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Über dieses Buch

Das mehrbändige Handbuch "Produktion und Management" richtet sich an Fach- und Führungskräfte technologieorientierter Unternehmen, die nach methodischer Unterstützung suchen, ebenso wie an Wissenschaftler und Studenten der Ingenieurwissenschaften und der Betriebswirtschaftslehre. Der Band Technologiemanagement fokussiert auf den Umgang mit Technologien. Ausgangspunkt stellen explizierte Technologiestrategien dar. Dem Prozesscharakter des Technologiemanagements wird durch die Einführung sechs miteinander vernetzter Grundaktivitäten Rechnung getragen: Der Technologiefrüherkennung, -planung, -entwicklung und -verwertung sowie dem Technologieschutz und der unterstützenden Technologiebewertung. Es werden grundlegenden Zusammenhänge, Vorgehensweisen und Methoden beschrieben und durch Praxisbeispiele aufbereitet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Der Ordnungsrahmen Produktion und Management

Der

Ordnungsrahmen Produktion und Management

(s. Abb.1.1) dient als Strukturierungshilfe für den Leser, indem er es ermöglicht, alle im Rahmen der Betriebshütte relevanten Aspekte eines produzierenden Unternehmens in einen Gesamtzusammenhang zu bringen. Der Ordnungsrahmen wurde aus dem neuen St. Galler Management-Modell [1] abgeleitet und auf die spezifischen Bedürfnisse produzierender Unternehmen angepasst, ohne dabei den Anspruch zu stellen, die geschlossene Semantik eines Modells aufzuweisen. Dabei wurde im Ordnungsrahmen die Dimension des Betriebs zu Beschreibung des Ist-Zustandes ergänzt. Darüber hinaus wurden die Unternehmensprozesse auf die Prozesse produzierender Unternehmen übertragen und detailliert.

Günther Schuh

2. Einleitung und Abgrenzung

Unternehmen stehen in einem Spannungsfeld unterschiedlicher Interessensgruppen. Dazu zählen Eigen- und Fremdkapitalgeber, Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten sowie der Staat und die allgemeine Öffentlichkeit. Primäres Ziel aller Interessensgruppen ist die Erhaltung und erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens. Alle weiteren Unternehmensziele müssen sich demnach auf den Aufbau von komparativen Wettbewerbsvorteilen konzentrieren [1].

Sascha Klappert, Günther Schuh, Susanne Aghassi

3. Ordnungsrahmen Technologiemanagement

Das Technologiemanagement existiert nicht als isolierte Funktion im „luftleeren Raum“, sondern ist als Element eines komplexen Systems zu begreifen. Gemäß der Systemtheorie kann das Technologiemanagement als Subsystem eines Unternehmens angesehen werden, welches wiederum als Subsystem in seine Umwelt eingebettet ist. Innerhalb dieses Gesamtsystems Umwelt – Unternehmen – Technologiemanagement existiert eine Vielzahl von Elementen, die als Einflussfaktoren auf das Technologiemanagement wirken. Beispielsweise können der technologische Reifegrad der Branche oder auch Präferenzen der Kunden des Unternehmens solche beeinflussenden Momente darstellen. Insgesamt üben diese Faktoren ihre Wirkung auf unterschiedliche Ebenen des Technologiemanagements aus: Zum einen werden die Prozesse und die relevanten Entscheidungen des Technologiemanagements inhaltlich beeinflusst. So hängt beispielsweise die Wahl der technologiestrategischen Stoßrichtung maßgeblich vom Reifegrad der entsprechenden Technologie ab, und die Entscheidung für eine bestimmte Technologiequelle basiert massiv auf der Verfügbarkeit eigener Kompetenzen und Ressourcen. Zum anderen unterliegt aber auch die aufbau- und ablauforganisatorische Ausgestaltung des Technologiemanagements einer Menge an Einflussfaktoren. In diesem Zusammenhang ist die Frage relevant, wie das Technologiemanagement in Abhängigkeit von bestimmten Einflussfaktoren im Unternehmen verankert sein sollte, welche Aktivitäten Schwerpunkte darstellen sollten und welche Methoden zum Einsatz kommen sollten, um effiziente Abläufe zu gewährleisten und bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Zahlreiche Forschungsarbeiten, insbesondere empirische Untersuchungen haben sich mit der Frage beschäftigt, welche Aspekte Einfluss auf die einzelnen Elemente bzw. Prozesse und Entscheidungen des Technologiemanagements wie zum Beispiel die Technologiefrüherkennung oder die technologiestrategischen Entscheidungen haben.

Günther Schuh, Sascha Klappert, Torsten Moll

4. Grundlagen zum Technologiemanagement

Technik und Technologie werden in der Literatur uneinheitlich verwendet. Beide Bezeichnungen gehen zwar auf das griechische Wort „technikos“ zurück, das handwerkliches und kunstfertiges Verfahren bedeutet. Sie beschreiben dennoch unterschiedliche Inhalte. Eine Möglichkeit zur inhaltlichen Abgrenzung besteht über den Systemansatz. Dieser unterscheidet in Wissensbasis (Input), in Problemlösungsweg (Prozess) und in Problemlösung (Output).

Günther Schuh, Sascha Klappert, Johannes Schubert, Sebastian Nollau

5. Technologiestrategie

Im Zuge der zunehmenden Bedeutung des Technologiemanagements als Steuerungs- und Führungsaufgabe hat auch die Entwicklung von Technologiestrategien verstärkt Beachtung gefunden, um die langfristige Ausrichtung des Technologieportfolios zu planen und zu steuern. Dies hat sich in der Praxis als Erfolgsfaktor erwiesen: So zeigen zahlreiche Studien, dass Unternehmen mit einer expliziten Technologiestrategie erfolgreicher agieren als solche ohne schriftlich fixierte langfristige Marschrouten. Oftmals wird der Begriff Technologiestrategie nur mit generellen Aussagen zum Anstreben einer technologischen Führerschaft, d. h. einer Überlegenheit gegenüber dem Wettbewerb oder einer technologischen Folgerschaft gleichgesetzt.

Anna-Lena Schulte-Gehrmann, Sascha Klappert, Günther Schuh, Michael Hoppe

6. Technologiefrüherkennung

Erfolgreiche produzierende Unternehmen fußen in der Regel auf einer technologischen Basis, die ihnen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil ermöglicht. Diese technologische Basis unterliegt aufgrund von Umfeldveränderungen, wie beispielsweise neue Kundenforderungen oder aufkommende Alternativtechnologien einem stetigen Wandel. Vor diesem Hintergrund dürfen technologieorientierte Unternehmen nicht von neuen Technologien und Entwicklungen überrascht werden, da dies eine enorme Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit und das Überleben des Unternehmens darstellen. Der Schutz vor Überraschungen sowie die zielgerichtete technologische Weiterentwicklung stellen die Grundmotivation der Technologiefrüherkennung dar.

Markus Wellensiek, Günther Schuh, Patrick A. Hacker, Jörg Saxler

7. Technologieplanung

In den vergangenen Jahren hat sich das Verständnis des Begriffs „Technologieplanung“ stark gewandelt: Nachdem ursprünglich rein operative Planungsaufgaben wie die Investitionsplanung mit diesem Schlagwort verbunden waren, etablierte sich die Philosophie der Langfristplanung [3]. Entsprechende langfristige Planungsüberlegungen extrapolieren Trends der Vergangenheit, setzen eine stetige Entwicklung in der Zukunft voraus und basieren auf fixen jährlichen Planungsprozessen. Heutzutage hat jedoch das strategische Denken als Planungsphilosophie diese Langfristperspektive abgelöst. Im Gegensatz zum Langfristansatz schließt die strategische Planung auch die Beherrschung technologischer Diskontinuitäten ein und zeichnet sich durch eine flexible Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen und die Nutzung neuer technologischer Potenziale aus [4].

Günther Schuh, Sascha Klappert, Simon Orilski

8. Technologieentwicklung

Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit sind Unternehmen ständig gefordert neue Produkte zu entwickeln bzw. vorhandene Produkte weiterzuentwickeln. In der Technologieentwicklung sind somit neue Produkt-, Produktions- und Materialtechnologien zu erfinden und deren Anwendungstauglichkeit nachzuweisen.

Sascha Klappert, Günther Schuh, Henning Möller, Sebastian Nollau

9. Technologieverwertung

Die Technologieverwertung stellt die Frage, wie das technologische Potenzial eines Unternehmens während des gesamten Technologielebenszyklus umfassend leistungsmäßig und finanziell ausgeschöpft werden kann. Grundsätzlich kann hier zwischen den Dimensionen „interne Technologieverwertung“ und „externe Technologieverwertung“ unterschieden werden.

Günther Schuh, Toni Drescher, Stephen Beckermann, Kristin Schmelter

10. Technologieschutz

Produktimitationen und die unrechtmäßige Nutzung technologischen Know-hows sind für innovative Unternehmen ein bekanntes Problem, das in den letzten Jahren an Ausmaß und Bedeutung zugenommen hat. Wurden in früheren Jahrzehnten vor allem digital transferierbare Medien wie Software, Musik oder Filme und Luxusgüter wie Markenbekleidung oder Schmuck kopiert, so treten in letzter Zeit verstärkt auch Kopien von Produkten auf, die technologisch anspruchsvoll sind: z. B. Elektronikartikel, Fahrzeuge, Fahrzeugkomponenten sowie Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen. Die Qualität der Kopien nimmt dabei zu: Während früher die Imitationen oft minderwertig waren, sind es heute oft täuschend echte, wenn nicht sogar technologisch auf gleichem Niveau angesiedelte Kopien. Gerade aufstrebende Schwellenländer bauen ihre technologischen Kompetenzen dabei sehr schnell aus.

Christoph W. Neemann, Günther Schuh

11. Technologiebewertung

Die Technologiebewertung nimmt innerhalb des Technologiemanagementprozesses die Rolle einer Querschnittsfunktion ein. Sie dient dazu, in unterschiedlichen Entscheidungssituationen die notwendige Informationsgrundlage bereitzustellen. Entscheidungen, die eine Technologiebewertung erfordern, treten in allen Phasen des Technologiemanagements auf. Eine hohe Leistungsfähigkeit in der Technologiebewertung bzw. die Fähigkeit zur Auswahl, zur Anwendung und zur Beherrschung der jeweiligen Entscheidungssituation angepassten Bewertungsansätze bildet daher eine wichtige, phasenübergreifende Voraussetzung zur effizienten und effektiven Gestaltung des Technologiemanagements.

Christoph Haag, Günther Schuh, Jennifer Kreysa, Kristin Schmelter

Backmatter

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