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17.01.2019 | Transformation | Im Fokus | Onlineartikel

Inzwischen haben deutsche Unternehmen eine Digitalstrategie

Autor:
Anne Steinbach

In den vergangene Jahren haben sich Unternehmen dem Thema Digitalisierung angenähert. Auch wenn weiterhin Skepsis besteht, werden auch die Vorteile und die nötigen Veränderungen sichtbar.


Ein Ende der Digitalisierung ist nicht in Sicht, vielmehr vollzieht sie sich in immer kürzeren Zyklen. Doch wie digital ist Deutschland eigentlich bisher? Die Trendstudie "Unterwegs zu digitalen Welten: Deutschland startet in die technologische Zukunft" vom IT-Services-Anbieter Tata Consultancy Services (TCS) und vom Marktforschungsinstitut Bitkom Research hat einen Blick in die Zukunft geworfen, um unter anderem dieser Frage auf den Grund zu gehen. 

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2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Digitale Transformation von Geschäftsmodellen

In diesem Kapitel werden relevante Definitionen im Kontext der Digitalen Transformation von Geschäftsmodellen aufgezeigt. Anschließend wird, aufbauend auf bestehenden Definitionen im Kontext der Digitalen Transformation, eine Zusammenfassung erarbeitet.


Eine gute Nachricht vorweg: Nur zwei Prozent der befragten Unternehmen lehnen die Digitalisierung ab und drei von vier Unternehmen ab 100 Mitarbeitern betrachten die Digitalisierung als positiv (75 Prozent). Der Wert ist im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht angestiegen, und zwar um zwei Prozentpunkte. Der Anteil der "sehr aufgeschlossenen" Unternehmen wuchs sogar von sechs Prozent im Jahr 2016 auf über zehn Prozent in 2017 auf heute 14 Prozent an. Doch wie in den Vorjahren ist immer noch jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) unentschieden, was das Thema angeht und bis heute sind es vor allem die Großunternehmen, die als digitale Vorreiter gelten. Allein 49 Prozent der Unternehmen mit 500+ Mitarbeitern haben eine bereichsübergreifende Digitalstrategie.

Die Kunden stehen im Mittelpunkt der Unternehmen

76 Prozent der Unternehmen gehen mit einer klaren Strategie in die digitale Transformation. Dabei rücken Kunden stärker in den Mittelpunkt. Zudem setzen die Firmen immer häufiger auf neue Technologien wie Big Data Analytics. Vorreiter sind hier nach wie vor Großunternehmen – sie vergrößern zunehmend ihren Vorsprung vor dem Mittelstand. (Sapthagiri Chapalapalli, Geschäftsführer TCS Deutschland)

Springer-Autor Sascha Zöllner befasst sich im Buchkapitel "Die Customer Journey" aus dem Buch "Ja zur Digitalisierung" intensiv mit dem Thema Kundenbindung im Zeitalter der Digitalisierung. Dafür unterteilt er den gesamten Prozess der neuartigen Kundenbindung in sieben Phasen: von "vor der Wahrnehmung" bis zur "Kundenbindung" (Seite 179-183). 

Laut Zöllner besitzt "der Kunde von heute eine vollkommen andere Erwartungshaltung, als es noch vor zwanzig Jahren der Fall war. Dadurch funktionieren Marketingkampagnen, PR-Arbeit und Kundenzufriedenheitsprogramme aus den neunziger Jahren in heutiger Zeit viel weniger oder überhaupt nicht mehr" (Seite 183). 

Für ihn sind es gerade Teilelemente des "Internet of Things", wie die sozialen Medien, Prime oder aber Alexa, die eben genau diesen Prozess der Kundenbindung formen werden (Seite 184).

Big Data in der Kundenbindung

"Mithilfe von Big Data können diese komplexen Maßnahmen relativ problemlos durchgeführt werden. Es bedarf jedoch einer ausgeklügelten Kundenansprache, um Neukunden zu gewinnen und diese dann mit positiven Kundenerfahrungen zu "Fans" zu machen", erklärt Zöllner weiterhin (Seite 184).

Das haben, laut der Studie, bereits 35 Prozent der befragten Unternehmen verstanden. Diese wollen stärker in Social-Media-Marketing investieren. Weitere 87 Prozent sehen in der Digitalisierung ein hohes Potenzial für besseren Kundenservice.

Unternehmen investieren weitsichtig in Mitarbeiter

Innerhalb des Unternehmens liegt der Fokus der Digitalisierung für den Großteil der befragten Unternehmen auf den Mitarbeitern. Allein 77 Prozent der Befragten fördern die Digitalkompetenz ihrer Mitarbeiter und 75 Prozent bieten eine flexible Arbeitszeitgestaltung. Dazu gehören nicht nur die Nutzung von Smart Gadgets, sondern auch die Möglichkeit, mal aus dem Homeoffice zu arbeiten und den Mitarbeitern Produkte wie Smartphones oder Tablets zur Verfügung zu stellen.

Private Geräte im beruflichen Umfeld (Bring Your Own Device, BYOD) spielen nur noch für 17 Prozent der Unternehmen eine Rolle (2017: 26 Prozent). Fast drei von vier Unternehmen (74 Prozent) nutzen virtuelle Meeting-Formate (2017: 68 Prozent). Die Mitarbeiter kommunizieren mit Videokonferenz-Tools oder Kurznachrichten und arbeiten gemeinsam an Dokumenten. In Verbindung mit mobilen Geräten erleichtern diese Collaboration-Tools eine flexible Arbeitsgestaltung.

Voraussetzung: Ein strukturiertes Change Management

Die digitalen Technologien sind vorhanden – und die Unternehmen setzen sie auch immer häufiger ein. Der Erfolg der digitalen Transformation hängt aber maßgeblich von den Mitarbeitern ab. Voraussetzung ist ein strukturiertes Change Management, um die Belegschaft auf die Veränderungen der digitalen Arbeitswelt vorzubereiten. (Dr. Kay Müller-Jones, Leiter Consulting & Services Integration, TCS)

Als Change Management versteht man verschiedenste Veränderungsprozesse, die in einem Unternehmen stattfinden und meist das Ziel eines großen Umschwungs verfolgen. 

Die Springer-Autorinnen Ulrike Buchholz und Susanne Knorre definieren im Buchkapitel "Change Management" aus dem Buch "Interne Kommunikation und Unternehmensführung" den Begriff wie folgt: "Change Management ist und bleibt eine Kernaufgabe der Führungskräfte, die sich immer wieder um die Ausformung des Gestaltungsrahmens für die Weiterentwicklung des Geschäfts kümmern müssen, gleichgültig, ob es sich um Standardbedingungen oder um einen neuen komplexen Kontext handelt. Dabei geht es hier wie dort insbesondere um die Aufrechterhaltung von Kommunikation und Zusammenarbeit bzw. Kollaboration angesichts von Verunsicherung und möglichen Ängsten" (Seite 251).

Weitere wichtige Ergebnisse der Studie:

  • 2018 investierten 41 Prozent der Unternehmen in Big Data Analytics, im Vorjahr waren das nur 39 Prozent.
  • Im Vergleich zum Vorjahr ist das Interesse an nahezu allen Innovationen gestiegen. Nur die Werte für 3-D-Druck und Robotik stagnieren.
  • Die mit Abstand meisten Unternehmen interessieren sich für Cloud Computing (82 Prozent) und Big Data Analytics (75 Prozent).
  • Mehr als die Hälfte (52 Prozent) zeigt Interesse am Internet der Dinge.
  • Jedes achte Unternehmen zeigt sich bereits aufgeschlossen für die vergleichsweise junge Blockchain-Technologie.
  • 29 Prozent der Unternehmen verfügen über eine eigene Digitaleinheit
  • 62 Prozent investieren in IT-Sicherheitslösungen

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