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18.06.2019 | Transformation | Im Fokus | Onlineartikel

Die Krux an der Transformation

Autor:
Anne Steinbach

Keine Strategie, aber große Ziele. Keinen Plan, aber riesige Investitionssummen. Bisher laufen die Transformationsprozesse in deutschen Unternehmen alles andere als richtig. Warum die Sache mit dem digitalen Wandel doch noch in den Kinderschuhen steckt.


Das Münchner Softwarehaus Celonis hat die Ergebnisse der Studie "Kroker’s Look @ IT" des Wirtschaftsjournalisten Michael Kroker ausgewertet und ist zu dem Fazit gekommen, dass sechs von zehn deutschen Führungskräften in die Transformation schlittern, ohne auch nur ansatzweise einen Plan davon zu haben. Befragt wurden 1.000 Top-Manager und 1.000 Business-Analysten, die alle das gleiche Problem haben: Das Projekt Transformation möchten sie gern in Angriff nehmen, nur weiß keiner von ihnen, wie das funktioniert. 

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Riesige Investitionssummen, aber keine Strategie

58 Prozent der Befragten geben zu, dass sie nicht genau wissen, wie sie mit der Planung einer passenden Strategie beginnen sollen. Dabei ist die Strategie hinter der Transformation eine Art "Leitplanke" für alles, was danach kommt. Das unterstreicht auch Springer-Autor Thomas Hess im Buchkapitel "Strategien und Strukturen für die digitale Transformation entwickeln" aus dem Buch "Digitale Transformation strategisch steuern" (Seite 42). Er definiert die Transformationsstrategie als ganzheitlichen Ansatz, "mit dessen Hilfe die digitalen Transformationsbemühungen über alle Bereiche eines Unternehmens hinweg koordiniert und priorisiert werden können".

Die Umfrage zeigt jedoch, dass eben dieser Schritt bei der Mehrheit der Unternehmen ausgelassen wird. Kein Wunder, dass der Großteil der Befragten die bisherigen Initiativen als reine Zeitverschwendung sehen.

Nichtsdestotrotz bedeutet das nicht, dass nicht in die Transformation investiert wird – und genau das ist das Problem. 36 Prozent der befragten Führungskräfte erklären, dass sie in den letzten zwölf Monaten über eine halbe Million Euro für Transformationsprozesse ausgegeben haben. Der größte Anteil davon landete entweder in der Aufrechterhaltung und Erhöhung von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen (74 Prozent) oder in der Automatisierung von transformativen Prozessen.

Erst die Umsetzung, dann die Planung

Das Problem hinter den Investitionen ist, dass nur 13 Prozent der Befragten parallel interne Geschäftsprozesse überprüfen, bevor die Transformationsinitiative gestartet wird. Selten werden anfangs genaue Ziele und Prioritäten festgelegt. Auch werden interne Geschäftsprozesse selten überprüft, bevor die Ziele für die Transformation beschrieben werden.

Ein Grund hierfür ist anscheinend, dass meist nicht klar ist, wie die Unternehmen die notwendigen Informationen überhaupt sichtbar machen können. Hierbei gaben 65 Prozent der befragten Führungskräfte an, dass sie sich bei der Umsetzung der Transformationsstrategie sicherer fühlen würden, wenn sie ein besseres Bild davon hätten, wie Prozesse im Unternehmen tatsächlich ablaufen. 

Nur wenige Mitarbeiter werden mit in den Prozess einbezogen

Gleichzeitig wünscht sich über die Hälfte der Manager, einen besseren Einblick in die einzelnen Prozesse zu bekommen. Das funktioniert aber nur, wenn sie im Austausch mit jenen sind, die die Transformation auch ausführen: den Mitarbeitern. Laut Studie werden jedoch mehr als ein Drittel der Mitarbeiter nur selten zu Transformationsprozessen befragt. Dazu kommt, dass über 50 Prozent der Führungskräfte bestätigt, dass Mitarbeiter nur dann in Transformationsinitiativen involviert sind, wenn das mittlere Management oder Berater ihnen vorgeben, welche Änderungen sie vornehmen müssen (53 Prozent).

Wichtig ist laut Hess innerhalb der Transformation, dass den Mitarbeitern der Rahmen gegeben wird, dass sie sich innovativen Fragestellungen zuwenden können, ohne das Tagesgeschäft zu vernachlässigen. "Der Innovationsgedanke sollte auch fester Bestandteil der Führungs- und Unternehmenskultur sein, damit im integrierten Modell erfolgreich neuartige Innovationen aus dem Bestandsgeschäft heraus möglich sind", erklärt er im Buchkapitel "Voraussetzungen für die digitale Transformation schaffen" (Seite 168).

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