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Über dieses Buch

Szenen wie Punk, Hardcore und HipHop sind maßgebliche Sozialisationsinstanzen für Jugendliche und juvenile Erwachsene. Die dem Band zugrunde liegende projektbasierte Studie legt den Fokus vor allem auf das forschungsintern stark vernachlässigte Szenemedium „Fanzine“ (Amalgam aus „Fan“ und „Magazine“). Diese oft als bricolageartige DIY-Publikation von Fans für Fans realisierten „Zines“, dokumentieren wichtige Szeneorientierungen, die einer tendenziell interview- und ethnografielastigen Szenenforschung zu entgehen drohen. Erstmalig in diesem Umfang und aus Perspektiven der Soziologie, Psychologie, Erziehungswissenschaft und Geschlechterforschung werden die Inszenierungen von Zugehörigkeit, Jugend(lichkeit), des Politischen und des Geschlechts in Untergrundmedien umfassend und interdisziplinär analysiert.

Die HerausgeberDem Forschungsverbund Techniken jugendlicher Bricolage "JuBri" gehören an: Tim Böder, Julia Chaker, Marc Dietrich, Paul Eisewicht, Melanie Groß, Ronald Hitzler, Günter Mey, Arne Niederbacher, Nicole Pfaff, Christian Schmidt, Christin Scheurer, Almut Sülzle, Anja Thieme und Christiane Wehr.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Szeneeinstieg

Frontmatter

Forschen mit Fanzines

Forschen mit und über Fanzines ist ein weites und vielversprechendes Feld innerhalb der Jugendkulturforschung. Der Artikel gibt eine Einführung sowohl in Forschung mit Fanzines, also die Verwendung von Fanzines als wissenschaftliche Quelle, als auch in Forschung über Fanzines, bei der die Fanzines selbst, ihre Herstellung, Nutzung und Bedeutung zum Gegenstand der Forschung werden.
Almut Sülzle

Wie Zeitschriften, nur anders!

Fanzines als Medien der Bricolage
Eine Bestimmung des Mediums Fanzine ist nur dann brauchbar, wenn sie dessen Wandelbarkeit und kontinuierlichen Fluchtversuche vor einer eindeutigen Kategorisierung von Beginn an berücksichtigt. Aber ist unter diesen Umständen eine abschließende Definition oder auch nur eine scharfe Abgrenzung von anderen Medien überhaupt möglich? Dieser Beitrag schlägt vor, Fanzines als Medien der Bricolage zu verstehen – und zwar im doppelten Sinne: einer Bricolage von Medieninhalten und einer Bricolage von Medienformen. Anschließend wird dieser Vorschlag am Beispiel von Fanzines aus unterschiedlichen Szenen, zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten auf ihre Anwendbarkeit überprüft.
Christian Schmidt

In der Szene: Ergebnisbeiträge

Frontmatter

Inszenierung von Jugend(lichkeit) und Generation(alität)

Entwicklungspsychologische Perspektiven auf Szenen
Der Beitrag basiert auf einer dreijährigen Studie zu Szene-Printmedien im Punk und in der Skinheadszene anhand derer wir kulturelle Selbstbeschreibungen rekonstruiert und szenespezifische Konzepte zu Jugend(lichkeit) und Generation( alität) herausgearbeitet haben. Wir zeigen u. a., dass die Kopräsenz und kritischen Aushandlungen verschiedener Generationen in Szenen zu deren Dynamik und Statik beiträgt und Alter dabei als Kategorie zur Adressierung wechselseitiger generationaler Kritik fungiert.
Marc Dietrich, Günter Mey

Zines als mediales Gedächtnis für politische Projekte in Szenen?

Der Beitrag beschreibt Zines als Dokumente von Praktiken der Auseinandersetzung mit Utopien in Szenen. Mit dem Verweis auf die sozialstrukturelle Verankerung von Szenen in ihrer Entstehungsphase sind Projekte der Emanzipation und Gesellschaftskritik verbunden, zu denen sich Akteur*innen in Szenen in Zines in ein Verhältnis setzen. Es zeigen sich Formen der Übernahme, der Umdeutung, aber auch der Distanzierung von den über Entstehungsnarrative vermittelten Utopien.
Tim Böder, Nicolle Pfaff

Grenzüberschreitungen

Inszenierungen von Geschlecht im Punk/Hardcore – eine intersektionale Analyse
In diesem Beitrag fassen wir die Ergebnisse unseres Teilprojektes „Inszenierungen von Geschlecht“ zusammen. Wir zeigen ausgehend von jugendkulturellen Selbstdarstellungen, wie in materialen Objekten aus dem Bereich des Punk und Hardcore durch Praktiken der Bricolage Geschlechtsidentität verhandelt wird und wie diese intersektional mit weiteren Differenzkategorien (Klasse, Körper, race) in Wechselwirkung verbunden ist. Anhand von Musterbildung und Beispielabbildungen veranschaulichen wir, wie die repräsentative Ebene der Dinge in Form von Artefakten die Bedeutungen von Kategorien verändern kann, um auf diese Weise zu einem gesellschaftlichen Wandel in Bezug auf Identifizierungsweisen und symbolische Ordnungen beizutragen.
Melanie Groß, Christiane Wehr

Inszenierung von Zugehörigkeit – eine ethnografische Perspektive

Die Zugehörigkeit zu (Jugend-)Szenen gründet sich nicht in sozialstrukturell vorgegebenen Gemeinsamkeiten zwischen Menschen, wie z. B. Geschlecht, Alter oder Bildung, sondern in der geteilten Begeisterung für szenespezifische Themen und Aktivitäten. Die Zugehörigkeit zu derart interessengeleiteten Gesellungsgebilden kann jedoch nicht einfach an Menschen abgelesen werden. Vielmehr müssen diese Zugehörigkeiten materiell hergestellt und füreinander angezeigt werden. Im ersten Teil unseres Beitrags befassen wir uns mit der gegenwartsgesellschaftlich gesteigerten Notwendigkeit der Inszenierung von Zugehörigkeit und mit dem methodischen Zugang zur Rekonstruktion der Inszenierungslogiken in Szenen.
Im Zuge unserer Forschung konnten drei Modi der Zugehörigkeitsanzeige rekonstruiert werden, welche im zweiten Teil des Beitrags vorgestellt werden. Dabei handelt es sich um die Anzeige der Demonstration von Befähigung, um die Anzeige von Bereitschaft sowie um die stilistische Konventionalisierung. Damit soll ein einen Beitrag zur differenzierten Analyse von Szenen geleistet werden.
Paul Eisewicht, Pao Nowodworski, Christin Scheurer, Nico Steinmann

Streifzug durch die Szene: Szeneforschung aus teilprojektübergreifender Perspektive

Frontmatter

„Hardcore bleibt Nazi-frei!“

Konstruktionen von Differenz als politische Positionierungen
In einem themen- und methodenübergreifenden Zugriff rekonstruiert der Beitrag die Herstellung und Verhältnissetzung sozialer Differenzlinien. Über die Rekonstruktion eines ausgewählten Printdokuments aus der Hardcore-Szene fragen die Analysen nach der Bedeutung von Differenzkonstruktionen als Element politischer Positionierung von Szenen.
Tim Böder, Melanie Groß, Nicolle Pfaff, Christiane Wehr

Können Frauen Kleiderständer sein?

Der Mythos der Begleiterin am Beispiel der beiden Szenen Fußball und Hardcore
Der Beitrag beleuchtet aus genderkritischer Perspektive zwei weibliche Figuren, die angeblich am Rand stehen: den ‚coatrack‘ der Hardcoreszene und die ‚Begleiterin‘ im Fußball. Es wird gezeigt, dass es sich um klischeebasierte Grenzziehungen handelt, welche Funktion die Grenzziehung hat und wie die so bestimmten Grenzen überschritten werden (können).
Almut Sülzle, Christiane Wehr

Bestandsaufnahme von Szenemedien: Zines aus archiv- und bibliothekswissenschaftlicher Sicht

Frontmatter

Zines – Rebellen der Archivierung

Zines sind ‚Rebellen‘ der Medienwelt. Durch ihre Vielfalt in Entstehung, Form, Inhalt sowie die besondere (Nicht-)Verortung in der Medienwelt und die Vernetztheit vieler Zine-Macher_innen entstehen besondere Herausforderungen bei der Katalogisierung und Kategorisierung in Archiven und Bibliotheken. Das Archiv der Jugendkulturen hat für die Erfassung und Erschließung von Zines in einer Datenbank Lösungen erarbeitet und erprobt, die sowohl dem rebellischen Charakter von Zines wie auch den nicht selten korsetthaften Strukturen von Datenbanken Rechnung tragen. An ausgewählten Beispielen werden Lösungen näher besprochen.
Julia Chaker, Anja Thieme
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