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27.03.2020 | Transformation | Im Fokus | Onlineartikel

Was die Nachhaltigkeitstransformation torpediert

Autor:
Mathias Lelievre
3 Min. Lesedauer

Während viele Unternehmen noch mit der Digitalisierung hardern, rollt mit der Nachhaltigkeitsransformation bereits die nächste Welle an. Drei Hürden gilt es dabei zu überwinden, so Gastautor Matthias Lelievre.

Unternehmen müssen ihre Anstrengungen für mehr Nachhaltigkeit deutlich erhöhen, denn die Gesellschaft als Ganzes geht einer CO2-neutralen Zukunft entgegen und der Druck seitens der Stakeholder nimmt stetig zu. Dabei steht jedes Unternehmen vor ganz eigenen Herausforderungen, um Nachhaltigkeitsinitiativen zu identifizieren und umzusetzen. Wenn Organisationen jedoch die drei wichtigsten Hürden frühzeitig angehen, schaffen sie eine starke Basis, um ihre Nachhaltigkeitstransformation zu beschleunigen.

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Nachhaltigkeit im Unternehmenskern verankern

Nachhaltigkeit ist bislang noch zu wenig in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter integriert und auch in Mitarbeitergesprächen ist sie häufig kein Thema. Eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung und veränderte Prozesse sind daher erforderlich, um Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu rücken und in allen Unternehmensaspekten zu berücksichtigen.

Des Weiteren müssen Unternehmen eine Kultur schaffen, die alle Mitarbeiter emotional einbindet. So kann die Nachhaltigkeitstransformation die gesamte Belegschaft durchdringen, unabhängig davon, ob es sich um kleine Anpassungen oder große Veränderungen bei der Unternehmensführung handelt. Um die Handlungsdynamik und Motivation im Unternehmen aufrecht zu halten, sollte jeder Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit gewürdigt und kommuniziert werden.

Führungsetage als mutige Vorbilder etablieren

Die Führungsebene spielt auch bei der Nachhaltigkeitstransformation eine entscheidende Rolle. Häufig wird ihr Einfluss auf Mitarbeiter aber unterschätzt. Tatsächlich scheitern 80 Prozent der Projekte, die nicht von Führungskräften unterstützt werden. Um die Führungsetage von der Nachhaltigkeitstransformation zu überzeugen, sollte die langfristige Vision inklusive möglicher Herausforderungen, die durch die Veränderung auf das Unternehmen zukommen könnten, klar und überzeugend dargestellt werden.

Führungskräfte fungieren in dieser Hinsicht als Vorbild und inspirieren den Rest der Belegschaft, ihrem Beispiel zu folgen. Sie sollten einen Raum für Gespräche und den gegenseitigen Austausch schaffen. Das sorgt für die erforderliche Energie und Überzeugung, die für die erfolgreiche Umsetzung des Transformationsprojekts benötigt wird.

Die Finanzabteilung davon überzeugen, Investitionen anders zu bewerten

Regeln rund um den Einsatz von Kapital haben eine hohe Priorität. Die festgelegten Amortisationszeiträume sind oft zu kurz und die Finanzierungsschwellen zu hoch. Dies ist häufig nur schwer mit Nachhaltigkeitsinitiativen zu vereinen.

Zudem muss ein Umdenken in den Finanzabteilungen stattfinden. Tendenziell investieren Unternehmen verstärkt in innovative Projekte, die sich an den Interessen der Kunden orientieren, anstatt in interne Veränderungen. Nachhaltigkeit hat aber einen enormen Einfluss auf den Markenwert. Das ist leider aber nicht immer direkt sichtbar und muss deshalb intern deutlicher kommuniziert werden.

Unternehmenskultur ist Schlüssel für Nachhaltigkeitstransformation

Einen Wandel im Unternehmen zu vollziehen, ist keine leichte Aufgabe. Daher ist es umso wichtiger das richtige Umfeld dafür zu schaffen, denn das erhöht die Erfolgsquoten. Da aber kein Unternehmen dem anderen gleicht, gibt es leider keinen Königsweg für eine erfolgreiche Nachhaltigkeitstransformation. Wenn ein Unternehmen aber jeden einzelnen Mitarbeiter motiviert sich an dem Wandel zu beteiligen und ihn in den Prozess einbindet und weiterbildet, kann gemeinsam auch diese Transformationswelle bezwungen werden. Es ist eine spannende und wichtige Aufgabe, sich gemeinsam für eine kohlenstoffärmere und nachhaltigere Zukunft einzusetzen. Es liegt aber in der Hand der Unternehmen, ob und wie sie den Wandel für sich nutzen.

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