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The 2024 European Parliament Elections

A Turn to the Right in the Shadow of War

  • 2025
  • Buch

Über dieses Buch

Dieses kurz nach den Wahlen zum Europäischen Parlament im Jahr 2024 erschienene Buch versammelt Beiträge, die die Wahlen aus verschiedenen Perspektiven analysieren. Das Hauptziel besteht darin, eine zeitnahe Bewertung verschiedener Facetten wie Wahlsysteme, Wahlkampagnen, die öffentliche Wahrnehmung der Wahlen, die Rolle europäischer Parteien, Determinanten des Wahlverhaltens und die Folgen der Wahlergebnisse für die europäische Regierungsführung anzubieten. Neben Analysen aus europäischen Studien werden in dem Band Perspektiven aus anderen (Teil-) Disziplinen und Forschungsbereichen wie Wahl-, Parteien-, Kommunikations- und Regierungsforschung vorgestellt. Die Autoren, die sich aus erfahrenen Wissenschaftlern und Akteuren der Zivilgesellschaft zusammensetzen, präsentieren ein höchst vielfältiges Spektrum an Analysen, die individuell sehr reichhaltig sind und auf soliden ursprünglichen Forschungsergebnissen beruhen. Zusammengenommen bieten ihre Beiträge dem Leser ein umfassendes Verständnis der Themen, Parteien und Mechanismen, die den Europawahlen 2024 zugrunde liegen.

Inhaltsverzeichnis

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  1. Frontmatter

  2. The 2024 European Parliament Election: A Turn to the Right in the Shadow of War

    Manuel Müller, Michael Kaeding, Alexander Hoppe
    Abstract
    The evolution of European elections from 2014 to 2024 reflects the unfolding of a broader European polycrisis. Yet while the euro crisis, the asylum crisis, Brexit and other challenges had already left their mark on the 2014 and 2019 elections, by 2024, crises had become even more immediate: the Covid-19 pandemic, the war in Ukraine, and economic instability fueled voter concerns. While turnout remained remarkably stable in comparison to 2019, the 2024 elections brought a turn to the right with shifting majorities and new political groups in the European Parliament. These results in turn also shaped the distribution of top jobs after the election and might well have a lasting impact on politics and policy-making in the European Parliament, where the cordon sanitaire towards far-right parties remains a key contested issue.
  3. Parties and Electoral Systems

    1. Frontmatter

    2. The EU Party System Between Fragmentation, Polarisation and National Interests

      Enrico Liedtke
      Das Kapitel befasst sich mit dem sich entwickelnden europäischen Parteiensystem und konzentriert sich auf die strukturellen Veränderungen, die sich seit den Europawahlen 2024 ergeben haben. Er untersucht die externe Struktur und stellt die zunehmende Fragmentierung und den Aufstieg EU-skeptischer Parteien fest, die das politische Gleichgewicht der Kräfte neu gestalten. Auch die interne Struktur des Parteiensystems wird analysiert, was Desintegrationstendenzen bei extremen und radikalen Parteien, insbesondere am rechten und linken Rand, erkennen lässt. Das Kapitel schließt mit der Diskussion der Auswirkungen dieser Veränderungen auf die politische Entscheidungsfindung und politische Dynamik auf EU-Ebene und betont die Notwendigkeit einer stärkeren Europäisierung und organisatorischen Kohärenz zwischen den politischen Parteien, um den Herausforderungen durch zunehmende Fragmentierung und Polarisierung zu begegnen.
    3. “Parties of Parties?”: Europarty Headquarters Agency and Membership Selection

      Tobias Gerhard Schminke
      Dieses Kapitel vertieft sich in die komplizierte Welt der europäischen politischen Parteien (Europarteien) und konzentriert sich auf die Agenturen ihrer Hauptquartiere bei der Auswahl ihrer Mitglieder. Sie stellt die herkömmliche Sichtweise der Europarteien als bloße "Parteien der Parteien" mit wenig Autonomie in Frage und unterstreicht ihre strategische Rolle bei der Gestaltung der EU-Politik. Das Kapitel untersucht die formalen Dimensionen des Beitritts zur EU, wie in der Verordnung 1141 / 2014 beschrieben, und vertieft sich in die informellen Prozesse, die diese Dynamik maßgeblich beeinflussen. Durch qualitative Interviews mit Vertretern der Europarteien und Mitarbeitern wird aufgezeigt, wie die Zentrale aktiv auf potenzielle Mitglieder zugeht und Prioritäten auf der Grundlage von Ideologie und Ressourcen setzt. Das Kapitel untersucht auch die Auswirkungen der Größe und Ideologie der Europarteien auf die Mitgliedsstrategien, wobei sich größere, EU-freundliche Parteien auf Basisbewegungen konzentrieren und kleinere Parteien einen reaktiveren Ansatz verfolgen. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Hauptquartiere der Europarteien eine zentrale, halbautonome Rolle bei der Aufnahme in die Mitgliedschaft spielen, was die Annahme in Frage stellt, dass die Europarteien lediglich Geschöpfe ihrer Mitglieder sind. In diesem Kapitel wird auch die Rolle der Europarteien bei der politischen Integration der nicht der EU angehörenden europäischen Länder und ihr Einfluss auf die EU-Institutionen und die Personalauswahl diskutiert. Es bietet einen umfassenden Überblick über den aktuellen Zustand der Europarteien, ihre Mitgliederstrukturen und die Dynamik, die ihre Entwicklung bestimmt.
    4. A Fluid Parliament: Changes in the Composition of EP Political Groups Ahead and After the 2024 Elections

      Max Becker, Nicolai von Ondarza
      Dieses Kapitel vertieft die Dynamik der politischen Gruppen innerhalb des Europäischen Parlaments und konzentriert sich auf die bedeutenden Veränderungen, die vor und nach den Wahlen im Jahr 2024 eingetreten sind. Die Analyse unterstreicht die fließende Zusammensetzung der Gruppen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem rechtsextremen Spektrum liegt. Die Auflösung der Gruppe "Identität und Demokratie" (ID) und die Bildung neuer Gruppen wie "Patrioten für Europa" (PfE) und "Europa der souveränen Nationen" (ESN) werden eingehend untersucht. Das Kapitel untersucht auch die Bedingungen, unter denen diese Veränderungen stattfinden, einschließlich politischer Differenzen, nationaler Parteispaltungen und persönlicher Veränderungen in der Parteizugehörigkeit. Die Auswirkungen dieser Veränderungen auf das Machtgleichgewicht innerhalb des Parlaments werden bewertet, wobei der Schwerpunkt auf den symbolischen und praktischen Implikationen liegt. Das Kapitel schließt mit der Diskussion des Potenzials für weitere Bewegungen und Zusammenschlüsse der rechtsextremen Gruppen und der Herausforderungen, die diese Verschiebungen für die Bildung proeuropäischer Mehrheiten darstellen.
    5. Do Birds of a Feather Flock Together? Why European Right-Wing Populists Group Separately at the European Parliament: The Case of the 2024 Elections

      Unai Gómez-Hernández
      Das Kapitel untersucht die Fragmentierung der europäischen rechtspopulistischen Parteien im Europäischen Parlament und konzentriert sich dabei auf die Wahlen 2024. Er untersucht die ideologischen und pragmatischen Gründe für ihre Trennung in unterschiedliche politische Gruppen: die Europäischen Konservativen und Reformisten (EKR), Patrioten für Europa (PfE) und das Europa der souveränen Nationen (ESN). Die Analyse berücksichtigt den historischen Kontext, einschließlich der Bildung und Entwicklung dieser Gruppen, und vergleicht die aktuelle Situation mit früheren Legislaturperioden. Das Kapitel geht auch auf die ideologischen Kernkonzepte und politischen Vorschläge jeder Gruppe ein und hebt ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede hervor. Sie kommt zu dem Schluss, dass diese Parteien zwar eine gemeinsame Kernideologie haben, in deren Mittelpunkt die nationale Souveränität steht, pragmatische Gründe wie nationaler Parteienwettbewerb und taktische Entscheidungen jedoch die Bildung mehrerer Gruppen vorantreiben. Das Kapitel verwendet qualitative Kodierungsmethoden, um politische Dokumente und Pressemitteilungen zu analysieren und so ein detailliertes und differenziertes Verständnis des Themas zu vermitteln.
    6. More than a Transnational Experiment? Volt and DiEM25 from the 2019 to the 2024 European Elections

      Torben Fischer, Jasper Finkeldey
      Dieses Kapitel befasst sich mit der Reise von Volt und DiEM25, zwei gesamteuropäischen Parteibewegungen, von den Wahlen zum Europäischen Parlament 2019 bis 2024. Sie untersucht ihre Wahlbeteiligung und -ergebnisse sowohl auf EU- als auch auf Ebene der Mitgliedsstaaten sowie ihren transnationalen Charakter und ihre Strategien, sich in der EU-Mehrebenenregierung zu etablieren. Die Analyse zeigt, dass Volt sein gesamteuropäisches Engagement deutlich ausgeweitet und eine stärkere Präsenz im Europaparlament gesichert hat, während die Wahlbeteiligung und das Wahlergebnis von DiEM25 gesunken sind. Der Text unterstreicht auch die unterschiedlichen Wege der beiden Parteien, wobei Volt einen pragmatischeren Ansatz verfolgt und DiEM25 eine radikale EU-Reformagenda verfolgt. Darüber hinaus werden die Herausforderungen untersucht, vor denen beide Parteien stehen, wenn es darum geht, ihren transnationalen Ansatz mit der Notwendigkeit der Anpassung an nationale politische Landschaften in Einklang zu bringen. Die Schlussfolgerung bietet Einblicke in die Zukunftsaussichten dieser Parteibewegungen und deutet darauf hin, dass Volt besser positioniert ist, um sich als langfristiger politischer Akteur zu etablieren, während DiEM25 seine Strategie möglicherweise überdenken muss, um Wählerstimmen zu gewinnen.
    7. The 2024 European Parliament Elections: Åland and Territorial Autonomy Representation in the European Union

      Hasan Akintug
      Dieses Kapitel befasst sich mit den Wahlen zum Europäischen Parlament auf Åland im Jahr 2024 und konzentriert sich auf die Vertretung territorialer Autonomie innerhalb der Europäischen Union. Es untersucht den historischen Kontext der Autonomie von Åland, die bis 1921 zurückreicht, und vergleicht sie mit anderen bemerkenswerten Fällen wie Grönland, den Färöer-Inseln, Südtirol und der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien. Die Analyse konzentriert sich darauf, wie die Forderungen der Insel nach einer Vertretung im Europäischen Parlament bei den Wahlen 2024 eine Rolle gespielt haben und wie diese Forderungen mit umfassenderen europäischen Themen zusammenhängen. Das Kapitel untersucht auch das Spannungsverhältnis zwischen Verhältniswahl und territorialer Identität und liefert ein differenziertes Verständnis der politischen Dynamik auf Åland. Außerdem wird das einzigartige Parteiensystem auf Åland und seine Rolle bei den Europawahlen diskutiert, wobei die Zusammenarbeit zwischen den åländischen Parteien und der Schwedischen Volkspartei (SFP) in Finnland hervorgehoben wird. Das Kapitel schließt mit einer Analyse der Wahlergebnisse von 2024 und den möglichen Lehren aus dem Fall Åland für andere ähnliche Beispiele territorialer Autonomie in Europa.
    8. How Many Votes to Win a Seat? Distortions of Electoral Equality in the 2024 European Election

      Manuel Müller
      Das Kapitel geht den Unterschieden bei der Wahlgleichheit während der Europawahlen 2024 nach und deckt erhebliche Unterschiede bei der Anzahl der Stimmen auf, die erforderlich sind, um sich einen Parlamentssitz in den verschiedenen Mitgliedsstaaten zu sichern. Er identifiziert vier Schlüsselfaktoren, die zu diesen Verzerrungen beitragen: degressive Proportionalität, Unterschiede bei der Wahlbeteiligung, der Anteil der verlorenen Stimmen und Rundungseffekte. Die Analyse zeigt, dass diese Faktoren zu erheblichen Unterschieden beim Stimmenwert innerhalb der EU geführt haben, wobei einige Parteien deutlich weniger Stimmen benötigen, um einen Sitz zu erringen als andere. Das Kapitel untersucht auch, wie sich diese Verzerrungen auf die Vertretung politischer Gruppen im Europäischen Parlament auswirken, wobei sowohl die Über- als auch die Unterrepräsentation zwischen den verschiedenen Gruppen hervorgehoben wird. Er schließt mit der Diskussion möglicher Lösungen zur Abmilderung dieser Verzerrungen, wie transnationale Listen oder das Tandemsystem, und betont die Notwendigkeit einer umfassenden Reform des europäischen Wahlrechts, um eine gerechtere Vertretung bei zukünftigen Wahlen zu gewährleisten.
    9. From 27 to 37: A Possible Scenario for the Composition of the European Parliament in a Fully Enlarged European Union

      Oliver Schwarz
      Dieses Kapitel befasst sich mit der potenziellen Zukunft des Europäischen Parlaments in einem Szenario, in dem die EU auf 37 Mitgliedsstaaten erweitert wird. Durch Anwendung der FPS-Methode zur Sitzverteilung projiziert sie die Sitzverteilung unter den politischen Gruppen und analysiert die daraus resultierenden Verschiebungen der Machtdynamik. Das Kapitel untersucht auch die Auswirkungen auf die Bildung von Koalitionen und die politische Landschaft der EU. Zu den Schlüsselthemen zählen die FPS-Methode zur Sitzverteilung, die voraussichtliche Zusammensetzung des Europäischen Parlaments, die Auswirkungen auf die politischen Gruppen und die Zukunft der Koalitionsdynamik. Die Analyse zeigt, dass traditionelle Gruppen wie die EVP und die S & D zwar weiterhin einflussreich sind, aber der Aufstieg unabhängiger Parteien und die Fragmentierung des Parlaments neue Herausforderungen darstellen. Das Kapitel schließt mit der Betonung der Bedeutung eines fairen und gerechten Sitzverteilungssystems, um die Repräsentativität und Reaktionsfähigkeit des Europäischen Parlaments in einer sich ständig wandelnden Union sicherzustellen.
  4. Election Campaign Issues

    1. Frontmatter

    2. Divided Over Redistribution: Europarty Manifestos and the Integration of Core State Powers

      Christian Freudlsperger, Martin Weinrich
      Dieses Kapitel vertieft sich in die sich entwickelnde Landschaft der europäischen Integration und konzentriert sich auf die unterschiedlichen Positionen der etablierten EU-freundlichen Parteien zu den Kernkompetenzen des Staates. Sie identifiziert zwei unterschiedliche Integrationsmodelle: das Umverteilungsmodell, das Solidarität und Kapazitätsaufbau auf EU-Ebene betont, und das Regulierungsmodell, das nationale Eigenständigkeit und gemeinsame Standards priorisiert. Die Analyse basiert auf einer Untersuchung der Wahlprogramme der Europarteien für die Wahlen zum Europäischen Parlament 2024, die fünf Bereiche zentraler staatlicher Befugnisse abdeckt: Besteuerung, Fiskalpolitik, innere Sicherheit, äußere Sicherheit sowie Grenz- und Migrationspolitik. Die Ergebnisse zeigen, dass die etablierten Parteien zwar die Integration in diesen Bereichen im Allgemeinen unterstützen, ihre Positionen sich jedoch über politische Felder und ideologische Linien hinweg deutlich unterscheiden. Mitte-Links-Parteien neigen dazu, eine transnationale Umverteilung in wirtschaftspolitischen Bereichen zu unterstützen, während Mitte-Rechts-Parteien die europäische Solidarität in Bereichen der inneren und äußeren Sicherheit bevorzugen. Das Kapitel beleuchtet auch die Auswirkungen jüngster Krisen wie der COVID-19-Pandemie und Russlands Krieg gegen die Ukraine auf den parteipolitischen Wettbewerb über die EU-Integration. Sie kommt zu dem Schluss, dass die "Polykrise" der letzten fünfzehn Jahre zu einer erkennbaren Differenzierung der Integrationspositionen zwischen den Parteien geführt hat, die über eine einfache Unterscheidung zwischen Pro und Anti-EU hinausgeht. Dieses Kapitel bietet wertvolle Einblicke in die Zukunft der europäischen Integration und die politische Dynamik, die sie prägt.
    3. Europarties: Continuous Advocacy for Further Integration, Thin Agendas for Constitutional Reform

      Karl Magnus Johansson, Tapio Raunio
      Dieses Kapitel befasst sich mit den Wahlprogrammen der Europarteien für das Europaparlament 2024 und konzentriert sich auf ihr Eintreten für die EU-Integration und institutionelle Reformen. Die Analyse vergleicht die Wahlprogramme großer Parteienfamilien wie EVP, SPE und ALDE sowie kleinerer Parteien wie EGP, EDP, EFA, ECR, EL und ECPM und zeigt ein unterschiedliches Maß an Engagement für Verfassungsänderungen. Das Kapitel beleuchtet die explizite föderalistische Haltung des EGP, den vorsichtigen Ansatz von EVP und SPE aufgrund interner Differenzen und die Verteidigung der nationalen Souveränität durch die EKR. Sie untersucht auch die Wahlprogramme als Indikatoren für den Zusammenhalt der Parteien und legt nahe, dass größere Europarteien mit unterschiedlichen Mitgliedsparteien tendenziell eher allgemeine Programme haben, während kleinere Parteien sich auf konkretere Reformvorschläge einigen können. Die Ergebnisse werfen Fragen über die interne Dynamik und die Zukunft der Europarteien auf und verweisen auf die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen ihres Einflusses und ihrer Entscheidungsprozesse innerhalb der EU.
    4. Climate Change and Political Parties: Higher Salience and More Diversification Over Climate Change in the 2024 EP Elections?

      Daniela Braun, Djamila Jabra, Jan Pollex
      Dieses Kapitel untersucht die Rolle des Klimawandels bei den Wahlen zum Europäischen Parlament 2024, wobei der Schwerpunkt auf der Bedeutung und der politischen Gestaltung durch große transnationale Parteienbündnisse liegt. Darin wird untersucht, ob die Europarteien angesichts der Bedeutung des Europäischen Grünen Abkommens seit 2019 dem Klimawandel weiterhin Priorität einräumen oder ob es aufgrund der jüngsten Herausforderungen eine Verlagerung in Richtung Wirtschaftspolitik gegeben hat. Die Analyse zeigt einen Trend zur "Ökologisierung" quer durch alle Parteien, wobei linksgerichtete Parteien Klimaprobleme stärker betonen als Mitte-Rechts-Parteien. Die Studie untersucht auch, wie Parteien den Klimawandel gestalten, wobei Mitte-Links-Parteien eher eine Klimakrise ausrufen und klimapolitische Ziele in andere Bereiche integrieren. Die europäischen Grünen zeigen die intensivste Auseinandersetzung mit der Klimapolitik, während Mitte-Rechts-Parteien wie die EVP und die EKR wirtschaftliche Ziele priorisieren. Das Kapitel kommt zu dem Schluss, dass zwar die Klimapolitik 2024 eine größere Rolle spielt, es jedoch klare Links-Rechts-Trennlinien bei der Prioritätensetzung und Gestaltung gibt, wobei Mitte-Links-Parteien für dringende Klimaschutzmaßnahmen eintreten und Klimaziele in umfassendere Politikbereiche integrieren.
    5. “Another Brick in the Wall”? Asylum and Migration as a Campaign Issue for the 2024 European Elections

      Michail Schwartz
      Das Kapitel geht auf die hitzige Debatte über Asyl und Migration (A & M) in der Europäischen Union ein, ein Thema, das im Vorfeld der Europawahlen 2024 erheblich an Bedeutung gewonnen hat. Er untersucht den neu vereinbarten Asyl- und Migrationspakt der EU und seine Auswirkungen auf die politische Landschaft, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, wie verschiedene politische Parteien der EU dieses Thema in ihren Wahlprogrammen behandeln. Die Analyse gliedert sich in vier Schlüsselbereiche: den allgemeinen Ansatz für A & M, Search & Rescue (S & R) und Frontex, die Externalisierung der A & M-Politik und legale Migration. Das Kapitel offenbart eine klare Trennlinie zwischen Mitte-Rechts-Parteien, die für stärkere Grenzkontrollen und einen sicherheitsorientierten Ansatz eintreten, und Mitte-Links-Parteien, die humanitäre Aspekte und Menschenrechte betonen. Er unterstreicht auch die Nuancen innerhalb dieser breiten Kategorien, wobei Parteien wie die EVP und die ALDE ausgewogenere Positionen einnehmen. Das Kapitel schließt mit dem Hinweis auf die wahrscheinliche Verschiebung hin zu einer weiteren Verbriefung der EU-Grenzen und einer Verschärfung der A & M-Politik der EU, während gleichzeitig die anhaltenden Widersprüche und Dilemmata in der A & M-Governance-Struktur der EU anerkannt werden.
    6. New Issue, Old Topics? How Parties Value AI Politics in the EU Elections 2024

      Anne Goldmann, Kristina Weissenbach
      Dieses Kapitel geht der Rolle der KI bei den Europawahlen 2024 nach und konzentriert sich darauf, wie politische Parteien aus verschiedenen Familien KI-Themen in ihren Wahlprogrammen behandeln. Die Analyse zeigt, dass KI überwiegend als Zukunftstechnologie mit positiven Konnotationen konzipiert wurde, während Risiken seltener erwähnt wurden. Die Studie kategorisiert KI-bezogene Themen entlang der soziokulturellen (GAL-TAN) und sozioökonomischen (Links-Rechts) Dimensionen und zeigt, wie Parteien KI mit ihren Kernthemen und ideologischen Werten verknüpfen. So betonte die EVP beispielsweise das wirtschaftliche Potenzial und die Wettbewerbsfähigkeit künstlicher Intelligenz, während sich die europäischen Grünen auf Umwelt- und Überwachungsfragen konzentrierten. Das Kapitel stellt auch das Konzept der Leitprinzipien der KI vor und betont die Vorherrschaft menschenzentrierter und ethischer Überlegungen. Sie kommt zu dem Schluss, dass KI zwar kein zentrales Wahlkampfthema war, aber die Parteien es auf eine Weise angegangen sind, die mit ihren etablierten Ideologien und Spaltungen übereinstimmt, was einen einzigartigen "europäischen Ansatz" in Bezug auf KI nahelegt. Die Analyse basiert auf einer qualitativen Inhaltsanalyse von Parteiprogrammen und Interviews mit EU-Abgeordneten, die einen umfassenden Überblick darüber bietet, wie KI in der politischen Landschaft Europas wahrgenommen und positioniert wird.
    7. Defending Democracy from Inside: The 2024 Elections in the Aftermath of Qatargate

      Johanna Kantola, Emilia Korkea-aho, Hanna Wass
      Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen des Katargate-Skandals auf die EU-Wahlen 2024 und konzentriert sich auf vier Schlüsselbereiche: politische Reaktionen, Reformen, Wahlprogramme und Wählerreaktionen. Die politischen Reaktionen auf Katargate waren schnell und vielschichtig: Das Europäische Parlament (EP) initiierte eine umfassende Agenda für Integritätsreformen. Zu den wichtigsten Änderungen gehörten strengere Sitzungsregeln für Abgeordnete, eine sechsmonatige Bedenkzeit für ehemalige Abgeordnete und das Verbot von Freundschaftsgruppen mit Ländern, die offizielle parlamentarische Delegationen haben. Die Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments wurde geändert, um Transparenz und Rechenschaftspflicht zu verbessern. Das Kapitel untersucht auch, wie die Europarteien Demokratie, Transparenz und Rechenschaftspflicht in ihren Wahlprogrammen thematisiert haben. Während einige Parteien, wie die Grünen, spezifische Reformen im Detail durchführten, konzentrierten sich andere stärker auf nationale Fragen. Die Reaktionen der Wähler auf Katargate waren komplex. Obwohl rechtsextreme Parteien Gewinne einfuhren, behielten die etablierten Parteien ihre Positionen bei und die Wahlbeteiligung blieb stabil. Das Kapitel kommt zu dem Schluss, dass der Skandal möglicherweise mehr Abgeordnete mobilisiert hat als EU-Bürger, die ihn als einen von vielen politischen Skandalen betrachteten. Die Analyse bietet einen umfassenden Überblick über die Auswirkungen des Skandals auf die politische Landschaft der EU und die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um das Vertrauen in die Institutionen wiederherzustellen.
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Titel
The 2024 European Parliament Elections
Herausgegeben von
Michael Kaeding
Manuel Müller
Alexander Hoppe
Copyright-Jahr
2025
Electronic ISBN
978-3-031-89455-8
Print ISBN
978-3-031-89454-1
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-031-89455-8

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