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11.01.2014 | Technische Informatik | Im Fokus | Onlineartikel

Von der Ethik des vernetzten Autos

Autor:
Andreas Burkert

Hände weg vom Steuer. Das Auto der Zukunft ist eine Selbstfahrmaschine. Vernetzt mit der Umwelt, soll es künftig weder Stau noch Unfall geben. Eine angenehme Vorstellung, wäre da nicht Angst vor ungebetenen Gästen, die mit fahren und alles mit protokollieren.

Wer traut seinem Fahrzeug noch, wenn es mit Gott und der Welt vernetzt ist. Die Angst vor dem Verlust der Selbstbestimmtheit am Steuer geht um. Es geht aber auch nicht anders. Um der weltweiten Absatzkrise auf dem Automobilmarkt zu entkommen, unternimmt der OEM alles, um zunächst das vernetzte und schließlich das erste wirklich autonome Auto zu bauen. "Wird der Mensch für die Mobilität bald ebenso überflüssig wie das Pferd einst?", fragt deshalb ATZagenda Autor Andreas Spahn in seinem Beitrag "Freie Fahrt für freie Maschinen - Zur Ethik des vernetzten Autos".

Er ist sich sicher, dass sich die Rolle des Autofahrers verändern wird, ja bereits heute verändert. Immer mehr Aufgaben werden an die Technik übergeben, schon jetzt ist Autofahren ein High-Tech-Vergnügen. "Die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine wird ständig neu definiert", schreibt Spahn und mahnt, dass sich viele ethische Fragen stellen, die im Rahmen dieser Neudefinition des Autofahrens beantwortet werden müssen. Die Frage nach der technischen Umsetzung ist in dem Zusammenhang wichtig wie in "Perspektiven Softwarebasierter Konnektivität" erklärt wird. Sie ist aber nicht essentiell. Je autonomer Autos fahren und je mehr Informationen sie aufnehmen und weitergeben, desto mehr drängen sich ethische Fragen auf: Wer trägt die Verantwortung für das Fahren? Und wer erhält wann welche Informationen?

Jeder weiß, wo du letzten Sommer gefahren bist

Wohin führt also die Datensammelwut? Wird es in Zukunft für die Versicherung eine Rolle spielen, wenn sich nachweisen lässt, dass ein Unfallfahrer Müdigkeits-Signale ignoriert hat, die der "Attention Assist" wahrgenommen hat? Wann erhält die Polizei Zugriff auf welche Daten? Dürfen Eltern oder Ehepartner immer sehen, wo das eigene Auto gerade parkt? Kann ein typisches Fahrprofil an Marketing-Firmen weitergegeben werden, die dieses dann für ihr Profiling benutzen können?

Spahn warnt mit Nachdruck, dass die "Road to Vehicle and Vehicle to Vehicle Communication" technische und klare gesetzliche Regelungen benötigt, wie diese Daten gegen Hacker geschützt werden und wer Zugang zu welchen Informationen hat. Der nichtautorisierte Zugriff auf elektronische Systeme im Fahrzeug wird den Entwicklern noch viel Kopfzerbrechen bereiten. Und auch die IT-Sicherheit einer künftigen Infrastruktur wird ihnen große Sorgen bereiten, schreiben die Autoren Christof Paar, Marko Wolf und Ingo Maurich ab Seite 208 in "IT-Sicherheit in der Elektromobilität". Sie sehen die Gefahr eines Missbrauchs an einzelnen Fahrzeugen bis hin zu Systemausfällen der verbundenen Infrastruktur für sehr wahrscheinlich.

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