Es ist das Anliegen der vorliegenden Arbeit, Theorie auf Grundlage chinesischer Konsumpraktiken weiterzuentwickeln, statt einfach nur die Plausibilität von bereits entwickelter Theorie in Bezug auf China auszuloten. Dieses Anliegen führte im Forschungsprozess zur Wahl eines ethnomethodologischen Ansatzes: Aufgrund seiner Nähe zu konkreten Praktiken, seines Misstrauens gegenüber schnellen Klassifizierungen und theoretischen Deutungen sowie seiner Frage nach situativer Hervorbringung der Wirklichkeit ist dieser Ansatz besonders gut geeignet, um Forschungen anzuleiten, in denen Relevanzkriterien und Beobachtungsdimensionen nicht ohne Weiteres aus der (möglicherweise eurozentrischen) Theorie abgeleitet werden können. Aus diesem Anliegen folgte konsequenterweise auch eine Einbettung des ethnomethodologischen Ansatzes in eine langfristige ethnographische teilnehmende Beobachtung.