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Unternehmen setzen auf Wandel und Nachhaltigkeit

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Der Wandel hin zu nachhaltigen Geschäftsmodellen ist eine zentrale Herausforderung für die deutsche Wirtschaft. Welche Faktoren treiben die Transformation an und welche Hindernisse stehen ihr im Weg? Nach Antworten darauf hat die Bertelsmann Stiftung gesucht.

Bei vielen Unternehmen hat ein Umdenken eingesetzt. Das Thema Nachhaltigkeit wird nicht mehr nur durch die wirtschaftliche Brille betrachtet.


Die Zeiten ändern sich: Lieferte das Thema Umweltbewusstsein in der Vergangenheit eher nachrangige Argumente für anstehende Transformationsprozesse, erkennen Unternehmen mittlerweile, dass sie Wettbewerbsvorteile verschenken, wenn sie das Konzept Nachhaltigkeit nicht über ökonomisches Terrain hinausdenken. 

Ökologische und soziale Nachhaltigkeit ist herausfordernd, wirkt sich aber auf mehr aus, als den guten Ruf. Unternehmenslenker haben das erkannt. Daten dazu liefert die Studie "Wertschöpfung für das 21. Jahrhundert" der Bertelsmann Stiftung und der ESCP Business School Berlin. Die Untersuchung basiert auf einer repräsentativen Umfrage unter 500 Unternehmen der Realwirtschaft, ergänzt durch Interviews mit ausgewählten Unternehmensvertretern.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil erkannt

Deutsche Unternehmen sind durchaus willens, sich zu transformieren und dabei sowohl auf ökonomische als auch ökologische Nachhaltigkeit zu zielen. Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen (57,9 Prozent) hat in den zurückliegenden zehn Jahren Veränderungen am Geschäftsmodell herbeigeführt. Knapp über 60 Prozent gaben das Thema Nachhaltigkeit als wesentlichen Motor dafür an. Dabei verfolgten 92,9 Prozent der Befragten bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen vordergründig wirtschaftliche Interessen, zielten also auf ökonomische Nachhaltigkeit. Die ökologische Nachhaltigkeit folgt mit 86,8 Prozent knapp dahinter, abgeschlagen ist die gesellschaftliche Veranttwortung (72,2 Prozent).

Treiber für Geschäftsmodellveränderungen der vergangenen zehn Jahre (Bertelsmann Stiftung):

  1. Kunden: 66 Prozent
  2. Effizienz- und Kostenoptimierung: 61 Prozent
  3. Geschäftsführung: 59,4 Prozent
  4. Innovation: 55,7 Prozent
  5. Gesellschaftliche Verantwortung und Umweltschutz: 50,5 Prozent

Veränderungsbereitschaft erneuert den Blick auf die Gesetzgebung

Aktuell sind 63 Prozent der befragten Unternehmen dabei, ihr Geschäftsmodell von Grund auf zu transformieren, um sich mit ökologisch erneuerten Produkten und Dienstleistungen im Wettbewerb zu positionieren. Die Formen der Veränderung reichen von inkrementellen Anpassungen bestehender Prozesse bis hin zum radikalen Umbau des gesamten Geschäftsmodells. Auch wenn die Effizienz- und Kostenoptimierung für 83,6 Prozent aller Befragten der Hauptfaktor für künftige Geschäftsmodellveränderungen ist, haben die Unternehmen erkannt, dass eine auf positive Umweltaspekte ausgerichtete Nachhaltigkeitstransformation sich ebenfalls positiv auf die Unternehmensentwicklung auswirkt. 

Formen nachhaltiger Geschäftsmodellveränderung (starke/sehr starke Veränderung):

  • ökologische Produkte/Dienstleistungen: 36,5 Prozent
  • Kreislaufwirtschaft: 30,5 Prozent
  • Gesellschaftliche Verantwortung: 15,9 Prozent
  • Angebote für einkommensschwache Gruppen: 11,4 Prozent

Auf die Rolle von Politik und Regulatorik blicken Unternehmenslenker unterdessen zwiegespalten. Wurden strenge Umwelt- und Nachhaltigkeitsgesetze in der Vergangenheit von 45,9 Prozent der Befragten als Hemmnis wahrgenommen, erkennen mittlerweile rund 83 Prozent staatliche Vorgaben zumindest teilweise als Hauptantriebskraft für ihre Transformationsbemühungen an. Sie halten diesen Bereich für die Neuausrichtung ihres Geschäftsmodells für "wichtig" bis "sehr wichtig".

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