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04.08.2020 | Transformation | Im Fokus | Onlineartikel

Mobiles Reporting ergänzt traditionelles Controlling

Autor:
Sylvia Meier
2:30 Min. Lesedauer

Mobile Endgeräte sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Dennoch läuft der Einsatz mobiler Reportinglösungen im Controlling in deutschen Unternehmen eher schleppend. Was spricht für oder gegen diese Entwicklung in den Finanzabteilungen?

In Deutschland sind mobile Endgeräte weit verbreitet. So zählte zum Beispiel das Statistik-Portal Statista für 2019 bereits 74 Prozent mobile Internetnutzer in der Bundesrepublik. Weit verbreitet sind beispielsweise Smartphones und Notebooks. Auch viele Manager und Führungskräfte nutzen sie, um von unterwegs oder zuhause aus Aufgaben zu erledigen und Projekte zu steuern. Doch wie ist die Lage in der Finanzfunktion? 

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Vorteile des mobilen Controllings

Im Zuge des digitalen Wandels ist die Verbreitung von Informationen über unterschiedliche Kanäle bereits in vielen Unternehmensbereichen an der Tagesordnung. Zahlreiche Daten für mobile Endgeräte zugänglich zu machen, ist auch im Controlling durchaus attraktiv. So ließen sich beispielsweise Berichte auch per Smartphone abrufen und ein Austausch von Informationen wäre zeitnah möglich. Erste Ansätze sind in der Praxis auch häufig zu finden, wenn es etwa um Mails oder PDF-Dateien geht. 

Doch wie funktioniert mobile Reporting? In dem Buchkapitel "Möglichkeiten und Einschränkungen mobiler Applikationen für das Controlling"​ betrachten Robin Nunkesser, und Jens Thorn einen möglichen Einsatz im Berichtswesen. Sie stellen fest, dass das Berichtswesen zur Erfüllung der Informationsfunktion für Entscheidungsträger vor allem schnell, zuverlässig, flexibel, relevant und verständlich sein muss.

Mobile Endgeräte sind ortsunabhängig, vernetzt, kontextsensitiv, einfach und bieten eine direkte Interaktion. Daher liegt der Schluss nahe, dass Entscheidungsträger Informationen aus dem Controlling mobil abrufen können: 

Mobile Endgeräte sind für die Entscheidungsträger aufgrund ihrer Transportierbarkeit ständig verfügbar. Somit können Informationen auf mobilen Endgeräten von den Entscheidungsträgern zeitnah, adressatenbezogen und vor allem ortsunabhängig genutzt werden", erklären die Autoren (Seite 270). 

Dies ermöglicht wiederum schnelle Reaktionen der Entscheider. 

Warum Unternehmen noch zögern

In der Realität agieren Unternehmen jedoch noch zurückhaltend. Einerseits bestehen Sicherheitsbedenken, denn schließlich geht es im Reporting um sensible Unternehmensdaten und auch ein Smartphone könnte unterwegs verloren gehen. Auch die Darstellung kann problematisch sein, denn schon allein aufgrund der Größe des Displays hat die Gestaltung von Informationen nur eingeschränkt Platz. Andererseits wird auch eine ungefilterte Informationsflut bei den Finanzmanagern befürchtet, die die Prozesse nicht beschleunigt, sondern schnelle Entscheidungen eher verhindert. 

Zudem können bei der technischen Seite Herausforderungen zu stemmen sein (Seite 272): "Schließlich funktionieren Lösungen für neue Endgeräteklassen oftmals nur mit Anpassungen der bestehenden IT. Dies kann – je nach Art der gewünschten Lösungen – ebenfalls eine große Herausforderung darstellen." 

Wie der Einsatz gelingt

Die Autoren stellen verschiedene Möglichkeiten vor, die für das Controlling interessant sein können. Hierzu gehören beispielsweise verschiedene SAP-Lösungen. Doch auch mit Microsoft Power BI können Nutzer ihre eigenen Berichte und Dashboards erstellen. 

"Sicherheitsbedenken als einer der Haupthinderungsgründe sind beim Einsatz entsprechender Lösungen typischerweise handhabbar." Ein mobiles Reporting kann dagegen viele Vorteile bieten. Die Autoren empfehlen Unternehmen, die zentralen Herausforderungen Sicherheit, Informationsdarstellung und IT-Integration vorurteilsfrei und strukturiert anzugehen. So könne der Einsatz eines mobilen Berichtswesens das traditionelle Reporting durchaus ergänzen, ohne es zu ersetzen.

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