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Über dieses Buch

Vorwort "Der Gründer träumt das Riesengroße. Er lebt wie in einem be­ ständigen Fieber. Die Übertreibung seiner eigenen Ideen reizt ihn immer von neuem und hält ihn in immerwährender Bewe­ gung. Die Grundstimmung seines Wesens ist ein enthusiastischer Lyrismus. Und aus dieser Grundstimmung heraus vollbringt er sein größtes Werk: er reißt andere Menschen mit sich fort, daß sie ihm seinen Plan durchführen helfen. Ist er ein großer Vertre­ ter seiner Art, so eignet ihm eine dichterische Fähigkeit, vor den Augen der anderen Bilder von verführerischem Reiz und bunter Pracht erstehen zu machen, die von den Wundem, die er voll­ bringen will, eine Vorstellung geben: welchen Segen das geplan­ te Werk für die Welt bedeutet, welchen Segen für die, die es aus­ führen. Er verspricht goldene Berge und weiß seine Verspre­ chungen glaubhaft zu machen. Er regt die Phantasie an, er weckt den Glauben. Und er erweckt mächtige Instinkte, die er zu sei­ nem Vorteil verwendet: er stachelt vor allem die Spielwut auf und stellt sie in seinen Dienst. Stimmung machen ist die Losung. Und dazu sind alle Mittel recht, die die Aufmerksamkeit, die Neugierde, die Kauflust erringen. Lärm wird Selbstzweck. Und die Arbeit des Gründers ist vollbracht, seinen Zweck hat er erreicht, wenn weite Kreise in einen Zustand des Rausches gera­ ten, in dem sie alle Mittel zu bewilligen bereit sind, die er zur Durchführung seines Unternehmens braucht" (Sombart 1916, Bd. I, 2, S. 876).

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Teil 1. Zum Gegenstand der Arbeit

Zusammenfassung
Die Verwendung eines Anglizismus, der noch keinen, nicht mehr hinterfragten Eingang in das Deutsche gefunden hat wie beispielsweise „Marketing“, „Agency-Theorie“, „Operations Research“, „Management“ oder „Corporate Governance“, im Titel einer Arbeit wie der vorliegenden ist eher ungewöhnlich. Es wird sich jedoch zeigen, dass für den Terminus „Entrepreneurship“ keine einfache Übersetzung existiert, die dessen Bandbreite erfassen könnte (s. dazu v. a. Teil 2, A.).
Michael J. Fallgatter

Teil 2. Zum Erfahrungsobjekt „Entrepreneurship“ — Einige Überlegungen zu tragfähigen Konturen und zur Institutionalisierung als betriebswirtschaftliche Teil-Disziplin

Zusammenfassung
Das mit dem Begriff „Entrepreneurship“ bezeichnete Erfahrungsobjekt besitzt in unterschiedlichen Wissenschaften eine lange Tradition und wird entsprechend vielfältig interpretiert und verwendet. Dies zeigt ein Blick auf wissenschaftliche Entrepreneurship-Publikationen, die höchst unterschiedliche theoretische Provenienzen widerspiegeln. Dieser Teil der Schrift soll nicht nur diese Vielfalt in dem Sinne handhabbar machen, dass unterschiedliche Schwerpunkte überschau- und nachvollziehbar werden, sondern vor allem auch jene Fassetten des Erfahrungsobjekts „Entrepreneurship“ isolieren, die weiterführendes Potenzial für die Beschreibung und Erklärung der Entstehung und Entwicklung junger Unternehmungen aufweisen.
Michael J. Fallgatter

Teil 3. Zum Stand der Entrepreneurship-Forschung — Ansatzpunkte einer Beschreibung und Erklärung der Entstehung und Entwicklung junger Unternehmungen

Zusammenfassung
Die Formulierung „Rekonstruktion wirtschaftswissenschaftlicher Zurückhaltung“ umfasst zwei zusammenhängende Aussagen: Zum einen deutet sie an, dass Belege für die relativ geringe Beschäftigung mit Entrepreneurship in der Ökonomik existieren. Zum anderen und dem vorgelagert weist die Formulierung darauf hin, dass es sich nicht um eine zufällige Nicht- oder Unterentwicklung handelt. Dies sind die beiden Voraussetzungen dafür, dass die beabsichtigte Rekonstruktion ein berechtigtes Anliegen dartellt. Für beide Teilaussagen werden eine Reihe von Belegen und Argumenten geliefert. Damit begegnet dieses Kapitel zugleich der oft vorzufindenden, aber zumindest in Teilen ungerechtfertigten Aussage, die wirtschaftswissenschaftliche Forschung habe Entrepreneurship-Fragen „leichtfertig“ vernachlässigt.
Michael J. Fallgatter

Teil 4. Zur typenbildenden Entrepreneurship-Forschung — Ideal- und realtypische Integration von Forschungsströmungen

Zusammenfassung
Weite Teile der Wirtschaftswissenschaften umfassen Problemstellungen, die multidimensionale Zusammenhänge betreffen und als multipel bedingt charakterisierbar sind. Uni- oder bivariate Beschreibungen und Erklärungen würden folglich derartige Problemstellungen auf unzulässige Weise reduzieren.84 Im Anschluss an die voranstehenden Ausführungen (s. Teil 2 u. 3) lässt sich die Entstehung und Entwicklung junger Unternehmungen leicht als ein eben solches multidimensionales und multipel bedingtes Problemfeld charakterisieren. Vor diesem Hintergrund bestehen bei einer Fokussierung auf jeweils nur eine Untersuchungsdimension und bei Vernachlässigung von Abhängigkeiten geradezu zwangsläufig nur reduzierte Möglichkeiten einer gehaltvollen Theoriebildung. Dies allein rechtfertigt Überlegungen, die dimensionsübergreifend angelegt sind und die Bildung von Typen in den Mittelpunkt rücken.
Michael J. Fallgatter

Teil 5. Zu einem wesentlichen Desiderat und der weiteren Entwicklung betriebswirtschaftlicher Entrepreneurship-Forschung

Zusammenfassung
Als ein wesentliches Desiderat betriebswirtschaftlicher Entrepreneurship-Forschung wird hier das Handeln von Unternehmern angesehen. Dieses unterscheidet sich deutlich von deren „Verhalten“, das bei vielen der im dritten Teil vorgestellten Studien erfasst wurde. „Handeln“ ist umfassender zu verstehen und integriert die Eigenaktivität und Zielgerichtetheit von Personen. In Anlehnung an Sloane (1998, S. 99–100) lässt es sich definieren als ein Interpretationskonstrukt, das einen Komplex situativ geprägter, problemlösender Maßnahmen erfasst. In diesem Sinne kann Handeln in die Antizipation möglicher Ereignisse, die systematische Planung und die gedankliche Überprüfung von Tätigkeiten sowie deren Umsetzung und Evaluation differenziert werden. Handeln integriert demnach sowohl beobachtbare Wirkungen als auch Denkvorgänge und reicht von kommunikativem, instrumentellem bis hin zu geistigem, selbstreflexivem Handeln.151
Michael J. Fallgatter

Backmatter

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