystem und dessen Stabilität wird bereits vielfach reguliert und ist in der letzten Zeit im Kontext von Sustainable Finance einer höheren Dynamik unterworfen. Die Europäische Kommission hat eine Vorreiterrolle im Bereich Sustainable Finance durch den Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums (Sustainable Finance Action Plan) eingenommen. Der Sustainable Finance Action Plan der EU-Kommission ist dabei ein umfangreiches legislatives, regulatorisches Programm für die kommenden Jahre. Die Kernthemen von Sustainable Finance wurden dabei durch die bereits erlassenen Vorgaben adressiert. -
9. Rolle der EU-Taxonomie-Verordnung beim Sustainable Financing
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungDie EU-Taxonomie wird eine wichtige Rolle bei der Neuausrichtung der Kapitalströme hin zu nachhaltigen Investitionen in der Europäischen Union (EU) spielen (EU 2020a), auch wenn dieses Regelwerk im Jahresverlauf 2025 von der EU überarbeitet, „entbürokratisiert“ und vereinfacht wird. Die Taxonomie liefert dennoch wichtige Anhaltspunkte für die Gestaltung von Wirtschaftstätigkeiten im Hinblick auf eine klimaneutrale EU bis zum Jahr 2050. Unternehmen profitieren von der EU-Taxonomie durch eine verbesserte Transparenz und eine eindeutige Rahmenstruktur, die hilft, nachhaltige Investitionen zu identifizieren und zu fördern. Gleichzeitig besteht noch eine gewisse Unsicherheit, da für die Anwendung in der Praxis noch keine breiten Erfahrungswerte vorhanden sind. Künftig wird eine enge Zusammenarbeit zwischen Nachhaltigkeitsexperten und der Finanzabteilung/dem Controlling erforderlich sein, um die EU-Taxonomie im Unternehmen zu implementieren und gegebenenfalls darüber zu berichten. -
10. Erfordernis der Transparenz und Kommunikation
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungUngeachtet der insgesamt steigenden Nachfrage vor allem der privaten Anleger nach Sustainable-Finance-Produkten dient eine transparente Kommunikation zu nachhaltigen Finanzierungsmaßnahmen im Wesentlichen zwei Zwecken: Erstens wird die nachhaltige Verwendung aufgenommener Mittel nachvollziehbar und plausibel dargestellt. Zweitens werden dem interessierten (Investoren-)Publikum die Nachhaltigkeitsleistung, die Chancen und Risiken von Projekten und die Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens präsentiert. Die Kommunikation zu Sustainable Financing unterstützt – über die eigentliche Leistung der Finanzierungsmaßnahme hinaus – die Reputation von Unternehmen und befriedigt alle mit der nachhaltigen Finanzierung zusammenhängenden Informationsbedürfnisse. -
11. Prozess zur erfolgreichen Umsetzung von Sustainable Financing
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungNachhaltige Finanzierungen bieten sich als Alternative zur konventionellen Finanzierung an, wenn einerseits bestimmte Projekte die Nachhaltigkeitsleistung und insbesondere die Klimafreundlichkeit eines Unternehmens signifikant verbessern oder andererseits das Geschäftsmodell eines Unternehmens auf Nachhaltigkeit basiert beziehungsweise sich wesentliche Teile der Geschäftstätigkeit auf einem hohen Nachhaltigkeitsniveau befinden (nachhaltige Geschäftsmodelle). Die dafür benötigten Finanzmittel lassen sich dann im Rahmen nachhaltiger Finanzierungen arrangieren. Dabei ist die Vorgehensweise jeweils gleich und gliedert sich in mehrere, aufeinanderfolgende Schritte. -
12. Perspektive/Ausblick
Hans-Werner Grunow, Sandra Stassinet, Christoph ZenderZusammenfassungSeit dem ersten „Green Bond“ im Jahr 2007 haben sich nachhaltige Finanzierungen nicht nur hinsichtlich des Volumens, sondern auch hinsichtlich der Ausprägungen positiv entwickelt. Die Volumina sind deutlich gestiegen, die Verwendungsarten sind immer differenzierter geworden und immer mehr Instrumente des Finanzmarktes werden zur nachhaltigen Nutzung eingesetzt. Doch ungeachtet des insgesamt erfreulichen Trends: Sustainable Finance ist kein Selbstläufer. Konsequente Fortentwicklung, Standardisierung und Qualitätssicherung sind dauerhafte Anforderungen, denen nachhaltige Finanzierungen genügen müssen, um für alle Marktteilnehmer unverändert attraktiv zu bleiben.
- Titel
- Sustainable Finance
- Verfasst von
-
Hans-Werner Grunow
Sandra Stassinet
Christoph Zender
- Copyright-Jahr
- 2025
- Electronic ISBN
- 978-3-658-49505-3
- Print ISBN
- 978-3-658-49504-6
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-49505-3
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