Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Wir leben in einer Zeit systemischer Krisen. Das gilt für den Klimawandel genau so wie für Wirtschaftssysteme. Systeme lehren uns, dass die Wirklichkeit nichts Feststehendes ist. Die Wirklichkeit fließt und ist mehrdeutig. Die Veränderungen geschehen simultan und nicht als lineare Abfolge von Ursache und Wirkung. Der angemessene Umgang mit systemischen Problemen und Krisen erfordert qualitative Forschungsmethoden, die uns helfen die neuen Wirklichkeiten besser zu verstehen. Das dritte Qualmet-Symposium widmet sich dem Dialog als Gegenstand und Methode qualitativer Forschung. Nur so kann das interaktive und damit bedeutungsverändernde Moment erfasst werden, das nachhaltige Lösungen ermöglicht, weil aus Befragten Beteiligte werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

(Individuelles) Verhalten und Dialog

Frontmatter

Besondere Aspekte von Interviewsituationen – Ein Erfahrungsbericht

Zusammenfassung
Induktive qualitative Forschungsmethoden sind aufgrund ihres explorativen Charakters dazu geeignet, neue Aspekte im Hinblick auf aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen zu identifizieren, die den Forschenden bei ausschließlicher Anwendung quantitativer Methoden mit vorformulierten Antwortkategorien im Verborgenen geblieben wären. Im Kontext der Erhebung entsprechender qualitativer Daten nimmt das Interview in seiner Art als soziale Interaktion zwischen Interviewenden und Interviewten eine zentrale Rolle ein. Dass die Datenerhebung mittels Interviews mit einigen Besonderheiten und Herausforderungen einhergeht, ist weithin bekannt. Wie genau diese Besonderheiten und Herausforderungen ausgestaltet sein können, bleibt jedoch meist in den Transkripten der Forschenden hinter den themenrelevanten Erkenntnissen verborgen. Der vorliegende Beitrag gibt eben diesen besonderen Situationen ein konkretes Gesicht, indem auf der Grundlage von Zitaten und Wortwechseln einer Konsumentenbefragung exemplarisch veranschaulicht wird, was sonst oft hinter Floskeln wie „es bedarf ein wenig Fingerspitzengefühl seitens des Interviewenden“ verschwindet. Der Beitrag zeigt darüber hinaus auf, welche Chancen sich auch aus den Herausforderungen von Interviews ergeben.
Sebastian Rhein, Marc Schmid, Katharina Friederike Sträter

Integration in Erwerbsarbeit trotz multipler Hemmnisse – Ein Beitrag qualitativer Forschung

Zusammenfassung
Die bis Ende 2019 beinahe erreichte Vollbeschäftigung in Deutschland, lässt Langzeitarbeitslosigkeit leicht als individuelles Versagen und mangelnden Willen zur Arbeitsmarktintegration erscheinen. Die Gründe dafür sind jedoch vielfältig und wurden vielfach in meist quantitativen Studien erörtert. Sie kommen zu dem Schluss, dass besonders die Kombination von niedrigem Qualifikationsniveau, hohem Alter, gesundheitlichen Problematiken, Fürsorgepflichten und Sprachbarrieren Übergänge in Erwerbsarbeit negativ beeinflussen. Basierend auf der IAB-Längsschnittbefragung Panel „Arbeitsmarkt und soziale Sicherung“ (PASS) wurden jene Personen gesucht, die zwar dem harten Kern der Langzeitarbeitslosen zuzuordnen sind, aber trotz multipler Hemmnisse einen Übergang von der Grundsicherung in bedarfsdeckende sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse auf dem ersten Arbeitsmarkt realisieren konnten. In Summe waren 66 von 1.752 GrundsicherungsempfängerInnen mit multiplen Problemkonstellationen (mind. 3 Hemmnisse) in der Lage, den Übergang in Erwerbsarbeit entgegen der Wahrscheinlichkeit zu vollziehen. Anhand einer qualitativen Studie wird sich jenen bisher unerklärbaren Fällen angenommen, um Hinweise dafür zu sammeln, wie denn Übergänge trotzdem funktionieren können. Anhand biographisch-narrativer Interviews und Techniken qualitativer Netzwerkforschung wurde ersichtlich, dass vielschichtige sozialer Faktoren entscheidend sind. Formale bzw. ökonomischen Rekrutierungskriterien spielen eine untergeordnete Rolle. Durch kreative und selbstsicheren Umgang mit Hemmnissen ist es möglich Anschluss an den Arbeitsmarkt zu finden. Die arbeitsvermittelnden Instanzen spielen eine wichtige Rolle in der Attraktivierung und Qualifizierung der individuellen Arbeitskraft, doch fehlt es in vielen der von uns befragten Fällen an der Unterstützung in der Mobilisierung und Nutzbarmachung ebendieser. Als Vermittlerin von Chancen lässt die Arbeitsvermittlung in Deutschland aktuell viel Potential liegen. Abschließend lernen wir aus diesem Vorgehen, dass statistische Ausreißer wertvoll sein können, wenn sie mit der richtigen Fragestellung und Methode betrachtet werden. Hier kann qualitative Forschung bestehende quantitative Ergebnisse ergänzen.
Lukas Kerschbaumer, Marie Boost

„Wer informiert hier eigentlich wen?“ Qualität des Dialogs zwischen verschiedenen Gesundheitsberufen und PatientInnen

Zusammenfassung
Wie arbeiten verschiedene Berufsgruppen im Gesundheitswesen zusammen, um die PatientInnen bei Veränderungen ihres Ess- und Bewegungsverhaltens zu unterstützen? Im Rahmen einer Studie in Südtirol wurden hierzu AllgemeinmedizinerInnen, KrankenpflegerInnen, ErnährungstheraputInnen und PatientInnen befragt. Eine Erkenntnis daraus ist, dass zwar jede Berufsgruppe beansprucht, für diese Lebensstilveränderungen zuständig zu sein, sich aber in ganz unterschiedlicher Weise tatsächlich darum kümmert. Ganz klar ist auch die Lücke, die zwischen den Berufsgruppen existiert, herausgekommen. Sie arbeiten überwiegend für sich, weshalb die Frage aufkommt: Welcher Dialog findet überhaupt statt?
Heike Wieser, Harald Stummer

Die Umsetzung gesundheitsförderlicher Interventionen am Beispiel der Polizei - Eine qualitative Bestandsaufnahme

Zusammenfassung
Polizistinnen und Polizisten sind unweigerlich mit physischen und psychischen Belastungen aufgrund von in der polizeilichen Alltagspraxis gefährlichen Sachlagen, zahlreichen Stressfaktoren und organisationalen Herausforderungen konfrontiert. Die Pandemiesituation im Jahr 2020 untermauert die Notwendigkeit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Organisation als Ganzes widerstandsfähig und stabil zu machen bzw. zu erhalten. Viele Lösungsansätze liegen dabei auch in einem effektiven und effizienten Gesundheitsmanagement zusammen mit einer wirkungsvollen Personalförderung. Im Rahmen einer Status quo-Erhebung über gesundheitsfördernde Aktivitäten in Polizeibehörden Europas und einer offenen Gruppendiskussion mit Behördenvertreterinnen und -vertretern der österreichischen Polizei in Bezug auf förderliche und hinderliche Faktoren betreffend die Umsetzung von Gesundheitsförderungsprojekten wurde eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Die Untersuchungsergebnisse zeigen die Wichtigkeit auf, die erforderlichen Strukturen und Prozesse aufzubauen, damit die Betriebliche Gesundheitsförderung nachhaltig in Organisationen implementiert werden kann. Hierfür bedarf es unter anderem auch der Umsetzung mitarbeiterorientierter Führungskonzepte sowie des Ausbaus des Gesundheitswissens der Führungskräfte.
Silvester Wolsegger, Margit Raich

Krisen, Identitätskonflikte und Konfliktlösung durch Dialoge

Frontmatter

„Worüber sprechen wir eigentlich?“ Ein Erfahrungsbericht zur Systematisierung diverser Begriffsauslegungen mit WinRelan® am Beispiel des Homo oeconomicus

Zusammenfassung
Sowohl in Gesprächen im „kleinen Rahmen“, bspw. unter Studierenden der Wirtschaftswissenschaften, als auch in öffentlich-medial geführten Diskussionen um den Sinn oder Unsinn ökonomischer Theorie, lässt sich der Homo oeconomicus als Fokuspunkt vielerlei Kritik ausmachen. Auf den ersten Blick scheint es dabei oft, als gäbe es ein gemeinsames und eindeutiges Verständnis über das Wesen desselben. Auf den zweiten Blick wird jedoch mitunter deutlich, dass die individuellen Definitionen dessen, was sich hinter oben genanntem Terminus Technicus verbirgt, vage, unscharf oder sogar widersprüchlich sowohl in sich selbst als auch in Abgrenzung zum Verständnis anderer sind. Heterogenität in der inhaltlichen Auslegung des vermeintlich einheitlich definierten Homo oeconomicus kann dann Quelle potenzieller Un- und Missverständnisse sein.
Der vorliegende Beitrag zeigt am Beispiel einer Studierendenbefragung auf, wie vielfältig und widersprüchlich die erläuternden Assoziationen mit dem Begriff des Homo oeconomicus sind und stellt heraus, wie qualitative Analysewerkzeuge der systematischen Aufarbeitung von Heterogenität in Begriffsverständnissen dienen können.
Katharina Friederike Sträter

Konfliktmanagement und Mitarbeiter-Motivation: Der Beitrag der qualitativen Sozialforschung zur Verbesserung von Interaktion und Leistungsbereitschaft in Produktionsunternehmen - Fallstudie

Zusammenfassung
Im Rahmen einer Fallstudie des Management Centers Innsbruck (MCI), Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen, wurden in einem Produktionsunternehmen aus dem DACH-Raum die komplexen Aspekte der Motivation von Mitarbeitern in der Serienfertigung untersucht. Auf Basis von halbstrukturierten leitfadengestützten Interviews wurden Produktionsmitarbeiter verschiedener Hierarchiestufen zu unterschiedlichen Situationen ihres Arbeitsalltages befragt. Das Ziel dieser Befragung war, weiteres Potential zur Verbesserung der Interaktion zwischen den Mitarbeitern und Vorgesetzten zu heben. Es hat sich gezeigt, dass diverse kleinere und größere Konflikte und Unstimmigkeiten in den betrieblichen Abläufen wesentlichen Einfluss auf die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter haben. In einer vertiefenden Analyse werden diese „Herausforderungen“ in Folge detaillierter untersucht und kategorisiert.
Die Auswertung der Interviews wird mithilfe des Verfahrens GABEK® durchgeführt. Es wird unter anderem ein neuer Ansatz zur Interpretation von Kausalnetzwerkgrafiken vorgestellt, der es ermöglicht, die Handlungsvorschläge der Befragten als Grundlage für eine offene Diskussion zu visualisieren. Durch die Kategorisierung wird eine thematische Gewichtung ermöglicht, die in GABEK® durch Vergleiche der relativen Häufigkeiten erreicht wird.
Die Idee dahinter ist, ein exemplarisches Konzept für einen Workshop zu entwickeln, in dem ein offener Dialog zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten moderiert wird. Der Workshop soll eine verbesserte Kommunikation und den proaktiven, konstruktiven Umgang mit Meinungsverschiedenheiten initiieren. Aufgrund der Erfahrungen aus anderen Projekten ist davon auszugehen, dass mit dieser strukturierten Herangehensweise und den vorgestellten kommunikativen Werkzeugen das Konfliktmanagement im befragten Unternehmen und damit die Interaktion und Performanz nachhaltig verbessert werden können. Besondere Relevanz kommt vor allem dem Aspekt des gegenseitigen Verstehens der Konfliktparteien zu. Für die Lösungsfindung und Schlichtung ist es grundsätzlich vorteilhaft, die Sichtweisen des Anderen zuzulassen und dadurch konkretere Einblicke in dessen Wahrnehmung zu bekommen. Diese gewinnt man bereits beim aktiven Zuhören. Der Ansatz qualitativer Forschungsmethoden kann hier besonders in der Anfangsphase hilfreich sein, da der Dialog indirekt geführt wird und somit konstruktiver gestaltet werden kann. Aufgrund der Anonymität der Interviews wird gleichzeitig die offene Meinungsäußerung begünstigt, wodurch der tatsächliche Kern der Konflikte vermutlich besser ergründet werden kann.
Das entwickelte Konzept für den Workshop soll einen allgemeinen Ansatz darstellen, der zukünftig ebenso auf ähnliche Fallstudien angewendet werden kann. Es werden in Folge verschiedene Methoden vorgestellt, deren Fokus auf der positiven Herangehensweise an Probleme liegt.
Hanna Gäbelein, Ulrike Bunz, Gerhard Hillmer

(Organisationale) Veränderungs-prozesse und Dialog

Frontmatter

Plädoyer für einen nachhaltigen Dialog in behördlichen Transformationsprozessen

Zusammenfassung
In Transformationsprozessen im behördlichen Umfeld wird eine eigene Form des „Dialogs“ gepflegt. Er ist vorgeprägt durch die politischhistorisch gewachsene Hierarchiekultur und klassische Verständnisse von Strategie und Ordnung in langen Zyklen (vgl. Hill 2017b, S.2). Entsprechend schwach ausgeprägt ist eine Kultur der internen Kommunikation, die den Anforderungen der VUCA-Welt (VUCA = Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity) nicht gerecht werden kann. Deshalb wird nach einer neuen Form des Dialogs gesucht, der eine nachhaltige Transformation und Wertsteigerung ermöglicht. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Beitrag das Verständnis eines „nachhaltigen Dialogs“ definiert. Dann werden die wesentlichen mentalen Modelle der Führenden aufgezeigt, um zu prüfen, ob die Voraussetzungen für nachhaltige Dialoge zur nachhaltiger Wertsteigerung erfüllt sind. Wie die Ergebnisse zeigen, brauchen die Führenden ein neues Denken und eine neue Haltung (Habitus als implizites praktisches Wissen), um nachhaltige Dialoge zu führen. Zugleich soll der Frage nachgegangen werden, wie qualitative Forschung neue Dialogformate nutzen kann, die nicht nur der Erhebung von Wissen, sondern auch der Veränderung von Organisationen dienen.
Edith Münch

Bemerkungen zum Beitrag von Sprach- und Dialogkonzeptionen zur qualitativen Forschung und zum sozialen Veränderungslernen

Zusammenfassung
Es werden unterschiedliche Sprach- und Dialogkonzeptionen auf ihren Erkenntniswert für die qualitative Erhebung von verbalen Daten mit Hilfe von Interviews und Gruppengesprächen befragt. Ausgehend vom Plädoyer Arnulf Deppermanns, Interviews als Interaktionsereignisse aufzufassen, wird anhand der Übereinstimmungen zwischen Autoren, die Dialoge als Mittel individuellen und sozialen Veränderungslernens auffassen, der Handlungscharakter von Dialogen betont, die mit Brodbeck unter bestimmten Gelingensbedingungen auch als ins Sprechen verlegte Handlungsgemeinschaften angesehen werden können. Es wird vorgeschlagen, bei qualitativen Erhebungen auch die Tiefenstrukturen des Sprechens stärker und systematischer zu erfassen. Anhand der zur Sprache kommenden Wissensarten und der Konsistenz von Aussagen (Hypergestalten) erscheint es möglich, die Veränderungsqualität und das Veränderungspotenzial von Interviews und Gesprächen messbar zu machen.
Helmut Ebert

Gabek als Methode der Wissenskonstruktion

Zusammenfassung
Gabek wird meist als Methode der Erkenntnisgewinnung diskutiert, nur handelt es sich hier um Erkenntnis erster Ordnung, d.h. die Gewinnung von Erkenntnissen über Meinungen, Einstellungen und Annahmen einer Gruppe von Probanden. Hier wird jedoch die Frage gestellt, ob Gabek und dessen Softwareumsetzung durch Winrelan nicht geeignet ist, Erkenntnisse zweiter Ordnung zu gewinnen, nicht als Wissen über Meinungen, sondern Wissen über Wissen, also ob es eine epistemologische Anwendung von Gabek gibt, die bisher wenig exploriert wurde. Diese Frage wird zur laufenden erkenntnistheoretischen und wahrheitstheoretischen Diskussion in Bezug gestellt.
Philip Herdina

Entscheidungsprozesse durch Dialoge

Frontmatter

Trans- und Interdisziplinäre Forschungsansätze in der Gesundheitsförderung

Zusammenfassung
Die Vielfalt an Gesundheitsdeterminanten in Verbindung mit dem lebenswelt-orientierten Ansatz der Gesundheitsförderung (Ottawa-Charta 1986) und dem Anspruch, die Kontrolle des Individuums über eben diese Determinanten zu erhöhen (Bangkok Charta, 2005), stellen die Gesundheitsförderung vor die Herausforderung sich intensiv mit Bereichen auseinanderzusetzen, die traditionellerweise nicht im Gesundheitssektor liegen. Um dennoch effektive Maßnahmen zu entwickeln, ist ein intensiver trans- und interdisziplinärer Austausch essentiell. Qualitative Forschungsmethoden können solche Prozesse unterstützen.
Der folgende Beitrag basiert auf den Forschungserfahrungen im Rahmen der Juniorforschungsgruppe „Stadt als gesunder Lebensort unabhängig von sozialer Ungleichheit“ (JUFO SALUS) im Zeitraum 2013 bis 2018. Der Fokus der Juniorforschergruppe lag auf der integrierten Betrachtung von Effekten salutogener wie pathogener Einzelfaktoren auf den Menschen unter Berücksichtigung sozialer Ungleichheit im urbanen Raum. Insgesamt wurden in diesem Rahmen fünf Dissertationen aus unterschiedlichen Disziplinen bearbeitet. Eine dieser Dissertationen „Partizipation im Wohnumfeld. Benachteiligungsaspekte bei der Teilhabe von sozial benachteiligten Menschen mit Migrationshintergrund an der Gestaltung ihres Wohnumfeldes aus Public Health Perspektive“ (Hemetek, 2019) stellt die Grundlage für den folgenden Beitrag dar. Dabei geht es nicht primär um die Darstellung der Forschungsergebnisse, sondern insbesondere um die Darstellung der Trans- und Interdisziplinären Forschungsansätze, die durch die Einbettung in die Jufo Salus ermöglicht wurden.
Ursula Hemetek

Ablauf von Zielvereinbarungsdialogen in der stationären kardiologischen Rehabilitation – Status quo zur aktiven PatientInnenbeteiligung aus Sicht der Behandelten und Behandelnden

Zusammenfassung
Trotz der besonderen Rolle, die Zielvereinbarungsdialogen in der medizinischen Rehabilitation zugewiesen wird, werden Optimierungspotenziale indikationsübergreifend schon seit geraumer Zeit diskutiert. Im Sinne der Steigerung der PatientInnenorientierung generiert diese qualitative Studie Einblick in Einstellungen und Meinungen von Rehabilitationskliniken, Behandlerinnen und Behandlern sowie Rehabilitandinnen und Rehabilitanden zur konzeptionellen Verankerung und Umsetzung von Zielvereinbarungsdialogen in der stationären kardiologischen Rehabilitation. Die Ergebnisse ermöglichen es, vorhandenen Schulungsbedarf auf der Seite der Behandelnden und Behandelten aufzuzeigen und daraus Verbesserungen des Status von Zielvereinbarungsdialogen in der kardiologischen Rehabilitation abzuleiten.
Valentina Mitgutsch, Harald Stummer

Identifizierung relevanter Erfolgsfaktoren für die klinische Pharmazie im Krankenhaus mittels adaptiertem Analytic Hierarchy Process (aAHP)

Zusammenfassung
Die Arzneimittelversorgung in Krankenhäusern im deutschsprachigen Raum weist teilweise unzureichende strukturelle und prozessuale Merkmale hinsichtlich Versorgungsqualität und Versorgungssicherheit auf. Ziel ist es daher, lösungs- und patientenorientierte Maßnahmen zu entwickeln, die sowohl die patientenbezogenen Anforderungen als auch die medizinische, pflegerische und therapeutische sowie die wirtschaftliche Perspektive berücksichtigen. Es stellt sich die Frage: Welche relevanten und strategischen Einfluss- und Erfolgsfaktoren zur optimierten Gestaltung der inhouse Arzneimittelversorgung und Klinischen Pharmazie im Krankenhaus können mittels eines adaptierten Analytic Hierarchy Process (aAHP) identifiziert und priorisiert werden? Mittels eines adaptierten aAHP wurden die Arzneimittelversorgung und Klinische Pharmazie in Krankenhäusern im deutschsprachigen Raum erforscht. Hierbei wurden subjektive Experten- und Anwenderprioritäten erhoben, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge visualisiert, ein erweiterter Erfolgskreislauf entwickelt und relevante Steuerungshebel mittels Paarvergleichsmatrix und Effektivitätsfront identifiziert. Hieraus ergeben sich die relevanten Stellhebel Kommunikation, Koordination und Controlling für eine zielgerichtete Entwicklung und Optimierung des komplexen Systems der Arzneimittelversorgung und Klinische Pharmazie im Krankenhaus. Diese identifizierten Stellhebel gilt es, im Weiteren gezielt konzeptionell und operativ zu bearbeiten. Hierzu bietet sich ein integriertes Konzept und eine abgestufte Roadmap an, welche neben innovativen Logistikinstrumenten auch spezielle Kommunikationsansätze sowie interprofessionelles Wissensmanagement umfassen.
Johannes Kriegel

Die Festlegung von qualitativen Entscheidungskriterien mit GABEK® am Beispiel von Kinderliteratur

Zusammenfassung
Problemstellung - Wenn wir ein Produkt oder eine Dienstleistung aus einer Reihe von Alternativen auswählen sollen, benötigen wir Entscheidungskriterien. Es handelt sich um Merkmale des Produkts, die beobachtbar (1) und für den Gebrauch bedeutsam (2) sind. Es genügt nicht zu sagen, wir wollen ein „gutes“ oder „fehlerfreies“ Produkt auswählen. Vielmehr muss es möglich sein, problemlos festzustellen, ob die entsprechende Qualität gegeben ist oder nicht. Die Merkmale müssen also entscheidbar sein. Da Qualitätsmerkmale in verschiedener Ausprägung gegeben sein können, sollte es außerdem möglich sein, für jedes Paar von Produkten dasjenige zu wählen, das ein Kriterium in höherem Ausmaß erfüllt (3). Damit sollte entscheidbar sein, welches Produkt als bestes gewählt werden kann.
Barbara Zelger, Simone Stefan

Wie das qualitative Verfahren GABEK® in einer Organisation zum Erfolg von KI-Projekten führt

Zusammenfassung
Im Wesentlichen sehe ich GABEK® als ein Verfahren, das einen weiteren Kontext um spezielle Problemlösungen sichtbar macht. GABEK® (Ganzheitliche Bewältigung von Komplexität) liefert eine Sicht auf die Umgebung von Problemen. Es bietet eine ergänzende Übersicht über ein größeres Ganzes, etwa die Meinungslandschaft rund um unsere individuellen Überzeugungen. Damit kann GABEK® auf potentielle Irrwege aufmerksam machen oder neue Wege aufzeigen. Kann GABEK® auch etwas beitragen, wenn wir spezielle Aufgaben durch neuronale Netze lösen wollen?
Josef Zelger
Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise