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Über dieses Buch

Die Begriffe Tourismus und ländlicher Raum sind eng miteinander verbunden. Der Natur- und Kulturraum außerhalb der Städte stellt für viele Urlaubs-, Kurzreise- und Tagesgäste eine Attraktion dar. Da sich die Kundenbedürfnisse verändert haben, müssen Angebote im ländlichen Raum zukünftig qualitäts- und gästeorientiert entwickelt, inszeniert und vermarktet werden. Darüber hinaus steht der ländliche Raum vor wachsenden Herausforderungen wie dem demografischen Wandel und schrumpfender öffentlicher Budgetverfügbarkeit zur Finanzierung der freiwilligen Aufgabe Tourismus. Weitere wichtige Themen sind die Rolle des Tourismus als Beitrag zur Regionalentwicklung und zur Stärkung der Regionalvermarktung, Auswirkungen des Klimawandels sowie die spezifische Rolle von Schutzgebieten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Tourismus im ländlichen Raum

Eine Einführung in Definitionen und Problemstellungen des Tourismus auf dem Lande
Ländliche Räume nehmen ca. 59 % der Fläche Deutschlands ein (BBR 2005a in OECD 2007). Legt man die Klassifizierung der OECD zugrunde, die Regionen in Abhängigkeit von der Bevölkerungsdichte und dem Urbanisierungsgrad in drei Gruppen aufteilt, sind sogar 80 % der Fläche Deutschlands als ländlicher Raum einzuordnen (vorwiegend ländliche + intermediäre Regionen, vgl. OECD 2007). Damit wird zum einen deutlich, dass unabhängig von der Klassifizierung ländliche Räume prägend für Deutschland sind und zum anderen, dass eine Abgrenzung des ländlichen Raums schwierig ist.
Hartmut Rein, Alexander Schuler

Wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus im ländlichen Raum

Der Tourismus zählt weltweit unbestritten zu den wichtigsten Branchen im Hinblick auf ökonomische Bedeutung und Zukunftsfähigkeit. Dass Deutschland als Quellmarkt aufgrund seiner Bevölkerungszahl und auch wegen seiner Wirtschaftskraft eine weltweit führende Rolle einnimmt, darüber besteht Konsens. Deutschland zählt aber auch zu den führenden Zielländern im Tourismus (Binnen- und Incomingnachfrage). Eine Tatsache, die vielfach noch mit Überraschung zur Kenntnis genommen wird. Nach Angaben von Eurostat (DSGV 2010) rangiert Deutschland mit rund 380 Mio. registrierten Übernachtungen in gewerblichen Beherbergungsbetrieben mit 9 und mehr Betten im Jahr 2010 in Europa auf Rangplatz 1 noch vor Tourismusländern wie Italien (rd. 378 Mio.), Spanien (rd. 366 Mio.) und Frankreich (rd. 300 Mio.).
Manfred Zeiner, Bernhard Harrer

Nachfrage und Kundenpotenziale für den ländlichen Tourismus

Um zu einer Einschätzung der Nachfrage für den ländlichen Tourismus zu kommen, ist es notwendig, zunächst zu beschreiben, was „ländlicher Tourismus“ in der Nachfrageperspektive überhaupt ist.
Bente Grimm, Dirk Schmücker, Kai Ziesemer

Grundlagen des Tourismus im ländlichen Raum

Ortsbild und Landschaftsstruktur als Grundlage des ländlichen Tourismus

Im Unterschied zur Stadt bezeichnet man als Dorf eine ländliche Siedlungsform, deren Bewohner ursprünglich von der Land- oder Forstwirtschaft oder vom Fischfang gelebt haben. Auch wenn die meisten Dörfer heute diese ursprüngliche soziale und wirtschaftliche Funktion verloren haben, kann man doch an ihren baulichen Strukturen nach wie vor ihren landwirtschaftlichen Ursprung ablesen. Ein typisches Merkmal der dörflichen Siedlung ist daher der unmittelbare Zugang zur Landschaft und das Vorhandensein naturnaher Strukturen auch im Dorfzentrum.
Jürgen Peters

Ländliche Kultur und ländliche Struktur

Der ländliche Tourismus stellt einen Bezug zur Kultur und Wirtschaftsweise einer Region her. Als Untersegment des Kulturtourismus präsentiert er sowohl das moderne Leben der Einwohner, als auch deren kulturelles Erbe (vgl. Steinecke 2007, Moscardo 2000). Was für den Gastgeber Alltagsleben ist, kann vom Gast durchaus als außergewöhnliches Erlebnis empfunden werden (Comen 2006).
Runa Zeppenfeld

Organisations- und Vermarktungsstrukturen

Frontmatter

Vermarktung ländlicher Tourismusangebote

Wertschöpfungsressourcen für den ländlichen Tourismus durch Vernetzung mit den Branchen der Direktvermarktung und der Ernährungswirtschaft
Als anerkannter Berufsverband ist pro agro für Mitglieder und Nichtmitglieder tätig und nimmt die Interessen des Berufsstandes auf gesellschaftlichem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet wahr. Der Verband ist seit 1992 aktiv und der einzige landesweit tätige Verband zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes im Land Brandenburg. Aufgaben zur Vernetzung und Förderung der Unternehmen im ländlichen Raum zählen ebenso zu den Schwerpunkten von pro agro, wie die Produktentwicklung, insbesondere im ländlichen Tourismus, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Qualifizierung der Betriebe, die Durchführung von Marketingaktivitäten aber auch die Vernetzung zwischen den einzelnen Branchen der Agrar- und Ernährungswirtschaft/Direktvermarktung, des ländlichen Tourismus, sowie der Gesundheitswirtschaft.
Gerd Lehmann, Stefanie Patron

Destinationen im ländlichen Raum

Plädoyer für eine prozessorientierte Organisationsstruktur, Aufgabenteilung und Netzwerkverständnis
Destinationen des ländlichen Raumes sehen sich wachsenden Herausforderungen gegenüber, die aus veränderten Rahmen- und Umfeldfaktoren resultieren. Diese haben bereits jetzt einen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der Destinationen, deren Organisationen sowie den kooperierenden Akteuren. Die Veränderungen der Rahmenbedingungen betreffen das Angebot wie auch die Nachfrage. Dazu gehören gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie der demografische Wandel, ein gestiegenes Umweltbewusstsein und Qualitätsdenken, Trend zur Individualität und Authentizität. Zu den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zählt u. a. eine sinkende öffentliche Budgetverfügbarkeit. Zu den ökologischen Rahmenbedingungen wird u. a. der Klimawandel gerechnet. Als veränderte technologische Rahmenbedingungen gelten beispielsweise die Innovationen durch das Internet sowie mobile Endgeräte. Und schließlich werden die gestiegene Reisefreiheit wie auch z. B. die Auswirkungen durch den internationalen Terrorismus zu den politischen Rahmenbedingungen gerechnet.
Alexander Schuler

Infrastruktur für den Tourismus im ländlichen Raum

Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum

Verkehr bildet die Grundlage des Tourismus. Er verbindet Urlauber mit ihrer Destination und ermöglicht ihnen, die besuchte Region selbständig zu erleben. Im folgenden Kapitel werden die wichtigsten Begriffe zum Thema Mobilität erklärt und grundlegende Fakten hierzu vorgestellt. Darauf aufbauend werden Managementmöglichkeiten des Verkehrs in ländlichen Räumen aufgezeigt und deren Vor- und Nachteile diskutiert. Zur Illustration werden abschließend einige Praxisbeispiele aus dem deutschsprachigen Raum präsentiert.
Runa Zeppenfeld

Orientierung für den Gast – Touristische Informations- und Leitsysteme

Informations- und Leitsysteme (kurz Leitsysteme) gehören zu den wichtigsten Infrastrukturen für den landschaftsbezogenen Tourismus. Vom deutschen Wanderverband beispielsweise wird die Beschilderung von Wegen als das Rückgrat der Wanderinfrastruktur bezeichnet (vgl. VDGWV 2011). Unter einem Leitsystem werden die vor Ort fest installierten Einrichtungen und wegweisende Schilder verstanden (s. Tab. 1).
Matthias Schmidt

Wanderwegeentwicklung und -vermarktung am Beispiel der Traumpfade im Rhein-Mosel-Eifel-Land

Wandern zählt zu den beliebtesten Urlaubs- und Tagesausflugsaktivitäten in Deutschland. Etwa jeder zweite Deutsche wandert gerne. Dementsprechend zählt Wandern zu den umsatzstärksten Freizeit- und Urlaubsmärkten. Die Umsätze aus dem Wandertourismus erreichen das doppelte Niveau der Umsätze, die aus dem Fahrradtourismus resultieren (vgl. BWMi 2010, S. 71). Wandern ist also ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und ein wichtiger Teil des Deutschlandtourismus.
Elisa Stiebitz, Mathias Behrens-Egge

Angebots- und Produktentwicklung für den Tourismus im ländlichen Raum

Naturtourismus in Schutzgebieten am Beispiel der deutschen Naturparke

Immer mehr Deutsche entdecken ihr Heimatland als Urlaubsland. Mit einem Marktanteil von etwa einem Drittel aller Urlaubsreisen ist Deutschland weiterhin das beliebteste Reiseziel (F.U.R 2011) und hierbei besonders als Reiseziel für einen Kurzurlaub. Dabei ist das Naturerleben ein wichtiges Urlaubsmotiv. So waren 2010 27 % aller Urlaubsreisen der Deutschen Natururlaube, im Inland sogar 36 % (F.U.R 2011). Aufgrund ihrer intakten Natur sowie ihrer naturräumlichen und kulturellen Vielfalt eignen sich Großschutzgebiete, dies sind Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke, hervorragend für eine naturnahe und umweltgerechte Erholung.
Martina Porzelt

Tourismus rund ums Pferd

Der Tourismus rund ums Pferd hat in Deutschland in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewonnen. Vor allem im ländlichen Raum gibt es heute ein vielfältiges Angebot für Reitgäste mit und ohne eigenem Pferd, Reitferienkinder und Pferdeliebhaber, die auf einer Veranstaltung zuschauen oder einmal selbst „das höchste Glück der Erde“ ausprobieren wollen.
Ulrike Franke

Radwandern im ländlichen Raum am Beispiel des Landes Brandenburg

Radtourismus als Chance für ländliche Regionen
Die Entwicklung des Fahrradtourismus ist deutschlandweit dynamisch vorangeschritten. Noch Anfang der 90er Jahre war die Zielgruppe der Rad fahrenden Touristen noch weitgehend unbekannt und deren wirtschaftliches Potenzial vollkommen unterschätzt worden. Doch bereits Ende der 90er Jahre ist Fahrradfahren als Freizeitaktivität im Urlaub in seiner Beliebtheit angestiegen und hat somit das Nachfragepotenzial erhöht. Dieser zunehmenden Nachfrage haben sich in Deutschland weitestgehend alle touristischen Destinationen gestellt und Angebote zum Fahrradfahren entsprechend in das Leistungsspektrum integriert.
Barbara Nitsche

Kulinarik und regionale Produkte am Beispiel Oder Culinarium

Essen ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens. Mahlzeiten dienen dabei aber nicht allein der Befriedigung der Grundbedürfnisse, sondern bieten auch die Möglichkeit zur Kommunikation und zum Zusammenkommen (vgl. Hayn et al. 2005). Gerade auch bei einem Ausflug oder auf Reisen hat Essen eine besondere Bedeutung. Denn typische Produkte und Speisen einer Region, die in origineller Weise angeboten werden, bieten gesellschaftliche und appetitliche Einblicke in die Kultur einer Gegend.
Katharina Meifert, Hartmut Rein

Bedeutung von Weintourismus im ländlichen Raum

Was ist Weintourismus? Zu Beginn ist es unumgänglich, diese Frage zu diskutieren, um das Erkenntnisobjekt und die dazu gehörenden relevanten Bereiche abzustecken. Zahlreiche Autoren, insbesondere im englischsprachigen Raum, haben sich dieser Frage gewidmet (Müller/Dreyer 2010, S. 9f mit den entsprechenden Literaturangaben dort). Die meisten Überlegungen haben einen starken Nachfragebezug. Für die folgenden Ausführungen wird der Schwerpunkt auf Reisen liegen, bei denen der Wein als gewichtiger Reisegrund anzusehen ist. Der „Auch“-Weintourismus, für den der Wein bei einer Urlaubsreise eher eine nebensächliche Rolle spielt (siehe analoge Abgrenzungen im Kulturtourismus), ist sicher für den Weinabsatz bedeutend; dieser weist aber eben nicht jene weintouristischen Besonderheiten auf, um die es hier gehen soll.
Axel Dreyer

Tourismus- und Regionalentwicklung

Förderansätze zur Angebotsentwicklung aus Strukturfonds und ländlicher Entwicklung.
Touristische Angebote, setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen: Das natürliche Angebot (z. B. Fauna, Flora, Landschaft), das soziokulturelle Angebot (z. B. Kultur, Tradition), die allgemeine Infrastruktur (u. a. Straßen, Telekommunikation) sowie die abgeleiteten Angebotsfaktoren
Josef Bühler

Kommunikation und Vertrieb für den Tourismus im ländlichen Raum

Destination Dorf?

Von der touristischen Dorfentwicklung zur Landtourismusmarke
Das Dorf erfährt mit dem Trend zu Entschleunigung, Überschaubarkeit der Lebensverhältnisse und Hinwendung zu den Vorzügen des Landlebens zunehmend ein öffentliches Interesse. Zugleich nehmen Dörfer als Knotenpunkte der touristischen Entwicklung in den ländlichen Regionen eine tragende Rolle im Landtourismus ein. In der Regel stellt ein Dorf das Bindeglied zwischen einzelnen Angebotsbausteinen dar (Landwirtschaft, Kultur, Natur etc.) und ist das Schaufenster einer Region. Der heutigen Sehnsucht im Tourismus nach Authentizität und Regionalität wird hier besonders gut entsprochen.
Melanie Kossatz, Markus Thieme, Gabriele Vogel

Chancen durch Location Based Services für den ländlichen Raum

Die Mobiltechnologie entwickelt sich schnell weiter. Immer mehr Menschen nutzen Smartphones, d. h. multifunktionale mobile Endgeräte mit Zugang zum Internet. Diese Entwicklung ermöglicht die Nutzung von standortsensitiven Diensten, auch Location- Based Services (LBS) genannt. LBS können dem Nutzer aktuelle, standortbezogene und kontextsensitive Informationen bieten. Die Erwartungen der Wirtschaft an das Geschäft mit standortsensitiven Diensten sind hoch.
Marlon Fronhofer, Holger Lütters

Im Ausflugsnetz

Regionaler Tourismus einen Klick entfernt: Plädoyer für eine neue Online-Kommunikation zwischen regionalen Akteuren und Besuchern
Längst ist das Reisen nicht mehr nur individuelle Neigung, sondern Teil des gesellschaftlichen Selbstverständnisses und quasi ein Menschenrecht freiheitlicher Gesellschaften. Was mit der Eroberung von Unbekanntem begann und als „grand tour“ zum Instrument der Aufklärung und der Bildung wurde, erlebte als Reproduktion der Arbeitskraft seine Funktionalisierung. Der Tourismus wurde zum doppelten Wirtschaftsfaktor – und zum Forschungsgegenstand. Reisen und Erholung lagen im Interesse der Industriegesellschaft, und waren bald selbst ein Bereich der Wirtschaft.
Thies Schröder, André Eißer

Nachhaltigkeit und Klimawandel

Frontmatter

Nachhaltiger ländlicher Tourismus als Entwicklungsperspektive in den Alpen

Das Streben nach mehr Nachhaltigkeit im Tourismus besitzt in den Alpenländern eine längere Tradition. Dass dabei in einer stark ländlich geprägten Großregion wie der Alpen der ländliche Tourismus eine bedeutende Rolle spielt, erstaunt wenig. Bereits ein Jahr vor der Konferenz von Rio unterzeichneten die Umweltminister der Alpenstaaten Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Österreich, Schweiz, Slowenien und die EU 1991 in Salzburg die Alpenkonvention, das Übereinkommen zum Schutz der Alpen.
Dominik Siegrist

Ländlicher Tourismus und Klimawandel

Herausforderungen, Anpassungsstrategien und Klimaschutzmaßnahmen
Wie wenige andere Wirtschaftszweige ist der Tourismus auf intakte natürliche Ressourcen angewiesen. Dabei rangiert der Faktor Klima, zusammen mit Gewässern sowie Natur/Landschaft an oberster Stelle (s. u. a. F.U.R 2008). Wärmeres, trockeneres Klima in südlichen Breiten ist der Auslöser für die weltweit bedeutendsten Touristenströme von Nordnach Südeuropa sowie von Nordamerika nach Mexiko und in die Karibik. Neben dem Badetourismus sind aber auch alle anderen Tourismusformen, die im Freien stattfinden, in besonderer Weise von meteorologischen Bedingungen abhängig.
Wolfgang Strasdas

Backmatter

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