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10.10.2015 | Telekommunikationstechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Darum ist der IT-Mittelstand eine Job-Maschine

Autor:
Andreas Burkert

Der IT-Mittelstand wächst kräftig. Das ist eine gute Nachricht des aktuellen Mittelstandsberichtes. Auch gut: sechs von zehn Unternehmen wollen IT-Experten einstellen. Doch sie finden kaum Personal, 13.000 Stellen bleiben unbesetzt. Warum also nicht Zuwanderer qualifizieren?

Der Umgang mit Softwarezeilen hält immer mehr Menschen in Lohn und Brot. Das gilt zumindest für jene, die in mittelständischen IT-Unternehmen beschäftigt sind. Innerhalb eines Jahres ist deren Anzahl um vier Prozent auf 9.092 gestiegen. Das ist ein Ergebnis des aktuellen IT-Mittelstandsberichtes des Digitalverbands Bitkom. Den Zahlen zufolge fällt damit das Wachstum deutlich stärker aus als bei den Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten sowie bei den Großunternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern. Hat also der IT-Mittelstand die Herausforderung Globalisierung erfolgreich angenommen, so wie die Springer-Autoren Andrea Baukrowitz und Rolf Chung es in ihrer gleichnamigen Online-Studie empfohlen haben?

Ein Blick auf die Umsätze deutet dies an. Dieser nahm ebenfalls überdurchschnittlich stark um vier Prozent auf 57,4 Milliarden Euro zu, die Mitarbeiterzahl in den mittelständischen Unternehmen wuchs sogar um 6 Prozent auf 395.490 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. „Der IT-Mittelstand ist der entscheidende Jobmotor der Branche“, so Bitkom-Präsidiumsmitglied Dirk Röhrborn „Die Mittelständler machen unter den IT-Unternehmen nur 9 Prozent aus, sie stehen aber für 33 Prozent des Umsatzes – und sogar für 53 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.“

Zuwanderung hilft beim Fachkräftemangel

Die Autoren des Berichtes gehen davon aus, das sich die positive Entwicklung der Unternehmen weiter fortsetzen könnte. So rechnen nahezu drei Viertel der IT-Mittelständler (72 Prozent) rfür das zweite Halbjahr mit steigenden Umsätzen, rund jeder Fünfte (19 Prozent) erwartet verglichen mit dem Vorjahreszeitraum immerhin stabile Geschäfte. Dabei erwirtschaften 60 Prozent der Mittelständler auch Umsätze im Ausland. Sechs von zehn Unternehmen (60 Prozent) wollen im laufenden Jahr neue Mitarbeiter einstellen, rund ein Drittel (34 Prozent) ihre Beschäftigtenzahl konstant halten.

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„Ein großes Problem für die Unternehmen ist, dass sie häufig Schwierigkeiten haben, geeignetes Personal zu finden“, so Röhrborn. Wichtig sei daher, mehr junge Menschen und vor allem mehr Mädchen schon in der Schule für die Informatik oder ein IT-nahes Studium beziehungsweise eine solche Ausbildung zu begeistern. Dabei könne ein Pflichtfach Informatik in der Schule helfen. Röhrborn: „Dieses Schulfach bietet auch die Chance, die Vielfalt der IT-Berufe zu zeigen und erlebbar zu machen. IT ist Kreativität, ist Teamarbeit, ist der Austausch mit Kunden.“ Kurzfristig sei die Branche zudem auf Zuwanderung angewiesen, wobei künftig weniger formale Abschlüsse, sondern die Kompetenzen der Zuwanderer im Mittelpunkt stehen müssten. „Wir müssen Zuwanderung aktiv gestalten. Dazu brauchen wir noch in dieser Legislaturperiode ein Zuwanderungsgesetz“, sagte Röhrborn.

Cloud Computing und IT-Sicherheit bewegen den IT-Mittelstand

Der Bitkom-Mittelstandsatlas zeigt die regionale Verteilung des IT-Mittelstands in Deutschland. Auf einer interaktiven Karte bietet er die Möglichkeit, sich die Verteilung der Unternehmen nach Branchensegmenten bis auf Postleitzahlebene genau anzusehen. Der Mittelstandsatlas zeigt, dass Berlin, Hamburg, München, Stuttgart sowie das Rhein-Main- und Ruhrgebiet die größte Zahl an IT-Mittelständlern aufweisen. Im Vergleich der Bundesländer gibt es die größte Anzahl in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. „Es gibt dabei auch eine Vielzahl regionaler Cluster, etwa rund um Karlsruhe oder auch Dresden. Der IT-Mittelstand ist da, wo seine Kunden sind“, sagte Röhrborn.

Von besonderer Bedeutung für die IT-Mittelständler sind aktuell die Themen Cloud Computing und IT-Sicherheit. Jeweils rund zwei Drittel der Unternehmen (67 bzw. 63 Prozent) benennen diese als Top-Trends der Branche. „Der Trend zur Cloud ist ungebrochen. Zugleich ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit von entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen deutlich gestiegen“, so Röhrborn. Auf dem dritten Platz der Top-Trends sieht der IT-Mittelstand Big Data (42 Prozent), gefolgt von Industrie 4.0, das im Jahresvergleich deutlich an Bedeutung gewonnen hat. 41 Prozent der IT-Mittelständler halten Industrie 4.0 für einen Top-Trend. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch vor einem Jahr (19 Prozent). „Angesichts der Bedeutung, die die vernetzte und digitale Produktion für den Industriestandort Deutschland hat, ist diese Entwicklung ein gutes und wichtiges Zeichen“, so Röhrborn. „Es muss uns gelingen, unsere innovativen IT-Unternehmen und unsere starken Fertigungsbetriebe zusammenzubringen – und dem Mittelstand kommt auf beiden Seiten eine ganz besondere Bedeutung zu.“

Hier finden Sie den vollständigen Bitkom-Mittelstandsbericht sowie den interaktiven Bitkom-Mittelstandsatlas.

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