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06.06.2018 | Telekommunikationstechnik | Im Fokus | Onlineartikel

LTE-Derivat prägt das IoT-Geschäft

Autor:
Andreas Burkert

Der LTE-basierte Cat-NB1-Funkstandard hat das Potenzial für einen Multi-Millionen-Euro-Markt. Das Marktforschungsunternehmen Berg Insight AB schätzt den weltweiten Absatz solcher IoT-Geräte auf über 106,9 Millionen Stück jährlich. 

Manche Maschinen haben eine Menge zu erzählen. Auch deshalb nutzen sie für die Kommunikation spezielle IoT-Funkstandards. So wie es die Industrie 4.0 künftig erfordert. Dabei hat die Mobilfunkbranche lange Zeit industrielle Funk-IoT-Applikationen mehr oder weniger ignoriert. Dass die 3GPP-(3rd Generation Partnership Project)-Initiative erst vor knapp zwei Jahren erstmals Derivate für LTE-Advanced standardisiert hat, ist dafür bezeichnend. Dabei hat die LTE-basierte M2M-Kommunikation LTE Cat-NB1 Potenzial für einen Multi-Millionen-Euro-Markt. So zumindest steht es im aktuellen Bericht "Cellular and LPWA IoT Device Ecosystems“ des Marktforschungsunternehmen Berg Insight AB.

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ie auf die Bereiche IoT und M2M spezialisierten Analysten haben errechnet, dass der weltweite Absatz von Geräten mit LTE-Cat-NB1-Funkmodem jedes Jahr um durchschnittlich 106,9 Millionen Geräte zunimmt. Und im Jahr 2023 beträgt deren Schätzungen zufolge das Marktvolumen dann bereits 613,2 Millionen LTE-Cat-NB1-Geräte. Dass allein im vergangenen Jahr die Zahl der Mobilfunk-Abonnenten für IoT-Anwendungen um 56 Prozent auf 647,5 Millionen gestiegen ist, zeigt die Bedeutung dieses LTE-Derivats. Das entspricht im Übrigen rund acht Prozent aller Mobilfunkteilnehmer weltweit. Die meisten von ihnen sind wohl Chinesen.

Massive Machine Type Communication (mMTC) hat den Anspruch, Milliarden von Objekten zu vernetzen, um das Internet der Dinge zu schaffen und vielfältige neuartige Anwendungen zu ermöglichen. Durch den Einsatz einer schmalbandigen und energiesparenden Kommunikation können beispielsweise Sensordaten in einer Smart City vielfältigen Nutzen schaffen."
Reimund Neugebauer im Kapitel "5G-Datentransport mit Höchstgeschwindigkeit" aus dem Buch "Digitalisierung"

Paradigmenwechsel in der Mobilfunkbranche

So weiß etwa Tobias Ryberg, Mitgründer von Berg Insight und Autor des Berichts, dass China derzeit "einen großen Paradigmenwechsel in der Mobilfunkbranche vorantreibt“. Denn das enorme Wachstum wird seiner Ansicht nach von der stark steigenden Nachfrage in China getragen. Dort soll nämlich der LTE Cat-NB1-Standard  demnächst 2G in Massenmarktanwendungen ersetzen. Und damit dürfte auch dort eines der weltweit größten digitalen Infrastrukturprojekte angestoßen werden. Laut Ryberg, wird das "in den kommenden fünf Jahren zu Milliarden von neuen angeschlossenen Geräten führen“.

Die Nachfrage nach der Nahband-(NB)-Kommunikation für das Internet der Dinge (IoT) wird allerdings auch Europa und Deutschland prägen. Auch dort erwartet Ryberg, dass LTE Cat-NB1 sich als die bevorzugte Low Power Wide Area Network (LPWA)-Technik durchsetzen wird. Das sehen ebenso Almudena Díaz Zayas, Cesar A. García Pérez, Álvaro M. Recio Pérez und Pedro Merino. Die Autoren von "3GPP Evolution on LTE Connectivity for IoT" erklären in dem gleichlautenden Buchkapitel, wie mit LTE MTC (Machine Type Communication) eine effiziente Konnektivität zum Internet der Dinge gelingt.

Europa und Deutschland werden auf LTE Cat-NB1 setzen

Eine genauere Analyse der Studie zeigt zudem, dass der Übergang von 2G zu 4G global immer schneller vorangeht. Auch in Europa und in Deutschland, wo ebenfalls der LTE Cat-NB1-Standard der Treiber ist. Mittlerweile können die führenden Mobilfunkbetreiber dort beim Netzausbau zur flächendeckenden Versorgung einiges vorweisen. Neben der Deutschen Telekom, die bereits im vergangenen Jahr ihren Service in Deutschland und den Niederlanden startete und nun auch die LTE Cat-NB1-Abdeckung auf weitere sechs europäische Länder ausdehnen will, gehört Vodafone zu den führenden Unternehmen bei der Entwicklung des Standards.  Weitere europäische Mobilfunkanbieter, die LTE-Cat-NB1-Dienste seit Anfang 2018 im Angebot haben, sind Orange, TIM und Telia Company. Telefónica wird noch in diesem Jahr mit dem Einsatz in Europa beginnen.

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