Skip to main content
main-content

23.01.2014 | Technische Informatik | Im Fokus | Onlineartikel

Das erfolgreiche lange Schweigen der ESA-Sonde Rosetta

Autor:
Andreas Burkert
2 Min. Lesedauer

Um 19:18 piepte es. Zweieinhalbjahre rauschte die ESA-Sonde Rosetta im Tiefschlaf durchs Weltall. Dann meldete die Elektronik sich zurück. Dank der Satellitenkommunikation können Sie sicher ein 800 Millionen Kilometer entferntes Flugobjekt steuern.

Planmäßig, kurz nach 18 Uhr MEZ, erwacht die ESA-Sonde Rosetta aus dem Winterschlaf. Im S-Band (Mikrowellenbereich) schickt sie erste Lebenszeichen aus den Tiefen des Alls. Doch erst 44 Minuten und 53 Sekunden später können Forscher der NASA am Goldstone Deep Space Communications Complex in Kalifornien das Signal empfangen. Sie benötigen für das schwache Signal eine 70-Meter-Radioantenne. Über die Kommunikationsstrecke – zum Zeitpunkt des Erwachens waren es laut ESA 807 224 610.74 Kilometer - können die Wissenschaftler der Europäischen Weltraumagentur Statusmeldungen ihrer Sonde abrufen und sie auf Kurs bringen.

Während elektronische System auf der Erde relativ einfachen Gesetzmäßigkeiten folgen , ist das korrekte Funktionieren im Weltall eine Herausforderung. So erfordern hochgenaue Messungen etwa von Temperatur und Mikrogravitation unter den besonderen Bedingungen in einer Raumstation erhebliche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Sowohl zu den Messprinzipien als auch zu ihren schaltungstechnischen Umsetzungen, wie es Beate Meffert und Frank Winkler in ihrer Springer-Publikation „Signalverarbeitung im Weltall“ erklären.

Signalverarbeitung im Weltall

In dem Text beschreiben sie die Besonderheiten der „Weltraumelektronik“ anhand einer speziellen elektronischen Messtechnik für materialwissenschaftliche Experimente. Die Messgeräte wurden in den sowjetischen Raketen Sojus, in der ersten Raumstation Saljut und in der russischen Raumstation MIR. Die Raumsonde Rosetta soll dagegen auf dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko den Lander Philae absetzen. Gelingt dies über die Telemetrie, soll der Komet eingehend studiert werden.

Damit die Apparaturen während der etwa zweieinhalbjährigen Reise im sogenannten hibernation mode nicht einfrieren, liefen einzig Computer und Heizungen. Erst ein internes Wecksignal schickte Rosetta in einen abgesicherten Modus. Die Bordnavigation berechnete daraufhin anhand der Sternenkonstellationen die eigene Position, drehte sich zur Erde und begann zu funken. Wegen der großen Entfernung zwischen der Sonde und der Erde gelingt die Kommunikation derzeit nur mit den großen NASA-Antennen. Und auch die hohe Geschwindigkeit, mit Rosetta sich dem Kometen nähert, erfordert eine ausgeklügelte Satellitenkommunikation. Diese wird zum einen von den Springer-Autoren Hans Dodel und Sabrina Eberle im gleichnamigen Fachbuch erklärt, zum anderen hat ESA einen wissenschaftlichen Fragen und Antworten-Katalog als PDF ins Netz gestellt.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Premium Partner

    Bildnachweise