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03.07.2024 | Talentmanagement | Gastbeitrag | Online-Artikel

Starre Präsenzmodelle sind nicht mehr zeitgemäß

verfasst von: Goran Barić

2:30 Min. Lesedauer

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In einer Zeit, in der sich Arbeitsbedingungen rasant verändern, stellt die Gewinnung und Bindung talentierter Mitarbeiter eine zentrale Herausforderung für Unternehmen in Deutschland dar. Eine kürzlich veröffentlichte Talent-Trends-Studie beleuchtet die aktuellen Erwartungen der Arbeitnehmer.

Die Anforderungen der Arbeitnehmer haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. Die aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Unlimited untermauert, dass flexible Arbeitszeiten und hybride Arbeitsmodelle nicht mehr nur attraktive Zusatzangebote, sondern zentrale Anforderungen der Mitarbeiter sind. Unternehmen, die auf starre Präsenzpflichten setzen, riskieren damit, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren. In Zahlen: 53 Prozent der Befragten, die aufgrund geänderter Unternehmensrichtlinien vermehrt im Büro arbeiten müssen, denken aktuell ganz konkret über einen Jobwechsel nach. Männer sind dabei übrigens eher bereit, sich in den nächsten sechs Monaten einen neuen Job zu suchen.

Interessanterweise sehen junge Menschen in Präsenzarbeit jedoch oft Chancen für einen zusätzlichen Karriereschub. 21 Prozent der 20- bis 30-Jährigen bevorzugen die Arbeit vor Ort, dem gegenüber nur 12 Prozent der über 50-Jährigen. Unternehmen sollten somit auf flexible Modelle setzen. So können sie auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen und ein attraktives Arbeitsumfeld schaffen, das ein qualifiziertes Kollegium langfristig bindet.

Erst zwei von fünf Unternehmen in Deutschland erkennen flexible Arbeitsmodelle bereits als einen wichtigen Aspekt für das Halten bestehender Fachkräfte an. Ähnliches gilt auch für das Recruiting neuer Talente, wie die erwähnte Studie im Auftrag der Pagegroup zeigt. Flexibilität ist dabei nicht nur ein entscheidender Faktor für die Mitarbeiterzufriedenheit, sondern trägt auch maßgeblich zur Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber insgesamt bei.

Balance statt Beförderung

Ein besonders wichtiger Aspekt für viele Arbeitnehmer ist zudem das persönliche Wohlbefinden. 64 Prozent der Angestellten in Deutschland sind bereit, eine Beförderung abzulehnen, wenn diese zu Lasten ihrer Work-Life-Balance geht. Der Trend ist hierzulande im Übrigen stärker ausgeprägt als im europäischen Durchschnitt. Das zeigt, dass der Fokus auf eine ausgeglichene Lebensgestaltung und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben als besonders wichtig zu werten ist. Arbeitgeber, die diese Bedürfnisse ignorieren, laufen ebenfalls Gefahr, wertvolle Talente zu verlieren.

Gleichzeitig gilt es, Maßnahmen zur Steigerung von Komfort und Flexibilität so zu gestalten, dass die Produktivität des Unternehmens nicht darunter leidet. Die Herausforderung besteht also vor allem darin, die Bedürfnisse der Mitarbeiter mit den wirtschaftlichen Zielen des Unternehmens in Einklang zu bringen. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Punkt für Human Resources (HR) ist aktuell das Thema "Inklusion am Arbeitsplatz". Nur 13 Prozent der Befragten empfinden ihren Arbeitsplatz aktuell als wirklich inklusiv. Die Studie zeigt, dass insbesondere Arbeitnehmer über 50 häufig Altersdiskriminierung erleben, was die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Förderung einer vielfältigen und integrativen Unternehmenskultur unterstreicht.

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