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Über dieses Buch

Das Anliegen dieses Buches ist es, die Lücke mangelnden Technikbezugs in der Sozial- und Gesellschaftstheorie zu füllen. Dazu werden mit Bezug auf Technik-, Medien-, Symbol- und Interaktionstheorien und speziell Ansätze der Praxistheorie von Dewey, Mead, Joas und Giddens konzeptuelle Vorschläge gemacht. An Beispielen wird gezeigt, wie mit diesen Konzepten der Technisierung, der soziotechnischen Konstellation und der hybriden Handlungsträgerschaft von Mensch, Maschine und Programm die Soziologie für die Analyse von Interaktivitäten mit Softwareagenten und Suchmaschinen, mit Robotern und autonomen Fahrzeugen fit gemacht werden kann. Wegen der Synthese techniksoziologischen Wissens kann es auch als Einführung in die Techniksoziologie für Fortgeschrittene und Interessierte anderer Fächer gelesen werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Technik

Frontmatter

Chapter 1. Technik, Handeln und Sozialstruktur

Eine Einführung in die Soziologie der Technik
Zusammenfassung
Dieser Beitrag führt systematisch und exemplarisch in die soziologische Analyse von Technik, technikbezogenem Handeln und Technostrukturen der Gesellschaft ein. Themen sind die Technisierung im Alltag, die begriffliche Bestimmung der Technik und der technische Wandel in der Gesellschaft. Behandelt werden die verschiedenen Perspektiven der Techniksoziologie: (1) die technikdeterministische mit Blick auf die Folgen der Techniken für die Gesellschaft; (2) die sozialkonstruktivistische mit Betonung von sozialer Genese und Gestaltung von Technikprojekten; (3) die eines nicht-dualistischen Technopragmatismus, der sich für Praktiken der Herstellung technischer Sozialformen und für die gerahmten und gefestigten Interaktivitäten in soziotechnischen Konstellationen interessiert. Die Erkenntnisse der sozialwissenschaftlichen Technikforschung werden in Thesen und Regeln zusammengefasst und anhand vieler Fallstudien und Alltagsbeispiele veranschaulicht.
Werner Rammert

Chapter 2. Die technische Konstruktion als Teil der gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit

Zusammenfassung
In diesem sozialtheoretischen Beitrag wird in engem Dialog mit Berger/Luckmanns Klassiker aufgezeigt, dass trotz der Grundlegung der Soziologie auf subjektiv gemeinten Sinn, auf symbolischer Interaktion, auf Intersubjektivität oder auf selbstprozessierten Sinnselektionen der Anteil und die Teilnahme technischer Instanzen an der gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit nicht automatisch ausgeschlossen sind. In Analogie zu Sprechhandlungen und Sprache werden Wirkhandlungen der Technisierung und Technostrukturen als soziale Prozesse und deren Objektivierungen vorgestellt: Das technikbezogene Handeln (Verwenden, Herstellen, Operieren lassen) wird als Teil der Lebenswelt und besonderer Typ sozialen Handelns entwickelt. Die Herausbildung von Technostrukturen wird nach dem Muster von Institutionalisierungsprozessen begriffen.
Werner Rammert

Chapter 3. Die Form der Technik und die Differenz der Medien

Auf dem Weg zu einer pragmatistischen Techniktheorie
Zusammenfassung
In diesem Beitrag werden instrumentalistische und substantialistische Technikauffassungen durch einen relationalen und zweistufigen Technikbegriff abgelöst: Er beruht auf einer prozessualen Sicht auf die Technisierung und einer Form/Medium-Differenz. Im Dialog mit Dewey, Heidegger, Cassirer, Blumenberg und Luhmann werden (1) Technisierung als eine besondere Form der praktischen Herstellung von anderem Sinn entlasteter und nur erwünschte Wirkung verlässlich erzielender Schemata und (2) als gefestigte Konstellationen von Trägermedien begriffen, in welchen die effektiven Formen verkörperlicht (Organbewegungen), versachlicht (physische Artefakte) und eingeschrieben (Zeichensysteme) sind. Damit werden die Voraussetzungen für eine soziologische Analyse von Praktiken der Technisierung von Entwicklern und Nutzern und von neuen und komplexen Technik- und Medienkonstellationen geschaffen.
Werner Rammert

Chapter 4. Weder festes Faktum noch kontingentes Konstrukt: Natur als Produkt experimenteller Interaktivität

Zusammenfassung
Gegenwärtig werden Naturauffassungen wieder kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite wird Natur als Menge von Tatsachen und fest gegebenen Beziehungen angesehen. Diese moderne Naturauffassung impliziert eine Asymmetrie zwischen den objektiven Fakten der Naturwissenschaften und den subjektiven Fiktionen anderer Sichtweisen. Auf der anderen Seite wird von den neueren sozialen Bewegungen und von der neuen Wissenschafts- und Technikforschung Natur zunehmend als kulturelles Konstrukt hingestellt. Vor allem die konstruktivistische Laborforschung hat aufgezeigt, wie wissenschaftliche Tatsachen und Gegenstände – wie andere Dinge des täglichen Lebens auch – sozial konstruiert werden. Beide Auffassungen, der wissenschaftliche Realismus und der kulturelle Konstruktivismus, sind in einem argumentativen Teufelskreis gefangen. Es wird anhand der Zirkularitäten von Natur und Kultur, von Subjekt und Objekt und von Alltags- und Wissenschaftsobjekten vorgeführt, wie die angesprochenen Probleme mit Hilfe eines relationalen Pragmatismus überwunden werden können. Dazu wird das Konzept der „experimentellen Interaktivität“ eingeführt. Mit ihm wird die besondere Weise gekennzeichnet, wie Beziehungen zwischen Subjekten und Objekten, zwischen menschlicher und nichtmenschlicher Natur, hergestellt werden. Die Vorteile dieser pragmatistischen Naturauffassung werden anschließend am Beispiel einer ethnografischen Studie illustriert, die von unterschiedlichen Erfahrungs- und Wissenskulturen westlicher Wasserbauingenieure und Flussinselbewohner in Bangladesch handelt. Beide Gruppen sehen sich mit einer unberechenbaren Natur konfrontiert, wie sie die ständigen Umbettungen und Überflutungen des Brahmaputra darstellen.
Werner Rammert

Handeln

Frontmatter

Chapter 5. Technik als verteilte Aktion

Wie technisches Wirken als Agentur in hybriden Aktionszusammenhängen gedeutet werden kann
Zusammenfassung
Neben der theoretischen Deutung der Technik als sachliches Artefakt oder als kulturelles Schema wird der pragmatische Aspekt hervorgehoben: Moderne Technologie gewinnt durch ihre Performanz als Agentur („agency“) und durch die interaktive Verkopplung in einer hybriden Konstellation verteilter Aktivitäten („distributed action“) aus Menschen, Maschinen und Zeichen eine neue Qualität. Anhand von kooperierenden Robotern, Multiagenten-Systemen und vernetzten heterogenen Systemen des Fliegens wird demonstriert, wie Technik in „Aktion“ gegenüber der Umwelt, in „Interaktion“ mit anderen technischen Elementen und in „Interaktivität“ mit personalen und sozialen Systemen beobachtet und gedeutet werden kann. Gegenüber Günter Ropohls Modell „soziotechnischer Systeme“ und Bruno Latours politischer Philosophie der „Aktor-Netzwerke“ wird ein pragmatisch-analytisches Konzept verteilter Aktion und Interaktivitäten in soziotechnischen Konstellationen entworfen. Es geht davon aus, dass Handlung und Technik jeweils nur in Zusammenhängen emergieren, Technisierung ein projektiertes Schema ist, das in unterschiedlichen Trägermedien (Sachen, Menschen, Zeichen) geformt und gefestigt werden kann, und dass avancierte moderne Technologien zunehmend durch die Verteiltheit der Aktion auf viele und heterogene Instanzen sowie durch gerahmte interaktive Formen statt sequentiell oder hierarchisch integrierte Abläufe gekennzeichnet sind.
Werner Rammert

Chapter 6. Technik und Handeln

Wenn soziales Handeln sich auf menschliches Verhalten und technische Abläufe verteilt
Zusammenfassung
In diesem Beitrag werden das gradualistische Konzept des Handelns und die Theorie verteilten Handelns systematisch entwickelt und begründet. Die Gradualisierung des Handelns unterscheidet a) nach den Ebenen der Kausalität (verändernde Wirksamkeit), der Kontingenz (Auch-anders-handeln-Können) und der Intentionalität (intentionale Erklärung) und b) nach Graden der Intensität von Handlungsträgerschaft („agency“). Dadurch ermöglicht es, ohne normative Vorverständnisse das Verhalten von Menschen, Tieren und technischen Systemen in bestimmten Situationen auf das jeweilige Handlungsvermögen hin empirisch zu bestimmen und vergleichend zu untersuchen. Gegenüber dualistischen Konzepten von bewusstem menschlichen Handeln und bloß funktionierenden Maschinen und dem monistischen Konzept der Aktor-Netzwerk-Theorie öffnet die pragmatistische Theorie verteilten Handelns eine Perspektive, die Interaktionen und Interaktivitäten zwischen heterogenen Agenten in gemischten kollektiven Handlungskonstellationen auf verschiedene Grade von Autonomie und Kontrolle hin zu erforschen.
Werner Rammert

Chapter 7. Verteilte Intelligenz im Verkehrssystem

Interaktivitäten zwischen Fahrer, Fahrzeug und Umwelt
Zusammenfassung
„Intelligente Mobilität“ ist nicht nur ein Thema für die technische Verkehrswissenschaft und die Fahrzeugmechatronik, sondern auch für die Soziologie und Sozionik verteilten Verhaltens in gemischten Konstellationen. Sie ist keine Frage des Einsatzes von einzelnen Techniken (Tempomat oder Autopilot), auch nicht nur eine Frage der optimalen Gestaltung von rein technischen Systemen (der Assistenz oder automatischen Verkehrssteuerung). Sie hat es ebenso mit Fragen der Mensch-Technik-Interaktivitäten und der Interaktionen zwischen Verkehrsteilnehmern zu tun. Das setzt zunächst ein umfassenderes, Mensch und Maschine einschließendes Verständnis von „verteilter Intelligenz“ voraus: Initiative und Ausführung sind dabei auf die verschiedenen Instanzen von Fahrer, Fahrzeug und technischen Systemen in der Umwelt verteilt. Das verlangt zudem eine Auffassung von „interaktiver Intelligenz“: Das kollektive und aggregierte Verkehrsverhalten entsteht erst aus den mehr oder weniger fest erwartbaren Wechselbeziehungen zwischen menschlichen, sachlichen und informatorischen Elementen und muss immer wieder neu im praktischen und situativen Handlungsvollzug hergestellt werden.
Werner Rammert

Chapter 8. Gestörter Blickwechsel durch Videoüberwachung?

Ambivalenzen und Asymmetrien soziotechnischer Beobachtungsordnungen
Zusammenfassung
Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich mit der Technisierung der Überwachung durch Videokameras die gesellschaftlichen Sehordnungen verändern. Es werden die grob verallgemeinerten Annahmen einer zentrierten und panoptischen „Überwachungsgesellschaft“ mit Hilfe pragmatistischer Interaktions- und pluraler Öffentlichkeitstheorie und technografischer Mikroanalyse der soziotechischen Konstellationen korrigiert. Kernpunkte der Argumentation sind (1) die grundsätzliche „Ambivalenz“ des Sehens als schützende und zugleich kontrollierende Praxis gegenüber einer angenommenen Eindeutigkeit, (2) die „Zweiseitigkeit“ des Sehens und Gesehenwerdens, die in ihrer Wechselseitigkeit soziale Interaktionsordnungen stiftet, (3) die „Polyzentralität“ verteilter und verhandelter Sehordnungen gegenüber einer zentrierten Assymmetrie und (4) die praktisch hergestellte „Interaktivität in soziotechnischen Konstellationen“ statt der einfachen Instrumentalität medialer Techniken.
Werner Rammert

Wissen

Frontmatter

Chapter 9. Nicht-explizites Wissen in Soziologie und Sozionik

Ein kursorischer Überblick
Zusammenfassung
Rationalisierung, Formalisierung und Explizierung von Wissen und Regeln sind Merkmale moderner Gesellschaft. Gleichwohl basieren sie weiterhin auf eingewöhnten Praktiken und implizitem Wissen. Moderne Informationstechniken vom Computer über das Internet bis hin zu Techniken der Künstlichen Intelligenz beruhen auf Formalisierung und Algorithmisierung und treiben daher die Prozesse des Explizitmachens noch mehr voran. Allerdings – so wird argumentiert – entstehen bei der technischen Herstellung, der praktischen Anwendung und der institutionellen Einbettung in Form von Daumenregeln, informellem Handeln und nicht-explizitem Wissen wiederum neue Bereiche impliziten Wissens. Soziologische Theorien, insbesondere Praxistheorien, Studien der Wissenschafts- und Technikforschung und Beobachtungen zu Theorie und Praxis der Künstliche Intelligenz-Technologien werden daraufhin untersucht, wie sie mit diesem Paradox des Explizierens von implizitem Wissen umgehen.
Werner Rammert

Chapter 10. Die Zukunft der künstlichen Intelligenz: verkörpert – verteilt – hybrid

Zusammenfassung
Der Beitrag unternimmt eine soziologisch fundierte Zukunftsanalyse der Techniken der künstlichen Intelligenz. Gegenüber technologisch verkürzten Trendprognosen und medial gehypten visionären Prophezeiungen basiert die Analyse auf einer Soziologie und Informatik übergreifenden Perspektive, der ‚Sozionik‘, einer jahrzehntelangen interdisziplinären Forschungskooperation mit Computerwissenschaftlern auf verschiedenen Technikfeldern und einem techniksoziologischem Ansatz, mit dem die praktische Herstellung von soziotechnischen Konstellationen aus Menschen, Dingen und Zeichen genauer erfasst werden kann. Es werden eine Wende (1) von der symbolischen zur verkörperten Intelligenz, (2) vom psychologischen Konzept individueller zum soziologischen Konzept interaktiver und kollektiver Intelligenz und (3) von rein technischen Systemen zu hybriden Konstellationen vorhergesagt. Mit dem aktuellen Hype um die Robotik, mit der heute realisierten „Gesellschaft der Agenten“ (Minsky) im Netz der Suchmaschinen, Daten und Dinge und mit der Einbeziehung der sozialen Dimension bei der Entwicklung, Steuerung und Sicherung komplexer Systeme können manche Aussagen gegenwärtig als bestätigt gefunden werden.
Werner Rammert

Chapter 11. Computer und Gesellschaft

Vom Kommandieren anonymer Rechenknechte zur Interaktivität mit persönlichen Agenten
Zusammenfassung
Der Computer ist die zentrale Chiffre für das Zeitalter, in dem wir gegenwärtig leben. Die realen Computer zeigen sich in vielfältigen Formen und Verknüpfungen. Zur Computerwelt zählen der integrierte Mikrochip in mechanischen Maschinen ebenso wie das interaktive Webportal auf dem Internetserver, der mobile Serviceroboter wie auch die Software einer Suchmaschine. Computer und Programme prägen heute die produktiven Operationen in Fabrik und Labor. Sie formen die kommunikativen Praktiken in Büro und Freizeit. Was der Buch- und Bilderdruck für Reformation und Frühe Neuzeit bedeuteten und was die Dampf- und Arbeitsmaschine für die Industriegesellschaft ausmachten, das vereint und repräsentiert der Computer für die heutige Informationsgesellschaft. Der Computer ist Medium und Maschine zugleich, ein Mittler, der Beziehungen zwischen Menschen, Dingen und Zeichen herstellt und verändert. Der Umgang mit dem Computer folgt nicht mehr nur dem Muster rein instrumentellen Werkzeuggebrauchs. Er nimmt zunehmend den Charakter sozialer Interaktivität an. Aus den anonymen Rechenknechten sind Interaktionspartner geworden.
Werner Rammert

Chapter 12. Hochtechnologien in der öffentlichen Wahrnehmung

Oder: Was Laien lernen können, wenn Wissenschaftler sich streiten
Zusammenfassung
Der Beitrag vermittelt Erkenntnisse der sozialwissenschaftlichen Technikforschung für die öffentliche Diskussion von Hochtechnologien. Er spricht dabei die kritische und konstruktive Rolle des Soziologen gegenüber der von Natur- und Ingenieurwissenschaftlern an. Er setzt sich besonders mit den Thesen des Transhumanisten Ray Kurzweil auseinander. Thematisiert werden die vielfältigen und möglichen gesellschaftlichen Einflüsse auf die technische Entwicklung – besonders bei der noch offenen Ausrichtung von Hochtechnologien –, die zunehmende Fragmentierung der Öffentlichkeit und die geforderte frühzeitige Beteiligung der Laien an den Debatten um Zukunftsszenarios und erwünschte Lebensformen. Der Beitrag basiert auf der pragmatistischen Erkenntnis, dass erst mit der Pluralität der Perspektiven und der Möglichkeit des Lernens zwischen den Vertretern verschiedener Perspektiven ein in Zukunft tragfähiges und akzeptiertes Szenario entstehen kann.
Werner Rammert

Chapter 13. Zwei Paradoxien einer innovationsorientierten Wissenspolitik: Die Verknüpfung heterogenen und die Verwertung impliziten Wissens

Zusammenfassung
Im Beitrag wird die These entwickelt, dass die Ausweitung und soziale Teilung der Wissensproduktion auf Grenzen des bisherigen funktional spezialisierten Wissensregimes stoßen. Sie verändern den Charakter der gesellschaftlichen Differenzierung in der ‚Wissensgesellschaft’. Es wird behauptet, dass es neben und nach den segmentären, stratifikatorischen und funktionalen Typen der Differenzierung einen vierten Typ der ‚fragmentalen Differenzierung’ gibt (13.1). Die zunehmende Heterogenität und soziale Verteiltheit des Wissens für Innovation scheinen immer weniger durch die etablierten hierarchischen und sequentiellen Beziehungen zwischen Grundlagen-, angewandter Forschung und industrieller Entwicklung oder der komplementären Funktionsteilung zwischen den Disziplinen und zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Staat bewältigt zu werden. Anhand vieler Indizien aus der innovationsökonomischen, organisationssoziologischen und wissenschafts- und technikforscherischen Literatur wird gezeigt, dass ein neues Regime verteilter Wissensproduktion auf der Grundlage heterogener Innovationsnetzwerke als Antwort auf die institutionelle Paradoxie entsteht, heterogenes Wissen ohne Einschränkung von Innovativität zu verknüpfen (13.2). Daneben wird argumentiert, dass die epistemische Paradoxie der Nicht-Explizierbarkeit des Impliziten der Tendenz, alles Wissen zu explizieren und zu formalisieren, um es besser akkumulieren, steuern oder aneignen zu können, Grenzen setzt (13.3). Daher wird am Schluss – was die Förderung der Innovation betrifft – für eine qualitative Politik der balancierten Wissensdiversität anstelle einer quantitativen Politik des Wissenswachstums plädiert.
Werner Rammert

Backmatter

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