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01.11.2018 | Teambuilding | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Mitarbeiter der Ablenkungsfalle entgehen

Autor:
Andrea Amerland

Arbeitgeber pochen in Deutschland noch immer auf das Präsenzarbeiten im Büro. Dabei sind Mitarbeiter dort vielen Störquellen wie Lärm und ständigen Unterbrechungen ausgesetzt. Achtsamkeit im Team kann Abhilfe leisten und die Arbeitsleistung verbessern.

Das Telefon klingelt ununterbrochen, das E-Mail-Postfach wird geflutet und beides hält Mitarbeiter von ihrer eigentlichen Arbeit ab. All das ist bereits anstrengend genug. Schließlich ist bekannt, das ständige Unterbrechungen auf der Arbeit zu den größten Stressoren gehören. Die größte Ablenkungsquelle am Arbeitsplatz ist allerdings eine andere. 

Am meisten stehlen nämlich geschwätzige Kollegen die Zeit. Das geht aus einer Studie der Lernplattform Udemy hervor. Laut "2018 Workplace Distraction Report" (PDF), für den mehr als 1.000 Vollzeitkräfte in den USA befragt wurden, gaben vier von fünf Befragten an, dass die lieben Kollegen der größte Konzentrations- und Zeitfresser sind.  

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Ständige Ablenkung stresst

Auf Platz zwei der größten Störungsquellen am Arbeitsplatz landet der Studie zufolge der hohe Lärmpegel im Büro, durch den sich 70 Prozent der befragten Arbeitnehmer gestört fühlen. Lediglich bei den Millennials (zwischen 1980 und 2000 Geborene) rangiert das private Smartphone auf dem zweiten Platz der größten Ablenkungen (69 Prozent). 

Für alle Altersgruppen gilt jedoch, dass ständige Ablenkung zu Stress führt, der Mitarbeiter frustriert und demotiviert. So haben 54 Prozent aller Befragten das Gefühl, nicht so viel zu leisten, wie sie eigentlich könnten. Die Hälfte klagt darüber, das die Störquellen auf der Arbeit sie deutlich unproduktiver machen. 

Welche Maßnahmen gegen Störungen helfen können

Einige der befragten Arbeitnehmer versuchen selbst gegenzusteuern. Sie hören Musik, meditieren oder entspannen sich auf andere Art und Weise (30 Prozent). Rund ein Viertel (26 Prozent) versucht auf einfachere Aufgaben auszuweichen, die weniger Konzentration erfordern.  

Doch letztendlich wünschen sich 38 Prozent ausgewiesene Ruhezonen im Büro. 40 Prozent würden gerne ins Homeoffice ausweichen oder durch flexiblere Arbeitszeiten entfliehen, um konzentriert arbeiten zu können. Trainingsangebote, um die Resilienz und Konzentration zu fördern, befürworten 37 Prozent. 31 Prozent fordern strengere Verhaltensregeln, um den Lärmpegel einzuschränken. Und rund ein Viertel plädiert für meetingfreie Tage, da auch diese den Arbeitsfluss unterbrechen.

Arbeitgeber müssen Arbeitsbedingungen verbessern

Mit anderen Worten: Arbeitgeber sind aufgefordert, die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz zu verbessern, damit ihre Angestellten weniger durch Lärm oder Kollegen gestört und gestresst werden. Doch wie kann das in der Praxis aussehen? Einen möglichen Weg beschreibt die Zeitschrift "Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift für Angewandte Organisationspsychologie (GIO)". Darin skizziert ein Autorenteam, wie "Achtsamkeit im Team" entwickelt werden kann. Sie gehen dabei davon aus, dass eine kollektive Achtsamkeit möglich ist, die das Wohlbefinden und die Arbeitsleistung verbessern. Sie definieren diese "Collective mindfulness" wie folgt:

Collective mindfulness, also called organizational mindfulness, refers to a elevated state of awareness of expectations, a nuanced appreciation of the specific context, and an alertness to potentially significant changes in the face of new and unprecedented situations". Seite 116)

Kollektive Achtsamkeit verbessert Teamresilienz

Um die kollektive Achtsamkeit zu verbessern, empfehlen die GIO-Autoren, einen Fragebogen zur Messung der Achtsamkeit im Team zu entwickeln. Darin sollte auf jeden Fall abgefragt werden, etwa in Form von Interviews, ob folgende fünf Faktoren ausreichen, um die Achtsamkeit abzubilden:

  1. Konzentration auf Fehler beziehungsweise Umgang mir Fehlern
  2. Werden vereinfachende Interpretationen hinterfragt (vereinfachte Weltsicht vermeiden, Perspektivenvielfalt)
  3. Wie sensibel ist das Team für betriebliche Abläufe?, 
  4. Strebt das Team nach Resilienz/Flexibilität?
  5. Wird fachliches Wissen akzeptiert?

Dabei ist auch zu klären, wie wichtig die einzelnen Faktoren für die jeweiligen Teams sind. Aus den Fragebogenergebnissen können Maßnahmen abgeleitet werden, um die verschiedenen Faktoren der Achtsamkeit im Team zu stärken. Ein Vorher-Nachhervergleich zeigt, ob die Maßnahmen zum gewünschten Ergebnis geführt haben. 

Doch auch jeder einzelne kann Achtsamkeit üben, so Springer-Autor Martin-Niels Däfler. Dazu gehört nicht nur, seine Wahrnehmung für den Augenblick zu verfeinern, sondern auch Multitasking zu vermeiden. Mitunter ist es auch hilfreich, Routinen zu durchbrechen und zwischendurch eine kurze Achtsamkeits-Meditation zu machen, so Däfler (Seite 9 ff.). 

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