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Restrukturierungsbedarf in deutschen Unternehmen steigt

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Die dauerhafte Wirtschaftskrise lässt den Restrukturierungsbedarf in deutschen Unternehmen deutlich steigen, zeigt eine aktuelle Umfrage. Lieferengpässe, Energiepreise, Ukraine-Krieg und der Fachkräftemangel machen Firmen zu schaffen. 

Die Zukunftsperspektiven für deutsche Unternehmen bleiben angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung unsicher.  

Von rund 1.000 Führungskräften in Deutschland, darunter Vorstände, Geschäftsführer, Aufsichtsräte und Interim Manager, die von Atreus im April befragt wurden, blicken rund 42 Prozent nicht rosig in die Zukunft. Vielmehr gehen sie davon aus, dass der Restrukturierungsbedarf in Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten deutlich steigen wird. 

Mehr als die Hälfte der Befragten rechnet zumindest mit einem leichten Zuwachs auf diesem Gebiet. Somit bejahten immerhin rund 93 Prozent der Teilnehmer die Frage, ob von mehr Sanierungen auszugehen sei. Lediglich sechs Prozent der Manager erwarten hingegen keinen gravierenden Anstieg bei den Insolvenzen. 

Besonders betroffen sind demnach die ohnehin schon mitgenommene Automobilindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Konsumgüter- und Handelsbranche. Auch die Chemie- und Pharmabranche muss 2023 weiterhin mit einigen Turbulenzen rechnen, haben die Experten des Anbieters für Executive Interim Management ermittelt.

Gestiegene Kosten bringen Unternehmen in Schieflage

Bei den Krisentypen dominieren laut der Analyse Ergebniskrisen mit rund 33 Prozent das Geschehen. Das Gros der betroffenen Unternehmen muss mit eingebrochenen Gewinnen und angehäuften Verlusten kämpfen. Auch Absatz- und strategische Krisen (etwa 32 Prozent) beuteln die Firmen hierzulande neben Liquiditätskrisen (rund 27 Prozent). 

Die größten externe Herausforderungen und Krisenursachen sind für die befragten Unternehmen die gestiegenen Energiekosten (rund 76 Prozent), gefolgt von den angezogenen Rohstoffpreisen (circa 86 Prozent) und dem Fachkräftemangel (67 Prozent). Aber auch staatliche Entscheidungen sowie Bürokratie (48 Prozent) und geopolitische Auswirkungen sowie der internationale Wettbewerbsdruck (46 Prozent) machen Unternehmen zu schaffen. 

Intern hemmen zudem ineffiziente Prozesse (72 Prozent), ein zu geringer Digitalisierungsgrad beziehungsweise eine zu langsame Transformationsgeschwindigkeit (60 Prozent), aber auch fehlende Leadership- und Umsetzungskompetenzen (57 Prozent) sowie Management-Fähigkeiten (54 Prozent) das Wachstum. Insgesamt habe die Widerstandsfähigkeit von Firmen und Management abgenommen, monieren 62 Prozent der Befragten.

Abwanderung der Industrie verhindern

"Schnell aufeinander folgende, unvorhergesehene Ereignisse zwingen Unternehmen, sich mit solchen Situationen auseinanderzusetzen. Die multiplen Krisen der letzten Jahre haben an der Widerstandsfähigkeit der Unternehmen gezerrt", erläutert Studienleiter Christian Frank, Leiter der Solution Group Maschinen- und Anlagenbau bei Atreus, die Umfrageergebnisse. 

"Hohe Bürokratie und lange Genehmigungsprozesse, gepaart mit dem wachsenden Fachkräftemangel, erhöhen die Herausforderungen. Um eine Abwanderung der Industrie zu verhindern, muss sowohl die Politik die richtigen Rahmen setzen wie auch die Unternehmen ihre Zukunftsfähigkeit sicherstellen - entlang der Wertschöpfungskette, aber auch im Mindset ihrer Mitarbeiter", so der Experte weiter. 

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